Die Schweiz. Kammer der Pensionskassen-Experten hat dieser Tage eine neue Website aufgeschaltet. Sie ist erreichbar unter pension-actuaries.ch und ersetzt die alte unter kammer-pk-experten.ch. Die umfassende Neugestaltung erfolgt in einer Zeit, in welcher die Kammer im Rahmen der Beruflichen Vorsorge auch politisch eine zunehmend wichtige Rolle zu spielen und im Rahmen der laufenden Struktur-Reform massgeblich zur Gestaltung dieses wichtigen Sozialwerks beizutragen hat. Grosser Bedeutung kommen in dieser Hinsicht insbesondere den Fachrichtlinien zu, welche soweit publiziert auf der Website eingesehen und herunter geladen werden können. Die verbesserte Gliederung mit einer umfassenden Zweisprachigkeit (d,f) und einem zeitgemässen Design machen es dem Besucher leicht, das Gewünschte zu finden. Zu hoffen ist, dass angesichts des grossen internationalen Interesses unserer schweizerischen 2. Säule auch der Link zum englischen Teil in kürze mehr bietet als nur die “under construction”-Message. Zumal die Kammer auf dem Internet neu unter einer englischen Adresse firmiert.
Aktuarielles
Walter Saxer Versicherungs-Hochschulpreis an Salzmann und Tschopp
Der diesjährige Walter Saxer Versicherungs-Hochschulpreis ging an die beiden Versicherungsmathematiker Robert Salzmann (Indifference Pricing of Unit-linked Life Insurance Contracts) und Manuel Tschopp (Credibility in der Kollektiv-Lebensversicherung).
Umwandlungssatz, Lebenserwartung und wer die Zeche bezahlt
Avenir Suisse schreibt in der April-Ausgabe ihrer Informationen: “Einmal mehr schimpft die Linke über «amtl. bew. Diebstahl» bei den Pensionskassen. Im Dezember beschloss nämlich das Parlament, den Umwandlungssatz des Sparkapitals von 7,2 Prozent schneller auf 6,4 Prozent zu senken. Denn seit das BVG eingeführt wurde, ist die Lebenserwartung im Alter von 65 stark gestiegen. Und jetzt kommen die starken Jahrgänge der Babyboomer ins Rentenalter. Das wäre kein Problem, wenn wirklich jeder für sich sparen würde. Tatsächlich bezahlen die Kassen aber bisher zu hohe Renten- die Zeche bezahlen dereinst die Jungen.” Und wo findet der Diebstahl statt? wäre anzufügen.
SVV: Verantwortungslose Demontage der 2. Säule
Der Schweiz. Versicherungsverband hält in einer Mitteilung fest: “Mit den Schlagworten «Rentenklau» und «Rentenkürzung» bekämpft die Linke die Anpassung des Umwandlungssatzes in der beruflichen Vorsorge und zielt gleichzeitig auf eine Grundsatzdebatte über die Rolle der Lebensversicherer in der 2. Säule ab. Das ist ideologisch motiviert und gefährlich, denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun: Eine Senkung des Umwandlungssatzes bringt den Lebensversicherern keinen zusätzlichen Rappen ein, der 2. Säule dafür aber Sicherheit und Stabilität.”
Umwandlungssatz: Referendum eingereicht
Der Blick schreibt: “Die Rentenkürzung in der zweiten Säule kommt vors Volk. Das Referendumskomitee hat rekordverdächtige 205 000 Unterschriften gegen die geplante BVG-Revision bei der Bundeskanzlei deponiert. Linke Parteien, Gewerkschaften, Rentner- und Konsumentenorganisationen wehren sich mit dem Referendum gegen den Entscheid des Parlaments, den Mindestumwandlungssatz in der zweiten Säule (BVG) bis 2015 schrittweise auf 6,4 Prozent zu senken.”
BSV: Faktenblatt zum Umwandlungssatz
Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat ein Faktenblatt zur Senkung des Mindestumwandlungssatzes publiziert. Darin hält das Amt u.a. fest: “Verzichtet man auf die Reform (Senkung, Ed.), kommt es zu einer unangebrachten intergenerationellen Solidarität: Die erwerbstätigen Versicherten müssten die Finanzierungslücke bei den an die Pensionierten ausgerichteten Renten decken. Es sind aber gerade diese Erwerbstätigen, vor allem jene mit Familienlasten, die oft die knappsten Budgets haben und nicht zu Unrecht belastet werden sollten. Und vor allem: In einem Umfeld, in dem die Vorsorgeeinrichtungen dazu gezwungen sein können, Sanierungsmassnahmen zu ergreifen, würde ein Verzicht auf die Reform nur zu einer Verschärfung dieser Massnahmen führen. Kurz: Ein Verzicht auf die Reform würde das berufliche Vorsorgesystem nur destabilisieren.”
ASIP: Ja zur Anpassung des Umwandlungssatzes
Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP schreibt in einer Medienmitteilung: “Aufgrund der weiterhin steigenden Lebenserwartung und der Entwicklungen der Kapitalmärkte ist ein versicherungs- und finanztechnisch korrekt festgelegter Umwandlungssatz für die Zukunft der beruflichen Vorsorge entscheidend. Ein zu hoher Umwandlungssatz führt zu kaum erfüllbaren Leistungsversprechen zulasten der Jungen und zu einer Umverteilung der Erträge. In diesem Sinn ist der Entscheid des Parlamentes, den Umwandlungssatz bis 2015 auf 6.4% zu senken, zu unterstützen. Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP lehnt deshalb das Referendum gegen die Senkung des Umwandlungssatzes entschieden ab, da dieses die langfristige Sicherheit der beruflichen Vorsorge in der Schweiz gefährdet.”
Weiter wird festgehalten: “Die Senkung des Umwandlungssatzes verhindert zum einen die Aushöhlung der Pensionskassen durch zu hohe Rentenzahlungen. Zum anderen wird durch die Senkung das Solidaritätsprinzip aufrechterhalten, welches die gemeinsame Übernahme von Risiken durch die Versicherten vorsieht. Es ist nicht Zweck der 2. Säule, Renten durch die Umverteilung von Geldern von aktiv Versicherten auf Rentner zu sichern. Die Altersvorsorge der Versicherten muss im Gegenteil durch die langfristige Stabilität der 2. Säule gesichert werden.”
P&I: Speculation swirls over why the Mercer-Callan deal died
Mercer Inc. and Callan Associates Inc.’s proposed marriage, announced with fanfare on Feb. 17, has devolved into a guessing game on why the firms abruptly killed their engagement a scant six weeks later. Industry observers who suspect Mercer fled the altar say potential legal land mines could have soured Mercer’s New York-based parent, Marsh & McLennan Cos., on the deal. At the same time, those who believe Callan rejected Mercer’s embrace point to signs that a significant number of both Callan’s clients and its consulting professionals were unhappy with the prospect of the San Francisco-based firm being subsumed within Mercer.
PPCmetrics: Asset- und Liability-Management für Pensionskassen
PPCmetrics hat eine Broschüre zum Thema “Asset- und Liability-Management für Pensionskassen” publiziert, welche im Detail den von ihr entwickelten ALM-Prozess beschreibt. Es werden die Risikofähigkeit, das Risikobudget und die zweckmässige Anlagestrategie dargestellt. Dabei wird insbesondere die Unterscheidung zwischen der finanziellen und der strukturellen Risikofähigkeit von Pensionskassen hervorgehoben.
Die neue Broschüre soll als Grundlage für weitere Beiträge zu dieser Thematik dienen, die laufend auf der Website der PPCmetrics publiziert werden. Dort können auch gedruckte und elektronische Exemplare bestellt werden.
Kammer der PK-Experten nachdrücklich für Senkung des Mindest-Umwandlungssatzes
Die Kammer der Schweiz. Pensionskassen-Experten, der aktuell 118 Pensionsversicherungsexperten angehören, hat sich in einer ausführlichen Medienmitteilung klar hinter die vom Parlament beschlossene Senkung des BVG Mindest-Umwandlungssatzes gestellt. In der Mitteilung werden eine Reihe von Argumenten für die Notwendigkeit der Senkung und gegen die Vorbehalte der Gegner aufgeführt, welche bekanntlich das Referendum ergriffen haben.
Zu den Renditeerfordernissen, welche mit der bestehenden Regelung verbunden sind, heisst es: “Die jetzt beschlossene Senkung berücksichtigt die in den letzten Jahren deutlich gesunkene erzielbare Rendite auf dem Vermögen der Pensionskassen. Dem jetzigen Satz liegen Annahmen über künftige Kapitalmarkterträge zugrunde, welche nur unter Inkaufnahme hoher Risiken zu erzielen sind. (…) Um einen Eindruck vom damit verbundenen Renditeerfordernis für die Pensionskassen zu erhalten, müssen dazu die Rückstellungen für die steigende Lebenserwartung, die Administrationskosten sowie die Vermögensverwaltungskosten für die Pensionskassen addiert werden. Damit ergibt sich eine erforderliche Rendite von rund 5%. Diese Rendite konnte in den letzten 10 Jahren nicht erzielt werden.”
Zu den sozialpolitischen Forderungen wird ausgeführt: “Der Umwandlungssatz ist eine versicherungstechnische und keine politische Grösse und ist versicherungsmathematisch zu berechnen. Fragen nach der sozialen Verträglichkeit oder der Gerechtigkeit seiner Anwendung sind im politischen Kontext zu stellen und entsprechend zu beantworten.”
Zum Verweis auf die kommerziellen Interessen der Lebensversicherer heisst es: “Die Diskussion um die Lebensversicherer darf nicht als Begründung dafür verwendet werden, Gesetze zu erlassen, welche sich zum Nachteil aller Pensionskassen und damit aller Versicherten in der 2. Säule auswirken müssten. (…) Die Kammer der Pensionskassen-Experten distanziert sich von den Schlagworten in dieser Diskussion. Sie sind sozialpolitisch unergiebig und lenken nur von den tatsächlich bestehenden Problemen ab.
Libera: So lesen Sie den Bericht des Experten
Die Jahresrechnung ist für den anerkannten Experten die Basis für den versicherungstechnischen Bericht. Aus diesen beiden Dokumenten kann der Stiftungsrat direkt ersehen, wie es um die finanzielle Lage seiner Stiftung steht und daraus bei Bedarf Massnahmen ableiten. Mit dieser Vorgehensweise soll sichergestellt werden, dass die Vorsorgeeinrichtung ihre Verpflichtungen gegenüber den Destinatären erfüllen kann. Die neuste Ausgabe der Libera Horizonte (Nr. 33) hilft, den Bericht des Experten zu lesen und zu verstehen.
Rethinking Retirement Income Strategies
Due to rising life expectancy, many European households may be faced with the prospect of insufficient pension savings to finance their desired level of consumption and lifestyle. In addition, their retirement income options are often constrained by a requirement to purchase an annuity to maintain an appropriate income level until the end of their life.
The report on Rethinking Retirement Income Strategies: How Can We Secure Better Outcomes for Future Retirees, prepared by Professor Maurer and Barbara Somova, shows that this requirement does not give individuals the level of flexibility needed to choose the best solution for managing their accumulated pension savings. By holding a proportion of pension assets in equity early on in retirement, and switching to bond holdings and annuities progressively over time, individuals can expect to achieve significantly higher retirement income, at a comparatively low risk.
The explanation for this result is simple: in an environment where individuals are living longer, the benefits of investment diversification extend well beyond normal retirement age, as diversification creates the kind of upside income potential not found in conventional annuities, while providing downside protection against the higher risks associated with a portfolio that is concentrated on equity holdings.
Rethinking Retirement Income Strategics: How Can We Secure Better Outcomes for Future Retirees? published by the European Fund and Asset Management Association (EFAMA). The authors of this report a Raimond Maurerand Barbara Somova.
NZZ: 20 Prozent weniger Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 2050, falls nicht …
In den nächsten vier Jahrzehnten wird die Lebenserwartung der Männer von 79 auf 85 Jahre steigen, jene der Frauen von 84 auf 90 Jahre. Kommen heute vier 20- bis 64-Jährige auf einen Rentner, sind es 2050 nur noch zwei. Wenn das Pro-Kopf-Einkommen beibehalten werden soll, muss also die Erwerbsbeteiligung insbesondere der älteren Bevölkerung erhöht werden. Gelingt dies nicht, sinkt die Kaufkraft der Bevölkerung gemäss einer neuen Studie (Christian Jaag, Christian Keuschnigg, Mirela Keuschnigg: Alterung, Sozialwerke und Institutionen, Universität St. Gallen) um 20 Prozent.
Der 20-prozentige Rückgang der Pro-Kopf-Einkommen könnte laut den Forschern mit dem Rentenalter 68 halbiert werden. Anders ausgedrückt: Wenn die Lebenserwartung um ein Jahr zunimmt, muss der Ruhestand im Durchschnitt um 9,2 Monate hinausgeschoben werden. Arbeiten heute 40 Prozent aller 60- bis 70-Jährigen, müssten es im Jahr 2050 sogar 80 Prozent sein, damit das Wohlstandsniveau gehalten wird. Ohne Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt müssten die Lohnbeiträge für die Sozialversicherung um 8 Prozent angehoben werden, wenn es keine Abstriche bei den Leistungen geben soll.
Tages-Anzeiger: Die wohlhabenden Pensionäre sollen bluten
Die Hälfte der Pensionskassen hat finanzielle Probleme. Nun fordern Experten, dass vermögende Rentner einen Beitrag zur Sanierung leisten: Ihre Renten sollen schrittweise gekürzt werden, meint der Tages-Anzeiger. Der Pensionskassenexperte Olivier Deprez betont, dass eine Sanierung bei Kassen mit einem grossen Rentneranteil alleine mit den gesetzlichen Massnahmen nicht möglich ist. Er fordert darum: «Die Rentner sollten auch einen Beitrag zur Sanierung der Pensionskassen leisten können.»
Philips pension fund sues Hewitt
The trustees of the £2bn (€2.15bn) Philips Electronics UK pension fund have filed a lawsuit against consulting firm Hewitt Associates and one of its former top executives. The £103m claim refers to actuarial services.
Philips told IPE it took Hewitt to court because it finds the consultant made a number of errors in the valuation of certain benefits in connection with its actuarial services provided from 1995 to 2000. According to a spokeswoman the damages for Philips lie between £75m and £103m.
