Nach zwei Kapitalerhöhungen am Markt und rigorosem Aufräumen der Altlasten beansprucht die UBS nun doch Staatshilfe zur Bewältigung der Finanzkrise. Die Nationalbank und der Bund stellen insgesamt 68 Milliarden Franken zur Auslagerung der Problemengagements und für eine weitere Kapitalerhöhung bereit. Die CS wird ihr Eigenkapital verstärken. Die SNB begründet ihr Engagement mir folgenden Worten: «Die Nationalbank unternimmt diesen Schritt im Rahmen eines Massnahmenpakets des Bundes zur Stärkung des Schweizer Finanzsystems. Sie erfüllt damit ihren gesetzlichen Auftrag, zur Stabilität des Finanzsystems beizutragen. Nach Überzeugung der Nationalbank kann so eine nachhaltige Entlastung des Schweizer Finanzsystems erreicht werden. Die damit erzielte Stabilisierung fördert die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz und liegt im Interesse des Landes.»
Kapitalanlagen
Anpassung von Verordnungen des Kollektivanlage-Gesetzes
Der Bundesrat hat drei Verordnungen den neuen gesetzlichen Bestimmungen aufgrund der Unternehmenssteuerreform II und des Kollektivanlagegesetzes angepasst. Zudem hat er administrative Entlastungen zu Gunsten von Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, kollektiven Kapitalanlagen und Gemeinwesen im Bereich der Stempelabgaben und der Verrechnungsteuer beschlossen.
Das Meldeverfahren wurde auf die kollektiven Kapitalanlagen und auf die Gemeinwesen ausgeweitet und die Beschränkung auf Bardividenden aufgehoben. Schweizerische Muttergesellschaften, kollektive Kapitalanlagen und Gemeinwesen sollen künftig das Meldeverfahren für jede Art von Ausschüttungen ihrer Tochtergesellschaften in Anspruch nehmen können. Überdies sollen kollektive Kapitalanlagen, wenn ihre Anleger ausschliesslich inländische steuerbefreite Einrichtungen der beruflichen oder der gebundenen Vorsorge sind, ihre Ausschüttungen an diese mit dem Meldeverfahren vornehmen können. Diese Massnahmen führen zu einer deutlichen Verringerung von Geldströmen bei der Ablieferung und der Rückerstattung der Verrechnungssteuer.
Mitteilung Eidg. Steuerverwaltung
CS Pensionskassen-Index: -1,6% im Q3
Die ersten Berechnungen des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index für das 3. Quartal 2008 ergeben eine negative Performance von rund -1.6 %. Während sich der Index in den Monaten Juli und August mit einem jeweiligen Monatsplus von gut 0.8 % gut entwickelte, führte der schwache September mit einem Minus von rund 3.25 % zu der insgesamt negativen Entwicklung. Seit Jahresbeginn verzeichnet der PK Index somit einen Rückgang von rund -6.9 %. Die BVG Mindestrendite für das dritte Quartal beträgt wiederum 0.68 %, wodurch sich die Differenz zwischen Index und Mindestverzinsung im 3. Quartal weiter erhöhte.
Die detaillierte Auswertung des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index für das 3. Quartal 2008 wird in rund zwei Wochen publiziert.
NZZ: "Fast jede zweite Vorsorgeeinrichtung in Unterdeckung"
Die Deckungsgrade der Pensionskassen sind durch die Entwicklung an den Finanzmärkten geschrumpft. Laut Michael Brandenberger (Complementa) dürften sich am Donnerstag oder Freitag vergangener Woche 40% bis 45% der privatrechtlichen Pensionskassen in Unterdeckung befunden haben. Hanspeter Konrad, Geschäftsführer des Pensionskassenverbands Asip, teilt diese Einschätzung. Allerdings dürfe man diese Entwicklung nicht kurzfristig betrachten. In der Tat gab es schon in der Vergangenheit bereits starke Unterdeckungen, die dann in einem freundlicheren Umfeld an den Finanzmärkten wieder mehr als wettgemacht wurden. Ende 2002 befanden sich beispielsweise nach dem Platzen der New-Economy-Blase laut Brandenberger 42% der privatrechtlichen Pensionskassen in Unterdeckung.
NZZ
WSJ: "Funds of Hedge Funds are Under Pressure"
It may be premature to write the epitaph for funds of hedge funds, but people in the industry are giving them a less-than-glowing prognosis after a year in which the funds have on average declined in value by 11%.
Fund-of-hedge-funds managers have historically decided who gets 40% of the hedge-fund industry’s $1.9 trillion of assets to manage, the idea being that they can more efficiently differentiate between good hedge funds and also-rans. This year, however, their track record hasn’t been good.
Wall Street Journal
Börsen: "Erholung nach dem Blutbad"
Die am Wochenende geschnürten staatlichen Hilfspakete zeigen zumindest kurzfristig Wirkung. Nach guten Vorgaben der asiatischen Börsen hat die Schweizer Börse am Montagmorgen einen Kurssprung von 6,4 Prozent gemacht. Der Swiss Market Index (SMI) legte in den ersten Handelsminuten um 342,02 Punkte zu. Nach der fulminanten Eröffnung um 6,4% stabilisierte sich der SMI bei gut 5 Prozent, legte dann aber am späterern Morgen um über 7% zu.
Auch die anderen Börsen in Europa starteten nach dem rabenschwarzen Freitag kleine Kursfeuerwerke. Der Deutsche Aktienindex (DAX) lag um 9.35 Uhr ebenfalls 6,4% im Plus. Sogar um 6,9% legte der CAC 40 in Paris zu. 6% höher als Ende letzter Woche stand auch der FTSE 100 in London.
NZZonline
Institutional Survey: Pensionskassen im Schatten der Finanzkrise
Die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen realisieren eine durchschnittliche Performance von -5.46% in der ersten Jahreshälfte 2008, bzw. von -6.0% per Ende September. Aufgrund der Banken- und Finanzkrise wird sich das Jahr 2008 (zusammen mit 1990) wohl als schlechtestes Jahr seit Einführung des BVG erweisen. Nur die (direkten und indirekten) inländischen Immobilienanlagen realisieren eine (geringe) positive Performance in den ersten 9 Monaten. Der Deckungsgrad sämtlicher Vorsorgeeinrichtungen fällt per Ende Juni (mit durchschnittlich 104%) auf das Niveau von Mitte 2005 zurück. Die Verschärfung der Lage wird durch den gleichzeitigen Rückgang der Wertschwankungsreserven (rund 6% per Ende Juni) bestätigt.
Der VorSorge- Barometer belegt die Verschlechterung der Stimmung bei den Anlegern, die dennoch keine grundlegende Änderung ihrer langfristig ausgerichteten Asset Allokation in Betracht ziehen. Bezüglich der Effizienz der Vermögensverwaltung sind bedeutende Differenzen zu beobachten.
Wie in den vorhergehenden Umfragen ist eine signifikante taktische Übergewichtung der flüssigen Mittel festzustellen; untergewichtet sind jedoch nicht mehr länger die CHF-Obligationen, sondern die ausländischen Aktien. In beiden Fällen ist diese Entwicklung als Zeichen einer vorsichtigen Haltung gegenüber der Marktentwicklung und vor allem gegenüber den Aktienmärkten zu deuten. Das Gewicht der alternativen Anlagen – Hedge Funds, Rohstoffe und Private Equity – steigt weiter an und erreicht nun, aufgrund der sinkenden Aktienkurse und der zusätzlichen Anlagen in diesem Bereich, beinahe 7%.
Die im Rahmen der Umfrage erhobenen Daten, insbesondere der VorSorge-Barometer und die taktische Allokation, legen nahe, dass die Teilnehmer davon abgesehen haben, ihre Positionen in flüssigen Mitteln massiv aufzustocken oder die risikoreichsten Anlagen (Aktien) in ihrer Asset Allokation massiv zu reduzieren. Sie ziehen auch nicht in Erwägung, ihre strategische Allokation wesentlich zu verändern, obwohl sie sehr besorgt über die Gesamtperformance, die Volatilität und den Einbruch des Deckungsgrades sind.
Die Antworten belegen ebenfalls, dass die Teilnehmer den Bereich, den sie am besten unter Kontrolle haben, d.h. die Verwaltung, zuversichtlich beurteilen. Diese Beobachtungen zeigen auf, dass die Vorsorgeeinrichtungen ihrem Standpunkt als langfristig ausgerichtete Anleger treu bleiben und in den
meisten Fällen einen Aktivismus mit ungewissem Ergebnis vermeiden. Damit stellen sie einen Faktor der Stabilität in einem von Turbulenzen geprägten Marktumfeld dar.
Der zweite Teil der Ergebnisse zum aktuellen Thema « Reporting und Controlling » wird am 30. Oktober 2008 veröffentlicht.
Mitteilung Inst. Survey
DRS: "Finanzkrise beutelt AHV-Fonds"
Radio DRS fasst die diversen in den letzten Tagen bekannt gewordenen Angaben über geschätzte Kursverluste bei der AHV und Pensionskassen zusammen.
Radio DRS
Bauprojekte von Publica und Swatch-PK
Die Pensionskasse des Bundes Publica hat laut Mitteilung der Stadt Bern das Wohnbaufeld 10 erworben. Bestandteile des Projekts sind zwei viergeschossige Gebäude mit insgesamt 47 Mietwohnungseinheiten und 400 Quadratmeter Dienstleistungsfläche. Der Baubeginn ist für das vierte Quartal 2008 geplant. Die Pensionskasse der Swatch Group in Neuchâtel plant auf Baufeld 12 ein Wohnbauprojekt mit 100 Prozent Mietwohnungsanteil. Es lassen sich rund 90 Wohnungen realisieren. Der Bau soll im zweiten Semester 2009 beginnen.
BernerZeitung
Hedgefunds: "Bloodbath ahead"
The biggest performance dispersion among hedge funds and funds of funds in six years has set the stage for what some predict will be a six-month-long bloodbath. Sources said they expect the body count to total as many as 2,000 hedge funds and 500 hedge funds of funds between now and the end of March as investors redeem assets from the poorest performers and weakest managers, and move into funds managed by strong, institutionally oriented firms.
Data from Hedge Fund Research Inc., Chicago, showed that for the 12-month period ended June 30, there was a 75 percentage point difference between the average performance of the industry’s top and bottom deciles.
Pensions&Investment
Credit crisis dampens pension funds’ use of derivatives to hedge risk
(Watson Wyatt) The use of derivatives by UK pension funds to hedge risk has fallen significantly so far in 2008 because of the ongoing credit crisis. The result is a shrinking UK inflation-linked market for end users (excluding intra-bank trades) which is only expected to be in the range of £20 billion -£25 billion this year, having reached £35 billion in 2007. This marks a pause in a rapid growth trend which started in 2004 when the estimated size of the UK market was £3 billion.
Watson Wyatt
BVV2: Anpassung der Anlagebestimmungen
Die Anlagevorschriften für Pensionskassen, Freizügigkeitseinrichtungen und Säule 3a-Stiftungen werden angepasst. Die vom Bundesrat beschlossene Revision der BVV2 bezweckt einerseits eine stärkere Betonung des Vorsichtsprinzips und ein entsprechendes eigenverantwortliches Handeln, indem die Tätigkeiten, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten bei der Vermögensbewirtschaftung der Einrichtungen transparent, nachvollziehbar und kontrollierbar festgehalten werden müssen. Andererseits wird das bestehende System der Anlagelimiten vereinfacht und der Anlagekatalog durch die Möglichkeit erweitert, in gut diversifizierte alternative Anlagen zu investieren. Die beschlossenen Verordnungsänderungen treten am 1. Januar 2009 in Kraft.
Das oberste Organ (im Normalfall der Stiftungsrat) der Vorsorgeeinrichtung soll sich gemäss den neuen Regeln bei seinen Entscheidungen über die Vermögensanlage noch stärker als bisher vom Vorsichtsprinzip leiten lassen. Es ist verantwortlich für eine nachvollziehbare Gestaltung, Überwachung und Steuerung der Vermögensbewirtschaftung. Ebenso bestimmt das oberste Organ in einem Reglement die Ziele und Grundsätze, die Organisation und das Verfahren der Vermögensanlage. Damit schafft das Führungsorgan die Grundlage für eine verantwortungsvolle, transparente und an die Situation der Pensionskasse angepasste Vermögensanlage.
Die vom Bundesrat beschlossene Revision der Anlagevorschriften reduziert und vereinfacht zudem das System der Anlagelimiten. Diese Begrenzungen sind nur noch Leitplanken, unabhängig davon muss jede Vorsorgeeinrichtung sorgfältig handeln, ihre Risiken angemessen verteilen und ihre Risikofähigkeit beachten. In diversifizierte Formen von alternativen Anlagen darf neu in einem gewissen Rahmen auch ohne separate Begründung investiert werden, doch ist dabei das Vorsichtsprinzip zu beachten.
Für das Wertschriftensparen im Bereich der Freizügigkeit und der Säule 3a gelten diese Anlagevorschriften sinngemäss. Im Bereich der Säule 3a wird neu die Möglichkeit eingeführt, in Obligationen guter Bonität oder in kapitalerhaltende Produkte zu investieren.
Mitteilung BSV / Verordnungsänderungen / Erläuterungen
Dialog Finanzplatz Schweiz: Förderung kollektiver Anlageformen
Die seit einem halben Jahr zwischen Finanzplatz, Behörden und Regierung erfolgte Zusammenarbeit zur Verbesserung der Rahmenbedingungen und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz zeigt erste positive Ergebnisse. Der zu diesem Zweck im Januar etablierte Steuerungsausschuss Dialog Finanzplatz Schweiz STAFI hat am 2. September 2008 ein erstes Massnahmenbündel verabschiedet. Die Massnahmen schaffen Klarheit bei der Besteuerung des Hedge-Fund- und Private-Equity-Geschäftes und tragen zur Liberalisierung der Bewilligungspraxis für Anlagefonds bei. Dadurch dürfte der Finanzplatz Schweiz im internationalen Standortwettbewerb mittelfristig gestärkt werden.
Medienmitteilung
L’Hebdo: "Les caisses de pension peuvent améliorer leur performance"
L’Hebdo: Vos recherches ont montré que les gérants de caisses choisissent des gestionnaires de fonds ayant réalisé des performances supérieures à la moyenne. Après ce choix, le rendement des nouveaux gestionnaires n’est pas meilleur que celui obtenu par ceux qui ont été remerciés… Les gérants de fonds de pension sont-ils inutiles?
Amit Goyal: Les gérants de fonds de pension ne sont pas très efficaces dans le choix des gestionnaires externes à qui ils confient des mandats. Leurs performances en la matière peuvent sans doute être améliorées. Mais l’appréciation des rendements obtenus par les gestionnaires de fonds dépend aussi des attentes de ceux qui leur confient de l’argent…
Or, de nombreuses recherches ont montré que la majorité des gestionnaires ne parviennent pas à dégager une performance supérieure à celle de leur marché de référence. Quant aux gérants de fonds de pension, leur mission principale – celle pour laquelle ils sont le plus utiles – n’est pas de choisir les établissements bancaires à qui ils confient de l’argent; elle est de définir leur allocation d’actifs.
L’Hebdo
Swisscanto AST ermöglicht Pensionskassen Zugang zum globalen, nicht kotierten Immobilienanlagemarkt
«Durch den Einsatz nicht börsenkotierter, globaler Immobilienanlagen können bereits bei geringem Portfolioeinsatz attraktive Effizienzgewinne erzielt und die Wertentwicklung eines gemischten Portfolios stabilisiert werden. Die neue Anlagegruppe von Swisscanto, die am 21. August 2008 liberiert wird, entspricht damit dem Bedürfnis schweizerischer Vorsorgeeinrichtungen nach stabilen, risikoangepassten Erträgen», schreibt Swisscanto in einer Medienmitteilung.
Die Auswahl an Standorten beschränkt sich auf politisch stabile Länder mit verlässlichen rechtlichen Strukturen für Grundbesitz und Privateigentum. Die Anlage in nicht kotierte Immobiliengesellschaften aus den Hauptmärkten Europa, Asien-Pazifik und Nordamerika soll eine gute interregionale Diversifikation ermöglichen, die stabile Erträge erlaubt.
