Nach einem guten Start sind die Renditen der Kapitalanlagen der Schweizer Pensionskassen im vergangenen Monat etwas ins Stocken geraten. Immerhin konnten alle Gruppen als Ganzes Verluste vermeiden.
Statistik
PK-Index Q3: Weiter aufwärts
Im 3. Quartal nahm der CS PK-Index um weitere 2.41 Punkte resp. 1,64% zu und liegt per 30. September 2014 bei 149.32 Punkten, ausgehend von 100 zu Anfang des Jahres 2000. Insbesondere der Monat August trug mit 1,18% zum positiven Resultat im dritten Quartal bei, während die Monate Juli mit 0,24% und September mit 0,21% etwas schwächer notierten. Somit fällt auch das dritte Quartal positiv aus und der Pensionskassen Index nähert sich der Grenze von 150 Punkten.
Die BVG-Mindestverzinsung (aktuell 1,75% p.a.) legte im Berichtsquartal, ebenfalls ausgehend von 100 zu Beginn des Jahres 2000, um 0.63 Punkte (resp. 0,43%) auf den Stand von 145.54 zu. Die Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index liegt damit im dritten Quartal 2014 1,20% über der BVG-Vorgabe.
Die annualisierte Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index (seit 01.01.2000) beträgt per Quartalsende 2,76%. Demgegenüber steht die annualisierte BVG-Mindestverzinsung, welche 2,58% beträgt.
Hinweis zum 2. Quartal 2014: Aufgrund nachträglicher Korrekturen nach der Publikation des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index hat die Rendite im Berichtsquartal von 2,24% auf 2,17% abgenommen.
“80 ist das neue 60”
Die Schweizerinnen und Schweizer fühlen sich immer länger jung. Pensionierte befürchten jedoch einen teuerungsbedingten Kaufkraftverlust ihrer Rente, während Jahrgänge mittleren Alters die Nachhaltigkeit der AHV anzweifeln. Die Mehrheit erwartet überdies eine Anhebung des Rentenalters für beide Geschlechter. Auch sind sich die Schweizerinnen und Schweizer bewusst, welche Bedeutung der privaten Altersvorsorge zukommt. Sie nutzen deren Vorteile jedoch kaum, nicht zuletzt weil sie sich nur ungenügend informiert fühlen. Diese und weitere Erkenntnisse ergeben die neue UBS Vorsorge-Umfrage "80 ist das neue 60" sowie der neue Vorsorge-Ratgeber „100 Fragen – 100 Antworten", welche am UBS Vorsorge Forum vorgestellt worden sind.
Die zentralen Erkenntnisse der Umfrage sind:
- 42% der Befragten nehmen erst Personen über 80 Jahren als alt wahr. Dabei stehen nicht die Lebensjahre oder die Pensionierung bei der Alterswahrnehmung im Mittelpunkt, sondern der Verlust der Selbstständigkeit: Sprich, wenn jemand nicht mehr zuhause leben kann, gesundheitlich stark beeinträchtigt ist oder vergesslich wird. Mit dem Verlust der Selbstständigkeit rechnet die Mehrheit erst nach dem 80. Altersjahr.
- Bei der Wahl des Wohnorts im Alter spielen steuerliche Aspekte nur eine untergeordnete Rolle. Die grosse Mehrheit der Befragten will ihre Wohnsituation beibehalten. Insbesondere die Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Familie und Freunden wird als wichtig erachtet. Vier von fünf der über 65-Jährigen sind zuversichtlich, nicht in ein Alters- oder Pflegeheim ziehen zu müssen.
- Das Vertrauen in den Staat wackelt. Je jünger die Befragten, desto weniger glauben sie, dass die staatliche Altersvorsorge AHV künftig intakt bleibt und ihren Auftrag auch für sie erfüllen können wird. Bei der Pensionskasse (2. Säule) steigt die Skepsis auch bei den älteren Generationen. Die Mehrheit der Befragten geht von einer Angleichung und Anhebung des Pensionsalters für beide Geschlechter aus.
- Die heutige Generation der Erwerbstätigen ist in Bezug auf die Kostenentwicklung im Alter pessimistischer als die heute Pensionierten. 58 Prozent der befragten Erwerbstätigen erwarten steigende Gesundheitsausgaben im Ruhestand, über 40% erwarten, mehr für Reisen sowie Freizeit und Hobbys auszugeben.
Für die Studie wurden im April 2014 in der Deutsch- und Westschweiz 1521 Personen im Alter zwischen 45 und 85 Jahren telefonisch befragt. Die Stichprobe berücksichtigte verschiedene Vermögens- und Altersklassen. Realisiert wurde die Studie von Market Intelligence UBS Schweiz in Zusammenarbeit mit UBS Pension Services.
Swisscanto-Studie 2014
Swisscanto hat ihre jährlich erscheinende Pensionskassen-Studie mit Daten, Analysen, Fachbeiträgen und Kommentaren zur aktuellen Situation der beruflichen Vorsorge der Schweiz publiziert. Neben einer Fülle an Informationen zu Anlagen, Leistungen und Versicherungstechnik der Kassen dürften die Beiträge prominenter Exponenten der Vorsorge mit pointierten Aussagen zur Vorsorge-Politik auf Interesse stossen.
Die in der Studie vermittelten Daten beruhen auf der Umfrage der Swisscanto, welche diese jeweils im Frühjahr durchführt und an welcher 370 Vorsorgeeinrichtungen mit einem Vorsorgevermögen von 506 Mrd. Franken teilgenommen haben. Zum Ausdruck kommt, dass die Pensionskassen nach dem dritten Jahr mit einer erfreulichen Performance ihre Finanzierungssituation deutlich verbessern konnten, ihre im privaten Sektor guten Deckungsgrade aber nur dank massiver Anstrengungen in den vergangenen Jahren zu erreichen vermochten. Aufgrund der weiterhin steigenden Lebenserwartung und der anhaltend tiefen Kapitalmarktzinsen waren vielfach einschneidende Sanierungsmassnahmen, Beitragserhöhungen sowie häufig auch Leistungskürzungen zur Stabilisierung notwendig.
Zu den Herausforderungen durch Demographie und Kapitalmarkt kommen für die Pensionskassen die hausgemachten politischen Probleme. Christoph Ryter, Präsident des Pensionskassenverbands ASIP, sowie Gérard Fischer, CEO der Swisscanto, äussern ihre Bedenken zur fortschreitenden Flut an Vorschriften sowie der sie begleitenden Verpolitisierung der 2. Säule. Ryter spricht in diesem Zusammenhang von einem „gefährdeten Zukunftsmodell“, Fischer warnt vor einem Stillstand, der zu einem Rückschritt werden könnte.
Josef Bachmann, Geschäftsführer der Pensionskasse PwC, formuliert die selben Vorbehalte gegenüber der Entwicklung der letzten Jahre und erachtet gleichfalls die verspätete und trotzdem heftig bekämpfte Senkung des Umwandlungssatzes als eigentliche Gefährdung für die Pensionskassen. Als Möglichkeit, die Stabilität der Vorsorgeeinrichtungen zu verbessern, schlägt er die Einführung variabler Renten vor, wie sie die PwC-Kasse bereits kennt, beispielsweise bei den SBB aber verworfen wurden – aus politischen Überlegungen.
Der politisch statt vesicherungstechnisch determinierte Umwandlungssatz stellt insbesondere für BVG-Minimalkassen ein grosses Problem dar, weil sie anders als die grossen, umhüllenden Kassen ihren Umwandlungssatz nicht mittels Anrechnungsprinzip unter das gesetzliche Mindesterfordernis senken können. An der Swisscanto-Umfrage haben auch dieses Jahr wieder zahlreiche solcher BVG-Kassen teilgenommen. Auf der Basis der entsprechenden Angaben haben Stephan Wyss und Heinrich Flückiger (Swisscanto Vorsorge AG) ihre aktuelle Situation analysiert und errechnet, welche Konsequenzen sich aus dem versicherungstechnisch viel zu hohen Umwandlungssatz ergeben. Ihre Schlussfolgerung: selbst die in der Altersvorsorge 2020 anvisierte Senkung des Satzes auf 6 Prozent reicht nicht aus für eine nachhaltige Entspannung ihrer finanziellen Lage.
Als wichtiger neuer Akteur im Bereich 2. Säule hat sich seit 2012 die Oberaufsichtskommission etabliert. Auch sie sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, zur Regulierungsflut beizutragen und überdiese mit ihren Bemühungen in Richtung einer präventiven Aufsicht von bewährten Prinzipien abzuweichen. Thomas Hohl, früherer Geschäftsführer der Pensionskasse Migros und Mitglied der Kommission, äussert sich in einem Interview zu den Kritiken und stellt die Arbeitsweise der OAK und ihre Ziele dar.
Ausserhalb der politischen Diskussion und deshalb von der Öffentlichkeit weit weniger beachtet hat sich in den vergangenen Jahren ein bedeutsamer Wechsel bei den verwendeten technischen Grundlagen angebahnt. Es handelt sich um den Übergang von den klassischen Perioden- zu den Generationentafeln. Christoph Furrer, Pensionsversicherungs-Experte (Deprez Experten) und Verfasser der technischen Grundlagen VZ 1990 bis 2010, beschreibt die Systemunterschiede und die Vorteile und Folgen eines Wechsels. Die zentrale Differenz besteht in der Berücksichtigung der laufenden Erhöhung der Lebenserwartung. Die biometrischen Daten stammen aus der Vergangenheit, zu berechnen sind aber die Leistungen der Zukunft. Bei der Verwendung von Periodentafeln werden dafür auf der Basis einfacher Faustregeln zusätzliche Rückstellungen gebildet, Generationentafeln bauen die erwartete Entwicklung direkt in die Tafeln ein.
Dauernde und grosse Aufmerksamkeit beansprucht die Entwicklung der Kapitalmärkte. Die aktuelle Situation ist geprägt durch die Tiefzinspolitik der grossen Zentralbanken. Diese dürfte zwar noch geraume Zeit andauern, doch ist früher oder später mit einer Normalisierung zu rechnen. Thomas Liebi, Chefökonom der Swisscanto, sieht als Folge dieses Politikwechsels verstärkte Kursschwankungen und Rückschläge an der Börse und allgemein eher unterdurchschnittliche Renditen.
Der Studienband mit zahlreichen Tabellen und Grafiken ist in Deutsch und Französisch erhältlich und kann als PDF-Datei auf www.swisscanto-pk-studie.ch heruntergeladen werden oder als gedruckte Publikation unentgeltlich bezogen werden.
Risikotragende Deckungsgrade per Ende August
Der von PPCmetrics konzipierte risikotragenden Deckungsgrad neutralisiert unterschiedliche technische Zinssätze und Kassenstrukturen und bringt sie auf den gleichen Nenner. Gleichzeitig wird ein transparenter Vergleich mit anderen Vorsorgeeinrichtungen möglich. Die aktuelle Untersuchung zu Stand und Entwicklung umfasst über 200 Schweizer Vorsorgeeinrichtungen mit einem Gesamtvermögen von rund CHF 450 Mrd.
Die Erhebung zeigt, dass sich die Finanzierungsituation der Vorsorgeeinrichtungen stark verbessert hat:
- Aufgrund der steigenden Zinsen und der sehr guten Performance der Aktienmärkte ist der durchschnittliche risikotragende Deckungsgrad der privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen im Jahr 2013 von 94.3% auf 107.1% gestiegen.
- Im Jahr 2014 haben sich der Einfluss der wieder sinkenden Zinsen und der weiter steigenden Aktienmärkte kompensiert. Der durchschnittliche risikotragende Deckungsgrad ist bis Ende August 2014 geringfügig auf 109.7% gestiegen.
- Trotz der erfreulichen Entwicklung des risikotragenden Deckungsgrades seit Anfang 2013 gibt es immer noch einige privatrechtliche Vorsorgeeinrichtungen, deren risikotragender Deckungsgrad weit unter 100% liegt.
- Diese oft stark rentnerlastigen Vorsorgeeinrichtungen stellen gerade bei möglichen Teilliquidationen ein hohes potentielles Risiko für die jeweiligen aktiven Versicherten dar.
Auf der Website www.deckungsgrad.ch können Vorsorgeeinrichtungen die Errechnung des risikotragenden Deckungsgrads online vornehmen.
UBS PK-Barometer August 2014
Im Gegensatz zum Wetter zeigten sich die Kapitalmärkte im August von ihrer sonnigen Seite, kommentieren die UBS-Analysten. Die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen konnten Renditen von über 1% verzeichnen. Dass es den meisten trotzdem nicht gelungen ist, die verschiedenen BVG-Vergleichsindizes zu erreichen oder gar zu schlagen, hängt damit zusammen, dass überdurchschnittliche Liquiditätsbestände gehalten wurden, die einzige Vermögensklasse ohne Ertrag.
Die Renditen der schweizerischen Pensionskassen betragen seit 2008 zwischen 34,3% (kleine Einrichtungen) und 36,5% (grosse Einrichtungen). Dies entspricht einer annualisierten Performance von 5,3% bis 5,6% mit einem Durchschnitt von 5,4% für alle Vorsorge- werke in diesem Zeitraum. Die grossen Pensionskassen konnten gegenüber den mittleren und kleineren, die eine praktisch identische Performance in der Periode erzielten, ihren Vorsprung knapp halten.
Die weltweit 300 grössten Pensionskassen
Die 300 grössten Pensionsfonds und Pensionskassen der Welt haben 2013 von der guten Entwicklung an den Aktienmärkten profitiert. Ihre Vermögen stiegen im vergangenen Jahr um 6,2% auf 14,9 Bio. $, wie eine Studie von Towers Watson und Pensions & Investments ergeben hat.
Für die positive Entwicklung an den Aktienbörsen dürfte in erster Linie die extrem expansive Geldpolitik der Zentralbanken verantwortlich sein. Im Jahr 2012 waren die Vermögen der weltweit grössten Pensionsfonds und Pensionskassen begünstigt von der starken Entwicklung der Aktienmärkte sogar um 9,8% gewachsen, schreibt Michael Ferber in der NZZ. Die 300 Einrichtungen dürften gemäss Schätzung der Beratungsgesellschaft rund die Hälfte des weltweiten Pensionsvermögens ausmachen. Der weltweit grösste Pensionsfonds ist bereits seit dem Jahr 2002 der Government Pension Investment Fund of Japan mit einem Volumen von rund 1,22 Bio. $ vor vom norwegischen Government Pension Fund, der Gelder in Höhe von 858,5 Mrd. $ verwaltet.
Bericht NZZ / Mitteilung Towers Watson /
Bericht Towers Watson
Complementa: PKs im grünen Bereich
Im Jahr des 20-jährigen Jubiläums verzeichnet der Complementa Risiko Check-up ein Teilnehmerplus von rund 16%. Mit 283 Pensionskassen deckt die aktuelle Studie, gemessen an den Vorsorgekapitalien, 64% des Gesamtmarktes ab. In Erinnerung an den ersten Risiko Check-up vor 20 Jahren widmet sich die aktuelle Studie dem Sonderthema Immobilien. Viele Experten und auch die Nationalbank sehen hier Gefahren einer Blasenbildung (Vergrösserte Grafik durch Click).
Die Mehrheit der befragten Pensionskassen sieht kurzfristig weiter ansteigende Immobilien-Preise. Mittelfristig glaubt die Mehrheit, dass die Luft nach oben zwar beschränkt ist, die wenigsten erwarten jedoch sinkende Preise innerhalb der nächsten 5 Jahre. Das grösste Risiko für den Immobilienmarkt sehen Pensionskassen in steigenden Zinsen. Knapp 70% aller Befragten taxieren steigende Zinsen als grosses Risiko. Den Einfluss weiterer Faktoren auf das Preisniveau – wie beispielsweise Zuwanderung, Leerstände und etwaige Regulierungen – schätzen Pensionskassenverantwortliche hingegen für weit geringer ein.
Das Preisniveau von Schweizer Immobilen ist seit geraumer Zeit hoch. Dennoch wird nicht erwogen, inländische Immobilien durch ausländische zu ersetzen, gerade 10% entfallen auf diese Kategorie. Dies erstaune, schreibt Complementa, da vor allem grosse Kassen beklagen, nicht genügend Objekte im heimischen Markt zu finden. Als grösstes Hemmnis nennen die Befragten die mangelnde Transparenz, die hohen Kosten der Vermögensverwaltung sowie das Fremdwährungsrisiko.
Anders als bei den Immobilien haben Pensionskassen in den letzten Jahren den Anteil ausländischer Aktien und Obligationen erhöht. Der Anteil Auslandanlagen hat sich seit 1995 von unter 20% auf über 43% mehr als verdoppelt. Das tiefe Zinsniveau in der Schweiz veranlasst Pensionskassen, weiter Anlagechancen im Ausland zu suchen. So schichten bei den Obligationen Pensionskassen von Staatsanleihen um auf höher verzinsliche Papiere. Viele Kassenverantwortliche wagen sich dabei in ihnen unbekannte (ausländische) Märkte wie High Yield, Schwellenländeranleihen und Loan-Umsetzungen vor.
Die anhaltend gute Kursentwicklung von Aktien hat deren Anteile weiter ansteigen lassen. Aktien sind mit einem Anteil von 30% historisch betrachtet nun wieder leicht übergewichtet. Auf der anderen Seite sinkt die Obligationenquote weiter. Diese liegt erstmals unter 40%. Verglichen mit der strategischen Quote sind Obligationen aktuell mit rund 4% untergewichtet. Dennoch ist auch zu beobachten, dass Pensionskassen Gewinne an den Aktienmärkten mitnehmen. Vier von fünf gewonnen Franken wurden 2013 realisiert.
Umfrage bei Pensionskassen, Demographie und Zinsen
Die Credit Suisse hat die Studie «Schweizer Pensionskassen 2014 – Perspektiven in der Demografie und im Anlagemanagement» veröffentlicht. Sie basiert auf einer Umfrage bei über 250 Schweizer Vorsorgeeinrichtungen. Die Ergebnisse zeigen, dass neben dem Tiefzinsumfeld die Demografie die grösste Herausforderung für die Pensionskassen darstellt. Pensionskassenvertreter erachten in diesem Kontext vor allem den zu hoch angesetzten Mindestumwandlungssatz als problematisch und begrüssen daher mit grosser Mehrheit den Vorschlag des Bundesrats, den Mindestumwandlungssatz zu senken.
Trotz der demografischen Alterung rechnen die Ökonomen der Credit Suisse bis 2050 nicht mit einem sinkenden Kapitalstock in der zweiten Säule. Bei Schweizer Pensionskassen besteht zudem auch Verbesserungspotenzial in Bezug auf die Effizienz der Anlageallokation. Die Studie zeigt, dass sich gerade für Pensionskassen ein langfristiger Anlagehorizont auszahlt. Viele Vorsorgeeinrichtungen richten ihre Anlagestrategie jedoch kurzfristig aus, meint die CS. Insgesamt legen die meisten Pensionskassen ein hohes und differenziertes Kostenbewusstsein an den Tag. Allerdings erachten sie mehrheitlich das Kostensenkungspotenzial als weitgehend ausgeschöpft.
Die von den Ökonomen der Credit Suisse durchgeführten Modellrechnungen in der Studie zeigen, dass die demografische Alterung bis 2050 zu einem weniger rasch wachsenden, aber nicht zu einem sinkenden Kapitalstock in der 2. Säule führen dürfte. Zwar könnte der jährliche Saldo zwischen einbezahlten Beiträgen und ausbezahlten Sozialleistungen negativ werden, die anfallenden Kapitalerträge dürften dies aber mehr als ausgleichen. Dennoch implizieren alle berücksichtigten Demografie-Szenarien, vor allem zwischen etwa 2020 und 2035, eine merkliche Verlangsamung des Kapitalwachstums.
Mehr als die Hälfte der Pensionskassen erachtet das Thema Kosten als wichtig oder sehr wichtig, auch wenn es bei einigen Vorsorgeeinrichtungen momentan nicht im Fokus steht. Weitere 38% haben sich bereits mit der Kostenfrage bis auf weiteres abschliessend auseinandergesetzt. Aufgrund dieser Ergebnisse überrascht es nicht, dass die Pensionskassen gemäss der Umfrage das Kostensenkungspotenzial als weitgehend ausgeschöpft betrachten.
UBS PK-Barometer im Juli
Trotz breiter Medienresonanz vermochten bislang weder die Krise in der Ukraine noch das erneute Aufflackern der Kriege im Nahen Osten die Kapitalmärkte zu erschüttern. Die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen erzielten zum siebten Mal in Folge eine positive Monatsrendite, schreibt die UBS.
Die Jahresperformance mit um die 4% bis Ende Juli dürfte in den weitaus meisten Fällen die Sollrendite übertroffen haben. Die Zahlenreihen lassen auf eine weitere Normalisierung der Erträge hoffen.
CS PK-Index im Q2: über dem Strich
Der Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index (blaue Linie in Abbildung oben), der zu Beginn des Jahres 2000 mit 100 Punkten lanciert wurde, verzeichnete ein starkes zweites Quartal 2014. Im Berichtsquartal nahm der Index um 3,24 Punkte resp. 2,25 % zu und lag per 30. Juni 2014 bei 147,04 Punkten.
Die BVG-Mindestverzinsung (aktuell 1,75 % p. a.) legte im Berichtsquartal, ebenfalls ausgehend von 100 Punkten zu Beginn des Jahres 2000, um 0,63 Punkte (resp. 0,43 %) auf den Stand von 144,91 Punkten zu. Die Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index lag damit im zweiten Quartal 2014 1,82 % über der BVG-Vorgabe. Erfreulich ist dabei, dass der Rückstand des Credit Suisse Pensionskassen Index gegenüber der BVG-Mindestverzinsung, der infolge der Finanzkrise entstanden ist, wieder aufgeholt werden konnte.
Swisscanto PK-Monitor im Q2
Auch im zweiten Quartal profitieren die Pensionskassen von der grosszügigen Liquiditätsversorgung der Zentralbanken, die ein gutes Umfeld für die Aktienmärkte bildete. Der Swisscanto Pensionskassen-Monitor zeigt nochmals eine leichte Verbesserung der Finanzierungssituation der Schweizer Pensionskassen, vor allem dank Kursgewinnen bei Aktien. Die Wertschwankungsreserven erreichen dadurch bei den vollkapitalisierten Vorsorgeeinrichtungen das höchste Niveau seit dem Ende der Finanzkrise.
Bei den erfassten privatrechtlichen Pensionskassen erhöhte sich der geschätzte vermögensgewichtete Deckungsgrad gegenüber dem Vorquartal leicht um 1,8 Prozentpunkte auf 113,0%. Die privatrechtlichen Kassen nähern sich dadurch ihrem Ziel, eine Schwankungsreserve von durchschnittlich 16% des Vorsorgevermögens aufzubauen, die ihnen bei negativen Marktentwicklungen ein Sicherheitspolster gibt. Ein ähnlich positives Bild zeigt sich bei den öffentlich-rechtlichen Kassen mit Vollkapitalisierung, bei denen der vermögensgewichtete Deckungsgrad ebenfalls um 1,8 Prozentpunkte auf 103,4% anstieg.
Bei den erfassten öffentlich-rechtlichen Kassen mit Staatsgarantie, bei denen eine Teilkapitalisierung von 80% zulässig ist, hat sich der vermögensgewichtete Deckungsgrad um einen Prozentpunkt auf 76,2% erhöht.
Die erfassten Vorsorgeeinrichtungen erzielten im ersten Halbjahr 2014 eine vermögensgewichtete Rendite von 4%. Grundlage für die aktuellen Schätzungen per 30. Juni 2014 bilden die effektiven Angaben von 370 Vorsorgeeinrichtungen per 31. Dezember 2013. Diese verwalten zusammen ein Vorsorgevermögen von insgesamt CHF 506 Mrd. Die Schätzungen sind Hochrechnungen aufgrund der Entwicklungen marktgängiger Indizes für die einzelnen Anlagekategorien und der von den Umfrageteilnehmern zu Beginn des Jahres 2014 gewählten Anlagestrategie.
Weitere Informationen sind unter www.swisscanto.ch/pk-monitor erhältlich.
Geburt und Tod
Die weltweiten, laufenden Geburten und Todesfälle auf der Basis statistischer Daten lassen sich online und in Real Time verfolgen – wenn auch nur in simulierter Form. Deswegen aber nicht minder eindrücklich. Verfolgen Sie die Ereignisse während 60 Sekunden und schauen Sie sich die in dieser Zeit gesammelten Daten an. Erstaunlich.
Towers Watson: Swiss Pension Finance Watch im Q2
Im zweiten Quartal 2014 haben sich die Bilanzen der Schweizer Pensionspläne gemäss Towers Watson leicht verbessert. Ende des letzten Quartals waren die Rechnungszinsen so niedrig wie seit zwölf Monaten nicht mehr, was höhere Pensionsverpflichtungen zur Folge hatte. Die anhaltend positiven Anlagerenditen reichten jedoch aus, um den Ausfinanzierungsgrad insgesamt moderat zu steigern. Der illustrative Finanzierungsgrad (d. h. das Verhältnis von Planvermögen zu Pensionsverpflichtungen) erhöhte sich um fast 1 Prozentpunkt, wie aus dem Towers Watson Pension Index hervorgeht, der von 99,9 per 31. März 2014 auf 100,7 per 30. Juni 2014 stieg. Der Indexwert von 103 zu Beginn des Jahres wurde indes nicht mehr erreicht.
Der Pensionsplanindex wird vierteljährlich von Towers Watson in deren Swiss Pension Finance Watch veröffentlicht und basiert auf den International Accounting Standards (IAS). Der Index stellt die quartalsweise Entwicklung des Ausfinanzierungsgrads dar, statt den sonst typischen Deckungsgrad der schweizerischen Pensionspläne anzugeben.
ASIP-Performancevergleich 1. Halbjahr 2014
Das erste Halbjahr 2014 war für die Pensionskassen wieder eine Periode mit erfreulicher Performance, schreibt der Pensionskassenverband zu den Ergebnisse seines Performance-Vergleichs. Die vergangenen beiden Anlagejahre haben mit überdurchschnittlichen Erträgen die schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen finanziell gestärkt. Die erzielte Performance von +4.9% ist die beste Halbjahresperformance der letzten zwei Jahre, somit können die Ergebnisse mit denen der Vorjahre durchaus mithalten. Ausschlaggebend für diese Performance waren die beiden Monate Februar und Mai, welche überdurchschnittlich gut performten.
Der Anteil an Schweizer Aktien im Universum variiert in 90% der Fälle (5. bis 95. Perzentil) zwischen 4% und 20%, derjenige von ausländischen Aktien zwischen 12% und 41%. Im Vergleich der letzten Jahre sieht man wieder deutlich eine Verschiebung der Vermögensallokationen zu ausländischen Aktien. Im Median verschob sich diese von 11% im Dezember 2008 auf 23% im Juni 2014.
Das retrospektiv prognostizierte Halbjahresergebnis im ASIP-Universum von 4.9% ist das zweitbeste Halbjahresresultat seit der Finanzkrise 2008. Dieses erfreuliche Ergebnis ermöglicht es den Pensionskassen, ihre Reserven und Rückstellungen zu äufnen und die Versicherten an der guten Performance partizipieren zu lassen. Es ist jedoch durchaus möglich, dass einzelne Kassen die Verluste aus 2008 noch nicht kompensieren konnten.
Seit der ersten Veröffentlichung des ASIP Performancevergleiches im Juni 2000 wurde von den teilnehmenden Pensionskassen eine annualisierte Medianrendite von 2.6% erzielt. Dieser Wert erreicht den kumulierten BVG-Mindestzinssatz erstmalig seit September 2000 wieder. Dank den beiden letzten positiven Jahren konnte sich die kumulierte Medianperformance dem Wert des BVG-Mindestzinssatzes kontinuierlich annähern und ihn im Mai 2014 erreichen.
Mitteilung ASIP / Bulletin ASIP (français)
