Im jährlichen Rechenschaftsbericht zur Betriebsrechnung der Lebensversicherer stellt die Aufsichtsbehörde Finma fest, dass die 2004 eingeführten Transparenz-Bestimmungen die Konkurrenz im Geschäft mit der zweiten Säule belebt haben. Neu wird offengelegt, dass 2013 die Provisionen für Broker 113 Mio. Fr. und für den Aussendienst 101 Mio. Fr. erreichten. Gemessen an Marktwerten verwalteten die Lebensversicherer Ende Jahr 171,9 (Vorjahr: 169,8) Mrd. Fr., wobei die Bewertungsreserve – die Differenz zu den Buchwerten – zinsbedingt um über 5 Mrd. Fr. auf 9,7 Mrd. Fr. sank.
Viele KMU-Betriebe begeben sich unter das Dach eines Lebensversicherers, denn das Erwirtschaften ausreichender Kapitalerträge zur Finanzierung sicherer und auf viele Jahre hinaus garantierter Renten ist kein Kinderspiel, schreibt dazu die NZZ. Die Bewegungen zur Verstärkung von Rückstellungen ist ein Fingerzeig darauf, dass die Aufgabenstellung nicht trivial ist. Im Sparprozess setzten die Lebensversicherer für das Risiko Langlebigkeit für Altersrenten stabil 1,1 Mrd. Fr. ein; weitere 503 (686) Mio. Fr. wurden für Deckungslücken bei der Umwandlung von Altersgutschriften in Renten verwendet. Bekanntlich zwingen vom Bundesrat und von der Politik falsch gesetzte BVG-Parameter zu Umverteilungen von Jung zu Alt wie auch von den Aktiven zu den Rentnern.
Mit den Worten der Finma: Im System der beruflichen Vorsorge werden Altersrenten ausbezahlt, die sich durch vorsichtige Anlagen am Kapitalmarkt und durch Beiträge allein nicht finanzieren lassen. Und weiter: Im bestehenden Zinsumfeld sind BVG-Umwandlungssätze von 5,83% für Männer und 5,56% für Frauen nicht mehr angemessen. Das schreibt die Aufsicht. Gleichwohl werden nächstes Jahr und später noch manche Parlamentarier wettern, der von Sozialminister Alain Berset angestrebte Satz von 6,0% sei viel zu tief, meint Werner Enz.
NZZ / Mitteilung Finma /
Bericht Finma
