Während die deutsche SPD eine „Kehrtwende“ in der Debatte über die Rente mit 67 nimmt, hält die Bundesarbeitsministerin dagegen: Es werde immer mehr Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmer geben – die Regierung halte an der schrittweisen Einführung der späteren Rente fest, schreibt die FAZ.
pwirth
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SR DRS zur 2. Säule: “Auf Kosten der Nachbarn” …
Das “Echo der Zeit” auf Radio DRS hat am 8.8.2010 einen Beitrag zur 2. Säule ausgestrahlt unter dem Titel “Schweizer Pensionskassen: oft bestaunt, nie kopiert”. Die vier Minuten wurden genutzt für allerhand Merkwürdigkeiten; die auftretenden Experten: Prof. Bernd Schips und Rudolf Rechsteiner. Rechsteiner will die 2. Säule reduzieren und gleichzeitig die AHV ausbauen, weil die reichere Hälfte der Schweizer total überversichert sei und es nie zu einem Vermögensabbau komme. Kein anderes Land habe so grosse Vermögen für die Vorsorge pro Kopf im Ausland angelegt (was natürlich nicht zutrifft). Das gehe auf Kosten (!) der Nachbarn. Auch Schips meinte, ein Land wie Deutschland könne das Modell nicht anwenden. Reporterin Barbara Widmer glaubte, das angebliche “Ungleichgewicht” mit den Folgen der in den USA ausgelösten Finanzkrise belegen zu können. Schips empfahl, verstärkt in Infrastruktur und Bildung statt im Ausland zu investieren. Fazit der Sendung: “ein gewisses Reformbedürfnis besteht”.
Unser Fazit: in ihrer Gesamtheit ist die Sendung reiner Humbug. Schips und Rechsteiner als Experten zu höchst unklar formulierten Thesen und vagen Themen Stellung nehmen zu lassen, kann zu nichts führen. Wie stellt sich der Professor vor, dass PKs in Bildung investieren sollen? Und warum ist die Abhängigkeit unserer Vorsorge von ausländischen Anlagen “nicht nachhaltig”? Unsere ganze Volkswirtschaft ist massiv vom Ausland abhängig. Wo ist der Unterschied? Da wurde eine merkwürdige Kirchturmpolitik gepredigt, die mehr mit verblasener Ideologie als mit der Realität zu tun hat.
Aber wenn Sie mögen, hören Sie selbst.
BVK: “Warnungen in den Wind geschlagen”
Der Tagesanzeiger geht auf die Rolle von Finanzdirektor Christian Huber in der BVK-Affäre ein. Huber wird vorgeworfen, Warnungen über Unregelmässigkeiten bei der BVK nicht ernst genommen zu haben.
NZZ: Pensionskassen-Zahlungen an UBS-Topkader waren legal
Die Pensionskassen-Zahlungen der UBS an das Ex-Führungsduo Peter Kurer und Marcel Rohner sind aus rechtlicher Sicht kein Thema mehr. Eine Klage aus Aktionärskreisen gegen die Grossbank ist vom Tisch, schreibt die NZZ.
Die UBS bedachte Kurer und Rohner zum Abschied nach eigenen Angaben freiwillig mit 3,3 respektive 1,2 Mio. Fr. für deren Pensionskassen. Aktionärsvertreter und Rechtsanwalt Hans-Jacob Heitz warf der UBS darauf willkürlichen Umgang mit dem Firmengeld vor und reichte Strafanzeige gegen die Bank ein.
Der für Wirtschaftsdelikte zuständige Zürcher Staatsanwalt Peter Pellegrini bestätigte am Montag auf Anfrage eine Meldung der Zeitung «Sonntag», dass im Fall der Zahlungen an Kurer und Rohner eine Nichteintretensverfügung erfolgt sei. Die Staatsanwaltschaft lässt die Klage somit gar nicht erst zu.
UBS: Zahlungen für Ex-Manager in PK kein Fall für Staatsanwalt
(awp) Zahlungen der UBS AG in die Pensionskassen der damaligen Chefs Peter Kurer und Marcel Rohner sind offenbar kein Fall mehr für die Zürcher Staatsanwaltschaft. Es sei eine Nichteintretensverfügung erfolgt, zitiert die Zeitung "Sonntag" (Ausgabe 08.08.) Peter Pellegrini, Leiter der Zürcher Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte.
Die UBS hatte dem Bericht zufolge Beiträge von 3,3 Mio CHF an Kurer und 1,2 Mio CHF an Rohner als "freiwillig" bezeichnet. Auslöser war eine Strafanzeige von Rechtsanwalt und Kleinanleger-Vertreter Hans-Jacob Heitz gewesen. Die Staatsanwaltschaft habe keinen "Freundschaftsdienst" erkennen können, heisst es in dem Artikel. Allerdings könnte den Managern neues Ungemach drohen. "Mit Blick auf die im Februar 2009 erfolgte Herausgabe von UBS-Kundendaten an die USA wird der noch ausstehende Bundesgerichtsentscheid abgewartet", so Pellegrini.
NZZ aS: Zürcher Anlagechef managte 200 Millionen als Privatperson
Reformen zur 2. Säule: Monika Bütler und Rudolf Strahm
Der Zürcher Oberländer hat Monika Bütler, Professorin an der Uni St.Gallen, und Rudolf Strahm, alt NR, um Stellungnahmen zu sechs Reformvorschlägen zur beruflichen Vorsorge gebeten. Die Themen lauten: Standardisierte Kapitalanlagen, PK-Zusammenlegung, Bildung eines Staatsfonds, freie PK-Wahl, Direktanlage durch die Versicherten in Staatsanleihen, Legal Quote.
Die Themen und Fragestellungen muten teilweise realitätsfremd bis exotisch an. Die Antworten des Herrn Strahm teilweise ebenfalls. Er hantiert unverdrossen mit der “politischen Macht der Privatassekuranz”, welche viele Reformen verhindere. Bütler überrascht hingegen mit ihrer Sympathie für die Idee eines Staatsfonds nach norwegischem Muster als Ergänzung zum bestehenden System, ohne dass dies aber weiter ausgeführt würde. Beide halten hingegen nichts von der freien PK-Wahl, dafür findet Strahm Geschmack an der Vorstellung, dass die Versicherten ihre Vermögen selbst in Schweizer Staatsanleihen anlegen. Aber natürlich weiterhin mit einem garantierten Mindest-UWS von 6,8%, nehmen wir an.
4. Revision der Arbeitslosenversicherung
Am 26. September 2010 wird über die 4. Revision der Arbeitslosenversicherung (ALV) abgestimmt. Der Bundesrat ist überzeugt, dass sie nötig, ausgewogen und zweckmässig ist. Er empfiehlt dem Volk, die Revision anzunehmen. Nur eine finanziell stabile ALV kann Arbeitslose wirksam unterstützen und fördern. Die Revision leistet einen wichtigen Beitrag zur sozialen Sicherheit in der Schweiz. Bundespräsidentin Doris Leuthard hat die Argumente des Bundesrats dargelegt.
Roger Kunz neuer Asset Manager der PK SBB
Roger M. Kunz (46, Bild) führt neu den Bereich Asset Management der Pensionskasse SBB. Kunz war bisher Leiter Anlagestrategie und Direktionsmitglied der Clariden Leu, Zürich.
Kunz studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Basel, wo er 1990 zum Doktor für Staatswissenschaften promovierte. 1998 folgte die Habilitation als Privatdozent für Betriebswirtschaft und 2003 die Ernennung zum Titular-Professor der Universität Basel. Seit 2006 war Kunz Leiter Anlagestrategie und Mitglied des Anlagekomitees (Direktionsmitglied) der Bank Clariden Leu Zürich. Kunz ersetzt bei der PK SBB Sandor Siegrist, der das Asset Management seit 2008 führte.
SonntagsZeitung: Fall BVK als Versagen der Zürcher Politik
Der Fall des inhaftierten Anlagechefs der Pensionskassedes Kantons Zürich (BVK) weitet sich zur Polit- und Justizaffäre aus. Dass der mutmasslich korrumpierte Daniel Gloor mehr als ein Jahrzehnt lang schalten und walten konnte, wie es ihm beliebte, rückt die politisch Verantwortlichen ins Zentrum, aber auch die Justiz: Wie erst jetzt bekannt wird, hatte die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte bereits vor Jahren ermittelt, war aber nicht fündig geworden, schreibt Hanspeter Bürgin in der SonntagsZeitung.
Zum Hinschied von Daniel Pattey
Am 27. Juli ist Daniel Pattey, Vorstandsmitglied und Vizepräsident des Vorsorgeforums, verstorben. Sein Amt in unserem Verein hatte er seit Mitte der 90er Jahre inne und in all den Jahren hat sein Enthusiasmus und sein Engagement für die Sache der 2. Säule und die Anliegen des Forums nie nachgelassen. Er hatte gleichzeitig die Romandie im Führungsorgan unseres Vereins zu vertreten. Er tat dies mit grosser Verve, Humor und bemerkenswerter Energie. Er wird uns fehlen.
Peter Wirth
Le Forum Deuxième Pilier a perdu son Vice-Président. J’ai l’honneur d’adresser à Daniel Pattey nos remerciements pour son action au sein du Forum Deuxième Pilier dont la mission consiste principalement à créer le lien entre le monde des caisses de pension, leurs associations et le monde politique dont notamment le Parlement Fédéral. Daniel Pattey était un Vice-Président compétent, dévoué, faisant preuve d’engagement constant pour le Forum. Il a su faire profiter tous ses membres de sa connaissance solide dans notre domaine qui est celui du deuxième pilier. Il avait une vision globale du domaine des assurances sociales et ne manquait jamais d’en rappeler le fameux principe de la subsidiarité.
Sa personnalité attachante, sa disponibilité et son investissement personnel à aider et soutenir à tout moment ont contribué à son succès en affaires. Il était une des rares personnes sur laquelle je pouvais compter – un peu comme un grand frère – rôle qu’il jouait également avec les autres membres de notre comité. Merci Daniel, Merci Monsieur le Vice-Président.
Conrad Rossier
FuW: Liquidität – PKs in Wartestellung
Die Schweizer Pensionskassen sind gegenwärtig gleichzeitig risikobereit und risikoscheu. Sie haben 27% des Vermögens in Aktien investiert trotz der Konjunkturbedenken vieler Finanzmarktbeobachter. Aber sie halten derzeit auch einen Vermögensanteil von knapp 8% in liquiden Mitteln, obwohl sich darauf im heutigen Tiefzinsumfeld kein nennenswerter Ertrag verdienen lässt.
PKZH: Symbolpolitik
Finanzvorstand Martin Vollenwyder (FDP) der Stadt Zürich hatte in einem Interview in der Zürcher Lokalzeitung «Züriberg» gesagt, es sei für die städtische Pensionskasse heute «sehr schwierig», die erforderliche Minimalrendite von 5,5 Prozent zu erreichen. Vollenwyder weiter: «Trotzdem hat die PKZH vor sechs Wochen beschlossen, BP- und Transocean-Aktien abzustossen. Die PK sorgt sich also sehr wohl um globale Vorgänge, die lebenszerstörend sind,» heisst es in einem Artikel des Tages Anzeigers.
Laut dem stellvertretenden Anlagechef Jürg Tobler hat sich die Kasse Anfang Juni zum Verkauf der Wertpapiere der beiden Unternehmen entschieden. Dabei habe es sich um ein Aktienpaket im Wert von rund 20 Millionen gehandelt. Dies entspricht 0,2 Prozent des PK-Vermögens von 12,5 Milliarden Franken. Aus dem Verkauf resultierte ein Verlust, weil der Aktienkurs tief war.
NZZ: “Umverteilung unterminiert die zweite Säule”
Prof. Olaf Meyer, Leiter des Instituts “Finance und Altersvorsorge” an der Hochschule für Wirtschaft in Fribourg, beklagt in seinem Artikel in der NZZ Instransparenz und Umverteilungsprozesse in den Pensionskassen. Zum Teil trifft er dabei auf ein echtes Problem, teilweise schiesst er übers Ziel hinaus. Anscheinend visiert er eine berufliche Vorsorge an, welche auf reinen, abgesonderten Sparkonten im Beitragsprimat beruht. Damit könnte zwar ein Maximum an Transparenz erzielt werden, aber dafür braucht man keine Pensionskassen. Mit Bezug auf die Risikoleistungen unterlässt er es zudem, zwischen Umverteilung und Solidarität zu unterscheiden. Dies mag unter Umständen schwierig sein, ist aber für das Verständnis einer Vorsorgeeinrichtung unterlässlich.
KGAST Performancebericht in neuer Aufmachung, künftig individuelle Auswertungen
Seit mehr als 20 Jahren publiziert die Konferenz der Geschäftsführer von Anlagestiftungen einen Performancebericht, der beinahe alle Anlagegruppen der Anlagestiftungen der KGAST-Mitglieder umfasst. Ziel dieses Berichtes ist, den interessierten Kreisen eine von unabhängiger Seite berechnete, von der KGAST autorisierte Performanceberechnung zur Verfügung zu stellen und diese unter den Anlagestiftungen vergleichbar zu machen.
Die Berichte sind bei den Anlegern sehr beliebt und jede Ausgabe wird von den vielen Interessierten mehrtausendfach heruntergeladen. Die KGAST war sich laut eigenem Eingeständnis aber auch bewusst, “dass sowohl die formale Darstellung, als auch der Inhalt der Berichte neu ausgerichtet werden müssen”.
Mit dem Bericht per 30. Juni 2010 wurde dieser Erkenntnis Rechnung getragen. Welche Neuerungen bringt nun der Bericht?
- Die KGAST erstellt die Berichte neu in Zusammenarbeit mit Lipper. Diese sammelt und ordnet die Daten und stellt sie der Fundo AG zur Verfügung. Fundo berechnet die Performance und erstellt die Berichte. Die Datenströme zwischen den Anlagestiftungen, Lipper und Fundo werden in möglichst standardisierter Form erfolgen. Die Berichte können damit künftig spätestens 15 Tage nach Quartalsende publiziert werden.
- Der Bericht soll besser lesbar werden. Deshalb wurde auf A4-Querformat umgestellt. Sofern mindestens acht Anlagegruppen verglichen werden, werden diese mit vier unterschiedlichen Farben markiert. Die Farben kennzeichnen das Performance-Quartil, dem die jeweilige Anlagegruppe angehört.
- Damit sich die Leser ein Bild der Risiko/Ertrags-Position machen können, wurden entsprechende Charts zugefügt, die auch die Position des am ehesten zutreffenden Benchmarks enthalten.
Wie Kurt Brändle, Geschäftsführer der Konferenz der Anlagestiftungen, in einer Mitteilung schreibt, bilden all diese Neuerungen lediglich den ersten Schritt zu einer umfassenderen Erweiterung des Angebots. Der nächste Schritt, der ungefähr zu Beginn des kommenden Jahres vollzogen sein wird, soll den Nutzern die Möglichkeit geben, selbst massgeschneiderte Performancevergleiche herzustellen. Sie erhalten die Möglichkeit, über Internet die zu vergleichenden Anlagegruppen, Benchmarks, Zeitperioden, Risiken und Erträge, etc. vorzugeben und die Auswertung sofort „online“ zu erhalten. Darüber soll zu gegebener Zeit orientiert werden.
