Renditen und Zinsen
Der Sonntag schreibt über die im letzten Jahr erzielten Renditen und den technischen Zins. Berichtet über den zunehmenden Trend, Ende Jahr rückwirkend den festgelegten Zins zu erhöhen. Im Artikel heisst es: “Ein neuer Trend zeichnet sich ab: Auch gut dotierte Kassen beschliessen erst nur das gesetzliche Minimum. «Die Zinsen werden zunehmend rückwirkend festgelegt beziehungsweise Ende Jahr noch angepasst », erklärt Christian Wicki, Leiter Strategieberatung Institutionelle Kunden bei der Credit Suisse (CS). Beispiele dafür sind die Kassen der CS und der Mobiliar, die im letzten Jahr die Zinsen nachträglich von 1,5 auf 2,5 respektive 3 Prozent angehoben haben. Ähnlich handhaben es auch die Kassen der Post und des Bundes (Publica). «Der Zins für 2013 ist vorerst auf 1,5 Prozent festgelegt worden», sagt Publica-Direktor Dieter Stohler. «Es kann aber gut sein, dass das Ende Jahr noch angepasst wird.» Für Wicki ist das ein Weg, Unsicherheiten zu reduzieren. «Bisher sind es vor allem die grossen Kassen, die das bereits so handhaben. Aber das nimmt zu.»
Gemäss Manfred Hüsler, Direktor der OAK, wird die Oberaufsicht künftig Früherhebungen durchführen, damit bereits im Q2 Zahlen über die Finanzierungssituation der Kassen vorliegen.
ASIP-Performancevergleich 2012: Medianrendite 6,3%
Der ASIP eröffnet den Reigen der Performance-Resultate 2012 mit einer Mitteilung zu seinen Vergleichsdaten. Der Pensionskassenverband schreibt: 2012 war für die Pensionskassen ein Jahr mit einer erfreulichen Performance. Damit wird sich kurzfristig ihre finanzielle Situation leicht verbessern. Eine Schwalbe macht jedoch noch keinen Frühling. In den letzten 12 Jahren lag die Performance bei rund 1.3%.
Nach dem für viele Kassen enttäuschenden Jahr 2011 mit einer Medianperformance von 0% darf diese positive Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass das komplexe Zusammenspiel von gesetzlichem Rentenalter, vorgegebenem Mindestumwandlungssatz und mittelfristig effektiv erzielter Performance bei vielen Pensionskassen noch nicht reibungslos funktioniert. In vielen Fällen basiert die Bewertung der Vorsorgeverpflichtung auf einem relativ hohen technischen Zinssatz von 3.5%, sodass eine entsprechend hohe Sollrendite benötigt wird.
Seit der ersten Veröffentlichung des ASIP Performancevergleiches im Juni 2000 wurde von den teilnehmenden Pensionskassen eine annualisierte Medianrendite von 1.3% erzielt. Dieser Wert liegt deutlich unter der notwendigen Rendite und erreicht auch den vorgeschriebenen BVG-Mindestzinssatz über diese Periode nicht.
Berner PKs nach gutem 2012 etwas besser
Die Berner Zeitung berichtet über die gute Performance der beiden Berner Kantonalkassen. Die BPK erzielte eine Performance von 8,7 Prozent, die BLVK weist 8,5 Prozent aus. Dank dem Geld, das sie an den Kapitalmärkten verdienten, konnten sie ihre Unterdeckungen verkleinern.
Bei der BPK lag der Deckungsgrad Ende 2011 bei 86 Prozent; ein Jahr später waren gemäss provisorischen Angaben 91 Prozent der Verpflichtungen gedeckt. In Franken ausgedrückt hat sich die Unterdeckung damit um rund 400 Millionen reduziert und beträgt nun noch gut 1 Milliarde Franken. Diese Zahlen seien noch mit Vorsicht zu geniessen, da sie noch nicht bereinigt und geprüft sind.
Dasselbe gilt bei der BLVK. Doch auch hier steht fest, dass die Entwicklung erfreulich ist: Die Kasse konnte den Deckungsgrad von 79 auf etwa 84 Prozent verbessern. In Franken hat sich die Lücke bei der Lehrerkasse damit ebenfalls verkleinert: Sie betrug per Ende 2012 noch rund 1,1 Milliarden Franken, 300 Millionen weniger als ein Jahr zuvor.
Da die technischen Zinsen in beiden Kassen letztes Jahr gesenkt wurden, bleibt der Deckungsgrad tief. Die BPK reduziert den Zinssatz von 3,5 gleich auf 2,5 Prozent; die BLVK beliess es bei einer Reduktion von 3,5 auf 3 Prozent. Bei der BPK sackt der Deckungsgrad deshalb schlagartig von 91 auf etwa 79 bis 80 Prozent ab. Die Unterdeckung erhöht sich von 1 auf ungefähr 2,5 Milliarden Franken. Bei der BLVK fällt der Deckungsgrad wieder auf rund 78 Prozent zurück; die Unterdeckung beträgt demnach rund 1,4 Milliarden Franken. Insgesamt fehlen in den beiden Kassen nach neuer Berechnung also ungefähr 3,9 Milliarden Franken.
Wie die Lücke geschlossen werden soll, ist in Bern umstritten. Die Regierung wird demnächst eine neue Vorlage präsentieren.
BVG-Aufsicht ZH: Infoschreiben an die PKs
Die Zürcher BVG- und Stiftungsaufsicht hat an die von ihr beaufsichtigten Einrichtungen der beruflichen Vorsorge ein Inforschreiben versandt, dass die Themen Berichterstattung, Anpassung der Reglemente an die Strukturreform, Meldung von personellen Wechseln, Abgabe an die OAK, Kennzahlen und das neue Gebührenreglement umfasst.
FuW: Renditeprognose für 2013, Interview Konrad
Thomas Hengartner erwartet in der Finanz und Wirtschaft im laufenden Jahr für die Pensionskassen eine Barrendite von 2,7%, wenn für Anleihen eine laufende Rendite von noch 1,2%, für Aktien eine Dividendenrendite von 3,7% und für Vermietimmobilien ein Nettoerlös von 5% ins Modell eingesetzt wird. Dies reicht, um die Vorsorge-Zinspflichten von durchschnittlich 3,6% für Rentnerkapitalien und von mindestens 1,5% für die Spargelder der Beschäftigten zu erfüllen.
Hengartner hält aber fest: Im Investmentbereich ist die anhaltende Niedrigzinslage eine grosse Gefahr. Die Vorsorgeträger gehören zusammen mit allen Sparern zu den Leidtragenden der Geldpolitik der Notenbanken aller wesentlichen Länder.
In einem Interview äussert sich Hanspeter Konrad, Direktor des ASIP, zu den Anlageergebnissen 2012 und den Auswirkungen auf die VE.
FuW: Haben denn aktive Versicherte Aussicht darauf etwas mehr als nur den BVGMindestzins von 1,5% gutgeschrieben zu erhalten?
Einige Pensionskassen verzinsen aufgrund des guten Ergebnisses die Altersguthaben 2012 höher als mit 1,5%. Leicht reduziert wird damit wird die Differenz zu den Rentenbezügern, deren Restguthaben 3% oder mehr gutzuschreiben sind.
Wie soll der Streit um den richtigen Rentenumwandlungssatz beigelegt werden?
Um die langfristige Stabilität der zweiten Säule sicherzustellen, braucht es an verschiedenen Stellen Korrekturen. Eine zügige Senkung des Mindestumwandlungssatzes würde den Kassen die Flexibilität zurückgeben, durch Rückstellungen auf die Herausforderungen von steigender Lebenserwartung und volatiler jährlicher Performance angemessen zu reagieren. Diese zügige Senkung ist aber von flankierenden Massnahmen zu begleiten, um das Leistungsziel bei Erreichen des Referenzrentenalters sicherzustellen.
Würde ein Systemwechsel zu einem erst nachträglich festgelegten BVG-Mindestzins das Anlagegeschäft erleichtern?
Nein, damit würde die langfristige Sicht gefährdet. Zudem droht durch einen von der eidgenössischen Oberaufsichtskommission geforderten übertriebenen Aufwand für die Offenlegung der Vermögensverwaltungskosten gerade das eigentliche Ziel des effizienten Mitteleinsatzes torpediert zu werden. Hier werden wir versuchen, Gegensteuer zu geben.
Motion: Anpassung der Verordnungen zur Aufsicht in der BV, Infrastruktur
Eingereichter Text: Der Bundesrat wird beauftragt, Artikel 79h der AVO und Artikel 53e der BVV2 mit "direkte und indirekte Anlagen in Infrastruktur" zu ergänzen.
Begründung: Das Umfeld mit tiefen Zinsen und den bescheidenen Renditen über alle Anlageklassen hinweg dürfte sich in absehbarer Zeit nicht fundamental verbessern. Dies führt zu anhaltend tiefen Anlagerenditen bei Pensionskassen und Versicherungen sowie zu einem zunehmendem Erschwernis, das Versprechen "Mindestzins" bei vernünftigen Risiken einzuhalten.
Der Zugang zur Finanzierung öffentlicher Infrastrukturen eröffnet hier zusätzliche Anlagemöglichkeiten – zumindest im Ausland, da in der Schweiz noch keine entsprechenden Opportunitäten bestehen. Bis anhin werden diesbezüglich nur indirekte Anlagen in Infrastruktur akzeptiert, was in vielerlei Hinsicht keinen Sinn macht. Die entsprechenden Verordnungen sollen deshalb so angepasst werden, dass in der Praxis auch direkte Anlagen – selbstverständlich im Rahmen der maximal zugelassenen Quote – möglich sein können.
Tiefe Realzinsen auf Kosten der Sparer
Die NZZ befasst sich mit den in der Schweiz tiefen, in den USA und der EU sogar negativen Realzinsen und den Konsequenzen für die Sparer und (künftigen) Rentner. Michael Rasch schreibt: “Das Beispiel ist drastisch, aber plastisch: Wirft man einen Frosch in heisses Wasser, springt er sofort wieder hinaus; setzt man ihn jedoch in Wasser und macht dieses langsam heiss, bleibt er bis zu seinem Tode sitzen. Schleichende Prozesse rütteln nicht nur Frösche weniger auf als plötzliche Änderungen. Das gleiche Verhalten zeigen Anleger in Bezug auf den schleichenden Verlust der Kaufkraft ihrer Ersparnisse.
In den meisten westlichen Volkswirtschaften herrschen seit 2010 negative Realzinsen. Diese entstehen, wenn die Inflation in einem Währungsraum höher ist als die dort erhältlichen Renditen auf Kapitalanlagen.
Im Oktober bzw. November betrugen die realen Zinsen in den USA und in Europa zwischen –0,5 % und –1%, gemessen an 10-jährigen Staatsanleihen. Zieht man zum Vergleich 2-jährige Anleihen der jeweiligen Währungsräume heran, so betrugen die negativen Realzinsen zwischen –1,9% und –2,8%. Dies führt über mehrere Jahre bereits zu einem spürbaren Verlust an Kaufkraft. Eine Ausnahme bildet die Schweiz, wo derzeit leichte Deflation herrscht. Hier befinden sich die Realzinsen je nach Laufzeit zwischen 0,2% und 0,8%. Die realen Renditen sind also positiv, aber auch äusserst niedrig.
Opfer der Entwicklung sind Sparer und künftige Rentner, da sie am Kapitalmarkt kaum noch Rendite bekommen. Profiteure sind Schuldner im Allgemeinen sowie die Käufer von Immobilien im Speziellen, weil sie ihr Eigenheim in der Regel über Kredite finanzieren, die sich bei niedrigem Zinsniveau verbilligen. Negative Realzinsen gelten als Merkmal finanzieller Repression. Damit sind Zwangsmassnahmen gemeint, durch die dem Staat Geld zufliesst, das er in einem freien Markt nicht bekommen hätte.”
Dutch pension funds increase euro-zone exposure
The combined investments of Dutch pension funds in the euro-zone have increased by €12bn to €232bn during the third quarter of 2012, according to figures from supervisor De Nederlandsche Bank (DNB). The DNB said the largest increase in schemes‘ euro-zone exposure was seen in France and, to a lesser extent, Germany. Investments in the former increased by €6.5bn to €76bn, while holdings in the latter increased by almost €2bn to €91bn. The Dutch regulator said pension funds for the most part increased bond portfolios, but they also divested some holdings to take profits.
Gute Performance 2012
Die Schweizer Pensionskassen haben dank der guten Börsenentwicklung ein gutes Jahr hinter sich. Das St.Galler Tagblatt fasst die Entwicklung und einige Stimmen zur Situation zusammen. Othmar Simeon von Swisscanto erwartet eine Performance von 6 bis 7% für das Gros der Kassen, was zu einer Erholung der Deckungsgrade auf breiter Front führen wird. Gewarnt wird allerdings auch vor neuen Begehrlichkeiten. Erst müssten die Reserven aufgestockt werden, zudem sei mit Rückschlägen zu rechnen.
Abzocker-Initiative und Pensionskassen
Würden die institutionellen Anleger an den Generalversammlungen mehr Einfluss ausüben, gäbe es weniger Salärexzesse auf Stufe Management und Verwaltungsrat. Von dieser Überlegung gingen – vielleicht nicht zu Unrecht – die Initianten der Volksinitiative «gegen die Abzockerei» aus und schrieben folgenden Satz in ihren Verfassungsartikel: «Pensionskassen stimmen im Interesse ihrer Versicherten ab und legen offen, wie sie gestimmt haben», schreibt Simon Gemperli in der NZZ.
Ob nur Pensionskassen gemeint sind oder auch Sammelstiftungen und Wohlfahrtsfonds, müsste der Gesetzgeber bei einer Annahme der Initiative präzisieren. Klar ist, dass die Macht dieser Vorsorgeeinrichtungen beschränkt ist. Gemäss Pensionskassenstatistik des Bundes wiesen sie im Jahr 2010 Aktiven im Wert von 620 Milliarden Franken auf. Davon waren aber nur 63 Milliarden in Aktien inländischer Unternehmen investiert. Dieser Betrag entspricht etwa 7 Prozent der Marktkapitalisierung des Swiss Performance Indexes (SPI). Alle institutionellen Anleger (Anlagefonds, Versicherungen, die öffentliche Hand usw.) besitzen zusammen über die Hälfte der Unternehmen im SPI. (…)
Den Initianten ist klar, dass eine buchstabengetreue Umsetzung aus praktischen Gründen gar nicht möglich ist. Die Vorschriften müssten differenzieren zwischen grösseren und kleineren Pensionskassen, sagt Claudio Kuster, Sekretär des Initiativkomitees. Er plädiert in diesem Punkt für eine flexible Interpretation des Verfassungstexts. Auf einer wörtlichen Umsetzung bestünde das Initiativkomitee aber bei den Kernanliegen, insbesondere bei der Festlegung der Gehälter der Manager und Verwaltungsräte durch die Generalversammlung. Der Initiativtext bietet einigen Spielraum für (Um-)Deutungen. Die einzelnen Forderungen werden als «Grundsätze» bezeichnet, welche das Gesetz zu präzisieren hätte.
Eine Bestimmung, wonach die Pensionskassen zwingend «im Interesse ihrer Versicherten» abstimmen, hat unter den Pensionskassen für Irritationen gesorgt, weil dieses Interesse kaum eruierbar ist. Die Initiative verpflichte die Stiftungsräte nicht, vor Generalversammlungen Umfragen unter den Versicherten durchzuführen, sagt Claudio Kuster. Dieses Märchen hätten die Gegner in die Welt gesetzt.
NZZ: Geldflut begünstigt Schweizer Pensionskassen
Auch die Schweizer Pensionskassen haben 2012 von der expansiven Geldpolitik der Zentralbanken profitiert. Die in der Vorsorge- Branche stark beachteten LPP-2000-Indizes der Privatbank Pictet weisen für dieses Jahr deutliche Gewinne aus. So erzielten Portfolios mit einem Aktienanteil von 25% in diesem Jahr per 20. Dezember laut den Barometern ein Plus von 7,7%. Solche mit Aktienanlagen in Höhe von 40% lagen gemäss den LPP-Indizes bei +9,5%. Die Renditen vieler Kassen dürften sich zwischen diesen beiden Werten bewegen, schreibt Michael Ferber in der NZZ.
Durch die Entwicklung dürften sich die Deckungsgrade vieler Pensionskassen um mehrere Prozentpunkte verbessert haben. Auch dürften Sanierungsmassnahmen bei Einrichtungen, die sich in Unterdeckung befinden, nun schneller vorangehen als geplant, sagte ein Pensionskassenberater. Für Euphorie bestehe trotzdem keinerlei Anlass. Vielen Kassen fehle es weiterhin an viel Vermögen, um die Pensionsverpflichtungen zu decken.
PK-Statistik 2011: definitive Resultate
Das Bundesamt für Statistik hat die definitiven Resultate der Pensionskassenstatistik 2011 auf seiner Website aufgeschaltet. Die Datenwürfel (Cubs) erlauben wiederum, Variable untereinander zu verknüpfen und Tabellen zu erstellen, deren Darstellung sich anhand verschiedener Optionen verändern lässt.
Kosten der Zinssenkung bei der Publica
Zur Finanzierung der Kosten für die Senkung des technischen Zinses bei der Publica von 3,5 auf 2,75 Prozent müssen die Arbeitgeber allein für die 45’000 Rentner 1,5 Mrd. Franken zurückstellen, wie Dieter Stohler gegenüber der NZZ am Sonntag bestätigte.
Laut Stohler wird die Publica auch etwas für die 58’000 aktiv Erwerbstätigen tun: «Für die Aktiven werden wir 1 Milliarde Franken zusätzlich reservieren, um deren Sparguthaben zu erhöhen.» «Mit dem Anheben der Sparguthaben können wir bei den Erwerbstätigen die Einbussen abfedern», sagt Stohler. Die Milliarden werden bis Ende 2015 aus vorhandenen Reserven und laufenden Erträgen kommen müssen, welche Publica erwirtschaftet. Reichen die Erträge nicht aus, müssten Arbeitgeber und -nehmer einspringen.
CHSS 6/12: Grundlagen zur Reform der Altersvorsorge
Ausgabe 6 der “Sozialen Sicherheit” ist schwerpunktmässig der vom Bundesrat lancierten Reform der Altersvorsorge gewidmet. Im Vorwort informiert Martin Kaiser, dass vier aktuell im Fokus stehende Studien Auskunft über die grundlegenden Fragen und Entwicklungen Auskunft geben sollen. Die Studien befassen sich mit den Steuerungsmechanismen in der AHV, den unterschiedlichen Sterblichkeiten nach Berufstätigkeit, der Babyboom-Generation und der AHV sowie dem Altersrücktritt im Kontext der demographischen Entwicklung.
Von besonderem Interesse sind die Angaben zu Sterblichkeit und sozioprofessioneller Stellung der Versicherten. Ein Punkt, der im Zusammenhang mit der Diskussion um den Umwandlungssatz in letzter Zeit vermehrt Beachtung gefunden hat aber auch für die AHV von Interesse ist.
Die Gliederung der Erwerbstätigen in sozioprofessionelle Gruppen anhand von Beruf, Bildungsstand und Position im Unternehmen bestätigt, dass die Sterblichkeitsunterschiede bei Männern grösser sind als bei Frauen. Bei den Männern weisen Ingenieure und Kaderleute sowie Personen mit liberalen Berufen (weniger als 8000 Todesfälle pro 100’000 Personen) ein deutlich tieferes Sterblichkeitsrisiko auf als Angestellte, Arbeiter und ungelernte Arbeitskräfte (über 12’000 Todesfälle pro 100’000 Personen). Handwerker, Selbstständig-
erwerbende und Landwirte liegen dazwischen. Wider Erwarten ist das Sterberisiko bei den Frauen im obersten Management am grössten, was auf einen deutlich weniger engen Zusammenhang zwischen sozialer Position und Risiko schliessen lässt. Am geringsten ist das Sterblichkeitsrisiko bei den Ingenieurinnen und Kaderfrauen.
Es bestehen sowohl im Alter von 25 als auch von 65 Jahren erhebliche Unterschiede bei der Lebenserwartung. Ein Mann mit einer Ausbildung auf Tertiärstufe hat im Alter von 25 Jahren eine um fünf Jahre höhere Lebenserwartung als ein Mann ohne Ausbildung, mit 65 Jahren beträgt der Unterschied knapp drei Jahre. Bei den Frauen variiert die durchschnittliche Lebenswartung um drei Jahre im Alter von 25 Jahren und um zwei Jahre im Alter von 65 Jahren. In Prozenten ausgedrückt verlängern sich die Rentenjahre von Männern mit Tertiärabschluss im Vergleich zu Männern ohne Bildungsabschluss oder mit einem Abschluss auf Sekundarstufe I (obligatorische Schule) um 17 Prozent (Frauen: 10 Prozent).
BSV Forschungskonzept 2013-16
Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) veröffentlicht das neue Forschungskonzept 2013–2016 zur «Sozialen Sicherheit». Gemäss der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) gilt das Forschungskonzept als strategisches Planungsinstrument der Ressortforschung, d.h. der Forschung des Bundes, deren Ergebnisse von der Bundesverwaltung und der Bundespolitik für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigt werden. Als federführendes Amt im Themenbereich «Soziale Sicherheit» gibt das BSV einen Überblick über die Forschungsaktivitäten des Bundes, informiert über Schnittstellen zu anderen Bundesämtern und Forschungsinstitutionen und stellt die wichtigsten Herausforderungen und Planungsschwerpunkte der nächsten Jahre vor. Das Konzept liegt in deutscher und französischer Sprache vor. Die gedruckte Publikation kann ab Februar 2013 bestellt werden: Bundesamt für Bauten und Logistik BBL, 3003 Bern, www.bundespublikationen.ch, Bestellnummer 318.010.17/12d (deutsch) resp. 318.010.17/12f (französisch).


