Die neuste Ausgabe der BSV-Mitteilungen beschäftigt sich mit den Verordnungen zur Strukturreform und der Finanzierung öffentlicher VE, eine Stellungnahme bezieht sich auf Personen, die aus dem Ausland zuziehen, zudem wird auf die aktuelle Rechtsprechung eingegangen. Publiziert werden die Änderungen im BVG gemäss 19.3.2010, die neuen Verordnungsbestimmungen sowie der erläuternde Bericht zu den Verordnungen über die Strukturreform und die Finanzierung öffentlicher VE. Die online Fassung der Mitteilungen umfasst 115 Seiten.
Medien
NZZ: Versicherer und PKs reagieren auf Regeln
Auf Versicherungen und Vorsorgeeinrichtungen kommen einige Regulierungsvorhaben zu. Dazu zählt auf EU-Ebene beispielsweise Solvency II, die neuen Eigenkapitalvorschriften für die Assekuranz. Diese sollen 2013 in Kraft treten, ebenso neue Rechnungslegungsvorschriften wie die Änderungen an IAS 19. Gleichzeitig setzt das Tiefzins-Umfeld die Geschäftsmodelle und Bilanzen vieler dieser Grossinvestoren, die stark in Obligationen anlegen, unter Druck. Dies könnte dafür sorgen, dass sie ihr Anlageverhalten und die Aufteilung der Gelder auf Vermögensklassen ändern. Davon geht das Committee on the Global Financial System aus, das im Rahmen der Basler Gremien für die Zentralbanken die globalen Finanzmärkte beobachtet. Änderungen könnten erhebliche Folgen haben, verfügen diese Investoren doch über ein verwaltetes Gesamtvermögen von 40 Bio. $.
Soziale Sicherheit CHSS 3/2011: Sozialfirmen
Schwerpunktthema der CHSS 3 bilden Sozialfirmen. Dabei geht es um die Frage, ob solche Firmen (die gezielt Behinderte einstellen) das richtige “Konstrukt” sind, um die berufliche Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu fördern. Was “Sozialfirmen” eigentlich sind, scheint aber noch nicht verbindlich definiert und zwischen Deutsch- und Westschweiz bestehen unterschiedliche Vorstellungen. Ein eigener Beitrag ist dem Sozialversicherungsjahr 2009 gewidmet. Ein Ausnahmejahr, wie die Autoren betonen, mit deutlich höheren Ausgaben und tieferen Einnahmen.
Zu verweisen ist ist in diesem Zusammenhang auf die neue online-Darstellung der Zeitschrift, welche ein einfaches “Durchblättern” (incl. Rascheln) erlaubt. Eine sehr praktische Neuerung. Leider lässt sich vom Inhalt (noch) nicht direkt auf die jeweiligen Beiträge umschalten. Aber auch so eine willkommene Erleichterung, um auch ohne gedruckte Version und ohne umständliches PDF an die Artikel zu gelangen.
Burkhalter: “A-t-il cédé au copinage?”
Didier Burkhalter fait-il du copinage? Le ministre de l’Intérieur vient en tout cas de créer la surprise. Il a désigné à la tête de la toute nouvelle Commission de haute surveillance de la prévoyance professionnelle son collègue de parti et conseiller national Pierre Triponez. Ce poste, prévu dans le cadre de la réforme structurelle du 2e pilier, est censé assurer plus de transparence dans la gestion des fonds de pension. Mais, depuis l’annonce à mi-juin de la nomination du libéral-radical bernois, les critiques fusent, y compris dans son propre camp.
Blick: “Unsere Renten gehen bachab”
Werner Vontobel schreibt im Blick: “Fast 24 Milliarden Franken gingen der zweiten Säule allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres verloren! Und so sieht die Rechnung im Detail aus: Zu Beginn des Jahres lagen auf den Konten aller Pensionskassen und Sammelstiftungen rund 750 Milliarden Franken. 400 Milliarden davon sind Altersguthaben der Beitragszahler, 350 Milliarden sichern die Auszahlungen für die jetzigen Rentner. Dieses Gesamtvermögen ist gemäss Pensionskassenindex der Banque Pictet um rund 2 Prozent geschrumpft: 15 Milliarden wären damit schon mal weg. Für die Beitragszahler kommt es aber noch schlimmer. Um die – gemessen am Kapitalertrag viel zu hohen – laufenden Renten zahlen zu können, bräuchten die Pensionskassen mindestens 4,9 Prozent Ertrag auf ihren 350 Milliarden Franken Rentnerguthaben, also 8,6 Milliarden.
Da dieses Geld nicht erwirtschaftet worden ist, wird es von den Guthaben der Beitragszahler abgebucht. Zu den 15 Milliarden Einbussen (siehe oben) kommen also noch einmal 8,6 dazu, macht 23,6 Milliarden. Damit haben die Beitragszahler in einem halben Jahr rund 6 Prozent ihres Kapitals verloren.”
NZZaS: Werner Hertzog über Aufsicht, Kosten und Reformen
In der NZZ am Sonntag vom 19.6.11 äussert sich Werner Hertzog, abtretender Publica-Direktor, über allerlei aktuelle Fragen der 2. Säule. Auszüge:
Wäre die Finanzmarktaufsicht Finma nicht die bessere Aufsicht für die 600 Mrd. Fr. Vorsorgevermögen?
Die neue Oberaufsicht ist eine föderalistische Lösung, von der Politik so gewollt. Roma oder besser Berna locuta, causa finita. Ich persönlich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass zumindest die grossen Pensionskassen des Landes einer Aufsicht à la Finma unterstellt sein müssten. Denn das Pensionskassenvermögen ist der größte Spartopf der Bevölkerung.Wie sicher sind die Renten heute noch?
Fragen Sie die junge Generation! Der Rentenklau findet heute nicht bei meiner Generation, sondern bei den Jungen statt. Ob Renten sicher sind, entscheidet sich an der Frage, ob auch unsere Kinder noch eine Rente erha1ten. Wenn es nicht gelingt, den Umwandlungssatz, der die Rentenhöhe bestimmt, zu senken, darf man keine Renten mehr garantieren. So könnten auch Rentner jederzeit für eine Kassen-Sanierung herangezogen werden.Ist das nicht sowieso überfällig?
Ja. Nur ist es politisch ein heisses Eisen, und vielleicht versetzt man der beruflichen Vorsorge damit gar einen Dolchstoss. Und weil wir auf eine Gerontokratie zutreiben, wird es immer schwieriger, Interessen, die Rentnern gegen den Strich gehen, politisch durchzusetzen. Garantien in der zweiten Säule funktionieren nur, wenn man keine übersetzten Renten zahlt, also realistische Umwandlungssätze hat. Sonst gefährden diese Garantien die Kasse und den sozialen Frieden.
SonntagsZeitung: Sammelstiftungs-Vergleich
Zum sechsten Mal hat die SonntagsZeitung einen Vergleich unter den Sammelstiftungen durchgeführt, acht erhielten einen Award in den Kategorien Anlagerendite, Verzinsung, Kosten, Verwaltung und Service.
Der Offertenvergleich basiert auf drei Unternehmen aus verschiedenen Branchen: einem Architekturbüro, einem Beratungsunternehmen und einem Altersheim. Damit werden die unterschiedlichen Risikoklassen besser abgebildet. «Die Risiko- und Verwaltungskosten sind in den letzten Jahren deutlich gesunken», sagt René Weibel von Weibel Hess & Partner. Das Beratungsunternehmen führte wiederum den Vergleich im Auftrag der SonntagsZeitung durch.
Die beste Anlagerendite erzielte die Sammelstiftung CoOpera und schaffte es damit auf den ersten Rang. Im Vorjahr rangierte die Kasse auf Platz zwei. Die Vorjahressiegerin Nest büsst einen Platz ein. Auf Rang drei steht neu die auf Nachhaltigkeit fokussierte Abendrot-Sammelstiftung.
Bei den Lebensversicherern führt erneut Axa Winterthur die Spitze an. Mit Ausnahme von 2008 lag die Lebensversicherung immer auf dem ersten Rang. Den zweiten Platz nimmt wie im Vorjahr Swiss Life ein.
Die höchste Verzinsung gewährt wiederum Profond. Zwischen 2001 und 2010 winkten den Versicherten durchschnittlich 3,62 Prozent. Ausser im Jahr 2009 gewann die unabhängige Sammelstiftung diesen Preis jährlich.
AWP: Konrad zu den Thesen Fricks
In den AWP-Nachrichten Nr. 10 nimmt Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands ASIP, Stellung zu den Kommentaren von SR Bruno Frick anlässlich der Swisscanto Tagung. Auszüge aus dem Interview:
Ständerat Bruno Frick plädiert für grössere Pensionskassen. Können kleine und mittlere Pensionskassen tatsächlich nicht mehr mit den Anforderungen des Finanzmarktes mithalten?
Diese Sicht teile ich in dieser Absolutheit nicht. Einzuräumen ist, dass das Umfeld für Pensionskassen hin sichtlich Organisation, Führung und Kostentransparenz immer komplexer und anspruchsvoller wird. Will die Politik kleinere und mittlere betriebseigene Pensions kassenüber gesetzliche Regulierung bewusst aus dem Markt drängen, sollte dies offen gesagt werden. Pauschale Kritik ist dies bezüglich nicht zielführend.
Die Erfahrung der letzten 25 Jahre zeigt, dass der Konzentrationsprozess in vollem Gange ist. Die heutige Regulierungsdichte in vielen Bereichen der beruflichen Vorsorge führt dazu, dass Arbeitgeber die Lust an einer eigenständigge führten Vorsorgelösung verlieren, ihre betriebseigenen Pensionskassen auflösen und sich einer Sammel- oder Gemeinschaftsstiftung anschliessen.
Die Renditen der kleinen und mittleren PK sind nicht unbedingt schlechter?
Die jährlich von Swisscanto publizierte Studie über die Pensionskassen zeigt, dass eine grosse Pensionskasse hinsichtlich Performance nur minimale Vorteile gegenüber kleinen und mittleren Pensionskassen aufweist, obwohl der Skaleneffekt bei den Vermögensverwaltungskosten spielen müsste. Offenbar hat die gewählte Anlagestrategie immer noch den grössten Einfluss auf die erzielte Rendite.
Stohler: «Der Teufel steckt im Detail»
Die Basler Zeitung interviewte Dieter Stohler”, Direktor der Basler Pensionskasse PKBS, zu den Ergebnissen der Vermögensverwaltungskosten-Studie des BSV. Auszüge:
Laut einer Studie des Bundesamts für Sozialversicherungen sind die tatsächlichen Kosten für die Verwaltung des Vermögens der 2. Säule viermal so hoch wie die ausgewiesenen Kosten. Überrascht Sie das?
Nein, das liegt am System. Erstens müssen bei kollektiven Produkten die verdeckten Kosten nicht separat ausgewiesen werden. Deshalb machen das die wenigsten Pensionskassen. Zweitens gibt es keine einheitlichen Vorschriften darüber, was unter dem Begriff Vermögensverwaltungskosten zu verstehen ist.
Können Sie ein Beispiel geben?
Zum Beispiel Transaktionskosten und Stempelabgaben, welche in der Studie zu den Vermögensverwaltungskosten hinzugezählt werden. Es ist nirgends geregelt, dass sie Teil davon sind.
Der Aufwand für die Vermögensverwaltungskosten liegt je nach PK zwischen 0,15 und 1,86 Prozent, der Durchschnitt liegt bei 0,56 Prozent.
Wie sieht das bei der PKBS aus? Wir haben bei der Studie auch mitgemacht. Wir befinden uns klar unterhalb des Durchschnitts.
Eine der Erkenntnisse der Studie ist, dass strukturierte Produkte nur 6,4 Prozent des Vorsorgevermögens ausmachen, aber 33,2 Prozent der Kosten aufweisen. Sollte eine PK den Anteil an alternativen Anlagen reduzieren?
Nein, nicht unbedingt, abgesehen davon, dass alternative Anlagen nicht zwingend strukturierte Produkte sein müssen. Im Vordergrund muss immer noch eine für die jeweilige Kasse sinnvolle Anlagestrategie stehen. Dabei sind strukturierte Produkte nicht per se des Teufels. Aber am Ende ist die Nettoperformance entscheidend, das Ergebnis nach Abzug der Kosten und unter Berücksichtigung des Risikos. Kassen mit hohen Kosten müssten demnach vor Abzug der Kosten besser performen, sonst schneiden sie bei der ausgewiesenen Nettoperformance schlechter ab.
Trotzdem: Kosten sparen ist angesagt. Wo sehen Sie Ansatzpunkte?
Es sind verschiedene: Der Pensionskassenverband fordert seit Langem, dass die Stempelsteuer für Vorsorgeeinrichtungen abgeschafft wird. Dann geht es darum, in der Umsetzung der Anlagestrategie noch kostenbewusster zu werden. Wir müssen, wie die PKBS das macht, vermehrt auf günstige indexgebundene Produkte setzen statt auf teure aktiv verwaltete, die auf lange Sicht keinen Mehrertrag bringen. Und wir müssen die Vermögensverwaltungsmandate immer wieder neu ausschreiben und so den Wettbewerb unter den Finanzanbietern voll ausnützen. Als grosse Kasse haben wir dabei natürlich Vorteile. Schliesslich wird auch das Zusammenlegen von Anlagen mehrerer Kassen die Kosten senken können.
Demnach machen Sie sich für eine Konzentration bei den PK stark?
Nicht unbedingt, denn die dezentrale berufliche Vorsorge hat sich bestens bewährt und diversifiziert die Risiken. Aber die Pensionskassen könnten durchaus noch stärker zusammenarbeiten und die Vermögen gegenüber den Anbietern vermehrt gemeinsam zusammenfassen. Dadurch könnten sie günstigere Konditionen herausholen. Braucht es eine stärkere Regulierung, etwa eine Beschränkung der Anteile von strukturierten Produkten für PK? Nein, das wäre kontraproduktiv. Dadurch würde der Verwaltungs- und Kontrollaufwand unnötig vergrössert. Es ist zu befürchten, dass die eingesparten Kosten dann dort anfallen und die Kosten insgesamt sogar steigen.
Le Temps: Regard sur une prévoyance sortie des griffes des politiciens
Pourquoi ne pas considérer des systèmes de retraite plus performants? Le système chilien? A sa création en 1981,1e quart des salariés avait choisi de changer et de préférer le nouveau système élaboré par José Pinera. Trente ans plus tard, 99% des salariés l’ont adopté. Ce n’est pas de l’idéologie: «Lorsqu’on laisse le choix aux salariés sur les placements nécessaires pour financer leur retraite, la majorité fait confiance au marché, même sur un thème central comme la sécurité sociale», écrit l’auteur de cette réforme dans le dernier ouvrage de l’Institut Libéral (Sackgasse Sozialstaat; Altemativen zu einem lrrweg, Christian Hoffmann, Pierre Bessard, Edition Liberales Institut, 2011, 216 pages).
VV-Kosten: Reaktion des ASIP
Der Pensionskassenverband hat in einer Mitteilung eine erste Stellungnahme zur Studie des BSV zu den Vermögensverwaltungskosten abgegeben. Er hält darin fest: “Die Studie ist ein sehr begrüssenswerter Schritt, um die Transparenz im Bereich der Vermögensverwaltungskosten zu verbessern. Es hat sich gezeigt, dass die berufliche Vorsorge auch bezüglich der Kosten für die Versicherten ein vorteilhaftes System darstellt. Nichtsdestotrotz gilt es, das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer kosteneffizienten, Pensionskassenführung zu schärfen.” Er stellt aber auch fest: Die Studie zeigt, dass die durchschnittlichen Kosten der kollektiven Vermögensverwaltung in der 2. Säule deutlich tiefer sind (rund 2/3 ), als was Private in ihrer privaten Altersvorsorge dafür zahlen müssen. Es hat sich somit bestätigt, dass die kollektive Altersvorsorge für die Versicherten nicht nur bezüglich des Risikotransfers, sondern auch bezüglich der Kosten der Vermögensverwaltung vorteilhaft ist.
spn: Blindgänger und Pausenbelustigungen
Die spn, Ausgabe Juni 2011, stellt in der Rubrik “Köpfe” Erich Peter, Chef der Zürcher Aufsicht vor und nimmt Bezug auf ein Bild an der diesjährigen Tagung seines Amtes, in welcher ein Mann mit verbundenen Augen in die ungewisse Zukunft der Strukturreform stolpert. Peter deutet das Bild folgendermassen: “„Ich wollte mit dem Bild ausdrücken, dass die ganze Branche momentan in einer grossen Ungewissheit lebt.“ Dies habe unter anderem damit zu tun, dass „die Entwürfe des BSV für die Verordnungen in der beruflichen Vorsorge überladen sind, zweitens den Willen des Gesetzgebers nicht immer korrekt zum Ausdruck bringen und drittens ohne tatsächlichen Einbezug von Wissensträgern der Branche erarbeitet wurden“.
Weil sein Amt der Vorsorgebranche auf die Finger schauen muss, hat es immer wieder Sträusse auszufechten. Die Sammelstiftung Profond beispielsweise macht solche Auseinandersetzungen öffentlich und spart nicht mit Anwürfen. Wie geht Peter damit um? „Fundierte Kritik nehme ich sehr ernst“, sagt er. Ohne regelmässige und sachliche Kritik könne sich weder der Mensch noch die Organisation weiterentwickeln und verbessern. Oft werde aber nicht fundierte Kritik geübt: „Zu gross sind die eigenen finanziellen Interessen, die gewisse Kritiker bedroht sehen.“ Unqualifizierte Kritik nehme er hingegen locker; sie diene regelmässig zur Pausenbelustigung.
NZZ: “2. Säule darf kein Bürokratie-Monster werden”
In einem fundierten Leitartikel verweist NZZ-Redaktor Michael Ferber auf die mit den Verordnungen zur Strukturreform für die berufliche Vorsorge drohenden Gefahren. Er hält u.a. fest: “Was das BSV auf Verordnungsstufe alles in das Gesetz hineingepackt hat, schiesst weit über das Ziel hinaus. Unter anderem beeinflusst von dem erdrückenden «Nein» des Stimmvolks beim Referendum zur Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes im März 2010 und dem Betrugsfall bei der Zürcher Beamtenkasse BVK, zeigte sich das BSV beseelt, der Branche einmal richtig «den Tarif durchzugeben». In der Folge spielten die Vertreter der Behörde beim Schreiben der Verordnungen Gesetzgeber. Dabei wurden einige Dinge zu regeln versucht, die der Pensionskassen-Führung zustehen und nicht der Aufsicht.”
“Nach der überaus heftigen Kritik aus der Branche besteht zwar berechtigte Hoffnung, dass der Bundesrat den Verordnungsentwurf an einigen Stellen korrigiert. Trotzdem dürfte die «BVG-Strukturreform» letztlich auf ein Abrücken von der sozialpartnerschaftlichen Führung der Vorsorgeeinrichtungen und auf eine gewisse Entmachtung der Stiftungsräte hinauslaufen. Zudem könnten die jetzigen Regulierungen nur ein erster Schritt sein. Wie die Geschichte immer wieder gezeigt hat, führen unausgegorene, mit heisser Nadel gestrickte Gesetze und Verordnungen im Nachhinein zu «Nachbesserungen». Weitere Regulierungen wären die Folge.”
Obwohl die NZZ in der Deutschschweiz die einzige Tageszeitung ist, welche sich des Themas annimmt, ist zu hoffen, dass man in Bern die geäusserten Befürchtungen ernst nimmt. Es ist nicht einfach die “Branche”, welche um ihre “Geschäftsmodelle” fürchtet, wie dies sowohl Rossier wie Kaiser wiederholt unterstellen. Es geht um anderes um mehr.
AWP-Nachrichten in der Post Hug-Aera
Mit Nummer 9/2011 ist die erste Ausgabe von AWP Soziale Sicherheit unter der neuen Leitung von HJ. Schenker und Daniel Schnyder erschienen. Ihre Zielsetzung umschreiben die Redaktoren wie folgt: “Aktuelle Informationen geben; Zusammenhänge und Hintergründe aufzeigen; Anregungen liefern; unterschiedliche Perspektiven vermitteln; Diskussionen anstossen und begleiten”. Zur künftigen Entwicklung halten sie fest: “Voraussichtlich im Herbst 2011 wird die «AWP Soziale Sicherheit» in einer neuen Form erscheinen. Zusammen mit Verleger und Marketingleiter wollen wir die Publikation weiterentwickeln, damit sie auch in den kommenden Jahren ihren Zweck erfüllen kann: Einen Beitrag leisten zur beruflichen Vorsorge und zur sozialen Sicherheit in der Schweiz.”
Verleger Hansjörg Saager schreibt vom “Abschluss einer Epoche” und trifft wohl den Nagel auf den Kopf, wenn er in seinem Rückblick auf die Redaktionszeit Hugs nicht nur dessen profunde Sachkenntnis hervorhebt, sondern auch seine bisweilen heftige Argumentationsweise. “Mit seinen Ecken und Kanten war es allerdings Werner Hug nicht in die Wiege gelegt worden, diplomatisch vorzugehen, wenn er seiner Meinung Ausdruck verleihen wollte. Aus diesem Grunde stiess er mit seinen Verlautbarungen bis weilen ihm an sich gutgesinnte Zeitgenossen vor den Kopf.”
Neue Website zu den 3 Säulen
Die “Liberty Vorsorge” hat unter dem Titel vorsorgeexperten.ch eine Website mit Aktualitäten zu den 2. Säulen der schweizerischen Altersvorsorge mit Schwerpunkt 2. Säule aufgeschaltet.
