An der 84. Generalversammlung des Schweizerischen Versicherungsverbands SVV in Bern am 27.6.2014 in Bern haben die bisherigen Vorstandsmitglieder Philippe Egger, ehemaliger CEO der Axa Winterthur, und Klaus-Peter Röhler, ehemaliger CEO bei Allianz Suisse, per 31. Dezember 2013 demissioniert, Bruno Pfister, Group CEO, Swiss Life, auf den Zeitpunkt der GV. In die frei werdenden Positionen haben die Delegierten folgende neue Vorstandsmitglieder gewählt:
•Ivo Furrer, CEO Markt Schweiz, Swiss Life
•Severin Moser, Vorsitzender der Geschäftsleitung, Allianz Suisse
•Antimo Perretta, CEO, Axa Winterthur
Assekuranz
AV2020: Versicherer fordern Nachbesserung
Der Versicherungsverband äussert sich zurückhaltend zum aktuellen Entscheid des Bundesrates zur Altersvorsorge 2020. In einer Medienmitteilung heisst es u.a.: “Angesichts der hohen Bedeutung der Reform darf das Projekt «Altersvorsorge 2020» nicht überladen sein. Die Versicherungswirtschaft unterstützt nach wie vor eine Etappierung der Vorlage in Teilpaketen, wie sie der Schweizerische Arbeitgeberverband vorgeschlagen hat.
In der Vernehmlassung haben die Versicherer weitere Vorschläge zur beruflichen Vorsorge und insbesondere zur Kollektivlebensversicherung eingebracht. Der Schweizerische Versiche-rungsverband erwartet vom Bundesrat, dass er diese Vorschläge ernst nimmt und ihnen im Rahmen der Botschaft zur Reform «Altersvorsorge 2020» gebührend Rechnung trägt.”
Motion Egerszegi “für faire Risikoprämien” im NR abgelehnt
Der Nationalrat hat die Motion Egerszegi zum Thema “Faire Risikoprämien in der beruflichen Vorsorge” behandelt. Christian Lohr erklärte für die SGK: “Mit einem Stimmenverhältnis von 16 zu 7 beantragt die Mehrheit der Kommission, diese Motion abzulehnen.
Frau Christine Egerszegi-Obrist verlangt in ihrer Motion, dass der Bundesrat beauftragt werde, in die Aufsichtsverordnung (AVO) eine Bestimmung aufzunehmen, mit der sichergestellt wird, dass die von der Finma genehmigten Tarife auf einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Risikobeiträgen und Versicherungsleistungen beruhen. Der Ständerat hat die Motion am 27. November 2013 mit 20 zu 16 Stimmen bei 1 Enthaltung angenommen. Die Kommission des Nationalrates hat in ihrer Mehrheit Nein gesagt zu dieser Motion.
Die Mehrheit der Kommission will die Frage des Verhältnisses zwischen Risikoprämien und Versicherungsleistungen der Kollektivlebensversicherungen im Bereich der beruflichen Vorsorge nicht losgelöst von der geplanten Reform Altersvorsorge 2020 angehen.
Der Überschuss aus den Risikobeiträgen, wird argumentiert, werde nämlich bisher benötigt, um Altersrenten mitzufinanzieren, die nach einem überhöhten Rentenumwandlungssatz berechnet würden. Man ist überzeugt davon, dass es jetzt keine zusätzliche Regelung braucht und dass man zuwarten soll, bis die Reform die entsprechende Lösung bzw. den Vorschlag durch den Bundesrat bringt. Eine vorgezogene Revision erachtet die Mehrheit als nicht angebracht.”
BR Widmer-Schlumpf verwies ebenfalls auf die noch im laufenden Jahr zu erwartende Botschaft zur Altersvorsorge 2020, in welcher das Thema im grösseren Zusammenhang behandelt werde und empfahl Ablehnung. Die Motion wurde mit 123 gegen 55 Stimmen abgelehnt.
Der Schweizerische Versicherungsverband schreibt in einer Mitteilung: “Der Nationalrat hat sich gegen eine neue Regelung bei der Genehmigung der Risikoprämien in der beruflichen Vorsorge entschieden. Der Schweizerische Versicherungsverband SVV begrüsst diesen Entscheid des Nationalrats, denn die eingenommenen Risikoprämien finanzieren die laufenden Renten mit, die aufgrund des zu hohen Umwandlungssatzes nicht nachhaltig finanziert sind.”
Curtius: Solvenz, Repression und Invalidität
AWP Soziale Sicherheit hat in Ausgabe 10/2014 den zweiten Teil eines Interviews mit Christoph Curtius, Finanzchef der PKRück, publiziert. Auszüge zu den Themen Solvency II und AHV-Rentenalter.
Soziale Sicherheit: Die Umsetzung von Solvency II ist ein Quantensprung für die Versicherungswirtschaft. Wie wird sich dieser Paradigmenwechsel auf die Branche auswirken?
Curtius: Solvency II wird nun per 1. Januar 2016 nach mehreren Verzögerungen zur Anwendung kommen. Die Erfahrungen verschiedener Marktteilnehmer zeigen, dass aufgrund der ökonomischen Betrachtungsweise der Solvabilität II Vorschriften die Solvenzresultate ein anderes, allenfalls nicht kohärentes Bild mit jenen von Solvabilität I ergeben können.
Was ist die Konsequenz davon?
Auffallend ist, dass Investitionen in Staatsanleihen durch die neuen Vorschriften stark gefördert werden. Letztendlich zwingt hier die Aufsichtsbehörde beziehungsweise ein staatliches Organ die Versicherer, ihre Staatsschulden zu finanzieren. Das kann auch als finanzielle Repression bezeichnet werden.
Wird Solvency II das Produkt-Pricing von PKRück beeinflussen?
Nein. Denn das würde sonst heissen, dass unser Eigenkapital knapp ist. Das ist nicht der Fall. PKRück weist auch unter den neuen Vorschriften eine komfortable Kapitalausstattung auf.
Ist vor diesem Hintergrund die Rückversicherung ein Eigenkapitalsubstitut?
Das kann einer der Gründe für einen Rückversicherungsvertrag sein.
Politiker diskutieren über eine Erhöhung des ordentlichen AHV-Rentenalters. Wird das die Eigenkapitalquote beeinflussen?
Die Eigenkapitalquote betrifft das nur indirekt. Wir haben die Neurentenquote in Abhängigkeit des Alters ermittelt und analysiert. Hier zeigt sich, dass sich das Risiko invalid zu werden sehr stark altersabhängig gestaltet. Da die Invalidisierungswahrscheinlichkeit in der Altersgruppe 60 bis 65 Jahren im Vergleich zu allen anderen Erwerbstätigengruppen besonders hoch ist, scheint dadurch ein relativer Anstieg der IV-Renten unvermeidlich.
Was heisst das konkret?
Experten gehen davon aus, dass eine Erhöhung des AHV-Alters bei sonst unveränderten Rahmenbedingungen in den kommenden zehn Jahren zu einem Anstieg der IV-Neurenten um 10,9% im Vergleich zum Stand von 2012 führen könnte. Damit würde die Zahl der IV-Neurenten wieder ungefähr auf das Niveau von vor der Umsetzung der 5. IV-Revision ansteigen.
NZZ: Fortschritte bei der Swiss Life
Werner Enz befasst sich in der NZZ mit der Swiss Life und ihrem Kollektivgeschäft 2013. Enz schreibt: Im hartnäckig niedrigen Zinsumfeld sind Garantieleistungen von Lebensversicherern im Geschäft mit Vorsorgegeldern offensichtlich stark nachgefragt. Ebenso wie Axa Winterthur (+10%) erreichte Swiss Life mit +13%, gemessen an Prämieneinnahmen, ein zweistelliges Wachstum.
(…) Mit Blick auf laufende Renten, die zwingend zu leisten sind, wie auch wegen des stark übersetzten gesetzlichen Umwandlungssatzes wurden die Rückstellungen um weitere 953 Mio. Fr. verstärkt. Gerne wüsste man, wie viel Geld 2013 wegen unvernünftiger gesetzlicher BVG-Auflagen von Jung zu Alt umverteilt wurde; bei Axa Winterthur waren es 416 Mio. Fr. Immerhin sagte Swiss Life, unter Berücksichtigung ihres Portfolio-Bestands müssten sie auch einen Betrag in dieser Grössenordnung dafür aufwenden.
Ein qualitativer Sprung gelang Swiss Life 2013 bei den Verwaltungskosten. Je Versicherten gerechnet, fielen sie dank moderner IT-Infrastruktur innerhalb eines Jahres um 10% auf 373 Fr. Die Vermögensverwaltungs-kosten verharrten mit 0,18 (0,19)% auf niedrigem Stand. Die sanft sinkende Kostenprämie, die laut Finma-Auflagen gesondert ausgewiesen werden muss, spiegelte zu Teilen diese Effizienzgewinne.
AXA profitiert vom Run auf Kollektiv-Lösungen, massive Umverteilung
Axa Winterthur hat die wichtigsten Elemente ihrer Resultate im Kollektiv-Geschäft 2013 in einer Mitteilung zusammen gefasst. Sie hält fest:
2013 hat die AXA Winterthur im Geschäft mit der beruflichen Vorsorge ein Prämienwachstum von 10,1 Prozent auf 8,4 Mrd. Franken erreicht. Bei anhaltend tiefen Zinsen erzielte sie eine Kapitalrendite von 3,13 Prozent und übertraf damit den Vorjahreswert von 3,02 Prozent. Die jährlichen Kosten pro aktiv versicherte Person konnten weiter gesenkt werden: Sie betrugen für 2013 noch 425 (434) Franken. Die Umverteilung von den Erwerbstätigen zu den Altersrentnern hat sich weiter akzentuiert und belief sich 2013 auf einen Betrag von 416 Millionen Franken.
Zum Thema Umverteilung heisst es: Das im Zeitpunkt der Pensionierung einer Person angesparte Alterskapital ist aufgrund der steigenden Lebenserwartung und des zu hohen Umwandlungssatzes vorzeitig aufgebraucht. Um diese Lücke zu schliessen, wird ein Teil der Anlagerendite und der Risikoprämie der aktiven Versicherten benötigt. Allein bei der AXA Winterthur wurden im Jahr 2013 416 Millionen Franken von den Erwerbstätigen zu den Altersrentnern umverteilt. Die AXA Winterthur setzt sich dafür ein, diese Umverteilung zu reduzieren und die Generationen-Fairness wiederherzustellen.
Mit der moderaten Reduktion des Umwandlungssatzes im Überobligatorium per 1. Januar 2015 hat sie bereits einen ersten Schritt unternommen. Zusätzlich wird die AXA Winterthur die Rückstellungen für laufende Altersrenten bis spätestens 2016 erhöhen, damit diese nicht mehr von den aktiven Versicherten mitfinanziert werden müssen (Zins für die Bewertung dieser Rentenrückstellungen höchstens 2 Prozent).
Starke Nachfrage im Kollektivgeschäft
Die Swiss Life weist für das erste Quartal 2014 sowohl in der Berichtswährung Franken als auch in Lokalwährungen einen Rückgang der Bruttoprämieneinnahmen von 1 Prozent auf 6,9 Milliaden Franken aus. Dagegen sind die Kommissions- und Gebührenerträge um 9 Prozent auf 298 Millionen angestiegen.
Die Swiss Life sei gut in das neue Jahr gestartet und habe die Marktstellung in strategisch wichtigen Geschäftsbereichen ausgebaut, wird CEO Bruno Pfister, der sein Amt im Sommer Investmentchef Patrick Frost übergibt, in der Mitteilung zitiert. Die Gruppe setze auf profitables Wachstum und die Verbesserung der Prämienqualität.
Im Heimmarkt Schweiz sind die Einnahmen um 7 Prozent auf 4,93 Milliarden Franken gewachsen. Dazu beigetragen habe weiterhin die gute Nachfrage der KMU nach der Vollversicherungslösung im Kollektivlebengeschäft.
Die Anlagerendite im Quartal belief sich nicht annualisiert auf 1,0 nach 1,4 Prozent im Vorjahr. Die Gruppensolvenzquote verbesserte sich seit Ende 2013 um 16 Prozentpunkte auf 216 Prozent.
PKRück “kerngesund und bilanzstark”
Die PKRück vermittelte an einem Mediengespräch erweiterte Informationen und Kommentare zu ihrem gleichentags veröffentlichten Jahresbericht. Laut Einschätzung von Finanzchef Christoph Curtius ist der Rückversicherer “kerngesund und finanzstark”. Die Einschätzung lässt sich untermauern mit den Bilanzzahlen per 2013. Das Wachstum hat sich in allen Bereichen fortgesetzt mit einem Plus von 11% bei den Prämieneinnahmen, 10% beim Eigenkapital und 9% bei den Versicherten (auf 161’000 Personen). Wie gut die PKRück dasteht ergibt sich eindrücklich aus der hohen Solvabilitätsquote von 272%. Sie erlaubt einen sehr tiefen technischen Zins von 2%. Um für noch schwierigere Zeiten gerüstet zu sein, wurden Zusatzrückstellungen für einen technischen Zins von 1,25% vorgenommen. Das ermöglicht eine auf äusserste Sicherheit ausgerichtete Anlagepolitik (Aktienanteil 7%), die allerdings ihren Preis in einer Performance von lediglich 1,8% für das Berichtsjahr hat. Bei Kapitalanlagen von 409 Mio. Franken und Deckungsrückstellungen von 96 Mio., beträgt die erforderliche Rendite zur Finanzierung des technischen Zinses nur gerade 0,47%. Das gibt kaum Anlass zum Eingehen höherer Risiken.
Im Aktionariat haben sich durch den Ausstieg von Profond und der Neuaufnahme der Previs einige wichtige Änderungen ergeben. Am AK beteiligt sind jetzt mit je 22,5% Abendrot, PKG, Nest und Previs, 10% liegen bei der PKRück. Ihren Marktanteil schätzt die PKRück auf 15%.
Durch den Ausstieg der Profond mit ihren 30’000 Versicherten verliert der Versicherer nach eigenen Angaben 6 bis 7% des Geschäftsvolumens. Die Phase ununterbrochenen Wachstums dürfte deshalb nach Einschätzung von Hanspeter Tobler, Vorsitzender der Geschäftsleitung, im laufenden Jahr durch eine gewisse Abflachung unterbrochen werden, bis die Lücke durch den Abgang geschlossen ist.
In der Präsentation enthalten sind Angaben über die aktuelle Entwicklung der IV-Fälle und die Präventionsmassnahmen der PKRück sowie Angaben über Geschäftsgang und Aussichten für das laufende Jahr.
Erweiterte Palette in der Kollektivversicherung, UWS-Senkung
Axa Winterthur will vermehrt auch ihre teilautonomen Angebote in den Kundenfokus rücken, bei denen das Anlagerisiko ganz oder teilweise beim Vorsorgewerk und damit bei den angeschlossenen Unternehmen liegt. Der Grund ist, dass die engen regulatorischen Rahmenbedingungen der Vollversicherung zwar maximale Sicherheit gewährleisten, im anhaltend tiefen Zinsumfeld aber auch zusätzlich auf die Anlagerendite und somit auf den Zins der Versicherten drücken, heisst es in einer Medienmitteilung. «Die Vollversicherung ist zu Recht sehr beliebt. Teilautonome Sammelstiftungen haben aber einen viel höheren Grad an Autonomie und Gestaltungsspielraum, so dass die erwartete Anlagerendite und somit die Verzinsung der Altersguthaben über derjenigen der Vollversicherung liegt und auch die Kosten tiefer sind», erklärt Thomas Gerber, Leiter Leben und Mitglied der Geschäftsleitung der AXA Winterthur.
Als Reaktion auf die weiter steigende Lebenserwartung sowie die anhaltend tiefen Zinsen werden die «AXA Stiftung Berufliche Vorsorge» und die «AXA BVG-Stiftung Westschweiz» per 1. Januar 2015 ihren Umwandlungssatz anpassen: bei den Männern von 5,835 % auf 5,604 % (– 4 %) und bei den Frauen von 5,574 % auf 5,480 % (– 1,7 %). Für einen typischen Versicherten mit CHF 300‘000.– im obligatorischen und CHF 200‘000.– im überobligatorischen Teil der zweiten Säule werde die Anpassung zu einer Reduktion der künftigen Altersrente um CHF 39.– pro Monat führen, schreibt Axa Winterthur.
AV2020: SVV für mehrheitsfähige Parameter
Der Schweiz. Versicherungsverband schreibt in einer Mitteilung zu seiner Stellungnahme zur Altersvorsorge 2020: “Die vom Bundesrat vorgenommene Betrachtung des Gesamtsystems stimmt grundsätzlich. Bei der Umsetzung der Reform ist es jedoch wichtig, dass nach klaren Prioritäten und mit überschaubaren Paketen vorgegangen wird. Die Reform ist dabei konsequent auf zwei Ziele auszurichten: Die Sicherung der Renten sowie die nachhaltige Finanzierung der ersten und zweiten Säule. Die Lebensversicherer unterstützen deshalb die Vorschläge des Bundesrates, das Rentenalter für Mann und Frau auf 65 Jahre festzulegen sowie die AHV über die Mehrwertsteuer finanziell zu stärken und durch einen Interventionsmechanismus zu stabilisieren. Ebenfalls begrüssen sie den Vorschlag, den Umwandlungssatz in der beruflichen Vorsorge zu senken und diese Senkung durch geeignete Massnahmen zu kompensieren.
Die Lebensversicherer leisten zum Gelingen der Reform ihren Beitrag und konzentrieren sich dabei auf politisch tragfähige und konsensorientierte Lösungen. Sie verzichten auf versicherungstechnisch zwar gerechtfertigte, aber nicht mehrheitsfähige Forderungen wie einen Umwandlungssatz von unter 6% oder ein Rücktrittsalter von über 65 Jahren.
Die Lebensversicherer brauchen jedoch annehmbare Rahmendbedingungen, um den KMU’s weiterhin den Rundumschutz des Vollversicherungsmodells in der beruflichen Vorsorge anbieten zu können. Der Markt zeigt klar, dass dieses Angebot einem echten Bedürfnis entspricht: Jeder zweite Arbeitgeber hat sich für das Vollversicherungsmodell entschieden und die Nachfrage wächst stetig. Der heutige Mechanismus zur Überschussverteilung, die Mindestquote von 90%, muss deshalb beibehalten werden. Nur so kann das Risikokapital bereitgestellt werden, das für die garantierten Sicherheiten des Vollversicherungsmodells notwendig ist.”
Swiss-Re: Milliardentransaktion mit britischer Pensionskasse
Der Rückversicherer Swiss Re übernimmt Langlebigkeitsrisiken von der Pensionskasse des britischen Versicherungsmultis Aviva. Die Transaktion umfasst Verpflichtungen gegenüber 19’000 Aviva-Mitarbeiter im Umfang von 5 Mrd. Pfund.
Swiss Re gehört nach eigenen Angaben zu den wichtigsten Anbietern in der Rückversicherung von Langlebigkeitsrisiken. Zwischen 2007 und 2012 habe es sieben solche Risikotransaktionen gegeben, deren Volumen sich auf insgesamt knapp 13 Mrd. Dollar (9,47 Mrd. Euro) belief.
Pensionskassen «wetten» auf Naturkatastrophen
Es mag zynisch klingen, aber wenn die Erde in einer Region bebt oder ein Wirbelsturm wütet, beginnen Versicherungskonzerne rasch zu rechnen. Wie gross sind die Schäden insgesamt? Wie viel davon ist versichert, heisst es in einer Sendung im Rendez-vous auf Radio SRF.
Solche Fragen interessieren seit ein paar Jahren auch den einen oder anderen Pensionskassen-Verwalter, weil er oder sie einen Teil des Pensionskassen-Vermögens in solche Natur-Risiken investiert hat.
Dabei gehen die Pensionskassen eine Art Wette ein, wie Branchen-Kenner Urs Ramseier von Twelve Capital am Beispiel eines fiktiven Erdbebens in San Francisco erläutert: Würde sich ein solches ereignen, dann verliert der Investor sein Geld. Bleibt das Naturereignis dagegen aus, so wirft das investierte Geld noch eine Rendite ab. Gerade für Pensionskassen sind solche «Wetten» verlockend: Das Geschäft ist zwar riskant, dafür wird das eingesetzte Geld entsprechend gut verzinst. Das ist im aktuellen Tiefzins-Umfeld attraktiv.
Heinrich Flückiger von Swisscanto führt noch einen zweiten Grund an, warum Pensionskassen begonnen haben, beim Versichern von Naturkatastrophen mitzumischen. Naturereignisse wie Wirbelstürme und Erdbeben funktionierten nach eigenen Gesetzen und seien nicht an das Auf und Ab der Finanzmärkte gekoppelt.
Damit werden die Investoren zunehmend zur Konkurrenz für die traditionellen Rückversicherer und nehmen ihnen Geschäfte weg.
Die Swiss Re reagiert noch gelassen auf diese Konkurrenten: Man sei nicht alarmiert, beobachte die Situation aber aufmerksam, heisst es dort. Swiss Re profitiert davon, im Bereich Naturkatastrophen über ein enormes Wissen zu verfügen. Und wenn mal wieder ein Hurrikan oder ein Erdbeben grosse Schäden verursacht, bleibt der Trost, dass die Versicherungsbranche die Kosten nicht allein schultern muss.
Anhaltendes Wachstum, Wechsel im Aktionariat
Die PKRück konnte im Jahr 2013 die Versichertenzahl um rund 9% auf 161’000 steigern. Das Wachstum ist über alle Regionen und Kundensegmente hinweg breit abgestützt. Zudem wurden im Aktionariat der PKRück die Beteiligungsverhältnisse neu geordnet. Die vier autonomen Sammelstiftungen Stiftung Abendrot, Nest Sammelstiftung, PKG Pensionskasse und Previs Personalvorsorgestiftung Service Public, die bisher schon massgeblich an der Gesellschaft beteiligt waren, haben ihre Beteiligung ausgebaut. Verkäufer der Aktien war die Profond Vorsorgeeinrichtung, die nun dem Aktionariat nicht mehr angehört.
Die Profond Vorsorgeeinrichtung hat sich entschlossen, ab dem 1. Januar 2014 ihre biometrischen Risiken selbst zu tragen. Getreu der Gesellschaftsidee «von Pensionskassen für Pensionskassen» ist bei der PKRück das Aktionärsrecht an eine Kundenbeziehung gekoppelt. Daher hat die Profond Vorsorgeeinrichtung nun ihre Beteiligung von 33.3% an der PKRück veräussert. Ihr Anteil wurde von den übrigen vier Aktionären der PKRück übernommen, die nun gleichwertig mit einem Anteil von jeweils 22.5 % an der PKRück beteiligt sind. Im Rahmen der Neuordnung der Aktionärsstruktur hat zudem die PKRück selbst eine Aktienbeteiligung von 10% erworben. Damit soll bestehenden oder potenziellen Kunden ermöglicht werden, sich an der Gesellschaft zu beteiligen.
Die Geschäftszahlen wird die PKRück im April veröffentlichen.
SVV: Altersvorsorge-Monitor 2013
Die meisten Stimmberechtigten sind der Meinung, dass unsere Altersvorsorge gut funktioniert. Sie gehen davon aus, dass sich ihre Pläne nach der Pensionierung erfüllen lassen. Dennoch haben die aktuellen Diskussionen rund um die Reform der Altersvorsorge den Blick für Probleme und Grenzen geschärft. So lauten die heute vorgestellten Ergebnisse der Meinungsumfrage «Altersvorsorgemonitor 2013» vom Forschungsinstitut gfs.bern. Die Befragung zeigt auch, dass die Reform «Altersvorsorge 2020» von Bundesrat Berset die richtigen Akzente setzt.
Es zeigt sich, dass die Sorge um die eigene zukünftige Rente stärker im Vordergrund steht als die Diskussion um die Finanzierung des Gesamtsystems. «Die Meinungen über die Altersvorsorge und über ihre Probleme verändern sich: Fundamentalopposition gegen jegliche Änderung lässt nach. Für Reformschritte im Bereich von Leistungskürzungen ist der Druck auf die Bevölkerung allerdings noch zu klein», erklärt Claude Longchamp, gfs.bern. Aus den Resultaten schliesst er, dass die Reform «Altersvorsorge 2020» von Bundesrat Alain Berset aus Sicht der Stimmberechtigten richtige Akzente setzt. Denn sie bestehe aus einem Paket unterschiedlicher Massnahmen, bei dem jeder etwas gibt und etwas nimmt.
Mitteilung SVV / Studie Altersvorsorge-Monitor
Motion Egerszegi: Finma gegen Assekuranz
Versicherer sollen ihre Risikoprämien künftig fairer gestalten. Der Ständerat hat überraschend und gegen den Willen des Bundesrates eine entsprechende Motion von Christine Egerszegi-Obrist (Aargau, fdp.) gutgeheissen.
Ein Dorn im Auge sind der Ständerätin diejenigen Versicherer, welche trotz weniger IV-Renten überhöhte Prämien verlangen. Die Betriebsrechnung 2012 der privaten Lebensversicherungen zeige dies «umwerfend deutlich»: Gemäss dem Bericht der Finanzmarktaufsicht (Finma) betrug der Aufwand im Risikoprozess 1,4 Milliarden Franken während sich der Ertrag auf 2,7 Milliarden Franken belief.
Sie erinnerte daran, dass dank den verschiedenen Revisionen der Invalidenversicherung in den letzten zehn Jahren die Zahl der Neurentner um 45 Prozent gesunken sei. «Der Rückgang der IV-Renten kommt nicht nur mangelhaft, nein, er kommt praktisch nicht zur Geltung», sagte Egerszegi. Den grossen administrativen Aufwand bei der Anpassung an den Risikoverlauf lässt sie nicht gelten: Wenn in einem KMU ein IV-Fall auftrete, stiegen die Prämien schon im nächsten Jahr markant an.
Sie fordert daher, dass die Finma bei überhöhten Prämien künftig einschreiten darf: Die Tarife der Versicherer sollen künftig auf einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Risikobeiträgen und Versicherungsleistungen beruhen. Die Aufsichtsverordnung soll entsprechend ergänzt werden.
