AV 2020: Wege, Chancen, Risiken
Die UBS behandelte an einer Outlook-Medienveranstaltung das Projekt “Altersvorsorge 2020” des Bundesrates. Die UBS meint: “Das 3-Säulen-Modell der Schweizer Altersvorsorge galt lange in internationalen Vergleichen als Musterlösung. Den Herausforderungen der schrumpfenden aktiven Generation, der steigenden Lebenserwartung und der tiefen Kapitalmarktrenditen ist unser Vorsorgesystem aber nicht gewachsen. ‘Wir müssen zu unserem bewährten Vorsorgesystem mit seinen 3-Säulen Sorge tragen’, betont Lukas Gähwiler, CEO UBS Schweiz. Die Reformvorschläge des Bundesrates gehen in die richtige Richtung, bürden aber die Lasten vor allem der jüngeren Generation auf. Risiken im Vorsorgesystem gehen auch vom boomenden Immobilienmarkt aus. Es gilt den umstrittenen Vorbezug von Pensionskassengeldern zum Kauf von Wohnimmobilien unter den heute veränderten Bedingungen genau zu prüfen.”
BFS: Verbesserte Finanzierungssituation der PKs 2012
Die vom Bundesamt für Statistik (BFS) publizierten, provisorischen Ergebnissen der Statistik der beruflichen Vorsorge 2012 zeigen folgende Daten:
Bilanz
Die Immobilienanlagen stiegen um fast 7 Milliarden Franken (+6,4%) an. Die Aktien legten 25,2 Milliarden Franken (+15,7%) zu. Somit profitierte auch die berufliche Vorsorge vom guten Anlagejahr 2012.
Die Wertschwankungsreserven wuchsen auf 35,5 Milliarden Franken (+80,3%). Mit 5,3 Prozent der Bilanzsumme entsprach der Wert noch nicht dem angestrebten Umfang.
34,7 Milliarden Franken (-1%) betrug die Unterdeckung bei den öffentlich-rechtlichen Vorsorge-einrichtungen. Im Berichtsjahr waren kaum Ausfinanzierungen von Unterdeckungen, sondern vermehrt Verstärkungen der technischen Rückstellungen auf 12,7 Milliarden Franken (+19,3%) zu beobachten. Noch 3,1 Milliarden Franken (-58,3%) betrugen die Unterdeckungen bei den privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen. Gesamthaft reduzierte sich die Unterdeckung auf 37,8 Milliarden Franken (-10,9%).
Betriebsrechnung
48 Milliarden Franken (+2%) wurden an Beiträgen und Einlagen von Arbeitgebern und Versicherten in die berufliche Vorsorge einbezahlt.
Das Nettoergebnis aus Vermögensanlage belief sich auf 45,9 Milliarden Franken. 14,9 Milliarden Franken flossen in die Wertschwankungsreserven. 5,6 Milliarden Franken aus Ertragsüberschuss dienten vorwiegend bei privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen zur Reduktion von noch bestehenden Unterdeckungen.
Europe’s incredible shrinking pension funds landscape
The move to fewer, larger pension funds in key markets such as the Netherlands and United Kingdom could work to the advantage of asset management groups, according to the November issue of The Cerulli Edge-Global Edition. A trimming of pillar II pension funds-many defined benefit but also some defined contribution-is well underway in Europe.
Switzerland’s pension landscape, for example, shrunk from more than 2,700 vehicles six years ago to about 2,100 now. Cerulli understands that in three years there will be just 1,500. The Dutch pension watchdog is even more ambitious with a target of 100 funds. There were 672 pension schemes in the Netherlands in 2012. Elsewhere, more work is required.
«The United Kingdom has more than 200,000 schemes, which is clearly impractical,» commented Barbara Wall, a Cerulli director. «Auto-enrolment will give rise to fewer, larger pension funds known as ‚Super Trusts.‘ With size comes economies of scale and skills, which should result in better retirement products and improved outcomes for members.»
Italy is also struggling with too many schemes. There are currently 361 so called «pre-existing» pension funds, each tied to a specific company. Asset managers and investors want the number reduced because some are so small they cannot invest in a meaningful way.
«One likely effect of a fall in the number of pension funds in Europe is that larger asset managers could find working with the survivors easier,» said David Walker, a senior analyst at Cerulli. «Mid-size and smaller rivals may be too small to absorb large allocations.»
Another potential winner, in the Netherlands at least, is premium pension institution (PPI) vehicles, because shuttering pension funds could join them. «This would be welcome news for a structure the Dutch pension industry hoped would take off, but has partially misfired. There are fewer than 10 PPIs,» noted Walker.
Arbeitgeber: Kritik an AV2020
Der Schweizerische Arbeitgeberverband fordert, dass die Reform der Altersvorsorge zügig und entschlossen angegangen wird. Damit das Rentenniveau gehalten werden kann und das Fuder nicht überladen wird, müsse sie zudem in vernünftigen Portionen und mit klaren Prioritäten erfolgen. Bei den Massnahmen sollte die schrittweise Anpassung des Referenz-Rentenalters im Vordergrund stehen – und nicht eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Aus der Sicht des SAV sind bei der Reform der Altersvorsorge nun folgende Prioritäten zu setzen:
- Bei der AHV steht die Flexibilisierung des Rentensystems mit mindestens einem ersten Schritt zur Anhebung des Referenz-Rentenalters auf 65 Jahre für alle (Männer und Frauen) im Vordergrund. Eine moderate Zusatzfinanzierung mittels einer Erhöhung der Mehrwertsteuer kommt höchstens als Ultima Ratio in Frage – zur Deckung einer allenfalls verbleibenden, demografiebedingten Finanzierungslücke. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer müsste zudem rechtlich zwingend an die Erhöhung des Referenz-Rentenalters gekoppelt werden. Bei der 2. Säule hat die rasche Senkung des Mindestumwandlungssatzes Priorität – zusammen mit vertretbaren Kompensationsmassnahmen zur Erhaltung des Rentenniveaus.
- Parallel dazu sollte eine Stabilisierungsregel geschaffen werden. Diese kann sicherstellen, dass die Politik rechtzeitig und mit geeigneten Massnahmen reagieren kann, wenn bei der AHV eine finanzielle Schieflage droht. Diese Prioritäten sollten nach Ansicht von Roland A. Müller rasch vom Parlament behandelt werden – als Gesamtpaket mit zwei separaten Vorlagen. Der SAV erwartet deshalb, dass der Bundesrat nach der Vernehmlassung dem Parlament eine Botschaft mit zwei Kernvorlagen zur Beratung überweist, und zwar bis im Herbst 2014. Damit könnte die Volksabstimmung 2017 stattfinden – und die Massnahmen könnten ab 2019 schrittweise greifen, präzisierte Müller. Weitere Massnahmen, insbesondere auch zusätzliche leistungsseitige Korrekturen, sollten später folgen.
Sollte der Bundesrat aber daran festhalten, bei der Reform alle Vorschläge in eine einzige Vorlage zu packen und alles auf eine Karte zu setzen, dann droht er das Fuder zu überladen. Damit würde er zudem das Risiko eines Totalabsturzes in Kauf nehmen, erklärte SAV-Direktor Roland Müller. Angesichts der strategischen Bedeutung der Reform für die Schweiz wäre ein solches Vorgehen nicht zu verantworten. Spätestens nach dem Vernehmlassungsverfahren werde der Bundesrat deshalb nicht darum herumkommen, seine Strategie im Sinne der vom SAV verlangten Priorisierung und Portionierung entsprechend zu überarbeiten.
Mindestzins: Die erwarteten Kritiken von SVV und SGB
Der Entscheid des Bundesrates, den BVG Mindestzins auf 1,75% zu erhöhen hat erwartungsgmäss beim Versicherungsverband und den Gewerkschaften zu den üblichen gegenläufigen Kritiken geführt.
Der Gewerkschaftsbund schreibt: “Auch nächstes Jahr werden die Pensionskassen-Versicherten nur ungenügend an der seit mehreren Jahren besseren Ertragslage ihrer Kassen beteiligt: Die vom Bundesrat beschlossene leichte Anhebung des Mindestzinssatzes von 1.5 auf 1.75 % ist viel zu tief ausgefallen. Angesichts der sehr guten Ertragslage wäre ein Mindestzinssatz von 2.25 % angezeigt, wie ihn der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) zusammen mit den übrigen Arbeitnehmerorganisationen forderte. (..)
Dank der tiefen Mindestverzinsung konnten auch die Lebensversicherungsgesellschaften ihre Erträge stark steigern. Sie gehören zu den Profiteuren der zweiten Säule, während die Sparkapitalien der Versicherten stagnieren. Diese einseitige Politik führt bei den Versicherten berechtigterweise zum Gefühl, andauernd den Kürzeren zu ziehen. Der Bundesrat hat mit der minimen Anhebung des Mindestzinses nicht nur dem Nachholbedarf bei den Versicherten zu wenig Rechnung getragen. Er hat erneut die Ertragsmöglichkeiten der Lebensversicherungsgesellschaften vergrössert.”
Der Versicherungsverband seinerseits hält fest: “Der BVG-Mindestzinssatz ist für die Vorsorgeeinrichtungen eine Garantieverpflichtung. Weil aber nicht bekannt ist, wie sich die Renditen nächstes Jahr entwickeln, und weil die Pensionskassen unter den niedrigen Zinsen auf dem Kapitalmarkt leiden, ist Vorsicht geboten: Seit 2000 wurde der Mindestzinssatz höher angesetzt, als die Vorsorgeeinrichtung effektiv erwirtschaften konnten. Die kumulierte BVG-Mindestverzinsung für die Jahre 2000 – 2012 beträgt durchschnittlich 2,71% pro Jahr, die tatsächliche Performance der Vorsorgeeinrichtungen lediglich 2,25%. Als Folge legen viele Pensionskassen ihre Gelder in riskantere Anlagen an, um die nötigen Renditen für die Finanzierung des Mindestzinses zu erreichen. Solange sich zahlreiche autonome Pensionskassen nach wie vor in Unterdeckung befinden, ist das verantwortungslos: Ein zu hoher Mindestzinssatz gefährdet ihre Sanierung.
Der SVV schlägt seit langem vor, den BVG-Mindestzinssatz mit einer transparenten Formel zu ermitteln, die eng an die Entwicklung risikoarmer Anlagen gekoppelt ist. Gemäss dieser Formel muss der Mindestzins für 2014 auf 1,25% gesenkt werden. Da es sich dabei um eine Mindestverzinsung handelt, steht es den Pensionskassen bei erfolgreicher Performance jederzeit frei, die Guthaben ihrer Versicherten mit einem höheren Satz als den BVG-Mindestzinssatz zu verzinsen.”
BVG-Mindestzins 2013 bei 1,75%
Der Mindestzinssatz in der obligatorischen Beruflichen Vorsorge wird gemäss Bundesratsbeschluss im kommenden Jahr von 1.5% auf 1.75% angehoben. Der Bundesrat folgt damit der Empfehlung der BVG-Kommission. Als Begründung wird dazu vom BSV mitgeteilt: “Die Aktienanlagen entwickelten sich positiv. Der Swiss Market Index konnte beispielsweise 2012 um 14.9 Prozent und 2013 bis Ende September um 17.6 Prozent zulegen. Auch die Immobilien wiesen gemäss Wüest und Partner Index 2012 eine Performance von 6.8 Prozent auf.
Auf der anderen Seite sind die Kurse der festverzinslichen Obligationen gefallen, weil die Zinssätze der Bundesobligationen und übrigen Anleihen angestiegen sind. Steigende Zinssätze sind für die Vorsorgeeinrichtungen zwar grundsätzlich langfristig positiv, führen aber zu Kursverlusten bei bestehenden Anleihen.
Insgesamt ergibt sich jedoch ein positives Bild. Der Pictet BVG-Index 93, welcher aus 25% Aktien und 75% Obligationen besteht, konnte im letzten Jahr 5.9 Prozent und in diesem Jahr bis Ende September 2.8 Prozent zulegen. Die Performance der Pensionskassen ist demnach zufriedenstellend. Schätzungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen gehen davon aus, dass die Kassen im letzten Jahr eine durchschnittliche Performance von 6.7 Prozent und in diesem Jahr bis Ende August eine solche von 4.3 Prozent aufwiesen.”
Profond senkt den Umwandlungssatz
Die Vorsorgeeinrichtung Profond senkt den Umwandlungssatz für Neurentner ab 2014 stufenweise um jährlich jeweils 0,1 Prozentpunkt von 7,2% auf 6,8%. Weiter wird Ende 2013 der technische Zins um einen halben Punkte auf 3,5% gesenkt. Begründet werden die – laut NZZ von den meisten anderen Schweizer Vorsorgeeinrichtungen schon längst ergriffenen – Massnahmen mit der Notwendigkeit, mehr vom Anlageergebnis den aktiv Versicherten und weniger den Rentnern gutzuschreiben. Profond teilt mit, die aktiv Versicherten könnten in Zukunft eine bessere Verzinsung erwarten; Rentner sollen in guten Jahren mit guten Anlagerenditen eine Zusatzzahlung erhalten.
OAK: Weisung zur Revisionsstelle
Die Oberaufsichtskommission hat Weisungen zur Prüfung und Berichterstattung der Revisionsstelle erlassen. Diese Weisungen definieren die Mindestanforderungen für die Prüfung und Berichterstattung der Revisionsstellen. Sie tragen laut eigener Einschätzung der OAK “zu einer verbesserten Vergleichbarkeit und Auswertbarkeit der Revisionsstellenberichte bei und stellen eine wichtige Grundlage für die Qualitätssicherung dar.”
Travail Suisse: Assekuranz verdient zu viel, Reaktion des SVV
Laut Travail.Suisse haben die Lebensversicherer letztes Jahr 661 Millionen Franken Gewinn mit der BV gemacht. Die Gewerkschaft fordert den Bundesrat auf, “diese Praxis in seinem Paket zur Altersvorsorge endlich zu unterbinden.” Travail Suisse macht seine Zustimmung zur AV2020 von entsprechenden Schritten abhängig. Allenfalls müsste den Versicherern das Vorsorgegeschäft verboten werden.
Der Versicherungsverband entgegnet: “Mit ideologisch motivierten Vorwürfen diskreditiert die Gewerkschaft Travail.Suisse die Lebensversicherer und mit unhaltbaren Forderungen blockiert sie die nötigen Reformen zur langfristigen Sicherung unserer Renten. Das ist Effekthascherei und verantwortungslos. Eine Versachlichung der Diskussion ist dringend nötig. Deshalb unterstützen die Privatversicherer die unabhängige Studie über die Höhe der Gewinn-Ausschüttungsquote, die der Bundesrat im Rahmen der «Reform Altersvorsorge 2020» vorschlägt ebenso wie die Suche nach Lösungen, um die Finanzierung des Umwandlungssatzes durch Risikoprämien zu vermeiden.”
“Die 2. Säule wird für die Axa zur 1. Säule”
(sda) Das Vorsorgegeschäft mit Firmen hat das Geschäftsvolumen des Versicherers Axa Winterthur erneut anschwellen lassen. Der Schweizer Marktführer verbuchte in den ersten neun Monaten des Jahres 10,65 Mrd. Franken, was im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 6,2 Prozent entspricht.
Die berufliche Vorsorge erhöhte die Bruttoprämien um 10,4 Prozent auf 6,62 Mrd. Franken. Wie die Schweizer Tochter des französischen Finanzkonzerns Axa am Freitag mitteilte, ist der Trend zu den Vollversicherungen, bei denen der Anbieter volle Garantien abgibt, im laufenden Jahr ungebrochen.
Schon seit einigen Jahren läuft diese Vorsorgelösung vor allem bei kleineren und mittelgrossen Unternehmen. Die Sparte für Lebensversicherungen für Einzelpersonen hingegen musste einen Rückgang des Volumens um 2,7 Prozent auf 872 Mio. Fr. hinnehmen. Die Schadenversicherungen nahmen mit 3,17 Mrd. Fr. 0,6 Prozent mehr ein.
CS PK-Index: Korrigenda
Die CS hat uns zu ihrer Analyse der der Q3-Daten eine neue Auswertung zukommen lassen. Dazu heisst es: “Die publizierte Abbildung 3 (Anlageallokation letzte acht Quartale) im Pensionskassen Index für das 3. Quartal zeigt leider die monatlichen statt der quartalsweisen Zahlen. Ausserdem hat die Liquidität im 3. Quartal um 1.38% und nicht 0.38% zugelegt.
Gewerbe gegen AHV-Reform
Der Gewerbeverband hat sich klar gegen die Pläne von Bundesrat Berset zur AHV-Reform im Rahmen der Altersvorsorge 2020 ausgesprochen. In einer Medienmitteilung heisst es: “Bundesrat Berset möchte die Altersvorsorge praktisch ausschliesslich über Mehreinnahmen sanieren. Sein Reformpaket sieht bei Nettoeinsparungen von knapp einer Milliarde Franken Mehreinnahmen von bis zu 12 Milliarden Franken vor. Eine solch einseitige Vorlage lehnt der sgv entschieden ab. In einem offenen Brief fordert er den Bundesrat auf, die Vorlage grundsätzlich neu aufzusetzen. Zusammen mit Nationalrat de Courten präsentiert der sgv ein Alternativmodell, das auf stufenweise und moderate Erhöhungen beim Rentenalter setzt.
Infos SGV
Bewegung in der BVG IT-Branche
Das Berner Software-Haus Mathys & Scheitlin übernimmt zu einem nicht genannten Preis die Basler Güntert AG. Güntert kennt man als Hersteller von Antecura, einer Lösung für Pensionskassen. Zu den Kunden der Muttenzer Firma gehören etwa die PKs der Berner Kantonalbank, von Schindler, der Richemont Group oder der Stadt Bern, um nur einige Beispiele zu nennen. Güntert wechselt damit in relativ kurzer Zeit zum zweiten Mal den Besitzer. Denn erst 2009 hat das grosse deutsche Softwarehaus msg systems Güntert dem gleichnamigen Firmengründer abgekauft. Die Übernahme wird im Oktober umgesetzt und gilt rückwirkend auf den 1. Oktober 2013, so msg-Sprecherin Susanne Koerber-Wilhelm auf Anfrage.
CHSS 5/2013: Altersvorsorge 2020
Die Zeitschrift Soziale Sicherheit des BSV beschäftigt sich in Ausgabe 5/2013 mit dem Projekt Altersvorsorge 2020. Zu den Themen und Autoren zählen u.a.:
- Reform Altersvorsorge 2020: umfassend, ausgewogen, transparent (Sibel Oezen, BSV)
- Das Referenzalter als Schlüsselkonzept der Reform Altersvorsorge 2020 (Brigitte Gautschi, BSV)
- Weiterbeschäftigung im Rentenalter: ein Blick in die Praxis (Suzanne Schär, BSV)
- Umwandlungssatz und weitere BVG-Bestimmungen (Jean-Marc Maran, BSV)
- Massnahmen für die Verbesserung der Transparenz in der beruflichen Vorsorge (Philipp Rohrbach, BSV)
- AHV-Finanzen: Stabilisierung über sozialverträgliche Massnahmen (Suzanne Schär, BSV)
- Diskussion der Altersvorsorge auf internationaler Ebene (Claudina Mascetta und Cyril Malherbe, BSV)
- Chance und Risiko zugleich (Martin Kaiser, Schweizerischer Arbeitgeberverband)
- Gute Verpackung – schlechter Inhalt (Doris Bianchi, Schweizerischer Gewerkschaftsbund).
Martin Kaiser (Arbeitgeberverband) hält fest: “Der Bundesrat will mit seiner Reform «alles auf eine Karte setzen» und riskiert dabei mittelfristig einen Scherbenhaufen. Diese Strategie ist mit Blick auf die grosse Bedeutung der Altersvorsorge nicht zu verantworten. Der SAV verfolgt ebenfalls einen gesamtheitlichen Ansatz, bei dem die Leistungen der 1. und 2. Säule aufeinander abgestimmt sind. Im Gegensatz zur Landesregierung fordert er aber eine klare Priorisierung mit möglichst rasch einsetzenden Massnahmen und einen gestaffelten Reformprozess im Rahmen eines Masterplans.
Doris Bianchi (SGB) wiederholt die bekannte Kritik an der Umwandlungssatzsenkung: “Während der Prozess gut aufgegleist ist, überzeugen die wichtigsten Eckwerte vorerst nicht. In der beruflichen Vorsorge ist mit der Senkung des Mindestumwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0 Prozent die grösste Rentensenkung aller Zeiten geplant. Für die Gewerkschaften ist dies eine Provokation, denn damit sind Renteneinbussen von 12 Prozent verbunden. Die Herabsetzung entspricht den Forderungen der Pensionskassenbranche und missachtet die Anliegen der Bevölkerung, die eine Senkung auf 6,4 Prozent vor drei Jahren mit über 70 Prozent Nein-Stimmen verworfen hat.”
pw. Das ist wie üblich beim SGB rein politisch argumentiert, als ob damit die technischen Voraussetzungen und die Marktverhältnisse aus der Welt geschafft werden könnten. Fällt das beim SGB wirklich niemandem auf oder glaubt man dort, sich ohne Verlust an Glaubwürdigkeit darum foutieren zu können? Der Abstimmungserfolg um den Umwandlungssatz von 2010 erweist sich je länger je mehr als gefährliche Sackgasse, in die sich nicht nur die Gewerkschaft sondern die ganze Sozialpolitik hineinmanövriert hat.
NZZ: Teure Frühpensionierung
Michael Ferber beschäftigt sich in der NZZ mit dem Thema Frühpensionierung und verweist nachdrücklich auf die Tatsache, dass sie nicht gratis zu haben ist, im Gegenteil.


