Im Jahr 2008 trat das total revidierte Gesetz über die Ergänzungsleistungen (EL) in Kraft. Die EL-Ausgaben stiegen stark um 13.6 Prozent, vor allem weil die EL-Begrenzung bei einem Heimaufenthalt aufgehoben wurde. Aufgrund der neuen Finanzierungsart erhöhte sich der Beitrag des Bundes von 21.9 auf 31.6 Prozent der EL-Ausgaben. 263’700 Personen, das sind rund 16 Prozent aller Rentner und Rentnerinnen, erhielten eine Ergänzungsleistung. Der durchschnittliche Betrag für eine Person, die nicht im Heim wohnt, betrug rund 900 Franken im Monat, für eine Person im Heim 2’800 Franken.
Statistik
Unterdeckung in der Nordwestschweiz Ende 08: Die Zahlen der Aufsicht
Anlässlich der Informationsveranstaltung “BVG aktuell” der Nordwestschweizer Aufsichtsämter (BS, BL, SO) in Liestal wurden die neusten offiziellen Zahlen zur Finanzierungssituation der betreffenden Vorsorgeeinrichtungen per 31.12.2008 vorgestellt. Sie beruhen auf den bisher eingegangenen Berichten der registrierten und der überobligatorischen Einrichtungen und zeigen ein deutlich freundlicheres Bild, als andere Erhebungen und Berechnungen (ASIP, Swisscanto, BSV, AWP/Complementa) bisher boten.
Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Aufsicht sämtliche Kassen erfasst und nicht Umfrage-Samples und deshalb auch viele kleine Einrichtungen, welche tendenziell weniger an Umfragen und Erhebungen teilnehmen. Bei der Interpretation der Zahlen ist auch zu bedenken, dass die ermittelten Daten ungewichtet sind und keinen Hinweis auf den Anteil der Versicherten geben, welche von einer Unterdeckung in ihren Kassen betroffen sind. Man darf davon ausgehen, dass sich so gewichtet die Situation weniger gut präsentiert und eher den bisher veröffentlichen Zahlen entspricht.
Insgesamt kann aus den Daten der drei Aufsichtsämter geschlossen werden, dass rund ein Viertel der Vorsorgeeinrichtungen in den drei Kantonen Ende 2008 von einer Unterdeckung betroffen waren, knapp 10 Prozent von einer erheblichen (unter 90% Deckung). Die Daten der drei Kantone unterscheiden sich nur geringfügig. Baselland sticht mit einem sehr geringen Anteil von VE mit einer erheblichen Unterdeckung hervor (Korrektur vom 18.8.09: 4,1 statt 2,4 Prozent).
Die Zahlen in der Tabelle addieren sich nicht zu 100 Prozent, weil noch nicht alle VE ihre Berichte abgeliefert haben. Lücken bestehen insbesondere bei den nicht registrierten Kassen mit überobligatorischen Leistungen.Gemäss Aussagen der Aufsichtsämter ist davon auszugehen, dass nach Eingang sämtlicher Berichte der Durchschnitt sich eher noch etwas verbessern dürfte, weil es nach ihrer Einschätzung mehrheitlich Kassen mit voller Deckung sind, welche sich nicht an den Termin zur Berichterstattung gehalten haben.
33 Mrd. AHV-Renten, Defizit von 2,3 Mrd.
Die Ausgaben der AHV beliefen sich im Jahr 2008 auf 33.9 Milliarden Franken. Die Renten machten mit 33 Milliarden Franken den Hauptteil der Leistungen aus. Weitere Ausgaben waren die Hilflosenentschädigungen (446 Millionen Franken) und die Beiträge an Hilfsorganisationen für betagte Menschen (105 Millionen). Zur Finanzierung haben die beitragspflichtigen Einkommen 26.5 Milliarden Franken oder 84 % der gesamten Einnahmen (31.6 Mia. Franken) beigetragen.
Die Einnahmen der AHV sanken im vergangenen Jahr um 9,2 Prozent auf 31,6 Mrd. Franken. Dabei machten die beitragspflichtigen Einkommen mit 26,5 Milliarden den grössten Anteil (84 Prozent) aus. Die öffentliche Hand überwies 6,6 Milliarden oder 21 Prozent der Einnahmen. Das Mehrwertsteuerprozent zugunsten der AHV brachte einen Betrag von 2,4 Mrd. (7,5 Prozent) ein.
Unter dem Strich resultiert damit für das Jahr 2008 ein Defizit von 2,3 Mrd. Franken. Wie das Bundesamt für Statistik festhält, ist das negative Betriebsergebnis auf die Turbulenzen auf den Finanzmärkten zurückzuführen. Sie bescherten der AHV bei den Kapitalanlagen einen Gesamtverlust von 4,7 Mrd. Franken. Im Vorjahr hatte bei den Anlagen noch ein Minus von 1,9 Mrd. Franken resultiert.
Insgesamt erhielten im Januar des laufenden Jahres 1’875’600 Personen Altersrenten und 114’800 Personen eine Witwen- oder Witwerrente. Zählt man alle Mitglieder der begünstigten Familien zusammen, so kamen 2’099’100 Menschen in den Genuss von Renten. Die durchschnittliche monatliche Altersrente für AHV-Bezüger, die alleine eine Rente erhielten, belief sich in der Schweiz für Frauen auf 1’971 Franken und für Männer auf 1’980 Franken. Für Ehepaare, bei denen beide Partner rentenberechtigt waren, betrug der Gesamtbetrag im Schnitt 3’280 Franken.
Umfrage PK SBB: Wenig Unterstützung für Sanierung mit Bundesmitteln
Die Umfrage des Vorsorgeforums zur geplanten Sanierung der Pensionskasse SBB mit Mitteln des Bundes hat eine nur geringe Bereitschaft der Teilnehmer gezeigt, dafür öffentliche Mittel einzusetzen. Mit einem Anteil von 27 Prozent ist es nur ein gutes Viertel, das die Unterstützung befürwortet. Entsprechend sind die Antworten auf die weiteren Fragen ausgefallen. Ganz 10 Prozent sind der Meinung, dass der Bund noch grössere Mittel aufbringen sollte, 17 Prozent erachten den Betrag als angemessen. Ein Drittel ist dafür, dass bei einer Unterstützung der PK SBB auch die Ascoop öffentliche Mittel zur Sanierung erhalten sollte. Von den Teilnehmern sind 61 Prozent beruflich im Bereich 2. Säule tätig.
Renditen der 20 grössten europäischen Vorsorgewerke
Laut einer Untersuchung der Rating-Agentur Moody’s Investors Service haben die zwanzig europäischen Unternehmen mit den grössten Vorsorgewerken im vergangenen Jahr Verluste von durchschnittlich 14% auf ihren Pensionsvermögen verbucht, berichtet die NZZ. Mit acht lagen die meisten im Bereich zwischen -15% und -20%. Am besten schnitt der britische Motorenhersteller Rolls-Royce ab, dessen Vorsorgevermögen um 8% an Wert zulegte. Die schlechteste Bilanz hatte der Erdölkonzern Royal Dutch Shell, dessen Pensionsvermögen 29% an Wert verlor. Dies lag vor allem an der hohen Aktienquote von 61% (Stand: Anfang 2008). Diejenige des Konkurrenten BP lag damals mit 75% noch höher, die Verluste 2008 waren mit -17% aber geringer.
State Street PK-Index: 3,35 Prozent Performance im ersten Halbjahr
Der von State Street Investment Analytics errechnete Schweizer PK-Index erreicht im zweiten Quartal 2009 eine Rendite von 5.61 Prozent. «Der langanhaltende negative Trend wurde durchbrochen» sagt Reto Tschäppeler, von State Street Investment Analytics in Kontinentaleuropa. «Vor allem im April haben sich die Märkte deutlich erholt. Von einer nachhaltigen Entwarnung hinsichtlich Deckungsgrad und Sanierungsbedarf für viele Pensionskassen kann aber noch keine Rede sein».
State Street Investment Analytics veröffentlicht ebenfalls ihre Transaktionskosten-Analyse für den Schweizer Markt. Transaktionskosten entstehen beim Wertschriftenhandel und machen rund zwei Drittel der Vermögensverwaltungskosten aus. Sie reduzierten sich in der Schweiz gegenüber Ende März 2009 um 8.92 Prozent von 24.21 auf 22.05 Basispunkte (siehe Grafik), wobei sich alle drei Kostenkomponenten vorteilhaft entwickelt haben. Dies bedeutet, dass institutionelle Investoren im letzten Quartal durchschnittlich 22.05 Basispunkte für die Ausführung ihrer Transaktionen in Schweizer Aktien aufgewendet haben. Die globalen Werte sind ebenfalls gesunken, allerdings nur um 6.49 Prozent. Der Kostenblock bleibt mit durchschnittlich 37.20 Basispunkten global auf einem wesentlich höheren Niveau als in der Schweiz.
CS PK-Index: Seit zwei Jahren erstmals wieder positiv
Der Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index (blaue Linie in Abbildung), der zu Beginn des Jahres 2000 mit 100 Punkten gestartet wurde, zeigt sich nach einem kühlen Jahresbeginn im 2. Quartal 2009 gemäss Darstellung der CS in “frühlingshaftem Sonnenschein”. Im Berichtsquartal legte der Index um 5,25 Punkte resp. 4,86 % auf 113,27 Punkte zu. Zum positiven Resultat haben diesmal alle drei Monate beigetragen. Der klar beste Monat war mit einem Plus von 2,98 % (3,22 Punkte) der April, gefolgt vom Mai mit 1,07 % (1,19 Punkte) und vom Juni mit 0,75 % (0,84 Punkte).
Die BVG-Mindestverzinsung (rote Linie), ebenfalls ausgehend von 100 zu Anfang des Jahres 2000, wurde durch den Bundesrat auf den 1.1.2009 auf 2 % festgelegt. Im Berichtsquartal legte diese Messlatte somit um 0,5 % resp. 0,65 Punkte auf den Stand von 132,71 zu. Dank des Frühlingserwachens an den weltweiten Märkten entwickelte sich der Index zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder positiv. Die Differenz zur BVG-Vorgabe nahm in diesem Zeitraum um 4,57 Punkte (4,36 %) ab. Die gesamte Differenz zwischen dem Index und der BVG-Vorgabe hat sich somit auf 19,44 Punkte reduziert. Der Gesamtindex müsste immer noch rund 15 % zulegen, sollte diese Lücke bis Ende 2009 geschlossen werden.
BFS: Arbeitsmarktindikatoren, Kommentierte Ergebnisse für den Zeitraum 2003-2009
Der Auszug der jährlichen Publikation «Arbeitsmarktindikatoren 2009» kommentiert die Lage des Schweizer Arbeitsmarkts während der Periode 2003 bis 2008 und präsentiert die Aussichten für das Jahr 2009. Dabei wird die Entwicklung der wichtigsten Arbeitsmarktindikatoren über fünf Jahre beschrieben. Genannt seien die Anzahl Erwerbstätige, Anzahl Beschäftigte, Anzahl Erwerbslose, das Arbeitsvolumen, die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt und das Lohnniveau.
Ein besonderes Augenmerk gilt den Ungleichgewichten auf dem Arbeitsmarkt während der Berichtsperiode. Die Entwicklung wird ausserdem nach zentralen Merkmalen betrachtet (Situation der Männer und der Frauen, inländische und ausländische Arbeitskräfte, Entwicklung in den drei Wirtschaftssektoren und den sieben Grossregionen). Abschliessend wird die Situation am Ende des 1. Quartals 2009 beschrieben sowie ein Vergleich der Indikatoren des Schweizer Arbeitsmarktes mit jenen der EU- und der EFTA-Länder vorgenommen.
Hewitt: Personalabbau in jedem zweiten Unternehmen
Aufgrund des Wirtschaftsabschwungs befinden sich immer mehr Unternehmen unter zunehmendem Druck. Personalabbau ist dabei eine zentrale Massnahme, wie dies auch aus der aktuellen Studie von Hewitt Associates in der Schweiz hervorgeht. Jedes zweite befragte Unternehmen hat in den vergangenen zwölf Monaten die Belegschaft reduziert, und jedes dritte befragte Unternehmen plant Entlassungen in den kommenden zwölf Monaten.
Die Untersuchung wurde im Frühjahr 2009 durch Hewitt Associates in der Schweiz durchgeführt. Insgesamt haben 81 Unternehmen verschiedener Grössen und Industriesektoren teilgenommen, darunter auch 13 SMI kotierte Unternehmungen. Die Untersuchung liefert detaillierte Resultate über die momentane Entlassungssituation in der Schweiz, wobei auch Aspekte wie Abfindungszahlungen, Kündigungsfristen und Outplacement Services analysiert werden.
CS Pensionskassen-Index Q2: plus 4,8 Prozent
Die ersten Berechnungen des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen-Index, der das tatsächliche Anlageverhalten von über 100 Schweizer Pensionskassen berücksichtigt, ergeben für das 2. Quartal 2009 eine Performance von über 4,8 %. Im Berichtsquartal war der April mit einer Performance von knapp 3 % klar der stärkste Monat, während sich der Index im Mai nochmals um gut 1 % und im Juni um weitere rund 0,75 % verbesserte. Die BVG-Mindestrendite für das Quartal beträgt 0,50 %. Dadurch hat sich die negative Differenz des Pensionskassen-Index, der im Jahr 2000 bei 100 Punkten gestartet war, zur BVG-Vorgabe erstmals seit zwei Jahren wieder verringert, und zwar um gut 4,5 Punkte. Damit beträgt die Differenz noch ein Minus von knapp 20 Punkten. Die detaillierte Auswertung des Index für das 2. Quartal 2009 wird in rund zwei Wochen publiziert.
Jahresbericht «Sozialversicherungen 2008» erschienen
Der jährliche Bericht über die Sozialversicherungen gemäss Artikel 76 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) wurde vom Bundesrat am 1. Juli verabschiedet und liegt nun vor. Der Jahresbericht «Sozialversicherungen 2008» enthält im Sinne einer Gesamtübersicht aktuelle Informationen zu den Sozialversicherungen, einen Überblick über die jüngsten politischen Diskussionen und die sich bietenden Perspektiven. Er gibt Auskunft über die neuesten Kennzahlen der einzelnen Sozialversicherungen und stellt auch Querbezüge zwischen den verschiedenen Sozialversicherungen dar. In einem Schwerpunkt werden in dieser Ausgabe die bilateralen Abkommen und ihre Auswirkungen auf die Sozialversicherungen beleuchtet.
Gedruckte Exemplare des Berichts können ab Mitte August bestellt werden via Bundesamt für Bauten und Logistik BBL, 3003 Bern, www.bundespublikationen.ch (Bestellnummer 318.121.08D).
Seco: Mehr Zuwanderung dank Personenfreizügigkeit
Der erleichterte Zugang zu Fachkräften aus dem EU-Raum begünstigte das hohe Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum der letzten Jahre. Die Konkurrenz für die inländischen Arbeitnehmenden dürfte durch die Öffnung des Arbeitsmarktes tendenziell gestiegen sein. Eine Verdrängung ansässiger Erwerbspersonen oder eine wegen der Personenfreizügigkeit höhere Arbeitslosigkeit waren jedoch nicht feststellbar. Eine negative Entwicklung bei tiefen Löhnen konnte durch die Flankierenden Massnahmen weitgehend verhindert werden. Das sind die Ergebnisse des 5. Observatoriumsberichts über die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit seit Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens Schweiz-EU am 1. Juni 2002.
Leser-Umfrage: Sanierung der PK-SBB
Sind Sie der Meinung, der Bund soll weitere Mittel in die Kasse der SBB einschiessen, eventuell auch in jene der Ascoop oder denken Sie, genug ist genug? Machen Sie mit an unserer Befragung.
Retirement-Income Systems in OECD Countries
Pension and retirement policies have changed dramatically in recent years, as governments have tried to balance the goals of adequate retirement incomes and the long-term financial sustainability of pension systems in the face of population ageing. Pensions at a Glance 2009 provides a consistent framework for comparing pension policies between countries along with reliable data.
This third edition updates information on key features of pension provision in OECD countries and provides projections of retirement income for today’s workers. It offers an expanded range of indicators, including measures of assets, investment performance, coverage of private pensions, public pension spending, and the demographic context and outlook.
Pensionskassenvergleich 2009 von Weibel Hess: Sammelstiftungen unter der Lupe
Die SonntagsZeitung hat Teile des Pensionskassenvergleichs 2009 von Weibel Hess & Partner in Stans publiziert, die detaillierten Zahlen können unter pensionskassenvergleich.ch eingesehen werden. Erfasst wurden u.a. Performance, Sanierungsmassnahmen, Umwandlungssätze, Verzinsung, Verwaltungskosten, Zinsrisikoabzug und Servicequalität. Teilgenommen haben sechs Sammelstiftungen von Versicherungen und 20 unabhängige Gemeinschafts- und Sammelstiftungen. Die Daten sind für alle Firmen, die für ihr Vorsorgewerk eine neue Sammelstiftung suchen, von grossem Interessen. Wegen der weitverbreiteten Unterdeckung auch bei den Sammelstiftungen sind aber derzeit Wechsel aufgrund der damit verbundenen Teilliquidationsverluste weitgehend blockiert, sehr zum Leidwesen der Versicherer, die derzeit wieder vermehrt in der Gunst der Kollektivkunden stehen.
Nach Darstellung von Werner C. Hug, Sprecher der IGaSG (autonome Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen), soll von Seiten einzelner IG-Mitglieder eine Klage gegen Weibel Hess wegen des Vergleichs laufen (unlauterer Wettbewerb). Dort kann man dies allerdings nicht bestätigen und verweist darauf, dass das Teilnehmerfeld weitgehend mit jenem des Vorjahres identisch ist. Man habe Gespräche mit den Teilnehmern der Umfrage geführt und wunschgemäss gewisse Anpassungen vorgenommen.
