Die Zahl der jährlich neu zugesprochenen IV-Renten hat sich seit 2003 halbiert und hat sich seit 2012 bei 14‘000 stabilisiert. Die Zahl der laufenden IV-Renten ist weiter gesunken, im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent auf 225‘700 gewichtete Einheiten. Dabei ist gemäss einer Datenanalyse keine wesentliche Verlagerung von der Invalidenversicherung zur Sozialhilfe feststellbar. 2014 hat die IV erneut mehr Massnahmen zur beruflichen Eingliederung durchgeführt. Ausserdem hat sie letztes Jahr in 540 Fällen einen Versicherungsmissbrauch nachgewiesen.
Sozialversicherung
Gesamtrechnung Soziale Sicherheit 2012
Eine neue Publikation zur Gesamtrechnung der Sozialen Sicherheit (GRSS) geht unter anderem der Frage nach, inwieweit die Leistungen der sozialen Sicherung Einkommenseinbussen infolge des Rückgangs der Wirtschaftsleistung auffangen. Die Methodik des „Europäischen Systems der integrierten Sozialschutzstatistiken (ESSOSS)“ erlaubt den Vergleich der Resultate mit anderen europäischen Staaten. (KKS=Kaufkraftstandard).
Darüber hinaus werden neu die Resultate von zwei Weiterentwicklungen der GRSS vorgestellt und länderübergreifend verglichen: Einerseits wird die Anzahl der Bezüger/innen von mindestens einer Rentenleistung berechnet (Modul Rentenbezüger/innen) und andererseits wird geschätzt, wieviel von den Sozialleistungen tatsächlich für die Empfänger/innen übrig bleibt, nachdem die obligatorischen Abgaben wie Steuern und Sozialbeiträgen abgezogen wurden (Modul Nettosozialleistungen).
AHV mit negativem Umlageergebnis
Die AHV schliesst das Jahr 2014 mit einem negativen Umlageergebnis von -320 Millionen Franken ab, nachdem es 2013 mit 14 Millionen noch knapp positiv ausgefallen war. Das heisst, die Ausgaben der AHV sind im letzten Jahr höher gewesen als ihre Einnahmen. Dank des guten Anlageergebnisses, welches mit Vermögenserträgen von 1‘752 Millionen wesentlich höher als im Vorjahr (607 Millionen) ausgefallen ist, konnte der Abfluss aus dem AHV-Fonds jedoch überkompensiert werden. Somit fällt das Betriebsergebnis, das sowohl den Beitrag aus der Vermögensbewirtschaftung (1‘752 Millionen) als auch die vom Bund bezahlten Zinsen auf der IV-Schuld (275 Millionen) beinhaltet, mit 1‘707 Millionen trotz des negativen Umlageergebnisses, höher aus als im Vorjahr (908 Millionen).
Mitteilung BSV / Communiqué /
Kommentar Arbeitgeber / Kommentar SGB / NZZ / TA / TA Interview Berset
Arbeitgeber: Alternative Stabilisierungsstrategie für die AHV
In einem Gastkommentar in der NZZ stellen Martin Kaiser und Frédéric Pittet den Vorschlag von Arbeitgeberverband und Economiesuisse für eine Stabilisierungsregel in der AV2020 mit Blick auf die absehbaren Defizitjahre der AHV ab 2020 vor. Sie schreiben u.a:
Ein realistisches Modell von Arbeitgeberverband und Economiesuisse sieht ebenfalls [wie beim BR-Modell] einen zweistufigen Aufbau vor: Fällt der AHV-Fonds effektiv unter 100 Prozent eines Jahresaufwands, muss der Bundesrat dem Parlament innerhalb eines Jahres Reformvorschläge zur Stabilisierung der AHV unterbreiten. Verstreicht die Frist ungenutzt bzw. fällt der AHV-Fonds unter 80 Prozent, so greifen die Massnahmen der zweiten Stufe. Bundesrat und Parlament haben gut vier Jahre Zeit, sich auf eine wirksame Reform zu einigen. Falls dies nicht gelingt, werden automatisch das Referenzalter schrittweise um maximal 24 Monate sowie die Mehrwertsteuer um 0,4 Prozent angehoben. Das Referenzalter wird nicht auf einen Schlag erhöht, sondern um höchstens 4 Monate pro Jahr – je nach finanziellem Bedarf der AHV. Die Massnahmen sind so ausgestaltet, dass sowohl die aktive Bevölkerung als auch die Rentner einen Beitrag zur Stabilisierung der AHV leisten.
Auf den ersten Blick wirkt die Erhöhung des Referenzalters abschreckend. Bei näherem Hinsehen relativiert sich die Massnahme jedoch: Nicht nur stellt die Anhebung des Referenzalters eine Ultima Ratio dar, auch würde die Massnahme nur im schlechtesten Fall voll ausgereizt. Ausserdem würde es nach Einsetzen der ersten Stufe mehr als zehn Jahre dauern, bis das Maximum von 24 Monaten erreicht wäre. Es bliebe also genügend Zeit, um eine solche Erhöhung zu verhindern.
AHV: Rentenkürzung bei Deflation?
Die Aufgabe des Euro-Mindestkurses und die Einführung von Negativzinsen durch die SNB könnten zu Deflation und zu stagnierenden Löhnen führen. Würde in einem solchen Szenario auch der AHV-Mischindex ins Minus rutschen, müssten die Renten entsprechend gekürzt werden. Müssten, betont Jérôme Cosandey von Avenir Suisse, denn politisch sei ein negativer Teuerungsausgleich der Renten wenig wahrscheinlich, wie Erfahrungen aus Deutschland und Schweden zeigten. Daraus könne die Schweiz lernen.
AHV-Fonds unter der Lupe von Eco
Nachdem die Wirtschaftssendung Eco von SRF dem AHV-Fonds (neu unter dem Titel “compenswiss” firmierend) kürzlich ein ungenügende Rendite vorgeworfen hatte, konnte wenig später der Fonds eine Performance von 6,5% für 2014 ausweisen und damit anscheinend die Vorwürfe wenigstens teilweise widerlegen. Jetzt doppelt Eco mit der Meldung nach, dass bei einem Vergleich mit dem Pictet 25-Index über die letzten Jahre der Fonds rund 5 Mrd. Franken Mindererträge erzielt hat. Der Vergleich mit dem Index ist nur teilweise stichhaltig, da die Anlagen und Kosten sich nicht entsprechen. Mehr Aussagekraft hat der Vorwurf, dass aufgrund ungesicherter Dollar-Bestände der Fonds im Januar Währungsverluste von über 400 Mio. Franken erlitten hat. Aber auch das wäre wohl zu relativieren, da er damit im gleichen Boot mit zahlreichen anderen institutionellen Anlegern ist. Bemerkenswert ist letztlich die Feststellung von Eco betreffend die ungenügende Transparenz der beauftragten Vermögensverwalter. Da hat compenswiss jetzt Besserung versprochen.
Eco / TA / Eco Kritik
AHV/IV/EO Ausgleichsfonds im Jahr 2014
Die unter dem Logo compenswiss geführten Ausgleichsfonds AHV/IV/EO haben das Anlagejahr 2014 positiv abgeschlossen. Die Nettorendite auf dem Wertschriftenvermögen, ohne Einbezug der Liquidität, beläuft sich auf 7.11%. Das Gesamtvermögen der Anlagefonds betrug per Ende Jahr 33.1 Mrd. Franken. compenswiss verfolgt auftrags- und strategiegemäss eine konservative Anlagepolitik, die einerseits auf den hohen Liquiditätsbedarf und andererseits auf den aktuellen kurzen Anlagehorizont der drei Ausgleichsfonds abgestimmt ist.
Eco: Kritik am AHV-Fonds
Mit über 30 Milliarden Franken ist er ein Schwergewicht unter den institutionellen Anlegern. Doch der AHV-Fonds hat in der Vergangenheit Milliarden an möglicher Rendite nicht erzielt. Und was die Kontrolle der Geschäftstätigkeit anbelangt, scheint das Parlament den AHV-Fonds vergessen zu haben, heisst es auf der Website von SRF zu einer Sendung von Eco.
Eco liege eine Untersuchung vor, die zwischen 2008 und 2013 den Anteil risikoreicher Anlagen wie Aktien am Gesamtvermögen und die erzielte kumulierte Rendite von über 40 institutionellen Investoren eruiert hat, darunter zum Beispiel auch der Unfallversicherer SUVA. Befund: Der AHV-Fonds hole im Vergleich zum Risiko, das er eingeht, unterdurchschnittlich wenig Rendite.
Pensionierungswelle der Babyboomer – Prüfstand für Generationenvertrag
Die Pensionierungswelle der Babyboomer stellt den Generationenvertrag auf den Kopf. In einer Gerontokratie sind Leistungskürzungen so gut wie chancenlos. Deshalb bedarf es ernstzunehmender Visionen, wie Generationenbeziehungen qualitativ neu gestaltet werden können, um quantitative Anpassungen zu ermöglichen, schreibt Jérôme Cosandey in einem Beitrag auf avenir suisse.
Statistik der Familienzulagen 2013
Die Arbeitgeber finanzieren die Familienzulagen in Form von Beiträgen auf den Löhnen. Die Arbeitgeberbeitragssätze der Kassen variieren mit einer Spannweite von 0,15 % bis 3,9 % sehr stark. Der Grund hierfür liegt in der unterschiedlichen Struktur der einzelnen Familienausgleichskassen, was einen Vergleich sehr erschwert. Kassen mit hohen Löhnen sowie Kassen mit wenigen Kindern haben niedrigere Beitragssätze. Das in einigen Kantonen vorhandene System eines kantonalen Lastenausgleichs zwischen den einzelnen im jeweiligen Kanton tätigen Kassen kann diese Unterschiede teilweise kompensieren. Die Höhe der Schwankungsreserven hat ebenfalls einen Einfluss auf die Beitragssätze. Die mit Hilfe der Summe der kantonalen AHV-pflichtigen Einkommen gewichteten Arbeitgeberbeitragssätze variieren je nach Kanton zwischen 1,11 % und 3,26 %. Der mittlere gewichtete Beitragssatz für die Schweiz liegt bei 1,6 %.
Im Jahr 2013 wurden gesamthaft Familienzulagen in der Höhe von 5,5 Milliarden Franken ausbezahlt. Den mit 97 Prozent grössten Anteil machten die Leistungen gemäss Bundesgesetz über die Familienzulagen (FamZG) aus, der Rest entfiel auf Familienzulagen in der Landwirtschaft sowie nach weiteren Versicherungssystemen (AVIG, IV). Insgesamt wurden 1,85 Millionen Leistungen an rund 1 Million Bezüger/innen ausgerichtet. Im Rahmen des FamZG beanspruchten die Kinderzulagen 70 Prozent, die Ausbildungszulagen 29 Prozent und die Geburts- und Adoptionszulagen 1 Prozent. Finanziert wurden die Zulagen grösstenteils von den Arbeitgebern, mit einem mittleren gewichteten Beitragssatz in der Höhe von 1,6 Prozent.
Schweizerische Sozialversicherungsstatistik
Die Schweizerische Sozialversicherungsstatistik 2014 ist erschienen. Sie gibt einen Überblick über die Finanzen der Sozialversicherungen der Jahre 2012 und teilweise 2013 sowie über die Entwicklung seit 1990. Erstmals seit 1990 wiesen 2012 alle Sozialversicherungen positive Rechnungssaldi aus. Nach 1990 waren zuerst die ALV, später die IV jahrelang defizitär gewesen. Gemäss der aktuellsten Gesamtrechnung der Sozialversicherungen (GRSV) wuchsen die Einnahmen 2012 schwächer als die Ausgaben. Dank des weiterhin erfreulichen Rechnungssaldos von 21,5 Milliarden Franken und dank Kapitalwertänderungen an den Finanzmärkten von 35,9 Milliarden Franken stieg das zusammengefasste Finanzkapital 2012 auf 757,9 Milliarden Franken.
Druckversion ab 30.1.2015 unter www.bundespublikationen.admin.ch bestellbar (Bestellnummer 318.122.14D).
Änderungen bei den Sozialversicherungen per 1.1.2015
Wie hoch sind die AHV- und IV-Renten ab 2015? Was ändert sich bezüglich der Beiträge bei „Sackgeldjobs“? Welche Grenzbeträge gelten neu in der Beruflichen Vorsorge? In einem Artikel der „Sozialen Sicherheit CHSS“ verschafft das Bundesamt für Sozialversicherungen einen Überblick über die für 2015 vorgesehenen Änderungen bei den Schweizer Sozialversicherungen. Ausserdem wird darin über die wichtigsten laufenden Reformen informiert.
Armut im Alter
Die ältere Bevölkerung erlangt in der Schweiz eine immer grössere Bedeutung. Damit kommt auch der sozialen Sicherung im Alter ein immer wichtigerer Stellenwert zu.
In der Studie des BFS werden die bestehenden Informationen zur Einkommensarmut der Bevölkerung ab 65 Jahren ergänzt, indem neben der Einkommensperspektive auch die Konsum- und Vermögenssituation der älteren Personen genauer analysiert wird. Der vertiefende Blick auf diese Altersgruppe wird durch weitere objektive und subjektive Indikatoren abgerundet. Da die Ungleichheit in Bezug auf Einkommen und Vermögen bei Personen im Rentenalter grösser ist als bei Personen im Erwerbsalter, wird zudem eine genauere Betrachtung von Untergruppen innerhalb der Bevölkerung im Rentenalter vorgenommen.
BR lehnt Initiative “AHVplus” ab
Der Bundesrat spricht sich gegen die eidgenössische Volksinitiative «AHVplus: für eine starke AHV» aus. Er hat die entsprechende Botschaft ans Parlament verabschiedet. Der Bundesrat sieht finanziell keinen Spielraum für eine Erhöhung der AHV-Leistungen und hält an seinem mit dem Reformprojekt Altersvorsorge 2020 eingeschlagenen Weg fest.
AHV/IV: Neuer Internet-Auftritt
Für die 1. Säule der schweizerischen Sozialversicherung wurde eine neue Internet-Seite eingerichtet, die dem Trend nach tabletgerechter Darstellung im Kinderbuchformat folgt. Alles lässt sich auch mit den Fingern bedienen. Zum Start wünschen die Verantwortlichen den Benutzern “viel Vergnügen beim Stöbern”. Neu gibt es auch einen Email-Dienst mit Aktualitäten.
