imageThomas Hengartner erwartet in der Finanz und Wirtschaft im laufenden Jahr für die Pensionskassen eine Barrendite von 2,7%, wenn für Anleihen eine laufende Rendite von noch 1,2%, für Aktien eine Dividendenrendite von 3,7% und für Vermietimmobilien ein Nettoerlös von 5% ins Modell eingesetzt wird. Dies reicht, um die Vorsorge-Zinspflichten von durchschnittlich 3,6% für Rentnerkapitalien und von mindestens 1,5% für die Spargelder der Beschäftigten zu erfüllen.

Hengartner hält aber fest: Im Investmentbereich ist die anhaltende Niedrigzinslage eine grosse Gefahr. Die Vorsorgeträger gehören zusammen mit allen Sparern zu den Leidtragenden der Geldpolitik der Notenbanken aller wesentlichen Länder.

In einem Interview äussert sich Hanspeter Konrad, Direktor des ASIP, zu den Anlageergebnissen 2012 und den Auswirkungen auf die VE.

FuW: Haben denn aktive Versicherte Aussicht darauf etwas mehr als nur den BVGMindestzins von 1,5% gutgeschrieben zu erhalten?
Einige Pensionskassen verzinsen aufgrund des guten Ergebnisses die Altersguthaben 2012 höher als mit 1,5%. Leicht reduziert wird damit wird die Differenz zu den Rentenbezügern, deren Restguthaben 3% oder mehr gutzuschreiben sind.

Wie soll der Streit um den richtigen Rentenumwandlungssatz beigelegt werden?
Um die langfristige Stabilität der zweiten Säule sicherzustellen, braucht es an verschiedenen Stellen Korrekturen. Eine zügige Senkung des Mindestumwandlungssatzes würde den Kassen die Flexibilität zurückgeben, durch Rückstellungen auf die Herausforderungen von steigender Lebenserwartung und volatiler jährlicher Performance angemessen zu reagieren. Diese zügige Senkung ist aber von flankierenden Massnahmen zu begleiten, um das Leistungsziel bei Erreichen des Referenzrentenalters sicherzustellen.

Würde ein Systemwechsel zu einem erst nachträglich festgelegten BVG-Mindestzins das Anlagegeschäft erleichtern?
Nein, damit würde die langfristige Sicht gefährdet. Zudem droht durch einen von der eidgenössischen Oberaufsichtskommission geforderten übertriebenen Aufwand für die Offenlegung der Vermögensverwaltungskosten gerade das eigentliche Ziel des effizienten Mitteleinsatzes torpediert zu werden. Hier werden wir versuchen, Gegensteuer zu geben.

  FuW

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