Die Swisscanto-Mitteilung “Inform, 1-2009” beschäftigt sich mit den Auswirkungen der aktuellen Marktsituation auf die Vorsorgeeinrichtungen. Dabei wird u.a. detailliert auf die bei Sanierungsmassnahmen inhärenten Interessenkonflikte zwischen den Generationen hingewiesen, die je nach Altersstruktur der Kassen unterschiedliche Massnahmen nahelegen. Zudem werden Entscheidungshilfen für Stiftungsräte entwickelt.
Medien
Handelsblatt: Interview mit Dominique Biedermann
Dominique Biedermann ist Direktor der Anlagestiftung Ethos. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er über falsche Anreize bei der Banker-Vergütung, mangelnde Transparenz und die Frage, wie die Mitbestimmung der Aktionäre am Vergütungssystem verbessert werden könnte.
Couchepin plädiert für eine Mini-Version der 11. AHV-Revision
Um ein weiteres Fiasko an der Urne zu verhindern, soll das Parlament bei der 11. AHV-Revision auf die Erhöhung des Frauenrentenalters verzichten.
Yves Rossier: «Das haben wir alles schon einmal erlebt»
In einem Interview mit der SonntagsZeitung äussert sich Yves Rossier, Direktor des BSV, zu Fragen über die Situation bei den Pensionskassen. Rossier sagt u.a. “Ende 2007 betrug der durchschnittliche Deckungsgrad der Pensionskassen 116 Prozent. Korrigiert man das um die Wertverluste an den Börsen und um die vorgeschriebene Sollrendite von 4 Prozent, dann kommen wir auf etwas über 100 Prozent.
Wie viele Kassen weisen eine Unterdeckung auf?
Wir schätzen, dass ein Drittel bis die Hälfte der Kassen heute eine technische Unterdeckung aufweist. Wenn der Durchschnitt so nah bei 100 Prozent und die Märkte so volatil sind, kann die Zahl der Kassen in Unterdeckung schnell zu- oder abnehmen.
Ist die Situation dramatisch?
Nein. Wir haben so etwas Ende 2002 schon einmal erlebt. Nach dem Börsensturz ging es damals wieder bergauf. Das Problem im Moment ist, dass man das Licht am Ende des Tunnels noch nicht sieht. Wichtig ist, dass man die Entwicklung nicht kurzfristig beurteilt, sondern über einen längeren Zeitraum betrachtet. Das BSV als zuständige Behörde verhält sich darum antizyklisch: In guten Zeiten spielen wir Spassverderber und dämpfen die Euphorie, wenn es dann schlecht geht, wirken wir beruhigend und warnen vor unnötiger Panik.
«La baisse de 10% des rentes n’est pas nécessaire»
Couper le capital en tranches plus fines pour faire face à l’allongement de l’espérance de vie, l’expert Jacques Grivel n’est pas contre. Mais le gâteau des assurés pourrait grandir plus vite en prenant des risques.
24heures
Bébéar: Les régulateurs ont gravement failli
Claude Bébéar, le fondateur d’Axa, «parrain» du capitalisme français, s’affiche rarement dans les médias. A l’heure du «scandale Madoff», il tire les premières leçons de la crise, dénonce les excès du système et n’hésite pas à désigner les responsables.
Le Temps: Nouveau défi pour les caisses de pension
Après la chute des actions, le 2e pilier fait face à des taux planchers. L’objectif de rendement minimum 2009 est déjà compromis.
Was weiss man in Hohenlohe, was wir nicht wissen?
Das Hohenloher Tagblatt schreibt im Zusammenhang mit der Verstaatlichung der argentinischen Pensionskassen: "In der Schweiz gibt es mit der so genannten 2. Säule oder BVG auch das passende Ansparen von Rentengeldern. Mittlerweile liegen fast 700 Milliarden Schweizer Franken bei den Pensionskassen. Im Schweizer Parlament geht das Gerücht um, diese große Summe an privaten Pensionskassengeldern sich unter den Nagel zu reißen und zu verstaatlichen."
Pensioniert und doch erwerbstätig
Pensionierung und Aufgabe der Erwerbstätigkeit werden begrifflich oft gleichgesetzt. Zu Unrecht, denn es ist wichtig, zwischen Beendigung des Arbeitsverhältnisses, Aufgabe der Erwerbstätigkeit und Pensionierung zu unterscheiden, schreibt Alfred Blesi im Treuhänder 12/2008. Das zeitliche Auseinanderfallen dieser Tatbestände führt in der Praxis zu unterschiedlichsten Konstellationen, die interessante rechtliche Fragen aufwerfen.
IKS in der beruflichen Vorsorge: Divergierende Meinungen
In der Ausgabe 2008/9 des «Treuhänder» wurde ein Beitrag von Erich Peter, Leiter des Amtes für Berufliche Vorsorge und Stiftungen des Kantons Zürich, publiziert, welcher die Sichtweise der Konferenz der kantonalen BVG- und Stiftungsaufsichtsbehörden zum Thema IKS in der beruflichen Vorsorge wiedergab. Seinen dortigen Schlussfolgerungen kann jedoch laut Meinung von Lukas Imark (Bild links) und Markus Schneeberger (PWC) in einigen wesentlichen Punkten nicht gefolgt werden.
In der Ausgabe 12/2008 des «Treuhänder» schreiben sie : «Aus Sicht der Aufsichtsbehörden enthält die Bestätigung der Rechtmässigkeit der Geschäftsführung im Kontrollstellenbericht implizit auch eine Bestätigung hinsichtlich des Vorhandenseins eines geeigneten IKS. Zumindest in bezug auf die konkrete Kontrolltätigkeit der Kontrollstelle sind die obigen Aussagen unzutreffend. Bei ihrer Prüfung der Rechtmässigkeit der Geschäftsführung einer Vorsorgeeinrichtung nimmt die Kontrollstelle im Bereich des IKS keine Prüfungen im von den Aufsichtsbehörden verlangten Sinn vor.
Die Bestätigung der Rechtmässigkeit der Geschäftsführung in ihrem Kontrollstellenbericht enthält daher auch keine implizite Bestätigung der Existenz eines angemessenen IKS. Um diesbezüglich den Erwartungen der Aufsichtsbehörden gerecht zu werden, müsste der bisherige Prüfungsumfang ausgeweitet werden. Dies hätte auch eine entsprechende Erweiterung des Haftungsrisikos der Kontrollstelle zur Folge, wofür aber eine ausreichende rechtliche Grundlage erforderlich wäre».
NZZ: "Wie viele Hedge-Funds dürfen’s denn sein?"
Die NZZ beschäftigt sich in einem Beitrag ausführlich mit der Kritik an der geplanten Inkraftsetzung der revidierten BVV2 auf den 1.1.09. Das Blatt schreibt u.a.: «Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) geht davon aus, dass die Verordnung planmässig in Kraft tritt. Das schliesse Zusatzbeschlüsse im neuen Jahr aber nicht aus, sagt Joseph Steiger, der im BSV für die Revision zuständig ist. Der Kritik an den neuen Limiten hält er entgegen, dass diese weder heute noch in Zukunft starr angewendet würden: «Es ist nicht die Idee, dass jetzt die Pensionskassen ihre Immobilien verkaufen oder Hedge-Funds kaufen müssen.» Zitiert wird auch Hanspeter Konrad, Direktor des ASIP: «Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands ASIP, bezeichnet die Limiten als Orientierungshilfen. Wenn eine Stiftung davon abweichen möchte, könne sie das tun, sie müsse es nur begründen. Die vehemente Kritik hält Konrad für ein «Kesseltreiben zur Ablenkung von anderen Problemen».
Artikel NZZ
NZZ: "Stunde der Wahrheit in Sachen Pensionskasse"
Die in der Sammelstiftung Ascoop zusammengeschlossenen Vorsorgewerke von 155 Betrieben aus Verkehr und Tourismus müssen Ende 2009 einen ersten Meilenstein auf ihrem Sanierungspfad erreichen. Etliche drohen in Existenzkrisen zu geraten, wenn Eigentümer und/oder Besteller nicht umgehend zusätzliche Mittel dafür aufbringen, schreibt die NZZ.
Artikel NZZ
L’Hebdo: "A quand la faillite?"
La situation du 2e pilier n’a jamais été aussi grave. A cause de la crise, les menaces s’accumulent. Les rentiers pourraient aussi passer à la caisse.
L’Hebdo
Dominique Ammann zur BVV2: "Orientierungshilfen – keine Aufforderung zur Anlage"
Dominique Ammann, Partner von PPCmetrics und Mitglied der BVG-Kommission, war massgeblich an der Entwicklung der BVV2-Revision beteiligt, welche auf 1.1.2009 in Kraft tritt. Die damit verbundene Erweiterung des Anlagenkatalogs mit alternativen Anlageformen ist in der letzten Zeit heftig kritisiert worden. In einem Video-Interview mit der NZZ erläutert Ammann die Hintergründe und Ueberlegungen, welche zu dieser Revision geführt haben.
NZZ Impulse
Decurtins: "Weshalb die Renten nicht tabu sein dürfen"
«Wenn derzeit über die finanzielle Schieflage vieler Pensionkassen debattiert wird, sind die Mitverursacher, die Rentnerinnen und Rentner, kein Thema. Sie stehen in der Schweiz unter besonderem Schutz. Kaum ein Politiker wagt es, sich mit ihnen anzulegen. Wer es mit dieser wachsenden Bevölkerungsgruppe verscherzt, so die Überlegung, wird es bei den nächsten Wahlen büssen», schreibt Daniela Decurtins, stv. Chefredaktorin des Tages-Anzeigers. Sie fordert, jetzt Überlegungen anzustellen, wie Rentner zur Sanierung von Kassen beitragen können, was insbesondere für solche mit hohem Rentneranteil notwendig sei, andernfalls die Aktiven noch stärker belastet würden.
