finews: “Warum Martin Janssen ein Vorsorgewerk in Konkurs schickte”
CHSS 6/14: Die Studien zur AV2020
In der aktuellen Ausgabe der vom BSV herausgegebenen “Soziale Sicherheit” werden neben dem Schwerpunkt “Familie, Generationen und Gesellschaft” auch die drei mit Blick auf die “Altersvorsorge 2020” vom BSV in Auftrag gegebenen Studien vorgestellt. Es handelt sich um die drei Themen Wirtschaftsentwicklung bis 2035, Konsequenzen der AV2020 auf die Arbeitsplätze und Verwaltungskosten der Lebensversicherer. Wem die Lektüre der integralen Studien zu aufwendig und das Management Summary zu wenig ist, findet hier überschaubare Darstellungen der Fragestellungen und Resultate.
Noch ein Rating?
AWP Soziale Sicherheit kündigt in ihrer neusten Ausgabe ein neues Rating von Gemeinschafts- und Sammelstiftungen an. AWP schreibt dazu in Nr. 214-23: “In den nächsten Monaten werden frei zugängliche Gemeinschafts- und Sammelstiftungen im Hinblick auf ihre finanzielle Gesundheit und längerfristige Leistungsfähigkeit getestet. Dazu hat Dr. Büttner & Partner einen innovativen Fitnessbarometer für Pensionskassen entwickelt, der aus vier Dimensionen beziehungsweise Kennzahlen (mit diversen Subkennzahlen) besteht: Finanzielles Polster, Krisenresistenz, substanzielle Stärke und Schlankheit sowie Leistung und Performance.”
Schweizerische Sozialversicherungsstatistik
Die Schweizerische Sozialversicherungsstatistik 2014 ist erschienen. Sie gibt einen Überblick über die Finanzen der Sozialversicherungen der Jahre 2012 und teilweise 2013 sowie über die Entwicklung seit 1990. Erstmals seit 1990 wiesen 2012 alle Sozialversicherungen positive Rechnungssaldi aus. Nach 1990 waren zuerst die ALV, später die IV jahrelang defizitär gewesen. Gemäss der aktuellsten Gesamtrechnung der Sozialversicherungen (GRSV) wuchsen die Einnahmen 2012 schwächer als die Ausgaben. Dank des weiterhin erfreulichen Rechnungssaldos von 21,5 Milliarden Franken und dank Kapitalwertänderungen an den Finanzmärkten von 35,9 Milliarden Franken stieg das zusammengefasste Finanzkapital 2012 auf 757,9 Milliarden Franken.
Druckversion ab 30.1.2015 unter www.bundespublikationen.admin.ch bestellbar (Bestellnummer 318.122.14D).
Änderungen bei den Sozialversicherungen per 1.1.2015
Wie hoch sind die AHV- und IV-Renten ab 2015? Was ändert sich bezüglich der Beiträge bei „Sackgeldjobs“? Welche Grenzbeträge gelten neu in der Beruflichen Vorsorge? In einem Artikel der „Sozialen Sicherheit CHSS“ verschafft das Bundesamt für Sozialversicherungen einen Überblick über die für 2015 vorgesehenen Änderungen bei den Schweizer Sozialversicherungen. Ausserdem wird darin über die wichtigsten laufenden Reformen informiert.
BLPK: Verrechnet
PKTG: Reglementsrevision, UWS 5,79%
Mit der Revision ihres Reglements per 1.1.2016 wird die Pensionskasse Thurgau ihren Umwandlungssatz von 6,51 auf 5,79% senken. Für jene Versicherten, die bereits am 31. Dezember 2011 Mitglied der pk.tg waren und vor dem 1. Januar 1954 geboren sind (Angehörige des Polizeikorps: vor dem 1. Januar 1957), gilt die Besitzstandwahrung des UWS. Um das Leistungsziel zu erreichen, müssen die Sparbeiträge erhöht werden. Für die Arbeitnehmer macht dies eine zusätzliche Belastung von 0,95% aus; für die Arbeitgeber bedeutet dies einen Mehraufwand von 1,2%.
Zusätzlich zur Erhöhung der Sparbeiträge werden zur Erreichung des Leistungszieles flankierende Massnahmen notwendig. Analog der Reglementsrevision 2012 wird das vorhandene Altersguthaben um eine Aufwertungseinlage erhöht. Die Aufwertungseinlage fällt je nach Alter zwischen 0,3% und 12,9% aus. Je näher die versicherte Person vor der Pensionierung steht, desto höher ist die Aufwertungseinlage.
PensExpert zu Eigenhypotheken
Der PK-Berater PensExpert informiert in einer Mitteilung zu den Eigenyhpotheken, welche kürzlich Gegenstand einer neuen Verordnung der OAK waren. In der Mitteilung heisst es:
Eigenhypotheken werden aus dem persönlichen Vorsorgevermögen des Versicherten organisiert und dienen zur Finanzierung des Eigenheimes. Bei einer Kadervorsorgelösung mit freier Anlagestrategiewahl können solche Hypotheken alternativ zu Obligationen im festverzinslichen Teil des Vorsorgeportfolios eingesetzt werden. Die Vorteile liegen darin, dass bis zu 10% des Vorsorgevermögens (via Eigenhypothek) in das eigene, selbstbewohnte Heim investiert werden kann und der dafür entrichtete Schuldzins als steuerbefreiter Zinsertrag ins eigene Vorsorgevermögen fliesst. Dabei müssen die beim steuerbaren Einkommen abzugsfähigen Schuldzinsen marktüblich und reglementarisch festgeschrieben sein. Im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen wie CHF Obligationen sind die Zinserträge aus dem Eigenhypotheken-Investment insbesondere bei einer variablen Hypothek sehr attraktiv.
Leider hatte das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) Eigenhypotheken im Dezember 2011 als nicht zulässig erklärt. Nun hat jedoch die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) in einer definitiven Weisung festgestellt, dass ein absolutes Verbot von Eigenhypotheken nicht vereinbar ist mit dem aktuellen Gesetz. Damit ist diese höchst sinnvolle und nutzbringende Anlageform ab sofort wieder bis maximal 10% des Vorsorgeguthabens gestattet.
TA: “Der Zusatzprofit der 2.-Säulen-Sparer”
Der Steuerfall Kiener Nellen zeigt, wie bei Pensionskasseneinkäufen weitere Ersparungen anfallen. Dies will Bundesrat Berset nun aber stoppen, schreibt der Tages-Anzeiger.
Weiter heisst es dort: Eine Auswertung der Kantone Zürich, Bern, Luzern und Genf für die Steuerperiode 2010 hat ergeben, dass 3 Prozent aller Selbstständigerwerbenden für 300 Millionen Franken PK-Einkäufe machten. Ihr Einkommen war um das Vierfache höher als der Durchschnitt. Hochrechnungen gestützt auf diese vier Kantone ergeben, dass die jährliche Einkaufssumme schweizweit bei 700 Millionen Franken liegen dürfte. Dies steht im Bericht von Bundesrat Alain Berset zur Reform der Altersvorsorge 2020. Mangels neuerer Untersuchungen lässt sich nicht sagen, ob die Zahl steigend ist.
Was im Fall Kiener Nellen bis jetzt nicht erwähnt wurde, ist eine weitere Form von Optimierung auf Kosten der Allgemeinheit: Der Gatte der Politikerin hatte nicht nur kräftig Steuern eingespart, sondern auch AHV-Beiträge. Denn auf die Hälfte seiner Einzahlung, also 200’000 Franken, muss er laut Gesetz keine AHV-Abzüge machen. Ein Privileg, das Angestellten nicht zusteht. Bezogen auf die bereits erwähnten 700 Millionen Franken schweizweit bedeutet das, dass der AHV, der IV und der Erwerbsersatzordnung (EO) jährlich mehr als 30 Millionen Franken an Beiträgen entgehen.
Diese Ungleichbehandlung will Berset nun in der anstehenden Reform eliminieren. Pensionskasseneinkäufe von Selbstständigen sollen nicht mehr von den AHV/IV-Abgaben verschont werden. Lapidare Begründung: Heute profitierten «fast ausschliesslich sehr gut verdienende Selbstständigerwerbende», heisst es im Bericht.
BFS: Sterblichkeit und ihre Hauptursachen
Im Jahr 2012 starben in der Schweiz 64’173 Menschen. Die Lebenserwartung bei Geburt betrug 80,5 Jahre für die Männer und 84,7 Jahre für die Frauen. Die Mehrzahl der Menschen sterben heute im Alter von über 80 Jahren. Weil die Krankheiten bei Jüngeren abnehmen oder wirksamer behandelt werden können, sterben mehr Menschen in höherem Alter und an den für dieses Alter typischen Krankheiten. Die Wahrscheinlichkeit, in jungen Jahren zu sterben, ist gering. Für Säuglinge beträgt die Sterblichkeitsrate 34 pro 10’000 Lebendgeburten. Kinder zwischen 2 und 17 Jahren haben ein Risiko von weniger als 1 zu 10’000. Die Sterberate steigt im weiteren Alter exponentiell an und kann nur auf einer logarithmischen Skala abgebildet werden (G1). Sie ist, ausser bei den 4- bis 10-Jährigen, bei den Frauen niedriger als bei den Männern.
Die Verteilung der Todesfälle nach Alter und Geschlecht ist in Grafik G 2 ersichtlich. 1% der Verstorbenen waren bis 24-jährig, 2% 25- bis 44-jährig, 12% 45- bis 64-jährig, 42% 65- bis 84-jährig und 43% über 85-jährig.
BFS: Indikatorensystem der Alterssicherung
Das Indikatorensystem der Alterssicherung des Bundesamtes für Statistik gibt mit knapp 50 personen- und haushaltsbezogenen Indikatoren einen umfassenden Überblick zur Situation der älteren Bevölkerung in der Schweiz. Die Indikatoren umfassen Themenbereiche wie den Zugang und die Leistungen der drei Säulen des Alterssicherungssystems sowie die wichtigsten Einkommensbestandteile der älteren Bevölkerung. Berücksichtigt sind aber auch Themen, welche die Lebensqualität im Alter betreffen sowie Kontextindikatoren, die einen allgemeinen Überblick über die Situation der älteren Bevölkerung geben sollen.
Das Indikatorensystem stellt somit in seiner Gesamtheit eine ausführliche Informationsbasis dar, aus der verschiedene Zielgruppen die für sie wichtigen Informationen herausgreifen können. Für einen kurzen Überblick wurden zusätzlich zwölf Indikatoren ausgewählt, die als Schlüsselindikatoren eine Zusammenfassung über das Thema Alter und Alterssicherung liefern.
Architektur-Preis für Abendrot
Die regelmässig durch aussergewöhnliche Immobilienprojekte auffallende Stiftung Abendrot hat jetzt auch einen Architekturpreis eingeheimst. Der “Goldene Hase” der Zeitschrift Hochparterre erhielt Abendrot für die Erweiterung der Halle 181 auf dem Lagerplatzareal in Winterthur.
ZKB übernimmt Swisscanto, incl. Vorsorge AG
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) übernimmt den bisher von allen Kantonalbanken getragenen Anlagefonds- und Vorsorgedienstleister Swisscanto. Sie zahlt dafür einen festen Kaufpreis von 360,3 Mio. Fr. und leistet in den Jahren 2016 bis 2018 weitere erfolgsabhängige Zahlungen.
Die Fondsgesellschaft, die sich bisher vollständig in Besitz der 24 Kantonalbanken befand, verwaltet insgesamt 121 Anlagefonds mit einem Gesamtvermögen von 42,1 Mrd. Fr., womit sie im Schweizer Anlagefondsgeschäft gemäss eigenen Angaben die Nummer vier ist. Swisscanto beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeitende an acht Standorten.
“Inside Paradeplatz” kommentiert: “Zürcher überzahlen Tiefpreis-Business – blutigste Übernahme der Geschichte – Staatsbank schickt Hunderte aufs Arbeitsamt.”
Update: Mit der Swisscanto Holding AG übernimmt die Zürcher Kantonalbank ebenfalls die Swisscanto Vorsorge AG, einen der führenden Dienstleister in der beruflichen Vorsorge in der Schweiz. Die unabhängige Geschäftstätigkeit des Unternehmens bleibt gewährleistet, so die Mitteilung der Swisscanto.
Von dieser Transaktion nicht betroffen sind die Swisscanto Anlagestiftungen, die verschiedenen Swisscanto Sammelstiftungen und die Swisscanto Freizügigkeitsstiftung.
Zu den personellen Konsequenzen wird mitgeteilt:
Die Verantwortung der Swisscanto Fondsleitung übernimmt Hans Frey, bisheriges Mitglied
der Geschäftsleitung von Swisscanto, als CEO. Die weiteren vier Mitglieder der
Geschäftsleitung von Swisscanto, Thomas Breitenmoser, Christophe Racine, Othmar
Simeon und Steve Cossins, führen in der Neuorganisation ihre angestammten Aufgaben
weitestgehend weiter. In der vereinten Organisation innerhalb der Zürcher Kantonalbank
werden nach wie vor Iwan Deplazes die Leitung des Asset Managements und Christoph
Schenk die Funktion des Chief Investment Officers innehaben. Die Aufgaben von Dr. Gérard
Fischer als Gesamtverantwortlicher der Swisscanto Gruppe und von Peter Bänziger als
Leiter Asset Management und Chief Investment Officer sind in dieser Form nicht mehr
vorgesehen. Dr. Gérard Fischer und Peter Bänziger werden nach der Übergabe der
Geschäfte im Verlauf des nächsten Jahres ausscheiden.
Grünliberale begrüssen AV2020, entpolitisierter Umwandlungssatz gefordert
Zum ersten Mal stellt sich mit den Grünliberalen eine Bundeshausfraktion klar hinter Alain Bersets Rentenform: Die GLP hat an ihrer Fraktionssitzung die Stossrichtung der Altersvorsorge 2020 nach einer intensiven Diskussion «weitgehend » gutgeheissen. Dies zeigen Recherchen der «Nordwestschweiz». Nur in einem Punkt weicht die Mitte-Partei gemäss dem Bericht von Bersets Vorlage ab. So soll der Umwandlungssatz in der zweiten Säule entpolitisiert und künftig mit einer technischen Formel berechnet werden.
Alle anderen Vorschläge von Alain Berset stossen bei der GLP auf Zustimmung. «Das ist eine ausgewogene, intelligente Vorlage», sagt der Zürcher Nationalrat Thomas Weibel auf Anfrage. Für die langfristige Sicherung der Schweizer Altersvorsorge brauche es einen cleveren Mix zwischen Mehreinnahmen und Sparmassnahmen. Dieses Ziel werde mit Bersets Reform erreicht. Es sei richtig, eine Gesamtsicht zur Altersvorsorge zu präsentieren. «Eine Aufschnürung des Pakets kommt für uns nicht infrage», sagt Sozialpolitiker Weibel in der “Nordwestschweiz”.
UBS PK-Barometer im November
Die Rally an den Kapitalmärkten hat sich auch im zweitletzten Monat des Jahres ungebremst fortgesetzt. Die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen konnten im November eine Performance von rund 1% erzielen, wobei die kleineren Pensionskassen wiederum am besten abschnitten.


