UBS PK-Barometer: 1. Semester mit plus 3,04%
Die gute Kursentwicklung an den Aktienbörsen verhalf den Pensionskassen im Juni 2012 zu ansehnlichen Renditen. Die im Peer-Gruppen-Vergleich etwas geringere Fremdwährungsexposition führte bei den kleineren Vorsorgeeinrichtungen zur besten Performance, schreibt die UBS zu den Daten ihres Pensionskassen-Barometers für Juni.
Die positive Entwicklung des laufenden Jahres vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, dass unter längerfristiger Optik noch keine Entwarnung gegeben werden kann, meint die UBS. Die Gesamtperformance aller Vorsorgeeinrichtungen beläuft sich seit 2006 auf 3.4% (kleine 2.3%, mittlere 3.7%, grosse 5.2%). Das entspricht nur mageren 0.5% pro Jahr (kleine 0.3%, mittlere 0.6%, grosse 0.8%).
Primatwechsel bei der ZKB
Gemäss “Inside Paradeplatz” stehen bei der Pensionskasse der ZKB ein Primatwechsel und Leistungskürzungen an. Laut dem Blog will die Bank wie schon die Konkurrenz das Leistungsprimat aufgeben. Den 5000 Mitarbeitern sei dies am 22. Juni zur Kenntnis gebracht worden. Der technische Zins wird auf 3% gesenkt, das Leistungsziel auf 70%. Damit steht die Bank resp. ihre Pensionskasse mit einem reglementarischen Pensionierungsalter von 62 Jahren aber immer noch sehr gut da.
Weiter heisst es im Post: “Für den Umbau greift die Oberleitung allerdings noch einmal tief in die Tasche des Unternehmens – respektive des Steuerzahlers. Der muss mit weniger Gewinn vorlieb nehmen. “Die Umstellungskosten von 150 Millionen Franken übernimmt der Arbeitgeber, die Zürcher Kantonalbank”, sagt ZKB-Sprecher Urs Ackermann auf Anfrage. Mit anderen Worten: Die Umstellung bei der PK schlägt sich vorerst nicht im Portemonnaie des einzelnen Mitarbeiters nieder, sondern in jenem der Bank.”
Auf der Website der PK der ZKB ist dazu noch nichts zu finden.
Wer im Fall BVK wem wie viel zahlte
Im Korruptionsprozess gegen Daniel Gloor stehen neben dem langjährigen Anlagechef der Pensionskasse BVK drei Mitbeschuldigte vor Gericht. Sie sollen Gloor zum Teil über Jahre hinweg bestochen haben. Die NZZ macht eine Auslegeordnung.
Die “Aktiven” tun sich schwer
Michael Ferber schreibt in der NZZ über eine Analyse von PPCmetrics der Leistungen von 800 “aktiven” und “passiven” Mandaten. “ (Die Studie) zeigt, dass die meisten Vermögensverwalter mit ihren Eingriffen 2011 keinen Mehrwert geschaffen haben. Gemäss der Studie haben im vergangenen Jahr mehr als 75% der «aktiv» verwalteten BVG-Mandate und der Kategorien-Mandate «Obligationen Schweiz» und «Aktien weltweit» nicht die Rendite ihrer Vergleichsindizes erreicht. Bei «aktiven» Mandaten in den Bereichen «Aktien Schweiz» und «Obligationen Fremdwährung» waren es mehr als 50%. Den «passiven» Mandaten gelang dies 2011 hingegen mit wenigen Ausnahmen. Ein Trostpflaster haben die Berater allerdings für «aktive» Manager: Die Berufserfahrung des führenden Portfolioverwalters hatte im Zeitraum 2009 bis 2011 einen leicht positiven Effekt auf die Anlageleistung. Insgesamt gesehen lehren die Resultate aber einmal mehr Demut. Investoren sollten sich also davor hüten, beim Anlegen die eigenen Fähigkeiten und die von Vermögensverwaltern zu überschätzen.”
Strahm zur 2. Säule
PW. In getreuer Chronistenpflicht verweisen wir auf einen von Rudolf Strahm im Tages-Anzeiger und Bund erschienen Kommentar zur 2. Säule und ihren angeblichen Profiteuren. Seine Ansichten sind nicht neu. Wir haben sie verschiedentlich kritisiert. Sie sind ärgerlich, weil inkompetent, populistisch und letztlich gefährlich, weil sie das verbreitete Bedürfnis stillen, für alle Probleme irgendwelche Schurken zu finden und an die Stelle echter Analyse bloss oberflächliche Empörung setzen. Auch wir können uns diesbezüglich nur wiederholen. Und ein weiteres Mal unserem Erstaunen Ausdruck geben, dass sich Tages-Anzeiger und Bund dafür nicht zu schade sind.
Finanz: Weniger Prestige und weniger Boni
Fast die Hälfte der Beschäftigten in der Schweizer Finanzbranche ist der Ansicht, dass ihr Beruf in den nächsten fünf Jahren massiv an Prestige verlieren wird. Parallel dazu werden auch die Gehälter und Boni noch deutlich schrumpfen. Für 2011 haben beispielsweise 61,9 Prozent der Befragten keinen oder einen tieferen Bonus als im Vorjahr erhalten. Dies sind zwei Erkenntnisse aus der ersten Online-Befragung über die Berufsaussichten in der Schweizer Finanzbranche. Eine Erhebung, die vom Finanzportal finews.ch und der Kommunikationsagentur Communicators im Juni 2012 bei über 500 Beschäftigten im Finanzsektor durchgeführt wurde.
Insbesondere das Investmentbanking und die rückwärtigen Bereiche (Backoffice) werden künftig die geringsten Karrierechancen bieten, wie 70,0 Prozent respektive 47,3 Prozent der Befragten finden. Demgegenüber werden die Bereiche Legal & Compliance (71,7 Prozent), Informatik (48,1 Prozent) sowie Private Banking/Wealth Management (40,9 Prozent) in den nächsten fünf Jahren grössere Karrierechancen bieten. Mit Ausnahme der Vermögensverwaltung haben damit nicht-wertschöpfende Tätigkeitsbereiche die grössten Karrierechancen.
Die Online-Umfrage wurde von insgesamt 520 Beschäftigten oder Studierenden in der Schweizer Finanzbranche beantwortet. Es handelt sich dabei um die erste Erhebung dieser Art, die in der Schweiz durchgeführt wurde. Die Umfrage wird jährlich wiederholt werden.
Stabiler IAS-DG im 2. Quartal 2012
Gemäss internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen blieb der Ausfinanzierungsgrad des typischen Schweizer Pensionsplans im 2. Quartal 2012 weitgehend stabil. Dies geht aus dem Bericht Swiss Pension Finance Watch hervor, der vierteljährlich von Towers Watson veröffentlicht wird. Die Kombination aus höherem Anlagevermögen und höheren Verpflichtungen resultierte in einem leichten Rückgang gegenüber dem als Benchmark dienenden Pension Index. Für das 2. Quartal wurde gegenüber dem 1. ein Rückgang von 89,6 auf 89,4 Zähler per 30.6. gemessen. «Diese geringfügige Abnahme zeugt von einer relativ stabilen Entwicklung im 2. Quartal, in dem die niedrigeren Rechnungszinsen weitestgehend durch positive Anlageerträge aufgefangen wurden», erläutert John Carter, Senior Consultant bei Towers Watson Zürich.
Im Gegensatz dazu waren die Fluktuationen der Vermögen und Rechnungszinsen im 1. Quartal bei ähnlicher Pension-Index-Entwicklung viel stärker gewesen. Insgesamt verzeichnete der Pension Index im ersten Halbjahr 2012 einen Rückgang von 90,4 auf 89,4 Zähler, was aus einer Kombination von positiven Anlagenerträgen – rund 5% in den ersten 6 Monaten – und fallenden Rechnungszinsen, welche die Verpflichtungen eines typischen Pensionsplans um rund 6% ansteigen liessen, zurückzuführen ist. «Dass die Rechnungszinsen im ersten Halbjahr gesunken sind, wird nicht überraschen; positiver ist jedoch, dass die Anlageerträge geholfen haben, den Deckungsgrad zu stabilisieren. Trotzdem sollten die Unternehmen stets ein wachsames Auge auf die finanziellen Auswirkungen solcher Veränderungen auf die Ausfinanzierung der Pensionspläne und die Unternehmensbilanzen haben», meint Carter.
NZZaS: Interview mit Thomas Schönbächler, BVK
Die NZZ am Sonntag interviewte Thomas Schönbächler, Chef der Zürcher BVK. Nicht unbedingt der einfachste Job in der Branche. Auszüge aus dem Gespräch:
Der Ruf der BVK hat stark gelitten. Das hat zu Austritten aus Ihrer Kasse geführt. Wie viele sind es bis heute?
Bis Ende 2011 wurden 5 von 531 Verträgen gekündigt, mit total 362 Versicherten. Über 300 davon stammen aus der Gemeinde Stäfa. Gleichzeitig sind rund 2300 Versicherte dazugekommen. Für 2012 läuft die Kündigungsfrist noch bis Ende November. Wir erhalten aber laufend positive Rückmeldungen, die Stimmung hat gekehrt. Aber: Es ist ein extrem umkämpfter Markt. Die Versicherungsbroker verdienen sehr, sehr viel Geld daran, wenn sie einen unserer Partner überzeugen können, die BVK zu verlassen und woandershin zu gehen.
Die Gewerkschaften beklagen sich, dass die Gemeindeangestellten von Stäfa mit dem neuen Anbieter schlechtere Leistungen erhalten, als wenn sie bei der BVK geblieben wären. Ist dem so?
Ich habe die Lösung des neuen Anbieters nie gesehen. Aber ich bin nicht unglücklich über den Fall Stäfa. Er war gross in den Medien, und nun scheinen nicht alle zufrieden zu sein. Die BVK ist eben nicht so schlecht, wie sie manche machen. Wir wissen das auch, weil wir Arbeitgebern, die sich von uns trennen möchten, eine Zweitmeinung anbieten: Was wir dabei bis jetzt gesehen haben, ist sehr viel schlechter, als was die BVK bietet.
In der zweiten Säule findet heute eine horrende Umverteilung von Jung zu Alt statt. Ist das richtig?
Nein. Geld umverteilen ist Sache der AHV. Die Umverteilung von den aktiv Versicherten zu den Rentnern ist massiv: Bei uns sind es seit drei Jahren jährlich 100 Millionen Franken! Pensionierungsverlust nennt man das. Da verstehe ich, wenn die Arbeitnehmer nicht einsehen, wieso Rentner nichts zur Sanierung beitragen müssen. Aber das Gesetz will es so. Ich persönlich halte das für richtig.
Wieso? Fair ist es nicht.
Wenn wir laufende Renten senken, ramponieren wir das Vertrauen in das System. Wir müssen einfach dringend die Grundlagen anpassen, damit die Umverteilung aufhört. Sonst wächst der Druck, laufende Renten senken zu dürfen. Für die Zukunft andenken sollten wir beispielsweise ein System mit Basisrenten und Bonusrenten: Die Basisrente wäre garantiert, egal, was kommt. Die Bonusrente gibt es dann, wenn alles gut läuft.
Für das Gesamt-Loch von 3,6 Milliarden Franken in der Kasse der BVK sind nicht primär die Fehlentscheide des angeklagten Anlagechefs verantwortlich, sondern die Politik. Wie setzt sich das Loch zusammen?
Rund ein Drittel stammt aus sogenannten Beitragsferien in den Jahren 1998 und 2001, bei gleichzeitigen Höherverzinsungen. Ein zweiter Drittel aus freiwilligen Teuerungszulagen laufender Renten zwischen 1995 bis 2000, und nochmals ein Drittel für die Veränderung der technischen Grundlagen zwischen 2000 und 2002.
Hat man nicht jahrelang auch zu hohe Renten versprochen?
Das ist so. Man hat die Leistungen viel zu lange nicht angepasst beziehungsweise die dafür nötigen Beiträge nicht eingefordert. Die BVK braucht seit zehn Jahren 4% Rendite jährlich, um die Leistungen zahlen zu können. Erwirtschaftet haben wir nur 1% pro Jahr! Man muss kein Genie sein, um zu merken, dass diese Rechnung nie aufgeht. Die öffentlich-rechtlichen Kassen brauchen leider viel zu lange, bis sie reagieren können. Auch deshalb ist es richtig, dass man die staatlichen Kassen nach Möglichkeit von der Politik abtrennt. Die Verselbständigung, die wir auf Anfang 2014 vollziehen, ist deshalb eine Riesenchance.
Artikel NZZaS
FT: Funds wake up to diversifying gains
Commodities have attracted far less attention historically from pension funds than other alternatives, reflecting the challenges of investing in a diverse and volatile asset class.
Jonathan Berland, managing director at Gresham, says a concern for pension funds is the perception that commodities are risky, when in fact those risks can be controlled by responsible management.
Since commodities are a relatively new asset class for many pension funds, Mr Berland says there can be a tendency to concentrate on short-term performance or to chase returns. But high levels of volatility in commodity markets can act as an impediment to pension funds taking prudent long-term decisions.
He notes that pension funds have made substantial allocations to other asset classes, such as emerging market equities, where volatility has been significantly higher than in commodities. “Pension funds need to look ahead and think about the benefits that commodities as a broad asset class will generate over the next 25 years,” says Mr Berland.
Alternatives continue to win pension assets
Pension funds are continuing to raise their exposure to alternative investments, according to data collected by Towers Watson, the consultancy.
The Global Alternatives Survey by Towers Watson in association with FTfm, which is now in its ninth year, found that the total pension fund assets under management held by the top 100 asset managers surveyed rose 7.9 per cent, from $951.7bn in 2010 to $1.03tn in 2011.
The rise follows an even steeper 16 per cent increase in pension fund assets under management recorded by the top 100 asset managers in the previous year. Striking though the trend towards increased investment by pension funds in alternatives may be, Towers Watson clearly thinks data collected in previous surveys no longer tell enough of the story.
There has been such a permanent shift in the investment landscape that Towers Watson has this year expanded its analysis to include insurance companies, sovereign wealth funds and endowments and foundations, as well as new investment choices: namely direct investments in private equity funds and hedge funds. The total universe of the research now includes data from 493 managers.
Japan’s massive pension fund books 2.32% return
Japan’s $1.42 trillion public pension fund, the largest national retirement scheme in the world, said it posted an annual return of 2.32 percent on the back of stronger equity markets.
The Government Pension Investment Fund result for its fiscal year to March reversed a 0.25 percent loss a year earlier. The public pension fund manages a whopping 113.6 trillion yen in retirement savings for nearly half of Japan’s rapidly ageing population of 127 million.
By the year 2060, about 40 percent of Japan’s population is expected to be over the age of 65, compared with about 23 percent now — already the world’s highest proportion of seniors.
The fund, which is largely invested in low-yielding Japanese government bonds as well as domestic and foreign equity and fixed-income holdings, said the surge was helped by gains in the latter part of the fiscal year.
Steigende Lebenserwartung und tiefe Renditen
Die Alterung der Gesellschaft und die tiefen Renditen am Kapitalmarkt stellen die berufliche Vorsorge vor grosse Herausforderungen. Jérôme Cosandey erklärt im Interview mit Swiss Life Update, wie diese gemeistert werden können. Auszug:
Was würde denn passieren, wenn man nichts tut?
Bereits heute werden die zu hohen Renten mit über 600 Millionen Franken pro Jahr quersubventioniert. Diese Zahl ist eine konservative Rechnung des Bundes. Realistischer ist eher eine Milliarde Franken jährlich, und diese Zahl wird mit der weiter steigenden Lebenserwartung in Zukunft noch mehr zunehmen.
Die Vollversicherung erfreut sich steigender Beliebtheit, obwohl diese Garantie etwas kostet. Wie erklären Sie sich das?
Die heutige Zeit ist von unsicheren Wirtschaftsprognosen geprägt: Viele Länder sind in einer Rezession, Europa kämpft mit der Schuldenkrise, und der Franken bleibt stark. Viele Unternehmen sind in ihrer Planung mehr denn je gefordert. Deswegen wollen vor allem KMU die Komplexität reduzieren, sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und sich nicht noch mit den Anlagen und der Verwaltung einer eigenen Pensionskasse beschäftigen. Zudem kostet auch die Sanierung einer Pensionskasse etwas. Diese Kosten könnten sich laut einer Studie von Ernst & Young viele KMU gar nicht leisten – die Vollversicherung ist also Teil des Risikomanagements. Ausserdem wissen die KMU aus ihrem eigenen Geschäft, dass Garantien etwas kosten. Und für diese Sicherheit zahlen sie gerne etwas.
Dennoch sind Versicherer wie Swiss Life als Anbieter der Vollversicherung immer wieder harter Kritik ausgesetzt. Warum ist das so, wenn das Angebot doch einer Nachfrage entspricht?
Es sind vorwiegend ideologische Gründe, die dazu führen. Manche Kreise wünschen sich eine staatliche Einheitskasse im BVG.
PK SBB übernimmt Hypotheken-Portfolio der SBB
Die Pensionskasse SBB (PK SBB) übernimmt von der SBB für rund 630 Mio. Franken die laufenden Hypotheken an insgesamt 64 Eisenbahner- und 11 weiteren Baugenossenschaften in der ganzen Schweiz. Diese passen gemäss Mitteilung der SBB “bestens in die Anlagestrategie der PK SBB”. Die SBB trennt sich mit dem Verkauf von einem historisch gewachsenen Bereich und kann mit dem Erlös Investitionen tätigen.
Der Verkaufspreis wurde von externen Experten bewertet und soll dem Marktwert des Portfolios entsprechen. Die Konditionen für die bestehenden Hypotheken bleiben bestehen. Die SBB habe für die Hypotheken seit Jahren Marktkonditionen angewandt.
BE: Kassen am Anschlag
Der Berner Regierungsrat Bernhard Pulver erklärt in einem Interview mit der Berner Zeitung, warum die Steuerzahler die ganze Unterdeckung beheben sollen und wieso Leistungskürzungen in der Lehrerkasse schwieriger sind.
Sie schlagen vor, dass der Kanton – die Allgemeinheit – die ganze Unterdeckung der staatlichen Pensionskassen beheben soll. Das sind zurzeit fast 3 Milliarden. Die Arbeitnehmer müssen sich nicht beteiligen. Werden die Steuerzahler das akzeptieren?
Ich hoffe es. Es ist ja auch nicht so, dass die Angestellten sich nicht beteiligen müssen. Da die Pensionskassen ihre Renditeprognosen senken, entstehen umgehend neue Lücken – und für diese kann der Kanton nicht auch noch aufkommen. Hier werden Leistungskürzungen nötig sein. Zudem werden die Arbeitnehmer im Beitragsprimat künftig auch das Risiko tiefer Renditen tragen. Damit, denke ich, ist die Opfersymmetrie gewahrt.
Versicherte privater Pensionskassen müssen ihre Kassen ohne Steuergeld sanieren.
Das weiss ich, und ich verstehe, dass sich viele ärgern, wenn sie nun mithelfen müssen, staatliche Pensionskassen zu sanieren. Aber wir Steuerzahler sind halt auch Arbeitgeber und müssen dieses Risiko mittragen. Man darf zudem nie vergessen, dass unser Personal einen enormen Lohnrückstand aufweist, gerade auch bei den Lehrpersonen. Wenn wir so gute Löhne zahlen könnten wie der Bund, könnten wir es uns eher leisten, bei der Vorsorge knausrig zu sein. Ich denke, das werden die Bernerinnen und Berner verstehen.
BE: Reaktion von Gewerkschaften und Parteien
Die Vorschläge zur Sanierung der bernischen Pensionskassen stossen auf vorsichtig positives Echo. Gewerkschaften und Parteien signalisierten Gesprächsbereitschaft, der Handlungsbedarf ist unumstritten, schreibt die Berner Zeitung.
Die Gewerkschaft vpod schliesst eine Zustimmung zum Primatwechsel nicht aus, sofern das Beitragsprimat sorgfältig ausgestaltet und die Übergangsregelung fair sei. Allerdings ist es für den vpod unabdingbar, dass die vorgesehenen Verbesserungen beim Lohnsystem auch tatsächlich realisiert werden.
Ähnlich sieht es die SP. Ein allfälliger Primatwechsel dürfe für die heutigen Angestellten keine Verluste zur Folge haben, schreibt die Partei.
Die Grünen wollen ebenfalls ihren Beitrag leisten, um «einer guten und verantwortungsvollen Lösung zum Durchbruch zu verhelfen». Ein Primatwechsel mit der Verschiebung der Anlagerisiken auf die Versicherten dürfe aber nicht ohne sorgfältige Einbettung und flankierende Massnahmen geschehen.
Die BDP zeigt sich überzeugt, dass der Primatwechsel sowohl für den Arbeitgeber wie auch für den Arbeitnehmer längerfristig Vorteile hat. Die Partei rief insbesondere den Bernischen Staatspersonalverband und den Lehrerverband LEBE auf, gesamtstaatliche Interessen vor Partikularinteressen zu stellen. Ein Scheitern der Vorlage müsse unbedingt verhindert werden.
Die SVP begrüsst es, dass der Regierungsrat «nun endlich» den Primatwechsel vornehmen wolle. Nicht akzeptieren würde sie, wenn die Allgemeinheit und damit die Steuerzahler für die Ausfinanzierung aufkommen müssten. Es brauche eine «Opfersymmetrie» zu Lasten der Arbeitnehmenden. Nötigenfalls will die SVP das Referendum ergreifen.


