Pension Fund Money Melts away in Hungary
The Ft 3 trillion (12 Mrd. Fr.) taken from private pension funds in 2011, when the government nationalised such funds, had dwindled to Ft 218.7 billion (49 Mio. Fr.) by the end of July, Világgazdaság writes. The bulk of the money, Ft 1.85 trillion, was spent on reducing the state debt, including the repayment of IMF loans. The state pension fund received Ft 406 billion in 2011, and now manages Ft 218.7 billion after paying Ft 233 billion to former pension fund members.
Bloomberg, RentaRentner und ein paar Irrtümer
Bloomberg berichtet auf seiner Website ausführlich über den Schweizer Rentner-Anstellungsdienst “Rentarentner”, bei welchem Rentner sich für allerlei Dienstleistungen anbieten und über den diese Rentner “gemietet” werden können. Allerdings ist die primäre Motivation der Rentner kaum der von Bloomberg mit dem Titel suggerierte “Swiss Retirees Traverse Pension-Fund Abyss by Dog Walking”. Der “Abyss” dürfte den Rentnern kaum bewusst und schon gar nicht Anlass für ihre Tätigkeit sein, falls ein solcher überhaupt in der Schweiz zu registrieren ist. Und auch der Hinweis auf die von Towers Watson in ihrer Studie festgestellten Deckungslücken bei der Konzern-Vorsorge von Novartis, Nestlé und Konsorten verwechselt die Konzerndaten mit den massgeblichen Deckungszahlen der hiesigen PKs. Auch ohne Hund an der Leine können die Rentner hierzulande wohl auf ihre Vorsorge zählen.
Zwischen Gesetz und Markt: Pensionskassen im Clinch
Das Herbstgespräch von Swisscanto zur beruflichen Vorsorge drehte sich um das Projekt «Altersvorsorge 2020», die Situation der öffentlich-rechtlichen Pensionskassen sowie aktuelle Anlagefragen.
Gérard Fischer, CEO der Swisscanto Gruppe, griff das ambitiöse Vorhaben “Altersvorsorge 2020” auf und verwies darauf, dass hier mit viel Aufwand versucht wird, teilweise hausgemachte Probleme wieder zu korrigieren. Die vorgeschlagenen Massnahmen in der beruflichen Vorsorge betreffen die BVG-Minimalkassen und damit rund einen Siebtel der Versicherten. Dort werde mit viel Aufwand und neuen Umverteilungslösungen versucht, Probleme zu beheben, die durch den Mindestzins und den Mindestumwandlungssatz geschaffen worden seien. In der zweiten Säule hingegen werde eine neue Finanzierungslösung vorgeschlagen, die jedoch die Kaufkraft der Löhne und Renten schmälern und damit auch nicht zum Erhalt der Leistungen führen werde. Damit in ein paar Jahren nicht wieder ähnliche Probleme gelöst werden müssen, wäre es notwendig, die politisch geschaffenen Restriktionen abzuschaffen, so dass sich die Vorsorgeeinrichtungen flexibel an die Verhältnisse anpassen und die Leistungen sichern können.
Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands ASIP, wertete das Vorhaben Altersvorsorge 2020 aus Sicht der Vorsorgeeinrichtungen. Der ASIP begrüsst die Stossrichtung der geplanten Reform der Altersvorsorge. Konrad hob hervor, dass es sich um ein ganzheitliches Reformpaket handle, bei dem niemandem etwas weggenommen werde. Im Gegenteil gehe es um die Sicherung der langfristigen Stabilität unserer Altersvorsorge und um die Beendigung der ungerechten Quersubventionierung von aktiven Beitragszahlern zu Rentnern im Bereich der zweiten Säule: «Alle, die bereits jetzt aufgrund von Partikular-interessen das Paket angreifen, gefährden unser Rentensystem auf unverantwortliche Art und Weise. Sollten sie durchkommen, verlieren wir alle», so der ASIP-Direktor.
In einer relativ komfortablen Situation befindet sich derzeit die Publica, Pensionskasse des Bundes. Dieter Stohler, Direktor der Publica, zeigte auf, wie eine öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtung mit Vollkapitalisierung mit einem Bündel von geeigneten Massnahmen auch in schwierigen Verhältnissen langfristig ihr finanzielles Gleichgewicht wahren kann.
Othmar Simeon, Leiter Personalvorsorgeberatung von Swisscanto, präsentierte aktuelle Zahlen zum Deckungsgrad der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen. Per Ende August 2013 erreichten die privatrechtlichen Pensionskassen einen geschätzten vermögensgewichteten Deckungsgrad von 109,3 Prozent, die öffentlich-rechtlichen Kassen ohne Staatsgarantie 101,4 Prozent und die öffentlich-rechtlichen mit Staatsgarantie 75,2 Prozent (praktisch unverändert zu den Angaben per Ende Juni 2013). Simeon stellte gleichzeitig klar, dass der Deckungsgrad zwar nur eine von mehreren Kennzahlen ist, die zur Analyse der finanziellen Stärke einer Vorsorgeeinrichtung herangezogen werden müssen, aber trotzdem klare Unterschiede zwischen den Kategorien aufzeigt. Weitere zu berücksichtigende Faktoren sind zum Beispiel der technische Zinssatz, der Cashflow, das demografische Verhältnis in der Einrichtung, der Rentneranteil am Vorsorgekapital und die Sollrendite.
Peter Bänziger, Chief Investment Officer von Swisscanto, hielt fest, dass den Vorsorgeeinrichtungen angesichts der anhaltenden Unsicherheiten über die künftige Marktentwicklung eine vorsichtige Haltung zu empfehlen ist. Ein absehbarer Politikwechsel bei den Zentralbanken würde zu höheren Zinsen, mehr Volatilität bei den Aktien und damit zu einem erhöhten Druck auf die Performance der Anlagen führen. Basierend auf seiner markttechnischen Bewertung der Anlagekategorien zeigte er schliesslich auf, mit welchen Vermögensallokationen und Risiken die Pensionskassen die angestrebten Soll-Renditen von 3,5 und 4 Prozent erreichen können.
Swisscanto: Schweizer Pensionskassen 2013
Swisscanto hat die Studie «Schweizer Pensionskassen 2013» in der 13. Auflage publiziert. Der Studienband enthält eine Fülle detaillierter Angaben über Leistungen, Struktur und Vermögensanlagen der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen. Die Daten werden ergänzt durch eine Reihe von Beiträgen einflussreicher Vertreter der zweiten Säule. Die Themenspanne reicht dabei vom Projekt «Altersvorsorge 2020» des Bundes bis zur variablen Rente.
Die Daten lassen erkennen, dass sich aufgrund der positiven Entwicklung nahezu sämtlicher Anlageklassen bei den privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen die Finanzierungssituation 2012 verbessert hat. Aufgrund der Erhebung zeigen die hochgerechneten Schätzungen, dass per Ende August 2013 die privatrechtlichen Pensionskassen einen geschätzten vermögensgewichteten Deckungsgrad von 109,3 Prozent erreichten. Die öffentlich-rechtlichen Kassen ohne Staatsgarantie liegen hingegen bei 101,4 Prozent und die öffentlich-rechtlichen mit Staatsgarantie bei 75,2 Prozent (praktisch unverändert zu den Angaben per Ende Juni 2013).
Die Autoren des Studienbands beleuchten sowohl aktuelle Themen wie das Projekt «Altersvorsorge 2020», den Umsetzungsentwurf der Minder-Initiative und die Vor- und Nachteile einer variablen Rente. Auch eher grundsätzliche Themen wie neue Prozesse in der taktischen Asset Allocation und ein Plädoyer für Kennzahlen und Vorgaben, die der heterogenen Vorsorgelandschaft Rechnung tragen, werden kritisch beleuchtet.
Colette Nova, Vizedirektorin des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV), gibt in einem Interview Auskunft über das Vorhaben des Bundesrates zur «Altersvorsorge 2020». Das Projekt könne nur Erfolg haben, wenn sich die Sozialpartner in grundlegenden Fragen einig und kompromissbereit seien. Die ersten Signale insbesondere von Arbeitnehmerseite sind nicht ermutigend. Sowohl beim Rentenalter für Frauen wie auch bei der «Knacknuss» Umwandlungssatz ist wenig Bereitschaft für Kompromisse zu erkennen.
Auch Gérard Fischer, CEO der Swisscanto Gruppe, befasst sich mit dem Projekt «Alters-vorsorge 2020» und entwickelt dazu einen «Beipackzettel» mit Risiken und Nebenwirkungen. Er stellt die vorgeschlagenen Massnahmen den postulierten Zielen gegenüber und kommt zum Schluss, dass über die indirekten Folgen all dieser Massnahmen kaum Annahmen und Gewissheiten bestehen. Sicher sei nur, dass die zusätzlichen Finanzierungsquellen (Sicher-heitsfonds für die zweite Säule, Mehrwertsteuer für die erste Säule) zu weiteren Umvertei-lungen führen würden. Damit werde im Vorsorgesystem der Schweiz keine Transparenz geschaffen und die bestehende Komplexität nicht reduziert. Er empfiehlt, die vorgeschlagene Medizin nur mit grösster Vorsicht zu verwenden.
Die Studie kann als Print bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.
BL: PK-Gesetz knapp angenommen, Gemeinden wollen gemeinsame Offerte
51.76 Prozent sagen Ja zur Sanierung. 48.24 Prozent lehnen sie ab. Die Baselbieter Gemeinden treiben einen möglichen Ausstieg aus der staatlichen Pensionskasse trotzdem weiter voran. Wie Mike Keller (FDP), Gemeindepräsident von Binningen und Koordinator der Gemeindeinitiative, gegenüber der «Schweiz am Sonntag» sagt, planen die Gemeinden eine gemeinsame öffentliche Sammelausschreibung. Auf diese Weise erhoffen sie sich günstige Offerten für die berufliche Vorsorge als Alternative zur Pensionskasse Baselland (BLPK). Interessierte Gemeinden müssen bis Ende September entscheiden, ob sie sich einem solchen sogenannten Pooling unter der Federführung von Binningen anschliessen.
Be: Kompromiss kommt durch
In der ersten Lesung zur Sanierung der Pensionskassen BPK und BLVK im Juni war der Widerstand gegen das Gesetz links und rechts fast gleich stark. In der zweiten Lesung ist die Ablehnung in der SP gebröckelt: Die SP-Politiker stimmten Ja oder enthielten sich der Stimme. Die SVP blieb bei ihrem Nein. Das Pensionskassengesetz wurde mit 86 zu 42 Stimmen bei 18 Enthaltungen angenommen.
Nicht mehr bestritten waren die Eckpfeiler der Sanierung: Der Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat, die Übergangseinlage von 500 Millionen Franken, um den Primatwechsel abzufedern sowie die Erhöhung des Rentenalters beim Staatspersonal. Das Gesetz soll auf Januar 2015 umgesetzt werden. In den darauf folgenden 20 Jahren müssen Arbeitnehmer und der Kanton als Arbeitgeber zusätzliche Finanzierungsbeiträge einzahlen, um den Deckungsgrad der Kassen auf die geforderten 100 Prozent zu bringen. Der technische Zins beträgt 3%.
Die SVP des Kantons Bern ergreift das Referendum gegen das Pensionskassengesetz als Partei nicht. Die Geschäftsleitung will jedoch Partner suchen, damit ein überparteiliches Komitee sich der Sache annimmt.
SRF Echo der Zeit: Kapital oder Rente?
Künftige Pensionierte müssen entscheiden, ob sie lieber von der Pensionskasse monatlich eine Rente erhalten oder ob sie das Kapital beziehen. Für immer mehr Pensionskassen aber ist der Fall klar: Sie ziehen den Kapitalbezug vor. Denn so können sie ihr Finanzierungsrisiko verkleinern, sagt Barbara Widmer im Echo der Zeit.
Axa Winterthur: Umfrage bei Versicherten
Die im Auftrag von AXA Investment Managers durchgeführte Umfrage zum Pensionskassenwissen in der Schweiz zeigt gemäss Einschätzung der Axa, dass die vorgeschlagenen Massnahmen der Reform Altersvorsorge 2020 auf dem richtigen Weg sind. Jedoch werde auch deutlich, dass bezüglich Wissen und Informationsstand der Bevölkerung Verbesserungspotenzial vorhanden ist.
Einige zentrale Resultate der Umfrage:
- Fast drei Viertel der Befragten bezeichnen sich als grundsätzlich interessiert am Thema „Vorsorge“ – am stärksten die aktiv Versicherten über 42. Die nicht Interessierten halten sich für zu jung oder ihren Einfluss für zu gering.
- Das System der obligatorischen Einzahlungen und den steuerlichen Begünstigungen für freiwillige Zahlungen ist grundsätzlich breit akzeptiert. Trotzdem gibt jeweils über ein Viertel an, dass sie lieber anders als mit den obligatorischen Einzahlungen vorsorgen würden.
- Frühere oder höhere Beitragszahlungen werden eher befürwortet als eine spätere oder tiefere Rente.
- Eine Trennung zwischen Einzahlenden und Rentenbezügern wird befürwortet – vor allem von den jüngeren aktiv Versicherten.
- Könnten die Versicherten mitreden, setzten sie auf Sicherheit statt Rendite. Für zwei Drittel der Versicherten wäre es überdies wichtig, selbst mitbestimmen zu können, wie ihre Pensionskasse bei den traktandierten Geschäften, beispielsweise Vergütungen, die Bilanz und die Erfolgsrechnung, abstimmen soll.
- Versicherte von Sammelstiftungen wissen besser Bescheid. Sie antworten häufiger richtig auf Fragen als versicherte Personen bei autonomen Pensionskassen.
- Fast ein Viertel (24%) der Befragten wissen nicht, bei welcher Pensionskasse ihr Geld liegt. Dabei gilt grundsätzlich: Je jünger, desto weniger wissen die Befragten, welches ihre Pensionskasse ist. Ausserdem wissen Männer eher Bescheid darüber als Frauen.
- Die Zufriedenheit mit den Pensionskassen ist gegenüber 2012 und 2011 angestiegen. Während sich die Befragten eher besser informiert fühlen über den Zustand ihrer Pensionskasse, steigt auch ihr Vertrauen in die sichere und erfolgreiche Anlage des Sparkapitals leicht. Jedoch wünschen sich vor allem ältere Befragte flexiblere Auszahlungsvarianten ihres Altersguthabens.
Die gesamte Studie und die dazugehörigen Medienmitteilungen finden Sie hier.
Technischer Referenzzinssatz bei 3%
Die Kammer der Pensionskassen-Experten hat den technischen Referenzzinssatz in der beruflichen Vorsorge Ende September von 3,5 auf 3 Prozent gesenkt. Ein technischer Zins von 3 Prozent entspricht bei Männern einem Umwandlungssatz von 5,7 Prozent (mit Periodentafeln gerechnet 5,9 Prozent). Der Mindestumwandlungssatz in der obligatorischen beruflichen Vorsorge wurde aber 2010 in einer Referendumsabstimmung vom Volk bei 6,8 Prozent festgelegt. Die Differenz von 1,1 Prozent bedeutet im Fall eines Kapitals von 300’000 Franken, dass von der Jahresrente von 20’400 Franken ganze 3300 Franken nicht finanziert sind bzw. von den aktiven Versicherten bezahlt werden. 16 Prozent einer solchen BVG-Rente werden also wie bei der AHV nach dem Umlageverfahren und nicht nach dem Kapitaldeckungsverfahren finanziert, rechnet die NZZ ihren Lesern vor.
Die meisten Pensionskassen haben, weil sie auch überobligatorische Leistungen anbieten, ihren Umwandlungssatz unter 6,8 Prozent festlegen können. Der technische Zins ist aber in den meisten Fällen höher als der neue Referenzwert von 3 Prozent, der vor sechs Jahren noch 4,5 Prozent betrug. Das ist legal, doch müssen Abweichungen gegenüber der Aufsicht begründet werden. Insofern ist der technische Referenzzinssatz eine halboffizielle Grösse. Berechnet wird der Satz mit einer Formel, die den Pensionskassen-Index Pictet 25 plus und die Bundesobligationen im längerfristigen Durchschnitt berücksichtigt.
Gérard Fischer: Zeitpunkt für Aktienkäufe vorbei
Gérard Fischer, CEO der Swisscanto, äussert sich in einem TV-Interview mit Cash zu den Aktienmärkten und den Anlagen von Pensionskassen. «Im Rückblick ist diese Quote sicher zu tief», gesteht Swisscanto-CEO Gérard Fischer im cash-Video-Interview. Aber man müsse unterscheiden. Nicht alle Kassen hätten die Risikofähigkeit, um ihre Aktienquote zu erhöhen. Und der Zeitpunkt, diese Quote jetzt anzupassen, sei laut Fischer eher ungünstig: «Wir sind der Meinung, dass nach dieser Börsenrally eine massive Erhöhung nicht angebracht ist.»
US: The $4 Trillion Problem
A new assessment of state pension obligations suggests the problem is even worse than it already appears. How much worse? Using a more conservative method of accounting for financial gains in the marketplace, there is a $4.1 trillion gap between assets and liabilities — known as the “unfunded liability” — of all state-level pension systems in the United States, according to State Budget Solutions, a fiscally conservative think tank that deals with tax and spending issues at the state level.
On a per-capita basis, each American would have to fork over about $13,100 to fill that gap and fulfill the promises made to current and retired state workers. The new survey makes the pension crisis look worse than in other reports because of the way State Budget Solutions calculates the plans’ unfunded liabilities.
The group uses a measure called “market value liability,” which assumes that pension funds will earn about 3.22% annually — in line with what long-term U.S. Treasury bonds pay. That measure is more accurate than often bloated assumptions that underpin most state pension plans.
Gutachten zur PVS Liechtenstein
Ausgehend vom Bericht der Swisscanto vom 14. März 2013, wonach diverse Fehler und Fehlbeurteilungen zur heutigen finanziellen Situation der PVS beigetragen haben, hat die Liechtensteiner Regierung ein Gutachten betreffend die Haftungsvoraussetzungen einzelner beteiligter Personen und Gremien und die diesbezüglichen Prozessaussichten eingeholt. Im Gutachten werden insbesondere die Haftungsvoraussetzungen und Prozessaussichten betreffend den Pensionsversicherungsexperten, dem Stiftungsrat und die Revisionsstelle untersucht.
Das Gutachten, erstellt von Erich Peter, kommt zum Ergebnis, dass die genannten Akteure – darunter auch die politischen Behörden – für die heute vorliegende Situation der PVS mitverantwortlich sind. Für sich allein könne aber keinem der involvierten Organe ein haftungsrelevantes Verschulden vorgeworfen bzw. nachgewiesen werden. Dies einerseits, weil das Verhalten keines Akteurs allein bzw. zum überwiegenden Teil kausal für die heutige Situation verantwortlich sei und andererseits, weil die als Akteure eines öffentlichen Rechtsträgers handelnden Personen aufgrund des Amtshaftungsgesetzes nur für vorsätzliches oder grobfahrlässiges Verhalten haften würden.
Das Gutachten wurde der Geschäftsprüfungskommission des Landtags bereits übermittelt und kann heruntergeladen werden.
Mitteilung Li / Gutachten
Dieter Stohler zur PKBS
Dieter Stohler, Direktor der Publica und langjähriger Geschäftsführer der Pensionskasse Basel-Stadt (PKBS), gab der Basler Zeitung ein Interview zum Thema Revision der Basler Pensionskasse. Stohler äussert sich nicht unerwartet sehr zurückhaltend über den von der Basler Regierung geplanten Schritt zurück in die Teilkapitalisierung, dass er den Schritt aber eher befremdlich findet, wird dennoch deutlich. Auszüge:
BaZ: Herr Stohler, was hält der Fachmann für öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtungen von einem Wechsel von der Voll- zur Teilkapitalisierung?
Dieter Stohler: Ein solcher Wechsel im Jahr 2013 oder noch später liegt sicher nicht im Interesse der «Erfinder » vom Bund. Das habe ich noch nie angetroffen. Die Vollkapitalisierung ist transparenter; sie verschiebt die Probleme nicht auf morgen. Je rentnerlastiger eine Kasse ist, desto zwingender ist die Vollkapitalisierung. Und die PKBS hat sehr viele Rentenbezüger. Die meisten Deutschschweizer Kantone sowie der Bund haben in den letzten Jahren auf Vollkapitalisierung umgestellt, pikanterweise ja auch Basel-Stadt.
Welche Risiken birgt die angestrebte Teilkapitalisierung?
Demografische Risiken: Teilkapitalisierung heisst auch Teilumlageverfahren. Das funktioniert nur, wenn für jene, die in Pension gehen, immer auch wieder gleich viele Junge nachrutschen. Die Lücke zwischen vorhandenem Kapital und versprochener Leistung wird immer grösser. Irgendwann muss sie gestopft werden. Das meine ich damit, Probleme in die Zukunft zu verschieben.
Sie würden anders handeln?
Als Manager einer Pensionskasse steht für mich nicht die absolute Höhe der Leistungen im Vordergrund, sondern Nachhaltigkeit und Transparenz. Und da gäbe es bekanntlich auch andere Ansätze …
Wie das Beitragsprimat anstelle des Leistungsprimats.
Was sind Vorteile? Für die Aktivversicherten kann die Kasse den Zinssatz auf den Sparkapitalien jährlich anpassen: in guten Jahren erhöhen, in schlechten senken. Falsch ist also nicht die Annahme, dass man im Beitragsprimat den Schwankungen des Finanzmarktes ausgesetzt sei. Falsch ist die Annahme, dass man sich im Leistungsprimat zurücklehnen könne. Insgesamt erweist sich das Beitragsprimat als transparenter.
Wäre nicht eine Teilkapitalisierung mit Wertschwankungsgarantie sogar sicherer und flexibler als eine Vollkapitalisierung ohne Staatsgarantie?
Das wäre meines Erachtens eine trügerische Sicherheit. Es geht ja auch um die Sicherheit des Arbeitgebers und Steuerzahlers und der Arbeitnehmer, nicht irgendwann wieder mit Sanierungsmassnahmen zur Kasse gebeten zu werden.
Wie würde eine Vollkapitalisierung mit Wechsel zum Beitragsprimat finanziert?
Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Der Wechsel zur Vollkapitalisierung schliesst Lücken der Teilkapitalisierung, sowohl was die Deckungspflicht als auch was die laufenden Beiträge anbelangt. Beim Wechsel von Leistungs- zu Beitragsprimat stellen sich Fragen des Besitzstandes. Dabei ist es üblich, den Arbeitnehmern, die kurz vor der Pensionierung stehen, die bisher kommunizierte Rentenhöhe zu gewähren. Das kostet in der Regel Geld, das Beitragsprimat als solches ist nicht teurer.
Anpassung Swiss GAAP FER 26
Am 17. Juni 2013 hat die Fachkommission die neue Swiss GAAP FER 26 Vorsorgeeinrichtungen verabschiedet. Die überarbeitete Fachempfehlung Swiss GAAP FER 26 berücksichtigt die erhöhten Transparenzvorschriften aus den Änderungen des BVG und der Verordnungen sowie die Ergänzungen aufgrund der Weisung der Oberaufsichtskommission zum Ausweis der Vermögensverwaltungskosten. Daneben wurden verschiedene redaktionelle Präzisierungen und Ergänzungen vorgenommen, welche sich aufgrund der Erfahrungen aus der Praxis ergeben haben. Die neuste Ausgabe der bvginfo von balmer etienne ist diesen Neuerungen gewidmet.
BVG-Arena zur AV2020
Die Reformagenda „Altersvorsorge 2020“ des Bundesrates stand im Zentrum der BVG-Arena vom 2. September 2013. Mit dieser Vorlage hat die Landesregierung das mit dem Bericht über die Zukunft der 2. Säule initiierte Vorhaben einer umfassenden Reform aufgrund der Vernehmlassungsergebnisse stillschweigend abgebrochen. Die neue Agenda umfasst im Rahmen der beruflichen Vorsorge nur noch wenige Punkte, bei denen offenbar damit gerechnet wird, dass der Handlungsbedarf von Seiten der Stimmbürger für eine Reform der Altersvorsorge anerkannt und somit gewisse Erfolgsaussichten an einer entsprechenden Abstimmung bestehen. Die Frage ist nur: Werden damit die wichtigen, für die langfristige Entwicklung der beruflichen Vorsorge entscheidenden Probleme angepackt?
Werner Nussbaum umriss in einem Einführungsreferat die Anforderungen einer auf die wesentlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen ausgerichteten Reform. Diese Veränderungen beschrieb er wie folgt: Demografische Verschiebungen: Zunehmender Rentneranteil (Alterung); Vermehrte Finanz- und Arbeitsmarktunsicherheiten; Individualisierung/Flexibilisierung der Gesellschaft (zunehmende Mobilität und Wechselfälle); Steigende internationale Mobilität der Versicherten. Nussbaum hält weiter die Rechtsform der Stiftung für Pensionskassen als ungeeignet um eine unternehmerische Führung zu erlauben und plädierte für eine präventive, integrierte und risikobasierte Aufsicht, wie sie etwa in Dänemark besteht.


