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Franc fort: Les difficultés des cp
Les bourses volatiles ne permettent pas d’encaisser des rendements suffisants pour les caisses de pension. Ces rendements sont indispensables pour la pérennité du deuxième pilier. Interviews avec Olivier Ferrari et Graziano Lusenti.
WSJ: Roubini Warns of Global Recession Risk
Economist Nouriel Roubini says the risk of a global recession is greater than 50 percent, and the next two to three months will reveal the economy’s direction. In an interview with WSJ’s Simon Constable, Roubini also says he’s putting his money in cash. "This is not the time to be in risky assets," he says.
La tempête boursière ravive le débat sur l’exposition des caisses de pension
Les pertes enregistrées par les caisses de pension mettent à mal leurs réserves. Les rentes actuelles ne sont pas en danger, mais, à plus long terme, le taux de conversion pourrait être revu à la baisse.
Blick: Spekulationen zum Mindestzins 2012
Der Sonntagsblick befasst sich zum Thema Mindestzins 2012. Claudia Gnehm und Werner Vontobel schreiben: “Insgesamt drohen den Pensionskassen bis Ende Jahr Verluste von gut vier Prozent. Dennoch müssen sie den Versicherten zwei Prozent Mindestzins gutschreiben. Klar, dass jetzt das Feilschen um eben diesen Mindestzins anhebt. Die Gewerkschaft Unia als Vertreterin der Arbeitnehmer warnt vor «Panik» und will an zwei Prozent festhalten. Der Pensionskassenverband klagt ebenso entschieden, bereits die Hälfte der privatrechtlichen Pensionskassen befände sich in Unterdeckung ihr Kapital reicht also auch bei wohlwollender Berechnung nicht aus, um die Verpflichtungen abzudecken. Der Verband fordert deshalb eine Zinssenkung für nächstes Jahr. Die Formel, auf die sich der Bundesrat beim nächsten Mindestzins- Entscheid nächsten Monat stützen wird, ergibt einen Mindestzins von 1,5 Prozent, so wenig wie nie (Grafik). Ausgangspunkt der Berechnung ist die Durchschnittsrendite von siebenjährigen Bundesobligationen. Per Ende Juli liegt sie bei 2,09 Prozent. 30 Prozent von diesem Wert werden abgezogen, um Anlagerisiken zu berücksichtigen.
Um die gemessen am Kapitalertrag viel zu hohen laufenden Renten zahlen zu können, bräuchten die Pensionskassen mindestens 4,9 Prozent Ertrag. Letztlich stehen aber allen gegenwärtigen und künftigen Rentnern bloss die effektiv erwirtschafteten schwachen zwei Prozent zur Verfügung. Unter dem Strich heisst das, dass die Alten Jahr für Jahr von den Sparkapitalien der Jungen leben. Allein 2011 dürfte sich dieser Vermögenstransfer auf mindestens 30 Mrd. Franken belaufen. Mittelfristig dürften aber auch vermehrt Gelder bei bestehenden Renten abgezwackt werden. Sogar die Stiftung Abendrot, nicht gerade als offensive Rentenkürzerin bekannt, hält den Mindestzins von zwei Prozent nicht mehr für tragbar. Geschäftsleitungsmitglied Eva Zumbrunn: «Es ist schwierig, die Mindestzinsen weiter zu gewähren, wenn das angelegte Geld kaum mehr verzinst wird.»
Eine Kürzung des Umwandlungssatzes also geringere Renten könnte die Rentengelder vor der Kernschmelze bewahren. Allerdings ist das politisch hoch umstritten letztes Jahr fiel die Kürzung der Umwandlungssätze in der Abstimmung durch. Widerstand ist zu erwarten, wenn das Bundesamt für Sozialversicherung im Herbst den Bericht zur Zukunft der zweiten Säule vorlegt. Und doch ist klar: Nach weltweiten Verlusten an den Börsen ist ein Streichkonzert bei den Kassen unabdingbar.”
SGB will keine neue UWS-Anpassung
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund geht davon aus, dass wegen der Frankenaufwertung in den letzten 20 Monaten bis zu 50 Milliarden Franken an Pensionskassengeldern vernichtet wurden. Dies sagt Gewerkschaftsökonom Daniel Lampart im Interview der Zeitung „Der Sonntag“. Der Ökonom kritisiert zudem das Bundesamt für Sozialversicherungen und das Departement von Didier Burkhalter scharf. Dieses geht davon aus, dass der Umwandlungssatz bei Pensionskassen und somit die Höhe der Renten gesenkt werden muss. „Diese Behauptung ist nicht seriös begründet“, sagt Lampart. „Es fehlen Argumente, warum die Renditen in Zukunft sein sollen, wie sie momentan sind.“ Die globale Inflation werde höher ausfallen, wenn in China die Löhne steigen oder das Land aufwerten müsse. Und in der Euro-Zone stiegen die Zinsen. „Das muss man genau anschauen, schliesslich geht es da um unsere Renten. Einmal mehr ist das Departement von Didier Burkhalter sehr salopp unterwegs, was die ökonomischen Grundlagen von wichtigen Sozialwerken betrifft.“ Auszug aus dem Interview:
Müssen der Umwandlungssatz und damit die Renten gesenkt werden?
Sicher nicht. Doch das Bundesamt für Sozialversicherung behauptet, gestützt auf Vergangenheitsvergleiche, dass künftig die Renditen tiefer ausfallen würden und deshalb auch ein Umwandlungssatz von 6,8 Prozent nicht finanzierbar sei. Diese Behauptung ist nicht seriös begründet.
Wieso?
Es fehlen Argumente, warum die Renditen in Zukunft sein sollen, wie sie momentan sind. Die globale Inflation wird höher ausfallen, wenn in China die Löhne steigen oder das Land aufwerten muss. Und in der Euro-Zone steigen die Zinsen. Das muss man genau anschauen, schliesslich geht es da um unsere Renten. Einmal mehr ist das Departement von Didier Burkhalter sehr salopp unterwegs, was die ökonomischen Grundlagen von wichtigen Sozialwerken betrifft. Früher hat es bei der AHV schwarzgemalt – und musste sich nun korrigieren. Jetzt fängt das Spiel bei der zweiten Säule wieder von vorne an. Das geht nicht.
“Pensionskassen drohen in Schieflage zu geraten”
“Die Schweizerische Nationalbank hat die Zinsen praktisch auf Null gesenkt und die US-Notenbank FED hat angekündigt, sie wolle bis 2013 mit ihrer Tiefzinspolitik fortfahren. Für Pensionskassen bedeutet das Ungemach”, schreibt Wirtschaftsredaktorin Barbara Widmer von SR DRS.
Eigentlich sollten die Zinsen bei den Pensionskassen die Rolle eines dritten Beitragszahlers spielen: Neben den Beiträgen seitens Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten auch Zins und Zinseszins den Kapitalstock wachsen lassen. In den letzten Jahren funktionierte das aber nicht mehr richtig, sagt Martin Janssen, Professor für Finanzmarktökonomie an der Uni Zürich. In den vergangenen rund 25 Jahren sei der Zins von rund fünf Prozent auf ein Prozent geschrumpft. Weil nach den jüngsten Entscheiden der Notenbanken die Zinsen noch lange rekordtief bleiben werden, wird die Situation für Pensionskassen zusehends ungemütlich. «Das ganze System wird so jedes Jahr um paar Prozentpunkte ausgehöhlt», so Janssen.
Auch Sozialversicherungsspezialist Bernd Schips macht sich Sorgen. Denn das Pensionskassen-System basiert nach wie vor auf der Annahme, dass sich mit Obligationen langfristig 4 bis 5 Prozent verdienen lasse. «Aufgrund dieser Kapitalerträge wurden Leistungsversprechen gelegt, die man eigentlich nicht mehr erfüllen kann.» Wohl eher früher als später müsse deshalb das System der beruflichen Vorsorge den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden, sagt Schips und präzisiert: «über tiefere Renten oder höhere Beiträge». «Das bedeutet, dass man Rentnern Anpassungsleistungen abnehmen muss, oder dass sogenannte Leistungsgutschriften – die Beiträge der Erwerbstätigen und der Arbeitgeber – erhöht werden.»
L’Hebdo: Yves Rossier “Les réserves sont épuisées”
La crise financière frappe les caisses de pension. Yves Rossier, directeur de l’Office fédéral des assurances sociales, estime qu’il faut revoir le mode de financement du système.
La dégradation rapide de l’environnement financier est-elle inquiétante pour la santé du 2e pilier?
C’est évidement inquiétant. La faiblesse des marchés a des conséquences sur le rendement des caisses de pension. Cela dit, cette question n’est qu’un petit aspect d’une crise globale beaucoup plus grave.
Si bien que, selon un représentant de Swisscanto cité par La Liberté, le taux de couverture moyen des caisses serait de 99% alors que l’idéal est de 115%. Est-ce grave?
Ce chiffre n’est en soi pas significatif car la situation varie grandement d’une caisse à l’autre. J’estime toutefois qu’au cours des derniers mois, la proportion de caisses en sous-couverture a progressé d’un cinquième à un quart de l’ensemble des établissements. Conséquence: ces institutions doivent trouver de nouvelles liquidités. Puisque les marchés ne leur permettent plus d’en dégager, elles devront se tourner vers les employeurs et les employés qui leur sont affiliés. En l’état, seul le retour de l’inflation (hausse des prix, ndlr) pourrait tempérer la pression.
Le système de financement devrait être revu pour mieux coller à la réalité du marché. Que fait Berne?
Nous avons proposé d’abaisser le taux de conversion mais le peuple a rejeté l’idée en votation l’an dernier. Tout le monde s’accorde pourtant sur le fait que c’est une nécessité: nous devrons y venir mais cela s’accompagnera de mesures de compensation. A ce niveau, il n’y a pas d’autre choix qu’une hausse des prélèvements auprès des employés et des employeurs. Des mesures très délicates dans le contexte actuel. Elles induiraient un renchérissement du coût du travail malvenu à l’heure où la hausse du franc grève la compétitivité des nombreuses entreprises exportatrices. Nous sommes entre Charybde et Scylla.
Zeller: “Rentenhöhe muss diskutiert werden”
Die Luzerner Zeitung interviewte Rudolf Zeller, Geschäftsleiter der Zuger Pensionskasse, zur aktuellen Marktlage. Auszüge:
Was bedeutet die aktuelle Entwicklung für die Pensionskassenrenten? Sind sie gefährdet?
Zeller: Gefährdet ist wohl der falsche Ausdruck. Die Höhe der Rente dürfte aber erneut diskutiert werden. Dabei geht es wohl in erster Linie um den Umwandlungssatz.
Das Volk hat erst im März 2010 einen tieferen Umwandlungssatz von 6,4 Prozent abgelehnt.
Ich weiss, aber man muss trotzdem darüber diskutieren können. Sonst gehen die Pensionskassen hohe Verpflichtungen ein, die sich nicht finanzieren lassen. Ich plädiere daher für einen realistischen Umwandlungssatz, das macht die Rente stabiler.
Aber für viele auch tiefer …
Damit muss man mittelfristig rechnen. Bei den aktuellen Marktverhältnissen ist es schon fast unmöglich, einen Teuerungsausgleich auf den Renten zu erwirtschaften.
TV DRS: “Schlechte Zeiten auch für Pensionskassen”
In der Tagesschau vom 4.8.11 hiess es: “Mit den derzeit schlechten Renditen droht vielen Kassen eine Unterdeckung. Das heisst: Wenn die Märkte weiter turbulent bleiben, drohen bei rund der Hälfte der Pensionskassen Sanierungs-Massnahmen, die auch von den Versicherten bezahlt werden müssten.
Interviewt wurde Christoph Ryter, Geschäftsführer der PK-Migros und Präsident des ASIP. Er schätzt den Deckungsgrad der privaten VE auf derzeit rund 100% und geht davon aus, dass etwa die Hälfte der Einrichtungen jetzt bei unter 100% steht.
Noch ist es nicht so weit – die Versicherten können hoffen, dass sich die Schuldenkrise im zweiten Halbjahr abschwächt und für die Pensionskassen an den Börsen wieder mehr Geld zu verdienen ist.”
Die (bisherigen) Kosten der Krise
Die Solothurner Zeitung hat nebenstehende Grafik mit der Entwicklung der Pictet BVG-Indizes seit Anfang Jahr publiziert. Sie schreibt dazu: Bei einer mittelmässig riskanten Anlagestrategie liegt die Negativ-Performance von Januar bis Juli bei knapp 3 Prozent, bei mehr Risiko gar bei fast 6 Prozent. Das bedeutet: Das Vermögen der Pensionskassen und Sammelstiftungen ist dieses Jahr um plus/minus 23 Milliarden Franken geschrumpft.
Aber es kommt noch schlimmer Weil die Pensionskassen die Spargelder im obligatorischen Teil mit mindestens 2 Prozent verzinsen müssen und weil die Kassen für ihre Rentner gegen 5 Prozent Ertrag erwirtschaften müssten, ist das im laufenden Jahr entstandene Loch sogar noch grösser. Konkret könnte es sich auf bis zu 38 Milliarden Franken belaufen.
FuW: “Widrige Zeiten für Pensionskassen”
Finanz und Wirtschaft beschäftigt sich mit den Währungsturbulenzen und die Folgen für die Pensionsklassen. Thomas Hengartner schreibt: “Die ersten sieben Monate des Anlagejahrs 2011 sind unvorteilhaft ausgefallen. Der Baisse der Aktienanlagen steht – weil sich das Zinsniveau ab Frühsommer wieder zurückgebildet hat – zwar die nochmalige Aufwertung der Anleihenbestände gegenüber, über allem lastet jedoch die Schwäche aller Fremdwährungen. Insgesamt ergibt sich für diversifiziert Anlegende eine heftige Minusperformance. Für die Vorsorgebranche ist das Zwischenresultat vollkommen ungenügend, denn bis zum Jahresende entsteht wegen der Zinspflichten ein Renditebedarf von 4%. Pro rata kalkuliert haben wohl die meisten Pensionskassen im bisherigen Jahresverlauf einen Deckungsgradrückgang um 2 bis 4% zu verkraften.” Gegen drohenden Defätismus wendet sich Christoph Ryter, Präsident des ASIP. «Die schwache Semesterperformance ist kein Risikoausreisser, denn sie liegt innerhalb des Bereichs der Erwartungswerte ». Zu den Aufgaben der schweizweit rund 2000 selbständigen Pensionskassen gehöre jedoch, das finanzielle Gleichgewicht im Auge zu behalten, um das Entstehen von Sanierungsnotwendigkeit zu vermeiden.
Blick: PKs und Währungsturbulenzen
In einem Interview mit dem Blick kommentiert Martin Freiburghaus, Geschäftsführer der Veska, die Konsequenzen der Währungsturbulenzen auf die Vorsorgeeinrichtungen. Auszüge aus dem Gespräch:
Wie gefährlich ist der viel zu starke Franken für die Pensionskassen und damit für die Renten?
Man sollte den Leuten nicht zu viel Angst machen. Sie müssen sich aber darauf einstellen, dass ihr Pensionskassenkapital weniger verzinst wird und die Renten sinken werden.
Erklären Sie!
Wahrscheinlich wird der Bundesrat den BVG-Mindestzins für 2012 senken. Heute liegt dieser Zins bei 2,0 Prozent. Zudem muss die Senkung des Umwandlungssatzes wieder zur Diskussion gestellt werden.
Wieso?
Über die letzten zehn Jahre betrachtet sind die Erträge schlicht ungenügend. Goldige Aktienjahre wie in den 1990ern – das gibt es wahrscheinlich nicht mehr so schnell.
Und jetzt? Ist die Situation bereits wieder so schlimm wie 2008?
Wenn es so weitergeht, werden viele Pensionskassen in eine Unterdeckung kommen. Dabei standen Ende 2007 die meisten Pensionskassen besser da als Ende 2010. Über die letzten zehn Jahre betrachtet sind die Pensionskassen einfach immer schmalbrüstiger geworden.
Was ist am schlimmsten im Moment – der Franken, die Euro-Krise, die USA oder die schlechten Konjunkturprognosen?
Es ist die Häufung vieler Unsicherheiten. Das haben Börsen und Anleihemärkte nicht gern.
Wie reagieren Sie mit Ihrer Pensionskasse darauf?
Im Moment unternehmen wir nichts. Die Erfahrung zeigt, dass es sich nicht auszahlt, wenn man in Extremsituationen schräubelt. Man darf nicht langfristige Strategien kurzfristig über den Haufen werfen. Und langfristig sollten Aktien mehr Ertrag geben als Obligationen – sonst stimmt ja das ganze ökonomische Modell nicht mehr.
NZZaS: BSV denkt über Einschränkung des Vorbezugs nach
Die NZZ am Sonntag hat in der Ausgabe vom 24.7.11 erneut aus dem ihr zugespielten Entwurf zum Bericht über die Zukunft der 2. Säule zitiert. Dieses Mal nicht zum Thema Umwandlungssatz, sondern zur Wohneigentumsförderung. In dem Artikel heisst es: “Der Bund prüft darum nun, wie man diese Möglichkeiten zum Vorbezug einschränken könnte, und hat dazu bereits erste Vorschläge ausgearbeitet. Eine Idee geht dahin, dass man den Versicherten den Vorbezug zwecks Hauskauf nur noch bis zum 40. Altersjahr erlaubt und nicht bis 50. Ebenfalls zur Debatte steht, dass sich die Versicherten bei der Pensionierung nur noch jenen Teil des Guthabens auszahlen lassen dürfen, der aus dem überobligatorischen Bereich stammt. Diesen Anteil, so eine noch schärfere Variante, könnte man auf einen Viertel beschränken.”
Zumindest bei der Pensionskassenbranche rennt der Bund mit diesen Überlegungen offene Türen ein. Das Wohneigentum könne sich als Schuldenfalle erweisen, sagt auch Hanspeter Konrad, der Direktor des Pensionskassenverbandes Asip. Aus seiner Sicht könnte man die diesbezügliche Vorbezugsmöglichkeit ganz streichen. Konrad bezweifelt indes, dass es dafür eine politische Mehrheit gebe. Allerdings wächst auch in der Politik der Widerstand gegen zu extensive Kapitalbezüge aus der 2. Säule. So hat sich SP-Nationalrätin Hildegard Fässler unlängst in der NZZ dafür ausgesprochen, die entsprechenden Möglichkeiten einzuengen. Und BDP-Nationalrat Martin Landolt hat mit der Unterstützung von mehreren Ratskollegen aus CVP und FDP den Bundesrat besorgt angefragt, ob er angesichts der Risiken für den Ruhestand die «vorsorgefremden» Bezugsmöglichkeiten weiterhin für angebracht halte.”
Biedermann: “Mit dem Dialog erreichen wir viel mehr”
Ethos-Direktor Dominique Biedermann ist überzeugt, dass er die Unternehmen mit Gesprächen im Hinterzimmer eher von seinen Anliegen überzeugen kann als mit markigen Worten an der Generalversammlung, heisst es in der Einleitung zu einem Interview im Tages-Anzeiger. Auszüge:
Von aussen gesehen, macht dieser diskrete Dialog den Eindruck einer Hinterzimmer-Diplomatie, ohne dass jedoch konkrete Resultate ersichtlich wären.
Es ist tatsächlich eine Hinterzimmer- Diplomatie, aber mit klaren und transparenten Richtlinien. Unsere Grundsätze der Corporate Governance sowie die Richtlinien zur Ausübung der Stimmrechte sind für alle auf unserer Website einsehbar. Dort sind unser Ansatz und unsere Ziele klar ersichtlich.
Trotz der Gespräche mit den Firmen ist gerade bei der Entlöhnung der grosse Gesinnungswandel ausgeblieben. Die Vergütungen sind nach der Finanzkrise wieder gestiegen und noch immer schwer durchschaubar.
Ich bin damit einverstanden, dass ein grosses Verbesserungspotenzial vorhanden ist. Zudem will etwas mehr als die Hälfte der 100 grössten Unternehmen noch immer nichts von einer Abstimmung über die Lohnpolitik wissen. Mit den heutigen Gesetzen bleibt uns jedoch nur das Gespräch mit den Firmen. Wir hoffen, dass nun eine bindende Abstimmung über die Lohnpolitik eingeführt wird. Das wird die Unternehmen noch stärker unter Druck setzen.
Was müsste passieren, damit Sie wichtige Abstimmungen auch gewinnen können?
Das wird nur möglich sein, wenn neben der Abschaffung der Organ- und Depotvertretung institutionelle Anleger wie Pensionskassen zwingend abstimmen müssen. Dies ist ja ebenfalls in der Abzockerinitiative und in den verschiedenen Gegenvorschlägen dazu vorgesehen. Das wird noch stärker zu kontroversen Abstimmungen führen. Und damit hoffen wir, uns vermehrt mit unseren Anliegen durchzusetzen.
Man hat das Gefühl, gewisse Unternehmen hätten nichts gelernt. Beispiele sind der Antrittsbonus für den künftigen UBS-Präsidenten Axel Weber, die Entlastung für den Sonova-Verwaltungsrat oder das Doppelmandat bei Geberit.
Solche Fälle sind immer wieder enttäuschend. Sowohl der Antrittsbonus für Herrn Weber als auch das Doppelmandat bei Geberit sind für uns unverständlich. Bei Sonova hat immerhin ein Drittel der anwesenden Aktionäre gegen die Entlastung gestimmt, was ein deutliches Signal an den Verwaltungsrat ist.
