Arbeitgeber: JA zur Senkung des BVG-Umwandlungssatzes
Der Schweizerische Arbeitgeberverband setzt sich für die Sicherung der 2. Säule und damit für eine Senkung des Mindestumwandlungssatzes auf 6,4% ein. Sie ist wegen der höheren Lebenserwartung und der langfristig tieferen Renditeaussichten am Kapitalmarkt unumgänglich. Der heutige, überhöhte Umwandlungssatz führt zu einer ungerechten Umverteilung unter den Generationen, heisst es in einer Pressemitteilung des Verbandes.
Soziale Sicherheit 2/09: Altersvorsorge wohin?
Ausgabe Nr. 2/09 der Zeitschrift “Soziale Sicherheit” des BSV steht unter dem Uebertitel Altersvorsorge: Wohin geht die Reise? Anton Streit befasst sich u.a. ausführlich mit Grundsatzfragen im Rahmen des 3 Säulen-Systems. Die Titel zur Beruflichen Vorsorge heissen: Krise der Finanzmärkte – Auswirkungen auf die finanzielle Lage der Vorsorgeeinrichtungen (J. Steiger, BSV), Sanierungsmassnahmen von Pensionskassen in Unterdeckung (A. Prinz, BSV), Die Vorsorgeeinrichtungen im Angesicht der Krise (C. Golliard, BSV), Stabilität der beruflichen Vorsorge in Gefahr? (Ph. Rohrbach). Die Aussichten der AHV behandelt K. Schluep (Mittel- und langfristige Finanzierung der AHV nicht gesichert). Die Ausgabe kann als pdf herunter geladen werden.
Swisscanto PK-Monitor: Finanzierungssituation bleibt angespannt, neue Datenbasis
Swisscanto informiert in einer Medienmitteilung über die Deckungsgradsituation der Vorsorgeeinrichtungen per Ende März 09. Es wird festgehalten: “Die zweite Ausgabe des Swisscanto Pensionskassenmonitors weist per Ende März 2009 einen geschätzten durchschnittlichen Deckungsgrad der schweizerischen Pensionskassen von 91,9% aus. Die negative Entwicklung von 2008 hat sich damit im ersten Quartal 2009 fortgesetzt. Die Zahl der Destinatäre, welche von kassenindividuellen Massnahmen zur Behebung einer Unterdeckung betroffen sind, dürfte deshalb nochmals leicht angestiegen sein. Massive Eingriffe sind angesichts der Stabilität der zweiten Säule nicht zu erwarten und wären auch in den meisten Fällen verfehlt.”
Der PK-Monitor wurde mit dieser zweiten Ausgabe auf eine neue Basis gestellt. “Grundlage für die Berechnungen per Ende März 2009 und die kommenden Auswertungen bilden neu die Daten des AWP/Complementa Risiko Check-up und der Swisscanto Pensionskassenumfrage, welche beide jährlich und teilweise auf einer gemeinsamen Internet-Plattform erhoben werden. Berechnet wird der Pensionskassenmonitor von Complementa Investment Controlling AG. Er deckt aktuell 427 Vorsorgeeinrichtungen (VE), über zwei Drittel aller Vermögen und rund 80% aller Versicherten der beruflichen Vorsorge ab. Die nicht berücksichtigten 20% der Destinatäre entfallen auf eine relativ grosse Anzahl von kleinen VE. Das breitere Universum der erfassten VE führt bei grundsätzlich gleicher Berechnungsmethode zu Deckungsgradschätzungen, die gegenüber der Erstveröffentlichung des Pensionskassenmonitors höher liegen können”, schreibt Swisscanto.
Interpellation: Auswirkungen der amerikanischen Finanzkrise auf die PK des Bundes
Eingereichter Text: Kann der Bundesrat Auskunft darüber geben, ob die Pensionskassen des Bundes, der Post und der SBB Finanzprodukte von Bernard Madoff erworben haben und, wenn ja, welche Folgen dies hat? Könnte gegen die amerikanische "Securities and Exchange Commission" (SEC) Klage eingereicht werden, da diese – ebenso wie die FINMA – offensichtlich ihren Aufsichtsaufgaben nicht nachgekommen ist?
BPK: Berner Staatspersonal gegen Senkung des technischen Zinses
Laut Bieler Tagblatt wird das Bernische Staatspersonal (BSPV) “unter keinen Umständen zustimmen, dass der technische Zinssatz der Bernischen Pensionskasse (BPK) von 4 auf 3,5 Prozent gesenkt und die ordentlichen Beiträge deswegen erhöht würden”. Das teilte der BSPV dem Regierungsrat in einem Schreiben mit – und reagiert damit auf die Massnahmen, mit denen die BPK ihre Deckungslücke bekämpfen will. Wobei: unter gewissen Umständen würde der BSPV mit sich reden lassen. Nämlich dann, wenn die Planung für den Primatwechsel sistiert würde.
Walter Saxer Versicherungs-Hochschulpreis an Salzmann und Tschopp
Der diesjährige Walter Saxer Versicherungs-Hochschulpreis ging an die beiden Versicherungsmathematiker Robert Salzmann (Indifference Pricing of Unit-linked Life Insurance Contracts) und Manuel Tschopp (Credibility in der Kollektiv-Lebensversicherung).
Schweizer Personalvorsorge: Kollektivversicherung
Die “Schweizer Personalvorsorge” behandelt in Ausgabe 04.09 den Schwerpunkt “Kollektivversicherung”. Das für die Berufliche Vorsorge ebenso wichtige wie politisch umstrittene Thema wird aus diversen Perspektiven beleuchtet. Weiter beschreibt Arnold Schneiter die “Mechanik der Altersrentenberechnung” als Beitrag zur Senkung des Umwandlungssatzes, Jürg Brechbühl behandelt die Totalrevision des VVG und Dominique Biedermann wird zum Mitspracherecht der Aktionäre befragt.
Publica: Prüft Sanierungsmassnahmen
Seit der Inkraftsetzung des Publica-Gesetzes am 01.07.2008 ist Publica eine Sammeleinrichtung (im Berichtsjahr mit 17 Vorsorgewerken). In ihrem ersten Jahresbericht schliesst die Sammeleinrichtung mit einem Deckungsgrad von 95.82% ab. Demgegenüber schliessen ihre Vorsorgewerke mit einem Deckungsgrad zwischen 94.15% und 96.93% ab. Die Wertschwankungsreserve musste vollständig aufgelöst werden. Angestrebt wird eine Wertschwankungsreserve von 15% der Summe der Vorsorgekapitalien sowie der technischen Rückstellungen.
In einer Mitteilung der VE heisst es: “Die Kassenkommission hat die finanzielle Lage mit einer fundierten ALM-Studie überprüfen lassen. Zwar ist die bestehende Unterdeckung noch nicht dramatisch, weitere Rückschläge sind jedoch nicht auszuschliessen. Deshalb empfiehlt die Kassenkommission den paritätischen Organen der einzelnen Vorsorgewerke, mögliche Sanierungsmassnahmen eingehend zu prüfen. Vom Verlauf der Finanzmärkte in den kommenden Monaten wird abhängen, ob diese Massnahmen umgesetzt werden müssen.”
NYT: Who Needs Retirement, Anyway?
According to a survey from the Employee Benefit Research Institute, more workers are losing confidence in their ability to retire comfortably, and they name the economy, inflation and the cost of living as among the reasons.
US: In State Pension Inquiry, a Scandal Snowballs
The inquiry into corruption at the New York State pension fund started simply enough. Alan G. Hevesi, the former comptroller, was accused of using state workers as chauffeurs for his ailing wife. But by the time Mr. Hevesi resigned his office in late 2006, investigators for the Albany County district attorney’s office were examining a more troubling problem: allegations that Mr. Hevesi’s associates had sold access to the state’s $122 billion pension fund, using one of the world’s largest pools of assets to reward friends, pay back political favors and reap millions of dollars in cash rewards for themselves.
UK’s largest pension scheme ‚to increase hedge fund investment‘
The UK’s largest final salary retirement fund, the BT Pension Scheme, is planning to invest up to 20 per cent of its assets in alternative classes such as hedge funds, one of its investment managers has said. Frank Naylor, head of investments at Hermes Pensions Management, told Reuters that the move is part of a "rolling programme" to shift the focus of the fund towards "return-seeking assets such as absolute returns".
BSV-Mitteilungen Nr. 111: Neuerungen bei der Teilliquidation
Das BSV berichtet in seinen Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 111 über “Anpassung der Verordnungsbestimmungen über den kollektiven Anspruch auf Wertschwankungsreserven bei Teilliquidation im Fall der Mitgabe von Barmitteln”. Dazu heisst es: “Der Bundesrat stärkt die Solidarität bei Teilliquidationen von Vorsorgeeinrichtungen. Die Pensionskassen werden dazu verpflichtet, betroffenen Versicherten, die gemeinsam in eine neue Einrichtung übertreten, ihren Anteil der vorhandenen Rückstellungen und Schwankungsreserven auch dann in die neue Pensionskasse mitzugeben, wenn die Austrittsleistung ausschliesslich in Form von flüssigen Mitteln übertragen wird. Die entsprechende Änderung der Verordnung BVV 2 vom 1. April 2009 tritt auf den 1. Juni 2009 in Kraft.” Die Verordnungsrevision wurde ausgelöst durch einen umstrittenen Entscheid des BGer von 2005, in welchem dieses entschieden hatte, das nur Anteile an den Reserven in Form von Wertschriften u.ä. mitzugeben seien, nicht aber flüssige Mittel. Die vorgesehene Revision der BVV2 ist in den Mitteilungen enthalten.
PW. Das Bundesgericht hat mit seinem Entscheid seinerzeit eine etwas eigenartige Philosophie bezüglich Kapitalanlagen entwickelt. Die dadurch notwendig gewordene Revision der betr. Verordnung fällt nun aber just in eine Zeit, in der das Problem, leider muss man sagen, wenig Relevanz hat, da Wertschwankungsreserven zunehmend Seltenheitswert aufweisen. Aber das kann und soll sich ja auch wieder ändern.
FT: UK pension deficit hits £250bn
The aggregate deficit of corporate UK pension funds soared past £250bn ($373bn) in March, setting a record for a shortfall due in large part to the drop in gilt yields as the Bank of England’s quantitative easing commenced. According to the Pension Protection Fund, the insurance scheme for the underfunded pension plans of insolvent employers, the aggregate gap between the value of scheme assets and the value of liabilities it guarantees rose to £253.1bn. That reflects the aggregate shortfall of schemes in deficit, which is 90 per cent of all plans. Overall, the shortfall is £242bn, but that number has little meaning because the surplus of one scheme cannot be used to cover the deficit on another.
L’Hebdo: Nos retraites en danger
Entre solidarité et équité. Si les mauvaises performances des marchés financiers perdurent, les caisses de pension devront réduire les prestations à venir. Tout en préservant les retraites en cours et les futures rentes des titulaires de bas salaires.
Umwandlungssatz, Lebenserwartung und wer die Zeche bezahlt
Avenir Suisse schreibt in der April-Ausgabe ihrer Informationen: “Einmal mehr schimpft die Linke über «amtl. bew. Diebstahl» bei den Pensionskassen. Im Dezember beschloss nämlich das Parlament, den Umwandlungssatz des Sparkapitals von 7,2 Prozent schneller auf 6,4 Prozent zu senken. Denn seit das BVG eingeführt wurde, ist die Lebenserwartung im Alter von 65 stark gestiegen. Und jetzt kommen die starken Jahrgänge der Babyboomer ins Rentenalter. Das wäre kein Problem, wenn wirklich jeder für sich sparen würde. Tatsächlich bezahlen die Kassen aber bisher zu hohe Renten- die Zeche bezahlen dereinst die Jungen.” Und wo findet der Diebstahl statt? wäre anzufügen.

