NZZ: Verzinsung von BVG-Geldern in der Grauzone
In der Verzinsung von Vorsorgegeldern im überobligatorischen Teil der zweiten Säule sind Stiftungsräte weitgehend frei, vom BVG-Mindestzins abzuweichen. Stark auseinander liegende Einschätzungen der Aufsicht und des Eidgenössischen Versicherungsgerichts verunsichern, schreibt Werner Enz in der NZZ.
Unlängst hat ein Kläger, dem, im 62. Altersjahr stehend, nach 38 Jahren der Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde, in einem Rechtsstreit mit der Personalvorsorgestiftung der Dresdner Bank (Schweiz) AG den Kürzeren gezogen. Mit Überraschung nahm er nach der Trennung von der Bank zur Kenntnis, dass 2001 und 2002 auf dem überobligatorischen Sparkapital kein Zins gutgeschrieben worden war, obwohl sich die Personalvorsorgestiftung nicht in Unterdeckung befunden hatte. Diesen Entscheid liess er nicht auf sich sitzen. In erster Instanz stützte das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich zwar seine Position, es seien auch auf dem überobligatorischen Teil des BVG-Alterskapitals – im vorliegenden Fall 88% des angesparten Kapitals – Zinsen zu entrichten, noch vollumfänglich. Vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht setzte sich dann aber die beschwerdeführende Personalvorsorgestiftung des Arbeitgebers durch.
NZZ Online
Thurgauer Lehrerpensionskasse ist aufgelöst
Die vor 179 Jahren gegründete Thurgauische Lehrerpensionskasse (LPK) hatte sich im Herbst mit der Pensionskasse des Thurgauischen Staatspersonals zur neuen Pensionskasse Thurgau (PKTG) zusammengeschlossen. Mit dem Geschäftsjahr 2005 ging damit die Ära der selbstständigen LPK zu Ende, die mittlerweile bereits 3733 Aktivversicherte und 653 Rentenbezüger zählte. Den Abschied von der LPK feierten die 22 Delegierten in festlichem Rahmen in Diessenhofen.
Thurgauer Zeitung – News aus dem Thurgau
Website der autonomen Sammelstiftungen
Die Interessengemeinschaft der autonomen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen IGaSG hat neu eine eigene Website, auf welcher neben Pressemitteilungen, den Mitgliedern des Vorstands und den Statuten auch die aktuell 26 Mitglieder mit ihren wichtigsten Angaben aufgeführt werden.
IGaSG – cifacc
Merrill Lynch Launches New Swap Indices
Merrill Lynch launched a new swap index series designed to track the performance of interest rate swaps in several currencies. The new indices cover key maturity points (2-, 5-, 10-, 15-, 20-, 25-, 30-, 35-, 40- and 50-years) for the U.S. dollar, euro and sterling par coupon and zero coupon swap curves. Additional currencies and maturity points will be added over the coming months. "The growing trend toward liability-driven investment (LDI) strategies by pension plan sponsors has necessitated the development of appropriate benchmark indices against which to measure their performance," said Phil Galdi, managing director of the firm’s global bond index and analytics group. "With swaps playing a major role in these strategies, they represent an important building block for LDI benchmarks."
Merrill Lynch Launches New Swap Indices
Rechtsprechung Sozialversicherung
EVG-Urteile aus dem Bereich Vollzug Sozialversicherung (ohne BVG) gemäss Liste Juni des BSV.
Liste
Eindrückliche Zahlen in der Liechtensteiner Vorsorge
In den letzten Jahren haben sich die Liechtensteinischen Pensionskassen rasant entwickelt. Beiträge und Vermögen haben zugelegt. Ein neues Gesetz stärkt das Fürstentum als Standort für die betriebliche Altersvorsorge zusätzlich, schreibt das Liechtensteiner "Vaterland".
In der zweiten Säule sind in Liechtenstein über 30’000 Erwerbstätige versichert. Das Obligatorium der Pensionskasse besteht seit 1989, und seit dem 1. Januar 2006 ist eine überarbeitete Version des Gesetzes über die betriebliche Personalvorsorge mitsamt der dazugehörigen Verordnung in Kraft. Insgesamt haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Jahr 2004 208,3 Mio. Franken an Beiträgen eingezahlt. Davon beliefen sich die Beiträge der Arbeitnehmer auf 90,94 Mio. Franken und die Beiträge der Arbeitgeber auf 117,35 Mio. Franken. Das Vermögen der Vorsorgeeinrichtungen (total der Aktiven) betrug per 31. Dezember 2004 insgesamt 2,81 Mrd. Franken und dürfte Ende 2005 über 3 Mrd. Franken betragen. In diesen Zahlen sind die Daten der Pensionsversicherung für das Staatspersonal nicht enthalten. Der Deckungsgrad (Kapitalanlagen in Prozent der technischen Rückstellungen) liegt bei 24 Vorsorgeeinrichtungen bei über 100 Prozent, bei sechs Vorsorgeeinrichtungen unter 100 Prozent.
Liechtensteiner Vaterland
Kritische Anmerkungen des IMF zur 2. Säule
Unter dem Titel "Selected Issues" hat der International Monetary Fund (IMF) u.a. einen summarischen Vergleich der betrieblichen Vorsorge in der Schweiz, England und Holland angestellt und daraus eine Reihe von Vorschlägen für die Schweiz abgeleitet. Kritik übt der IMF insbesondere am bestehenden, dezentralisierten Aufsichtssystem. Auch die im Strukturbericht geforderte und jetzt auch vom Bundesrat unterstützte Regionalisierung der Aufsicht scheint dem IMF nicht ausreichend. Er schlägt die vollständige Zentralisierung vor, verbunden mit einer Modernisierung des Reporting. Sowohl England wie Holland werden diesbezüglich als Vorbilder dargestellt.
Der zweite wichtige Punkt im Bericht des IMF bildet die Liberalisierung der Vorschriften sowohl auf der Anlageseite (Anlagevorschriften) wie auch bei den Verbindlichkeiten (Umwandlungssatz). Der IMF erachtet die bestehenden Vorschriften als zu restriktiv, sie verminderten nach Meinung der Autoren der Studie die Leistungsfähigkeit der Pensionskassen. Die periodische Anpassung der Vorschriften genüge nicht, um mit den Entwicklungen auf dem Kapitalmarkt und bei der Demographie ausreichend Schritt zu halten. Der IMF begrüsst die von der Expertenkommission im Strukturbericht gemachten Vorschläge. Sie gingen in die richtige Richtung. Die Befreiung der Pensionskassen von solchen Vorschriften müssten begleitet sein von noch weitergehenden Offenlegungsbestimmungen und einer weiter verbesserten Transparenz, ähnlich wie sie heute in England besteht.
Schliesslich wünscht der IMF, dass die Aufsicht sich stärker in Richtung risikobasierter Systeme bewege, ähnlich wie sie gegenwärtig im Banken- und Versicherungsbereich Anwendung finden und auch im Swiss Solvency Test enthalten sind.
Switzerland Selected Issues
Erfolgreiches Case Management im Kt. Zürich
Im September 2004 startete die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich mit finanzieller Unterstützung der Beamtenversicherungskasse (BVK) ein Pilotprojekt mit dem Bestreben, für die rund 1600 Mitarbeitenden eine Alternative zur Invalidisierung zur Verfügung zu stellen. Gewählt wurde die Methode Case Management, die in diesem Projekt in «Reha-Unterstützung» umbenannt wurde.
Zehn Personen wurden innerhalb der Direktion reintegriert und drei Personen mussten eine Rente beantragen. Werden die Betreuungskosten von rund 70’000 Franken dem geschätzten maximalen Rentenaufwand von 2,4 Millionen Franken gegenüber gestellt, wird deutlich, dass – selbst wenn auch nur in einem Fall eine Rente hätte vermieden werden können – eine klar positive Wirtschaftlichkeitsrechnung vorläge, heisst es in einer Mitteilung des Kt. Zürich.
156 Case Management
Zürcher BVK: Vorwürfe an den Regierungsrat
In einem Bericht zu Pleiten der Zürcher Beamtenversicherungskasse entlastet die Finanzkommission die Kasse weitgehend, rügt aber die ehemaligen Finanzdirektoren Stucki und Honegger.
Die Pensionskasse der Zürcher Beamten hat in letzter Zeit vorwiegend mit negativen Schlagzeilen Aufsehen erregt, schreibt der Tages-Anzeiger. Mit Investitionen beim Ferienverein Poscom verlor sie 46 Millionen Franken, mit Anlagen bei der St. Galler Beteiligungsfirma BT&T weitere 274 Millionen Franken, und ihr Deckungsgrad sank innert dreier Jahre um volle 50 Prozent: 1999 betrug er 130 Prozent, 2002 lag er nur noch bei 88 Prozent – ein Milliardenverlust. Ende letzten Jahres lag der Deckungsgrad wieder bei 98 Prozent.
Seit Mitte letzten Jahres hat eine Subkommission der kantonsrätlichen Finanzkommission die drei Fälle untersucht; gestern gab die Finanzkommission das Resultat bekannt: Die Fehler passierten nicht bei der Beamtenversicherungskasse (BVK), sondern in erster Linie bei der Finanzdirektion. Sowohl beim Ferienverein- wie beim BT&T-Engagement beurteilt die Kommission die Rolle der BVK als «unproblematisch».
Daneben macht die Finanzkommission aber auch politische Entscheide für den Einbruch des Deckungsgrades verantwortlich, nämlich den Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat und vor allem Sondermassnahmen (Beitragsherabsetzungen, Gutschriftenerhöhung, Rentenerhöhungen), die vom Regierungsrat «auf Grund der günstigen finanziellen Lage der BVK» vom 1. Juli 1998 bis zum 31. Dezember 2001 mit Billigung des Kantonsrats gewährt wurden. «Ohne diese Mittelabflüsse hätte der Deckungsgrad der BVK auch auf dem Tiefpunkt im Jahre 2002 noch rund 102 Prozent betragen, ohne Primatwechsel rund 109 Prozent», schreibt die Finanzkommission.
Tages-Anzeiger Online | Zürich
Revision des Zuger Pensionskassengesetzes
Der Kantonsrat ist auf die Revision des Pensionskassengesetzes eingetreten.
zentralschweiz online
BVG-Kommission möchte Mindestzins vorläufig nicht erhöhen
Die Eidgenössische BVG-Kommission möchte den Mindestzins in der beruflichen Vorsorge laut einer Meldung der Basler Zeitung vorläufig nicht erhöhen. Sie habe dem Bundesrat mehrheitlich empfohlen, den Satz auch 2007 bei 2,5 Prozent zu belassen, wie Kommissionspräsident Claude Frey auf Anfrage sagte. Diese Empfehlung hat allerdings erst einen provisorischen Charakter, die Kommission behalte sich je nach Entwicklung der Wirtschaftslage eine Überarbeitung im August vor.
Laut Frey fiel der Entscheid für eine Empfehlung von 2,5 Prozent mit 13 zu sechs Stimmen. Eine Minderheit aus Gewerkschaftskreisen habe demgegenüber eine Erhöhung auf 3,25 Prozent verlangt. Begründet wurde der Mehrheitsentscheid damit, dass die Pensionskassen noch Handlungsspielraum benötigten. Nicht alle Kassen hätten sich richtig erholt, so dass bei der Festsetzung des obligatorischen Mindestzinses Vorsicht geboten sei. Frey erklärte weiter, dass die Börsenentwicklung nach einem guten 2005 mittlerweile wieder etwas schlechter sei.
baz.ch – Basler Zeitung Online
Mercer: Pension funds beware commodities
Consulting firm Mercer says pension funds could lose money by investing in commodities due to current market conditions. “Pension funds that currently invest in commodities, or those that are looking to do so, should be aware that they could lose money by following the traditional passive futures approach to investment, even if prices remain stable,” Mercer Investment Consulting said. It said the current “contango” – where futures prices are higher than spot prices – means returns will be lower than the change in commodity prices. “While commodity prices rose significantly in the year to 31 March 2006, the return on commodity futures was flat.” In March this year rival firm Watson Wyatt was reported as recommending commodities, particularly energy, to its clients
Investment & Pensions Europe – IPE.com
NZZ: Reform der BVG-Aufsicht in der Schwebe
Ein zurzeit in der Ämterkonsultation steckender Bericht des Bundesrats zur Reform der BVG-Aufsicht lässt den roten Faden vermissen. Es ist nicht erkennbar, wie ein professionelles, gegen politische Einflüsse abgeschirmtes Aufsichtssystem geschaffen werden könnte, schreibt Werner Enz in der NZZ.
NZZ Online
Handelszeitung: PKs haben zu wenig auf der hohen Kante
Die Korrektur an den Anlagemärkten ist an den Vorsorgeeinrichtungen nicht spurlos vorbeigegangen. Das schmerzt, denn die Reserven sind knapp bemessen. Seit dem März, und mit zunehmender Beschleunigung nach der Korrektur an den Wertschriftenmärkten im Mai, häufen sich die Verluste. In diese Richtung weisen jedenfalls die Pictet Indizes LPP 93/LPP 25 und LPP 40. Jeder der beiden Zähler bildet die Performance eines Portefeuilles mit einem Aktienanteil zwischen 25 und 40% nach; ein Grossteil der Vorsorgeeinrichtungen verfolgt eine Strategie mit Aktienquoten innerhalb dieser Bandbreite. Die Bilanz: Im laufenden Jahr liegen die Indizes im Minus, und zwar zu 2,15 und 2,28%. Schwer wiegt dabei der Umstand, dass neben den Aktien auch die für die institutionellen Anleger viel wichtigeren Anleihenkurse eingebrochen sind, schreibt die Handelszeitung. Der Wertverlust inklusive Couponerträge von Schweizer Obligationen etwa dürfte im Durchschnitt bis zu 2,5% betragen haben.
Verlagsgruppe Handelszeitung
Sicherheitsfonds erzielt Ueberschuss
Der Sicherheitsfonds für die berufliche Vorsorge hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von 108 Millionen Franken erzielt. Hauptgründe für das positive Ergebnis waren die höheren Beitragseinnahmen und das Ausbleiben grösserer Insolvenzfälle. Die Beitragseinnahmen lagen mit 262 Millionen Franken um 12,5 Millionen Franken über dem Niveau des Vorjahres. Die Insolvenzleistungen verursachten im Vergleich zum Vorjahr einen Netto-Minderaufwand von 56,7 Millionen Franken und lagen damit um 51 Millionen Franken unter dem Budget. Die Zahl der erledigten Insolvenzdossiers ging um 11 Prozent auf 2.212 Verfügungen zurück.
Die Nettoleistungen sanken von 116 auf 60 Millionen Franken. Für Zuschüsse wegen einer ungünstigen Altersstruktur mussten hingegen knapp 9 Millionen Franken mehr als im Vorjahr und 5 Millionen Franken mehr als budgetiert aufgewendet werden. Die Reserve des Sicherheitsfonds belief sich per Ende 2005 auf 192 Millionen Franken.
baz.ch


