NZZ: “Wenn 60-Jährige umschwärmt sind”
Die NZZ berichtet über eine Pressekonferenz von Travail Suisse sowie die Bemühungen der Arbeitgeber zum Thema ältere Arbeitnehmer. Die NZZ schreibt: “Die beiden Anlässe dieser Woche symbolisieren die Unterschiede der Ansätze. Travail Suisse rief in bewährter gewerkschaftlicher Manier nach mehr Staat. Die wohl mit Abstand wirksamste staatliche Einzelmassnahme zur Steigerung der Beschäftigung der Älteren – die Erhöhung des Normrentenalters – gehörte allerdings nicht zum Forderungskatalog der Gewerkschaft. Travail Suisse rief den Staat lieber dazu auf, Geld zu sprechen für wohlklingende Dinge wie «Laufbahnberatung in der Lebensmitte», Weiterbildung für Ältere und den Wiedereinstieg von über 40-Jährigen in das Erwerbsleben.
Die Wirtschaftsverbände setzen lieber auf die «Sensibilisierung» der Arbeitgeber durch Kampagnen, Empfehlungen und die Verbreitung von Musterbeispielen, wie das auch diesen Freitag beim Firmenbesuch des Wirtschaftsministers geschehen soll. In der Maschinenindustrie zum Beispiel versucht der Branchenverband Swissmem Positivbeispiele des Umgangs mit Älteren («50+») etwa bezüglich Karriereplanung, Lohnpolitik und Gesundheitsmanagement zu verbreiten. Der Arbeitgeberverband lancierte diesen Frühling das Programm «Arbeitsmarkt 45plus», das aufgrund von Praxiserfahrungen ebenfalls in Empfehlungen für Arbeitgeber und allenfalls in politische Forderungen münden soll.”
Cash Vorsorge-Rechner
Cash hat neu einen Vorsorge-Rechner eingerichtet, der dem Benutzer die Möglichkeit gibt, aufgrund einiger weniger Daten das voraussichtliche Einkommen nach der Pensionierung zu berechnen. Berücksichtigt werden alle drei Säulen.
UBS Bubble Index: In der Risiko-Zone
Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index stand im 3. Quartal 2014 bei 1,29 in
der Risikozone. Gegenüber dem Vorquartal stieg der Index um 0,05 Punkte.
Es handelt sich dabei um den ersten signifikanten Anstieg seit Mitte 2013,
wobei fünf der sechs Subindizes zulegten.
Die Indexzunahme steht in Kontrast zur mittlerweile stark gedämpften
Preisentwicklung auf dem Eigenheimmarkt. Tiefe Preissteigerungen führen
jeweils zu einer Abnahme der Risiken, wenn gleichzeitig Einkommen,
Konsumentenpreise und Mieten stärker ansteigen. Doch im 3. Quartal
2014 waren sowohl die Haushaltseinkommen mit minus 0,1 Prozent
als auch die Konsumentenpreise mit minus 0,3 Prozent im Vergleich
zum Vorquartal rückläufig. Regional höhere Leerstände und stagnierende
Konsumentenpreise liessen auch die Mietpreisentwicklung ins Negative
drehen. So fielen die Angebotsmieten im Quartalsvergleich um nominal
0,5 Prozent. Die Zahl der Kreditanträge bei UBS für Objekte ohne direkte
Selbstnutzung war im 3. Quartal 2014 leicht rückläufig, bewegt sich mit
18,3 Prozent aller Anträge für Hypothekarkredite aber weiterhin auf stark
erhöhtem Niveau.
“Schweigen ums Millionenloch”
Die Behörden von Bolligen, Ittigen und Ostermundigen wollten den desolaten Zustand ihrer Pensionskasse nicht öffentlich machen. Das Loch von 36 Millionen Franken hat die politischen Kreise überrascht, schreibt die Berner Zeitung. Die Fakten lassen tatsächlich aufhorchen: In der Pensionskasse klafft ein Loch von 36 Millionen Franken, und der Deckungsgrad ist mit 78,7Prozent desolat tief.
Martin C. Kaufmann, Präsident der BDP Bolligen, sagt, die Renten der nächsten Jahre müssten zwar sichergestellt werden. Er warnt aber vor einer übereilten Sanierung auf Kosten der Steuerzahler. «Über einen grösseren Zeithorizont betrachtet ist nicht klar, ob sofort saniert werden muss. Es ist möglich, dass sich die Geldpolitik ändert und damit auch die Erträge steigen.»
«La caisse de pension du CICR se distingue par sa diversité culturelle»
La caisse de pension du CICR est une institution particulière, notamment par sa diversité culturelle. Ses 2850 assurés actifs et 910 retraités sont de 125 nationalités différentes. Si environ 900 actifs travaillent en Suisse, les autres sont répartis entre 80 pays. La caisse du CICR applique la LPP. Avec une administration de 5 postes, elle gère une fortune de 1,1 milliard de francs à travers 8 mandats externes, 2 en immobilier indirect, 6 balancés (deux en gestion active, 2 en gestion passive et 2 en budget de risque). L’immobilier direct est géré à l’interne.
La performance atteint 6,8% à l’heure actuelle. René Zagolin, directeur de la caisse de pension du CICR, qui participait lundi au deuxième séminaire de la prévoyance professionnelle, sous l’égide du Groupe Edmond de Rothschild, répond aux questions du Temps.
Ban Ki-moon Urges Pension Funds to Reduce Investments in Fossil Fuels
At a press conference in Copenhagen, UN Secretary General Ban Ki-moon urged big investors such as pension funds and insurance companies to reduce their investments in fossil fuels and invest in renewable energy instead.
PK-Statistik 2013: Erste Ergebnisse
Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat erste, provisorischen Ergebnissen der Statistik der beruflichen Vorsorge 2013 publiziert.
Öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtungen mussten sich 2013 (resp. 2014) zwischen Teil- oder Vollkapitalisierung entscheiden. Einige Arbeitgeber zahlten die dazu benötigte Ausfinanzierung auf einmal ein. So haben sich die Einmaleinlagen der Arbeitgeber sämtlicher Vorsorgeeinrichtungen auf 6,3 Milliarden Franken (+261%) fast verdreifacht.
Mit 41,2 Milliarden Franken (-9,9%) nahm das Nettoergebnis aus Vermögensanlage leicht ab. 11,9 Milliarden Franken (-20,5%) flossen in die Wertschwankungsreserven.
Im Jahr 2013 wurden fast 20 Milliarden Franken (+2,1%) Altersrenten ausbezahlt. Die Kapitalleistungen bei Pensionierung stagnierten erstmals bei 5,9 Milliarden Franken (-0,3%). Der Durchschnittswert des Kapitalbezugs nahm weiter ab auf 170‘200 Franken (2012: 171‘200 Franken; -0,6%).
2013 reduzierten die öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen ihre Unterdeckungen auf nunmehr 31,6 Milliarden Franken (-9,1%). Die technischen Rückstellungen wurden auf 14,6 Milliarden Franken (+15,3%) verstärkt. Einzelne Arbeitgeber unterstützten dies, indem sie ihre Arbeitgeberbeitragsreserven mit Verwendungsverzicht auf 2 Milliarden Franken (+91,8%) erhöhten.
Gesamthaft wuchsen die Wertschwankungsreserven kontinuierlich auf 46,5 Milliarden Franken (+34,2%) an. Mit 6,4 Prozent der Bilanzsumme entsprach der Wert noch nicht dem angestrebten Umfang. Mit 33,8 Milliarden Franken (-10,5%) nahm die Unterdeckung aller Vorsorgeeinrichtungen weiter ab. Das Gesamtvermögen der beruflichen Vorsorge belief sich auf 717,9 Milliarden Franken (+6,7%).
3,9 Millionen aktive Versicherte (+2%) zählte die berufliche Vorsorge Ende 2013. 664‘430 Pensionierte (+2,9%) bezogen eine Rente. Die Kapital- oder Teilkapitalauszahlungen an Altersrentner blieben bei 34‘550 (+0,2%) praktisch unverändert zum Vorjahr. Mit 1955 Vorsorgeeinrichtungen mit reglementarischen Leistungen und aktiven Versicherten (2012: 2073 Einrichtungen; -5,7%) wurde erstmals die Schwelle von 2000 Einrichtungen unterschritten.
Die definitiven Ergebnisse werden Anfang 2015 bekannt gegeben.
Lohn kommt erst an 4. Stelle
Was treibt Angestellte an, jeden Morgen zur Arbeit zu gehen? Und wie können Führungskräfte ihre Mitarbeitenden motivieren? Im cash-Video-Interview gibt Personalexperte Hans Münch von Towers Watson Auskunft.
“Senioren als Wettbewerbsvorteil”
Nächstes Jahr werden in der Schweiz zum ersten Mal mehr Personen ihren 65. als ihren 20. Geburtstag feiern. Die damit einhergehende Pensionierungswelle der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge wird den bereits herrschenden Fachkräftemangel spürbar verstärken. Zudem ist der Zugang zu ausländischen Arbeitskräften nach der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative ungewiss. Bis die Politik Massnahmen definiert und umgesetzt hat, bleibt die Unsicherheit gross, weshalb Unternehmen Lösungen im eigenen Einflussbereich suchen werden. Die Bindung älterer und mit den Aufgaben bestens vertrauter Mitarbeiter liegt dabei auf der Hand, schreibt Jérôme Cosandey von Avenir Suisse.
Gelänge es, jeden Neurentner lediglich zwei Monate länger im Arbeitsprozess zu halten, könnte im Nu ein Äquivalent von 5000 Vollzeitstellen pro Jahr besetzt werden, ohne ein Kontingent zu beanspruchen. Könnte jeder ältere Mitarbeiter ein Jahr länger mit einem Arbeitspensum von 50% beschäftigt werden, wären jährlich 15000 Stellen geschaffen.
Allerdings bedingt eine berufliche Beschäftigung im fortgeschrittenen Alter ein Umdenken – sowohl beim Arbeitnehmer als auch beim Arbeitgeber. Die Vorstellung eines mit dem Alter steigenden Lohnes ist immer weniger zeitgemäss, auch wenn solche Entlöhnungssysteme immer noch von 26% der Unternehmen praktiziert werden. Sie sind zu vermeiden, weil sie die Lohnkosten älterer Mitarbeiter verteuern und so ihre Verdrängung aus dem Arbeitsmarkt fördern.
Sollen Arbeitnehmer auf steigende Löhne verzichten, braucht es auf der anderen Seite Arbeitsplätze, die Arbeiter wünschen sich z. B. mehr Zeitsouveränität in der Ausübung ihres Berufs, aber auch für Pflegetätigkeiten in der Familie. Sie möchten aber liebend gerne ihr Umfeld von ihrer Erfahrung und Wissen profitieren lassen. Eine Teilzeitanstellung- während der Woche oder während Produktionsengpässen – kann helfen, den Übergang in die Pension für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer sanfter zu gestalten.
NZZ: “Aus dem Retro-Sturm wird ein Lüftchen”
Der Bundesgerichtsentscheid zu den Vertriebskommissionen im Spätherbst 2012 hat keine Zweifel offengelassen: Die Retrozessionen gehören dem Bankkunden – zumindest bei Vermögensverwaltungsmandaten. Sind die geprellten Anleger in den vergangenen zwei Jahren zu ihrem Geld gekommen? Das ist schwer zu sagen – und dafür gibt es zahlreiche Gründe, schreibt die NZZ. Weiter heisst es im Artikel:
Die Banken selbst verweisen darauf, dass man mit Kunden, die bezüglich Retrozessionen Klärung verlangt hätten, das Gespräch gesucht habe und viele davon überzeugen konnte, dass Beratung etwas koste und diese durch das Einbehalten der Retrozessionen abgegolten wurde. Die beiden Grossbanken streichen heraus, dass man seit längerer Zeit in der Vermögensverwaltung nur noch Produkte ohne Retrozessionen einsetze. Der Sprecher einer Bank meint, die Lage habe sich entspannt, Anfragen zu Retrozessionen träfen nur noch «tröpfchenweise» ein.
Keine Anpassung der Hinterlassenen- und Invalidenrenten
Die Hinterlassenen- und Invalidenrenten der obligatorischen zweiten Säule (BVG) müssen bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters periodisch an die Erhöhung des Indexes der Konsumentenpreise angepasst werden.
Da der Septemberindex 2014 mit 99,1 (Basis Dezember 2010 = 100) niedriger ist als derjenige von September 2011 (99,7), müssen diese Renten auf den 1. Januar 2015 nicht angepasst werden.
Da die zu berücksichtigenden Preisindizes der Jahre zwischen 2008 und 2012 höher sind als jener von September 2014, müssen auch die älteren Hinterlassenen- und Invalidenrenten auf den 1. Januar 2015 nicht angepasst werden. Die nächste Anpassung erfolgt frühestens gekoppelt mit der AHV-Renten-Anpassung, also nicht vor dem 1. Januar 2017.
Diejenigen Renten, für die das BVG keinen periodischen Teuerungsausgleich vorschreibt, werden entsprechend den finanziellen Möglichkeiten der Vorsorgeeinrichtung angepasst. Das oberste Organ der Vorsorgeeinrichtung entscheidet jährlich darüber, ob und in welchem Ausmass die Renten angepasst werden.
SG: Börse sei Dank, Sanierung kommt billiger
Das St. Galler Stimmvolk hat am 9. Juni 2013 das Gesetz über die St. Galler Pensionskasse mit 70,4 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Um die Unterdeckung der beiden Kassen zu beseitigen und die Verselbständigung zu realisieren, hatte die Regierung mit einem Kantonsbeitrag von 300 Millionen Franken gerechnet. Die Beteiligung der Versicherten an der Ausfinanzierung wurde auf einen Viertel, also 75 Millionen Franken festgelegt.
Nun ist klar: Die Ausfinanzierung kostete den Kanton etwas weniger als erwartet. 287,1 Millionen Franken sind es. Der Beitrag der Versicherten beträgt 71,8 Millionen Franken. Diese Beteiligung erfolgt in Form eines Lohnabzugs von einem Prozent, der voraussichtlich bis Mitte 2018 vorgenommen wird, wie das Tagblatt schreibt.
Die Verselbständigung und Zusammenlegung der Pensionskassen hat zur Folge, dass das kantonale Amt für Vermögensverwaltung kein Drittvermögen mehr verwalten darf. Das Amt soll nun so rasch wie möglich in die Pensionskasse integriert werden. Per 1. November 2014 soll der Wertschriftenbereich in die Pensionskasse eingegliedert werden, in einem zweiten Schritt per 1. Januar 2015 auch der Teil Liegenschaftenverwaltung. Auf diesen Zeitpunkt wird das Amt vollständig in die St. Galler Pensionskasse übergehen.
Non-disclosure agreements are an ‚outrage‘
Questions have been raised about the fairness of non-disclosure agreements between asset managers and pension funds.
Pension schemes argue that the practice of asset managers coercing funds into signing the agreements is uncompetitive and prevents them from securing the best deals for their members.
By contrast, asset managers are defending their commercial right to require confidentiality.
The practice of imposing confidentiality agreements over fees means pension funds are unable to compare how much they are being charged by fund managers, potentially exposing them to high costs.
The agreements are signed when funds appoint a company to manage their assets and it is this practice, critics believe, that enables fund managers to overcharge their clients.
Concerns are particularly high in the public sector where pension plans are effectively funded by the taxpayer.
David Blake, director of the Pensions Institute at Cass Business School in London, told the Financial Times that not being able to compare fee deals is an "outrage."
SNB: Keine Entwarnung für den Immobilienmarkt
Die Dynamik am Immobilien- und Hypothekarmarkt hat nach Ansicht der SNB abgenommen. Weil aber die Hypothekarzinsen gleichzeitig neue Tiefststände erreichen, bleibt die Gefahr für weitere Übertreibungen bestehen, schreibt die NZZ.
NZZ: “Rückweisung der AV2020 wird wahrscheinlich”
Die NZZ befasst sich mit den Reaktionen auf das Reformprojekt Altersvorsorge 2020. Die Linken sind empört über “Verschlechterungen”, die Bürgerlichen wollen kein Gesamtpaket. Michael Schönenberger schreibt:
“Nun zeichnet sich ab, wie die Geschichte der Vorlage im Parlament weitergehen könnte. Erstmals sehr deutlich haben sich Vertreter von SVP, FDP und BDP an einer Veranstaltung des Schweizerischen Pensionskassenverbands (Asip) am Dienstag in Bern dazu geäussert. Kaum hatte Alain Berset den Saal verlassen, wo er vor Pensionskassenvertretern für die Vorlage geworben hatte, sagten die Nationalräte Bruno Pezzatti (fdp.) und Martin Landolt (bdp.) sowie Ständerat Alex Kuprecht (svp.), dass ihre Fraktionen das Paket, werde es nicht noch geändert, zurückweisen würden. Und zwar mit dem konkreten Auftrag, es aufzuschnüren. BDP-Präsident Landolt seinerseits sprach von einer Risikoabschätzung: Bei einem Paket kumuliere sich die Opposition. «Beim Paket Altersvorsorge 2020 ist das Risiko zu gross, dass wir voll in die Wand fahren», sagte er. Der Tenor bei den drei Bürgerlichen war klar: Berset mache eine fatale Fehleinschätzung, wenn er glaube, mit einem Paket, das die Opfersymmetrie wahren möchte, bessere Chancen vor dem Volk zu haben. Das Gegenteil sei der Fall.
Ständerat Hans Stöckli (sp.) sagte in aller Offenheit, dass viele in der SP-Fraktion froh wären, sollten die Bürgerlichen Bersets Vorlage zurückweisen, obwohl er selber dies nicht gut fände. Auch Ständerat Urs Schwaller (cvp.) plädierte gegen Rückweisung. Es sei geradezu die Aufgabe des Parlaments, die Arbeit zu übernehmen und das Paket aufzuschnüren. Schwaller argumentierte mit dem Zeitfaktor: Eine Rückweisung würde bedeuten, dass «wir in der nächsten Legislatur gar nichts haben». Dann würde es knapp, denn die AHV wird gemäss Prognosen spätestens ab 2020 Defizite schreiben.”


