Botschaft zur Änderung des Kollektivanlagengesetzes
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 19. August 2020 die Botschaft zur Änderung des Kollektivanlagengesetzes verabschiedet. Damit will er in der Schweiz eine Fondskategorie schaffen, die qualifizierten Anlegerinnen und Anlegern eine Alternative zu ähnlichen ausländischen Produkten bietet. Die Massnahme soll die Wettbewerbsfähigkeit des Fondsplatzes Schweiz stärken.
Mit der Vorlage werden gewisse kollektive Kapitalanlagen von der Bewilligungs- und Genehmigungspflicht durch die Aufsichtsbehörde befreit. Bedingung dafür ist, dass sie ausschliesslich qualifizierten Anlegerinnen und Anlegern und nicht dem breiten Publikum offenstehen. Zudem sind sie von Instituten zu verwalten, die durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) beaufsichtigt werden. Derartige kollektive Kapitalanlagen werden als «Limited Qualified Investor Funds» (L-QIF) bezeichnet. Diese neue Fondskategorie soll dafür sorgen, dass künftig vermehrt kollektive Kapitalanlagen in der Schweiz aufgelegt werden und ein grösserer Teil der Wertschöpfungskette in der Schweiz verbleibt.
“Institutionelle verdrängen private Wohnungsvermieter”
Andrea Martel schreibt in der NZZ über die Datenlage im Immobiliensektor, welche durch verschiedene neue Erhebungen und die digitale Erfassung eine bedeutende Verbesserung erfahren dürfte. Sie schreibt:
Ein Datenschatz ist seit Dienstag zugänglich. Es handelt sich um den «Digitalen Atlas der Immobilienwirtschaft Schweiz», der vom Hauseigentümerverband Schweiz und vom Bundesamt für Wohnungswesen gemeinsam lanciert wurde. Dieser Atlas – eine Weiterentwicklung einer Studie aus dem Jahr 2014, ergänzt mit Daten aus anderen öffentlichen Quellen – enthält verschiedene Statistiken aus dem Immobilienbereich, von der Bautätigkeit über den Gebäudepark und die Versicherungswerte der Liegenschaften bis hin zu den Eigentumsverhältnissen.
Wo vorhanden, wurden auch Vergleichsdaten integriert. So liest man etwa, dass der Wohnungsbestand zwischen 2000 und 2017 um 900’000 Wohnungen auf 4,47 Mio. Wohnungen zugenommen habe, was einem Plus von 25% entspricht (die Bevölkerung hat in diesem Zeitraum nur um 18% zugenommen).
Auch die Eigentumsverhältnisse der Wohnungen lassen sich im Atlas finden, allerdings (noch) ohne Vergleichswerte, obschon gerade in diesem Bereich die Entwicklung sehr interessant ist. So zeigt sich nämlich, dass immer weniger Mietwohnungen von Privatpersonen gehalten werden. Gehörten im Jahr 2000 gemäss den Daten aus der damaligen Volkszählung noch 57% aller Mietwohnungen Privaten, waren es im Jahr 2017 nur noch rund 49%.
Berlin: Der Mietendeckel hat Folgen
Die Handelszeitung befasst sich mit dem Berliner-Experiment der gedeckelten Mieten. Ein Experiment, das nicht wenige wohl gerne auch in der Schweiz durchführen möchten. Jetzt liegt eine erste Auswertung der Konsequenzen vor:
Was bewirkt ein Mietpreisdeckel? In Berlin läuft derzeit ein Experiment, das für alle knappen Wohnungsmärkte interessant ist. Seit Ende Februar sind die Mietpreise in Deutschlands Hauptstadt eingefroren – neue Mietverträge dürfen momentan höchstens zum bisherigen Preis abgeschlossen werden. Es gibt einige Ausnahmen, zum Beispiel bei Neubauten, die nach Januar 2014 fertiggestellt wurden.
Was die Folgen sind, zeigt jetzt eine Auswertung von Immoscout24: Laut den Daten der Vermietungs-Plattform sind jetzt satte 25 Prozent weniger Wohnungen im Angebot als vor einem Jahr. Vor allem: Bei den Wohnungen, die vor 2014 errichtet worden waren – also dort, wo der Mietendeckel wirkt – brachen die Ausschreibungen um 47 Prozent ein.
Verglichen wurde der Juli 2020 mit dem Juli 2019. Die Auswertung, erarbeitet für die «Wirtschaftswoche», zeigt einen weiteren Effekt: Die Wohnungen unter dem Mietpreisdeckel werden offenbar eifrig verkauft. Sie wurden im Juli 2020 deutlich häufiger zum Kauf angeboten als im Vorjahresmonat – plus 39 Prozent.
Moneypark zum Hypo-Markt
In der Schweiz werden noch immer 58 Prozent der von MoneyPark abgeschlossenen Hypotheken an eine Bank vermittelt. Der Anteil an Pensionskassen stieg – zumindest in der Deutschschweiz – von 19 Prozent (2. HJ 2019) auf 24 Prozent im 1. Halbjahr 2020. In der Westschweiz hingegen wurde im 1. Halbjahr 2020 noch vermehrt auf eine Versicherung oder eine Bank gesetzt.
Die temporäre Schliessung einiger Pensionskassen aufgrund von Corona im 2. Quartal 2020 tat der steigenden Beliebtheit von Versicherungen und Pensionskassen über das gesamte 1. Halbjahr 2020 betrachtet keinen Abbruch. Im Vergleich zum 2. Halbjahr 2019 nahm der Anteil der Banken als Hypothekargeber gar um zwei Prozentpunkte ab.
Der Trend zu immer länger laufenden Festhypotheken verstärkt sich: Im ersten Halbjahr 2020 nahm der Anteil an Laufzeiten von 10 Jahren und länger weiter zu, während mittelfristige Laufzeiten unattraktiver wurden. Auch die Libor-Hypothek nimmt an Beliebtheit stetig ab – dies kann aber auch mit der baldigen Einstellung des Libors und der Umstellung auf die Saron-Hypothek zu tun haben.
AHV-Kinderrenten und wohin sie gehen
Claude Chatelain hat im Blick allerhand Wissenswertes zum Thema Kinderrenten zusammengetragen:
Wir beginnen heute mit einer Testfrage: Wie viele AHV-Renten fliessen ins Ausland? 10, 20 oder gar über 30 Prozent? Antwort drei ist richtig: Rund 35 Prozent aller Renten fliessen zu Personen, die im Ausland leben. Ähnlich hoch ist der Anteil bei den Kinderrenten. Am meisten davon werden nach Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien überwiesen. Swissinfo, eine Internetplattform, die sich an Auslandschweizer richtet, publizierte vorige Woche eine Übersicht dazu.
Die Anzahl der Kinderrenten ist das eine; der entsprechende Frankenbetrag etwas anderes. Denn gemessen in Franken haben wir eine andere Reihenfolge: Frankreich, Italien, Thailand, Deutschland. Ins Rentnerparadies Thailand wird also für Kinderrenten der AHV eine grössere Summe überwiesen als nach Deutschland.
Die Rede ist hier nicht von Renten für Kinder, sondern von einer Zulage für jene Eltern, die im AHV-Alter noch minderjährige Kinder oder Jugendliche in Ausbildung bis 25 Jahre haben. Der Nationalrat wollte den irreführenden Begriff Kinderrenten durch Zulage für Eltern ersetzen; doch der Ständerat sträubte sich dagegen.
Trau keiner Statistik ….
Werner Hug hat in der FuW die diversen Prognosen zur Finanzierungssituation der AHV unter die Lupe genommen. Mit den Grössen Wirtschaftswachstum, Zuwanderung, Lebenserwartung etc. lassen sich mit leichter Drehung an den Schrauben nach Bedarf sehr unterschiedliche Szenarien entwickeln. Hug schreibt:
Je nachdem, welche Annahmen man trifft, resultieren deutlich unterschiedliche Resultate. Wächst die Wirtschaft nach der Coronakrise 2021 überdurchschnittlich, wachsen die Mehrwertsteuereinnahmen und damit die gesetzlich festgelegten Bundesbeiträge. Rechnet man mit guten Renditen des AHV-Fonds, schwächt sich auch dieser nicht ab. Es erstaunt nicht, dass die AHV-Defizite nach jüngster Schätzung deutlich niedriger ausfallen.
Vor Staf schätzte das BSV für 2025 ein Umlagedefizit von –3,6 und für 2030 von –7,6 Mrd. Fr. Dank Staf reduzieren sich diese Werte auf –1,4 bzw. –5,2 Mrd. Fr. Vor der Debatte um die AHV-Revision landen sie mit der neuen Schätzung bei –0,9 bzw. –4,3 Mrd. Fr., und der Bestand des AHV-Fonds bleibt bis 2025 auf über 45 Mrd. Fr. konstant. Er schwächt sich erst bis 2030 auf 34,3 Mrd ab. In der Schätzung vor Staf schmolz er 2030 auf 3,5 Mrd. Fr.
Wen wundert’s, dass der in Volkswirtschaft promovierte und mit den Prognosetechniken vertraute Departementschef Alain Berset vor der Debatte um den neuesten Versuch einer AHV-Revision mit geplanten Leistungserhöhungen mit Freude solch günstige Prognosen dem Parlament und dem Volk präsentieren kann.
Renditeliegenschaften rentieren weniger
Finews berichtet über die steigenden Leerwohnungsbestände und ungünstigen Prognosen für Renditeliegenschaften auf Basis einer Mitteilung von Raiffeisen Schweiz.
Der Markt für Wohneigentum mag – zumindest bisher – der Coronakrise gut getrotzt haben. Weniger rosig sehen die Prognosen für Renditeliegenschaften aus, die an mehrere Parteien weitervermietet werden. Wie die führende Hypothekenbank Raiffeisen Schweiz am Donnerstag berichtete, zeichnet sich dort ein neuer Negativrekord ab.
So erwarten die Raiffeisen-Experten, dass der aus dem Jahre 1998 stammende Höchstwert einer Leerstands-Quote von 1,85 Prozent spätestens im kommenden Jahr übertroffen wird. Das Überangebot an Wohnungen wird unter anderem wegen des tiefer ausfallenden Migrationssaldos noch grösser, auch wenn bereits weniger projektiert und gebaut wird als vor der Pandemie.
Weiter seien die Neumieten im zweiten Quartal um 0,4 Prozent zurückgegangen. Die Bestandsmieten hätten leicht um 0,2 Prozent zugelegt. Die Genossenschaftsbank prognostiziert daher, dass der Druck auf die Neumieten damit noch zunimmt.
Für die Eigner der Mietblöcke – oftmals vermögende Privatpersonen, aber auch Pensionskassen, Versicherungen, Immobilienfonds und neuerdings Crowdinvestoren –, sind das keine guten Nachrichten. Und für die Banken als führende Kreditgeber ebenfalls nicht. Seit Jahren warnt die Schweizerische Nationalbank (SNB) unter anderem in ihren Berichten zur Finanzstabilität vor den Risiken in jenem Immobiliensegment.
UBS PK-Performance Juli 2020
- Die Pensionskassen im UBS-Sample erzielten im Juli eine durchschnittliche Performance von 0,89% nach Gebühren. Seit Jahresbeginn steht die Rendite bei –1,44% und seit Messbeginn 2006 bei 55,63%.
- Das beste Ergebnis verbuchte eine grosse Pensionskasse mit 1,83%. Das schlechteste Ergebnis verbuchte eine kleine Pensionskasse mit –0,42%.
- Die Sharpe Ratio betrug im Durchschnitt 0,70. Die grossen Vorsorgeeinrichtungen wiesen mit 0,85 eine höhere risikoadjustierte Rendite auf als die mittleren mit 0,76 und die kleinen mit 0,57.
- Vor allem ausländische Aktien und Schweizer-Franken-Anleihen trugen zur positiven Performance bei.
AHV-Prognosen: Zahlen à la carte
Verwirrung und etwas Aufregung um Prognosen zur Entwicklung der AHV-Finanzen. Das BSV verwendet für seine Zahlen nicht die offizielle Wirtschaftsprognose des Bundes (Seco), sondern hat eigene, etwas optimistischere Daten eingesetzt. Die SGK verlangt Präzisierungen und neue Zahlen. Die NZZ ist der Sache nachgegangen.
Es ist das erste Mal, dass das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) von den offiziellen Prognosen abweicht, die jeweils vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und von der Finanzverwaltung erstellt werden. Das Amt begründet dies mit den grossen Unsicherheiten über den Verlauf der Corona-Krise und der darauffolgenden Erholung. Die Folge des prognostischen Alleingangs: Die Bundesverwaltung arbeitet nicht mit einheitlichen Annahmen, wie man dies eigentlich erwarten dürfte. Bei den Berechnungen für die grossen Sozialwerke AHV und Invalidenversicherung (IV) geht sie von rosigeren Erwartungen aus als in der Finanzplanung für den Bundeshaushalt. (…)
Auch SVP-Ständerat Alex Kuprecht reagiert auf Nachfrage verständnislos auf das Vorgehen des BSV. «Ich begreife nicht, wieso das Amt ein eigenes Szenario erstellt», sagt er. Das sei in hohem Masse verdächtig. Es erwecke den Eindruck, als wolle man die Situation der AHV beschönigen. «Nach allem, was wir mit den jahrelang schöngeredeten Zahlen der IV erlebt haben, ist das leider gar nicht unvorstellbar», sagt Kuprecht. Bundesrat Berset schrecke nicht davor zurück, mit Zahlen Politik zu machen. Kuprecht fordert den Bundesrat auf, alle Ämter zu verpflichten, mit den offiziellen Prognosen zu arbeiten.
Entspannung in der Rösslimatte
Die Aufregung um die Entsendung von Securitas-Einheiten zur Lärmbekämpfung in der Rösslimatte-Siedlung in Buchs durch deren Besitzerin, die Migros-Pensionskasse, dürfte sich jetzt hoffentlich legen. Sie wurden wieder abgezogen. Die Aargauer Zeitung hält fest:
Die Reaktionen waren gewaltig. Die einen applaudierten, die anderen schalten die Liegenschaftsbesitzerin als kinderfeindlich. Eine Petition des Buchser Einwohnerrats Reto Fischer gegen den Einsatz der Securitas hat bisher gut 150 Unterzeichnende. Sie ist nicht mehr nötig: Die Securitas wurde abgezogen. «Die Migros-Pensionskasse hat viele positive Rückmeldungen bezüglich des Einsatzes der Securitas erhalten. Die Ruhezeiten wurden seither vermehrt eingehalten. Sollte sich die Situation verändern, wird die MPK weitere Schritte prüfen», teilt die Liegenschaftsbesitzerin auf Anfrage mit.
“Worauf junge Leute bei der Altersvorsorge achten sollten”
In jungen Jahren ist das Rentenalter zeitlich weit entfernt – folglich interessieren sich viele unter 35-Jährige kaum für Altersvorsorge. Das ist auch durchaus verständlich. Allerdings lässt sich gerade über eine lange Frist viel Vermögen aufbauen, besonders wenn man dieses richtig anlegt. Wer also zeitig mit der Altersvorsorge beginnt, hat gute Chancen, im Ruhestand über ein beträchtliches finanzielles Polster zu verfügen.
PKs mit grösstem Wachstum
Blick bringt Zahlen von Moneypark über den Schweizer Hypomarkt und schreibt dazu:
“Das Geschäft mit Hypotheken in der Schweiz gehört volumenmässig zu den grössten Märkten der Welt. In den vergangenen fünf Jahren wuchs der hiesige Hypo-Markt um 146 Milliarden Franken auf rund 1100 Milliarden Franken an. Alleine 2019 verzeichnete er ein Plus von 3 Prozent oder 32 Milliarden Franken. Das zeigt die neuste Studie des Hypothekenvermittlers Moneypark, die BLICK vorliegt.
Zum Vergleich: Die ausstehenden Hypothekarkredite in Deutschland sind mit 1200 Milliarden Euro (1115 Milliarden Franken) fast gleich hoch wie in der Schweiz – Deutschland ist jedoch mit 83 Millionen Einwohner rund zehnmal grösser als die Schweiz. Zudem hat Deutschland mit 50 Prozent eine deutlich höhere Eigentumsquote als die Schweiz.
Die Wohneigentumsquote stagniert in der Schweiz seit Jahren bei rund 40 Prozent. Das Wachstum des hiesigen Hypothekarmarkts ist denn auch vor allem auf steigende Immobilienpreise zurückzuführen.
Den Löwenanteil des riesigen Markts beherrschen die Banken. Ihr Anteil: knapp 95 Prozent. Versicherungen und Pensionskassen decken laut der Studie 5 Prozent des Markts ab. (…)
Das mit Abstand grösste prozentuale Wachstum konnten die Pensionskassen erzielen: «Wir schätzen, dass diese Anbietergruppe 2019 um knapp sieben Prozent gewachsen ist», sagt Stefan Heitmann (43), CEO von Moneypark.
«Dies ist umso bemerkenswerter, da die Pensionskassen typischerweise über keine oder nur sehr limitierte eigene Vertriebskanäle verfügen», so Heitmann. Deshalb profitieren Pensionskassen stark von Hypothekenvermittler-Plattformen wie Moneypark, Hypoplus oder Valuu. “
Faire Vorsorge – gescheitert
Josef Bachmann, früherer Geschäftsführer der PwC-Pensionskasse, hat in einem Schreiben an Mitglieder des Komitees, Sympathisanten und Medien das Scheitern seiner Initiative “Vorsorge JA – aber fair” eingestanden. In dem Brief heisst es u.a.
Es gibt nichts zu feiern. Vier Monate vor Ablauf der Eingabefrist muss ich eingestehen: Wunder waren diesmal nicht im Programm. Die Initiative «Vorsorge JA – aber fair» kann nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Ich bin damit gescheitert.
Was ist passiert? Zweifellos habe ich einiges falsch oder mit rosaroter Brille eingeschätzt, ganz speziell die Unterstützungsbereitschaft. Aber ohne viele engagierte Begleiter und ein beträchtliches finanzielles Polster ist ein solches Grossprojekt nicht zu stemmen. Und Corona hat uns den Rest gegeben. Jetzt ist es deutlich anspruchsvoller, die Menschen auf der Strasse zu mobilisieren.
Ist das Ende der Initiative auch das Ende der dahinter stehenden Idee und der damit verbundenen Forderung? Bachmann sieht trotz des Misserfolgs hoffnungsvolle Aspekte:
Mehr denn je besteht bei der Sanierung unserer Altersvorsorge dringender Handlungsbedarf. Die Medien nehmen das Thema immer wieder auf. Entsprechend sind die Menschen auf der Strasse heute über die systemwidrige Umverteilung in der 2. Säule informiert. Sie wünschen eine wirklich faire Reform – für alle Generationen. Das geht nicht ohne Anpassung von Renten und Pensionierungsalter an die aktuellen Rahmenbedingungen. Wir können nicht schwimmen, ohne nass zu werden.
Was sind die Konsequenzen für ihn persönlich, nachdem er sich mehr als ein Jahr mit vollem Einsatz dem Projekt gewidmet hat? Er schreibt:
Für mich ist jetzt Zeit für eine Pause mit realistischer Analyse und ehrlicher Standortbestimmung. (…) Aber eine faire und systemgerechte Altersvorsorge bleibt mir eine Herzensangelegenheit. Sie hätte eine zweite Chance verdient. Meine Freunde meinen das auch!
Anhaltender Boom
Die Handelszeitung schreibt zur Entwicklung der Preise für Mehrfamilienhäuser:
Der Boom ist im Schweizer Immobilienmarkt ein Dauerzustand: Seit Jahrzehnten steigen die Preise fast ununterbrochen. Besonders stark aufgewertet haben Mehrfamilienhäuser. Wer von fünfzehn Jahren in solche Liegenschaften investierte, dürfte in den meisten Fällen viel Geld verdient haben. Denn im Schnitt wechseln solche Objekte zu fast 80 Prozent höheren Preisen die Hand als 2005, wie die Grafik der Woche zeigt. Sie basiert auf einer Aufwertung von etwa 7000 Verkäufen von Mehrfamilienhäusern durch das Beratungsunternehmen Wüest Partner.
“ … sofern man noch Arbeit hat”
Jérôme Cosandey von Avenir Suisse schreibt über die Situation jener Personen, die aufgrund der Corona-Krise ihre Stelle verloren haben und geht auf die BVG-Revision unter den aktuellen Umständen ein.
Angesichts des historischen Ausmasses der Krise befinden sich die meisten Pensionskassen also in einer bemerkenswert guten, wenn auch etwas anfälligeren Lage. Die dezentrale Struktur der 2. Säule und die breite Diversifikation des Vorsorgevermögens haben zur Widerstandsfähigkeit des Systems beigetragen. Die einer solchen Pensionskasse angeschlossenen Versicherten sind bisher ausreichend geschützt. (…)
Problematischer ist die Lage für Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren. Tatsächlich unterstehen die Leistungen der Arbeitslosenversicherung nur teilweise der beruflichen Vorsorge. Arbeitslose zahlen zwar weiterhin Risikobeiträge zur Absicherung gegen Tod und Invalidität, die Sparbeiträge werden jedoch sistiert. Das hat zur Folge, dass die Betroffenen weniger Ersparnisse ansammeln, was bei der Pensionierung zu Leistungslücken führen kann. Arbeitslose scheiden zudem aus der Pensionskasse aus und müssen ihr Vermögen auf einem Freizügigkeitskonto «parkieren». Für diese Vermögenswerte gibt es keinen Mindestzinssatz. (…)






