Parl. Initiative Pelli: Stärkung der Wohlfahrtsfonds
Am 17. Juni 2011 reichte Nationalrat Fulvio Pelli die parlamentarische Initiative 11.457, "Stärkung der Wohlfahrtsfonds mit Ermessensleistungen", ein, welche eine Reform von Artikel 89bis ZGB in der Hinsicht anstrebt, dass weniger Bestimmungen des BVG und der BVV2 auf Wohlfahrtsfonds mit Ermessensleistungen angewendet werden. In der 1. BVG-Revision wurden die Wohlfahrtsfonds nicht mitberücksichtigt, was zu einer unbeabsichtigten Ausweitung der auf sie anwendbaren Normen durch die entsprechenden Verweise im ZGB auf das BVG führte.
Ziel der parlamentarischen Initiative Pelli war es, die Funktion der Wohlfahrtsfonds zu erhalten, damit diese auch in Zukunft bei Not- und Härtefällen den Arbeitnehmenden und Hinterbliebenen helfen können oder eine rasche Sanierung der eigenen Pensionskasse ermöglichen. Allenfalls können mit dieser auch Restrukturierungen abgefedert werden.
Die Zahl der Wohlfahrtsfonds ist seit einiger Zeit konstant rückgängig: 1992 gab es über 8000 Wohlfahrtsfonds, kurz nach der Jahrtausendwende noch 5000 und 2010 nur noch 2631. Das gesamte Vermögen der Wohlfahrtsfonds belief sich 2010 auf 16,8 Milliarden Franken, 2002 hatte dieses Vermögen noch 24 Milliarden Franken betragen.
Die SP-Fraktion äusserte Bedenken: Bea Heim: “Entgegen der Kommissionsmehrheit ist die SP-Fraktion der Ansicht, dass es Transparenzvorschriften braucht. Ohne Transparenz bleiben diese Fonds undurchsichtige Kässeli. Ein solches Image wäre nicht gut für die an sich lobenswerten Ziele der patronalen Wohlfahrtsfonds.”
Die FDP wehrte sich gegen Forderungen des Bundesrates. Danile Schneeberger: “Nun will der Bundesrat eine Ergänzung zur Transparenz und eine Präzisierung bei den Bedingungen für die Steuerbefreiung. Diese Anträge wurden von der SGK erst gestern noch einmal behandelt. Es handelt sich dabei nicht um neue Voraussetzungen, sondern um Punkte, die in der vorberatenden Subkommission wie auch in der SGK selber bereits ausführlich diskutiert und grossmehrheitlich abgelehnt worden waren. Bei den geforderten Anpassungen wird der Zweck von Wohlfahrtsfonds verkannt. Gerade die administrativen Erleichterungen, z. B. in der Rechnungslegung, und die Bedingungen für die Steuerbefreiung sind elementar, um den Fortbestand der Wohlfahrtsfonds zu sichern. Die SGK hat diverse Anhörungen durchgeführt und in grosser Arbeit eine praxistaugliche und gute Lösung erarbeitet. Der Gesetzesentwurf ist ausserdem sehr breit abgestützt.” Die Motion wurde angenommen.
Risikotragende Deckungsgrade per Ende August
Der von PPCmetrics konzipierte risikotragenden Deckungsgrad neutralisiert unterschiedliche technische Zinssätze und Kassenstrukturen und bringt sie auf den gleichen Nenner. Gleichzeitig wird ein transparenter Vergleich mit anderen Vorsorgeeinrichtungen möglich. Die aktuelle Untersuchung zu Stand und Entwicklung umfasst über 200 Schweizer Vorsorgeeinrichtungen mit einem Gesamtvermögen von rund CHF 450 Mrd.
Die Erhebung zeigt, dass sich die Finanzierungsituation der Vorsorgeeinrichtungen stark verbessert hat:
- Aufgrund der steigenden Zinsen und der sehr guten Performance der Aktienmärkte ist der durchschnittliche risikotragende Deckungsgrad der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen im Jahr 2013 von 94.3% auf 107.1% gestiegen.
- Im Jahr 2014 haben sich der Einfluss der wieder sinkenden Zinsen und der weiter steigenden Aktienmärkte kompensiert. Der durchschnittliche risikotragende Deckungsgrad ist bis Ende August 2014 geringfügig auf 109.7% gestiegen.
- Trotz der erfreulichen Entwicklung des risikotragenden Deckungsgrades seit Anfang 2013 gibt es immer noch einige privatrechtliche Vorsorgeeinrichtungen, deren risikotragender Deckungsgrad weit unter 100% liegt.
- Diese oft stark rentnerlastigen Vorsorgeeinrichtungen stellen gerade bei möglichen Teilliquidationen ein hohes potentielles Risiko für die jeweiligen aktiven Versicherten dar.
Auf der Website www.deckungsgrad.ch können Vorsorgeeinrichtungen die Errechnung des risikotragenden Deckungsgrads online vornehmen.
U.K. Employers Face Pensions Headache on Scotland Independence
British companies employing hundreds of thousands of people could face a multi-billion pound pensions headache if Scotland votes to split from the U.K. in the referendum.
European Union rules forbid pension funds with members in two different EU countries from running a deficit. If Scotland splits from the U.K. and becomes an independent EU state, the pension schemes of many large companies with employees on both sides of the border would fall afoul of EU law, leaving companies needing to quickly plug substantial holes in their pension funds.
EU rules allow two years for pension funds to comply with its requirements. Most pension funds have much longer recovery plans at the moment. A spokeswoman for the European Commission wouldn’t comment specifically on Scotland but said: "Cross-border pension funds need to be fully funded at all times."
More than 20 British companies could be affected significantly, with the largest impact on BT Group PLC, G4S PLC, J Sainsbury PLC, Tesco PLC and TUI Travel, TT.LN +1.33% according to JP Morgan. They could be left either having to find billions of pounds quickly or embarking upon a costly split of their pension funds. BT’s pension scheme is the largest corporate pension scheme in the U.K. with 320,000 members, £47 billion (around $75 billion) in liabilities and a funding shortfall of £6 billion.
UBS PK-Barometer August 2014
Im Gegensatz zum Wetter zeigten sich die Kapitalmärkte im August von ihrer sonnigen Seite, kommentieren die UBS-Analysten. Die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen konnten Renditen von über 1% verzeichnen. Dass es den meisten trotzdem nicht gelungen ist, die verschiedenen BVG-Vergleichsindizes zu erreichen oder gar zu schlagen, hängt damit zusammen, dass überdurchschnittliche Liquiditätsbestände gehalten wurden, die einzige Vermögensklasse ohne Ertrag.
Die Renditen der schweizerischen Pensionskassen betragen seit 2008 zwischen 34,3% (kleine Einrichtungen) und 36,5% (grosse Einrichtungen). Dies entspricht einer annualisierten Performance von 5,3% bis 5,6% mit einem Durchschnitt von 5,4% für alle Vorsorge- werke in diesem Zeitraum. Die grossen Pensionskassen konnten gegenüber den mittleren und kleineren, die eine praktisch identische Performance in der Periode erzielten, ihren Vorsprung knapp halten.
Tool für individuelle AHV-Prognosen
Damit sich niemand den Kopf über die Herkunft und die allfällige politische Motivation von AHV-Szenarien zerbrechen muss, stellte Avenir Suisse schon vor 3 Jahren ein Berechnungstool dazu online, mit dem sich jeder seine eigene Prognose erstellen und die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen kann.
Dieses Tool wurde nun aktualisiert und präzisiert. Es stehen fünf volkswirtschaftliche und vier politische Einflussgrössen zur Verfügung, die man nach Belieben anpassen kann. Als Vergleichsszenario und Ausgangsbasis dient das Bevölkerungsszenario des Bundesamtes für Statistik mit einem «moderat hohen Wanderungssaldo» (A-09-2010). Die Ausgangsannahmen zu Reallohnwachstum, Inflationsrate und Anlagerendite entsprechen im Wesentlichen jenen des Bundesrates.
Das Excel-Programm, das bei Avenir Suisse heruntergeladen werden kann, erlaubt die beliebige Anpassung der genannten Parameter (Einflussgrössen), die resultierende Grafik veranschaulicht die Konsequenzen.
Es zeigt sich, dass der Einfluss der wirtschaftlichen Grössen relativ gering ist. Wirklich “einschenken” würden die Erhöhung des Beitrags- oder des Mehrwertsteuersatzes auf jeweils rund 11 Prozent sowie die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung. Alles höchst unbeliebt.
Lawsuit on High-Frequency Trading
A group of pension funds has joined with the City of Providence, R.I., in a lawsuit that claims that major stock exchanges improperly favored high-frequency traders at the expense of other investors.
The pension funds, including one in Boston and another in Stockholm, have joined a lawsuit originally filed by Providence in April, according to a filing in the Federal District Court in Manhattan. They are taking aim at some of the biggest stock exchanges — including the New York Stock Exchange, Nasdaq and BATS Global Markets — as well as the investment bank Barclays, which operates a private stock trading venue known as a dark pool.
“Kostendach für Alternative ist kontraproduktiv”
Andi Hoppler und Jürg Tobler von der Pensionskasse Stadt Zürich befassen sich in der NZZ mit den Bemühungen des BSV, teure alternative Anlagen zu limitieren. Die PKZH investiert 8% ihres Vermögens in Hedge-Funds und 5% in Private Equity. Die für 2013 ausgewiesenen Vermögensverwaltungskosten sind mit 0,9% entsprechend hoch. Ohne diese teuren Anlagen hätte ein Kostensatz von 0,24% resultiert. Die PKZH macht aber bereits seit 15 Jahren gute Erfahrungen mit ihren Hedge-Funds- und Private-Equity-Anlagen, halten die Autoren fest. Im Schnitt über diese Zeitspanne warfen die Investitionen in Private Equity im Vergleich mit den «normalen», kotierten Aktien pro Jahr eine Zusatz-Rendite von rund 2 Prozentpunkten ab. Die Hedge-Funds-Anlagen erzielten eine pro Jahr um 1,2 Prozentpunkte höhere Rendite als ein einfaches Portfolio aus 50% Obligationen und 50% Aktien.
Abschliessend heisst es in dem Beitrag: “Hohe Gebühren können erstens nur bei guter Leistung verrechnet werden – sonst geht das Mandat schnell verloren. Zweitens können erfolgreiche Anbieter höhere Gebühren verlangen, da sie für ihre Strategien nur ein beschränktes Volumen verwalten können, ohne das Renditepotenzial ihrer Strategie selbst zu gefährden. Drittens machen Performance-abhängige Gebühren bei alternativen Anlagen einen substanziellen Teil der Gesamtkosten aus. Je höher die erzielte Rendite also ist, umso höher fallen dann auch die Kosten aus. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass gerade bei alternativen Anlagen tiefe Kosten in der Regel eine tiefe erzielte Rendite bedeuten. Das kann nicht im Interesse der Versicherten sein.”
NZZ: “Der sicherste Ertrag ist die Kostensenkung”
Lutz Johanning und Wolfram Klingler schreiben in der NZZ über Transparenz bei der Vermögensanlage von Pensionskassen. Sie bemängeln, dass trotz der in den letzten Jahren erzielten Fortschritte diverse Kostenelemente weiterhin nicht erfasst würden. So fehlen laut ihrer Darstellung insbesondere explizite Transaktionskosten innerhalb von Kollektivanlagen (Brokerage) und die gesamten sogenannten impliziten Transaktionskosten. Letztere lassen sich in zwei Kategorien einteilen: sogenannte effektive Spannen für Fremdwährungstransaktionen und Obligationenhandel sowie «Market-Impact-Kosten» für Aktien. Dies sind Kosten, die im Handel implizit anfallen; sie sind im An- und Verkaufskurs bereits eingerechnet. Je nach Anlagestrategie, Asset-Allokation und Portfolioumschlag bewegen sich diese zusätzlichen und nicht ausgewiesenen Kosten üblicherweise in einer Bandbreite von 50% bis 200% der ausgewiesenen TER.
Die weltweit 300 grössten Pensionskassen
Die 300 grössten Pensionsfonds und Pensionskassen der Welt haben 2013 von der guten Entwicklung an den Aktienmärkten profitiert. Ihre Vermögen stiegen im vergangenen Jahr um 6,2% auf 14,9 Bio. $, wie eine Studie von Towers Watson und Pensions & Investments ergeben hat.
Für die positive Entwicklung an den Aktienbörsen dürfte in erster Linie die extrem expansive Geldpolitik der Zentralbanken verantwortlich sein. Im Jahr 2012 waren die Vermögen der weltweit grössten Pensionsfonds und Pensionskassen begünstigt von der starken Entwicklung der Aktienmärkte sogar um 9,8% gewachsen, schreibt Michael Ferber in der NZZ. Die 300 Einrichtungen dürften gemäss Schätzung der Beratungsgesellschaft rund die Hälfte des weltweiten Pensionsvermögens ausmachen. Der weltweit grösste Pensionsfonds ist bereits seit dem Jahr 2002 der Government Pension Investment Fund of Japan mit einem Volumen von rund 1,22 Bio. $ vor vom norwegischen Government Pension Fund, der Gelder in Höhe von 858,5 Mrd. $ verwaltet.
Bericht NZZ / Mitteilung Towers Watson /
Bericht Towers Watson
Vollversicherung unter der Lupe
Im jährlichen Rechenschaftsbericht zur Betriebsrechnung der Lebensversicherer stellt die Aufsichtsbehörde Finma fest, dass die 2004 eingeführten Transparenz-Bestimmungen die Konkurrenz im Geschäft mit der zweiten Säule belebt haben. Neu wird offengelegt, dass 2013 die Provisionen für Broker 113 Mio. Fr. und für den Aussendienst 101 Mio. Fr. erreichten. Gemessen an Marktwerten verwalteten die Lebensversicherer Ende Jahr 171,9 (Vorjahr: 169,8) Mrd. Fr., wobei die Bewertungsreserve – die Differenz zu den Buchwerten – zinsbedingt um über 5 Mrd. Fr. auf 9,7 Mrd. Fr. sank.
Viele KMU-Betriebe begeben sich unter das Dach eines Lebensversicherers, denn das Erwirtschaften ausreichender Kapitalerträge zur Finanzierung sicherer und auf viele Jahre hinaus garantierter Renten ist kein Kinderspiel, schreibt dazu die NZZ. Die Bewegungen zur Verstärkung von Rückstellungen ist ein Fingerzeig darauf, dass die Aufgabenstellung nicht trivial ist. Im Sparprozess setzten die Lebensversicherer für das Risiko Langlebigkeit für Altersrenten stabil 1,1 Mrd. Fr. ein; weitere 503 (686) Mio. Fr. wurden für Deckungslücken bei der Umwandlung von Altersgutschriften in Renten verwendet. Bekanntlich zwingen vom Bundesrat und von der Politik falsch gesetzte BVG-Parameter zu Umverteilungen von Jung zu Alt wie auch von den Aktiven zu den Rentnern.
Mit den Worten der Finma: Im System der beruflichen Vorsorge werden Altersrenten ausbezahlt, die sich durch vorsichtige Anlagen am Kapitalmarkt und durch Beiträge allein nicht finanzieren lassen. Und weiter: Im bestehenden Zinsumfeld sind BVG-Umwandlungssätze von 5,83% für Männer und 5,56% für Frauen nicht mehr angemessen. Das schreibt die Aufsicht. Gleichwohl werden nächstes Jahr und später noch manche Parlamentarier wettern, der von Sozialminister Alain Berset angestrebte Satz von 6,0% sei viel zu tief, meint Werner Enz.
NZZ / Mitteilung Finma /
Bericht Finma
EDV in der BV
Der Verlag VPS, Herausgeber der Schweizer Personalvorsorge, hat seine jährlich publizierte Sonderausgabe zum Thema EDV in der beruflichen Vorsorge mit einem Verzeichnis der EDV-Anbieter und ihrer Programme herausgebracht. Schwerpunkt der Fachbeiträge bildet das Prozessmanagement.
Versicherte und ihr Interesse für die PK-Anlagen
RobecoSAM, der auf Sustainability Investing fokussierte Investmentspezialist, hat Pensionskassen-Versicherte in der Schweiz befragt, ob sie sich für die Anlagestrategien ihrer Pensionskassen (PK) interessieren, und ob sie wollen, dass ihre PK nachhaltige Investitionen tätigt. Dazu wurden zwischen Mai und Juni 2014 über 1‘200 Versicherte aus allen Sprachregionen der Schweiz von gfs-zürich, befragt.
Es interessiert laut CEO Michael Baldinger nicht ganz unerwartet die PK-Versicherten, wie und wo ihre Gelder investiert werden. Mit 52% will mehr als die Hälfte der Versicherten wissen, wie ihre Vorsorgegelder angelegt sind. Das Interesse ist jedoch nicht in allen Landesteilen gleich stark ausgeprägt. So kümmert es 56% der Befragten in der Deutschschweiz, in welchen Unternehmen und Staaten ihre Pensionskasse die Gelder anlegt, während in der Romandie nur noch 45% und in der italienischsprachigen Schweiz lediglich 29% Interesse daran zeigen.
72% der PK-Versicherten in der Schweiz sind der Meinung, dass ihre PK bei ihren Investitionen auch finanziell relevante ESG-Aspekte berücksichtigen soll. Auch hier ergibt der Blick auf die verschiedenen Landesteile und die Einkommensverteilung ein differenziertes Bild. Der ausdrückliche Wunsch nach einer stärkeren Berücksichtigung von ESG-Kriterien in der Geldanlage ist mit einem Anteil von 78% befürwortenden Stimmen in der Deutschschweiz am grössten. In der Romandie unterstützen immer noch 65% der Befragten dieses Anliegen, während es in der italienischsprachigen Schweiz mit 39% Zustimmung keine Mehrheit mehr ist.
OAK: Anhörung für eine Weisung zur Vergabe von Eigenhypotheken
Die OAK schreibt: In der Praxis der beruflichen Vorsorge besteht Unsicherheit darüber, ob und wie Vorsorgeeinrichtungen und Einrichtungen, die der beruflichen Vorsorge dienen, Hypotheken an ihre Versicherten vergeben dürfen. Die Oberaufsichtskommission beabsichtigt, diese Lücke zu schliessen und Weisungen zum Thema der Vergabe von Eigenhypotheken zu erlassen. Aufgrund der Bedeutung der Weisungen hat sich die OAK BV entschlossen, eine Anhörung bei den interessierten Kreisen durchzuführen.
Die Anhörungsfrist dauert bis und mit 10. Oktober 2014. Das Anhörungsverfahren wird elektronisch durchgeführt. Es wird deshalb gebeten, die elektronische Version einer allfälligen Stellungnahme innert dieser Frist an folgende E-Mail-Adresse zu senden: info@oak-bv.admin.ch.
Arbeitgeber: EL und Kapitalbezug
Die Ergänzungsleistungen (EL) haben sich als bedarfsorientierte Ergänzung von AHV und IV zur Existenzsicherung bewährt. Trotzdem besteht Reformbedarf. Das hat der Bundesrat mit seinem Bericht vom vergangenen November gut dokumentiert. Mit seinen Richtungsentscheiden für eine Revision löste er Ende Juni aber eine emotionale Debatte über den Kapitalbezug aus. Doch dieses Randproblem lenkt nur vom wirklichen Problem ab – schreibt Martin Kaiser vom Arbeitgeberverband in einem Beitrag der Schweizer Arbeitgeberzeitung.
Der Tages-Anzeiger hat auf der Basis des Artikels Kaiser ebenfalls einen Beitrag zum Thema publiziert. Zentrale Schlussfolgerung: es ist nicht der Kapitalbezug in der 2. Säule, es sind die Heim- und Pflegekosten, welche die Finanzen der EL aus dem Lot bringen. Hier sollte laut Kaiser auch angesetzt werden.
Complementa: PKs im grünen Bereich
Im Jahr des 20-jährigen Jubiläums verzeichnet der Complementa Risiko Check-up ein Teilnehmerplus von rund 16%. Mit 283 Pensionskassen deckt die aktuelle Studie, gemessen an den Vorsorgekapitalien, 64% des Gesamtmarktes ab. In Erinnerung an den ersten Risiko Check-up vor 20 Jahren widmet sich die aktuelle Studie dem Sonderthema Immobilien. Viele Experten und auch die Nationalbank sehen hier Gefahren einer Blasenbildung (Vergrösserte Grafik durch Click).
Die Mehrheit der befragten Pensionskassen sieht kurzfristig weiter ansteigende Immobilien-Preise. Mittelfristig glaubt die Mehrheit, dass die Luft nach oben zwar beschränkt ist, die wenigsten erwarten jedoch sinkende Preise innerhalb der nächsten 5 Jahre. Das grösste Risiko für den Immobilienmarkt sehen Pensionskassen in steigenden Zinsen. Knapp 70% aller Befragten taxieren steigende Zinsen als grosses Risiko. Den Einfluss weiterer Faktoren auf das Preisniveau – wie beispielsweise Zuwanderung, Leerstände und etwaige Regulierungen – schätzen Pensionskassenverantwortliche hingegen für weit geringer ein.
Das Preisniveau von Schweizer Immobilen ist seit geraumer Zeit hoch. Dennoch wird nicht erwogen, inländische Immobilien durch ausländische zu ersetzen, gerade 10% entfallen auf diese Kategorie. Dies erstaune, schreibt Complementa, da vor allem grosse Kassen beklagen, nicht genügend Objekte im heimischen Markt zu finden. Als grösstes Hemmnis nennen die Befragten die mangelnde Transparenz, die hohen Kosten der Vermögensverwaltung sowie das Fremdwährungsrisiko.
Anders als bei den Immobilien haben Pensionskassen in den letzten Jahren den Anteil ausländischer Aktien und Obligationen erhöht. Der Anteil Auslandanlagen hat sich seit 1995 von unter 20% auf über 43% mehr als verdoppelt. Das tiefe Zinsniveau in der Schweiz veranlasst Pensionskassen, weiter Anlagechancen im Ausland zu suchen. So schichten bei den Obligationen Pensionskassen von Staatsanleihen um auf höher verzinsliche Papiere. Viele Kassenverantwortliche wagen sich dabei in ihnen unbekannte (ausländische) Märkte wie High Yield, Schwellenländeranleihen und Loan-Umsetzungen vor.
Die anhaltend gute Kursentwicklung von Aktien hat deren Anteile weiter ansteigen lassen. Aktien sind mit einem Anteil von 30% historisch betrachtet nun wieder leicht übergewichtet. Auf der anderen Seite sinkt die Obligationenquote weiter. Diese liegt erstmals unter 40%. Verglichen mit der strategischen Quote sind Obligationen aktuell mit rund 4% untergewichtet. Dennoch ist auch zu beobachten, dass Pensionskassen Gewinne an den Aktienmärkten mitnehmen. Vier von fünf gewonnen Franken wurden 2013 realisiert.


