Der Schweizerische Versicherungsverband lehnt die Erbschaftssteuer-Initiative ab. Ihre Umsetzung würde in Familienbetrieben die Nachfolgeregelungen erschweren und damit den Fortbestand dieser Unternehmen mit ihren Arbeitsplätzen gefährden. Das Ziel der Initiative, die AHV finanziell zu stärken, könne damit nicht erreicht werden. Wohl aber mit dem Projekt Altersvorsorge 2020, das der SVV unterstützt.
Die Initianten prognostizieren Erträge von 3 Milliarden Franken pro Jahr – der Bundesrat deutlich weniger. Die absehbare Finanzierungslücke der AHV bis 2030 wird jedoch auf gegen 8 Milliarden Franken geschätzt. Die Einnahmen aus der Erbschaftssteuer könnten also unabhängig vom gewählten Szenario nur einen Bruchteil davon decken. Die strukturellen Probleme der AHV (steigende Lebenserwartung, weniger Erwerbstätige im Verhältnis zur Anzahl der Rentnerinnen und Rentner) würden dadurch nicht gelöst, schreibt der SVV in einer Mitteilung.

Die AHV schliesst das Jahr 2014 mit einem negativen Umlageergebnis von -320 Millionen Franken ab, nachdem es 2013 mit 14 Millionen noch knapp positiv ausgefallen war. Das heisst, die Ausgaben der AHV sind im letzten Jahr höher gewesen als ihre Einnahmen. Dank des guten Anlageergebnisses, welches mit Vermögenserträgen von 1‘752 Millionen wesentlich höher als im Vorjahr (607 Millionen) ausgefallen ist, konnte der Abfluss aus dem AHV-Fonds jedoch überkompensiert werden. Somit fällt das Betriebsergebnis, das sowohl den Beitrag aus der Vermögensbewirtschaftung (1‘752 Millionen) als auch die vom Bund bezahlten Zinsen auf der IV-Schuld (275 Millionen) beinhaltet, mit 1‘707 Millionen trotz des negativen Umlageergebnisses, höher aus als im Vorjahr (908 Millionen).