Das neue Jahr bringt den 32 500 Versicherten der Bernischen Pensionskasse (BPK) höhere Lohnabzüge. Um die Vorsorgeeinrichtung im Lot zu halten, wurden die Beiträge von 18,8 auf 21 Prozent des versicherten Lohnes erhöht. 9,2 Prozent gehen zulasten der bei der BPK versicherten Staatsangestellten, 11,8 Prozent steuert der Kanton als Arbeitgeber bei. Eher ungewöhnlich in einer solchen Situation bringt die Beitragserhöhung den BPK-Versicherten auch neue Neider. Die 15 800 bei der Bernischen Lehrerversicherungskasse (BLVK) versicherten Lehrkräfte fühlen sich jetzt benachteiligt. Ihr Berufsverband Lebe fordert die Erziehungsdirektion in einem offenen Brief auf, «schnellstens auf eine Wiederherstellung des Gleichgewichts hinzuwirken».
Reto Kuhn neuer CIO der Vaudoise
Reto Kuhn ist bei Vaudoise Versicherungen zum Chief Investment Officer (CIO) und Stellvertreter von Jean-Daniel Laffely (CFO), Leiter des Departements Finanzen und Anlagen der Gruppe Vaudoise Versicherungen, ernannt worden. Der 45-jährige Kuhn wird seine Stelle im Laufe des Monats Januar 2010 antreten, wie das Unternehmen mitteilt. Reto Kuhn war als operativer Direktor bei der Gründung der PFS Pension Fund Services AG dabei. Danach war er bei der SAM Sustainable Asset Management AG beschäftigt, wo er eine Stelle als Verantwortlicher für alternative Anlagen und dann als Verantwortlicher für institutionelle Kunden (Schweiz) innehatte.
Hektik um den UWS, SGB aktiviert Stiftungsräte
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat die Gründung eines Komitees mit dem Titel “Stiftungsräte und Pensionskassenfachleute gegen den Rentenklau” angekündigt, welches am 28. Januar eine Medienkonferenz durchführen werde. Der SGB schreibt dazu in einer Mitteilung: “Zahlreiche Stiftungsräte sind mit der vorgesehenen Senkung der künftigen Renten nicht einverstanden (u.a. Stiftungsräte aus den Pensionskassen der SBB, der Post und der SRG SSR Idée Suisse, aus den Kassen der Novartis, Syngenta, Clariant, Valorec, Freelance, Securitas, Bâloise und Profond sowie aus den öffentlich-rechtlichen Kassen des Bundes (Publica), der Stadt Zürich, des Kantons Thurgau, des Kantons Bern und der Stadt Winterthur). Sie haben sich zusammen mit Fachleuten der zweiten Säule, die sich in ihrer Kritik am Rentenklau von ASIP und Versicherungswirtschaft nicht ernst genommen fühlen, in einem Komitee gegen die Senkung des Umwandlungssatzes organisiert. Sie empfehlen den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern am 7. März ein Nein in die Urne zu legen.”
P.W. Dazu ist mindestens festzuhalten, dass die allermeisten der Kassen, aus denen sich die Stiftungsräte des Komitees rekrutieren, von einer Senkung des Mindest-Umwandlungssatzes gar nicht betroffen wären, weil sie hohe überobligatorische Leistungen bieten und die vom Gesetz verlangten Sätze mit tieferen Sätzen im Ueberobligatorium kompensieren können und dies in grossem Masse auch tun. Der Gewerkschaftsbund macht zudem nirgend einen Hinweis auf die Tatsache, dass die Festsetzung des Umwandlungssatzes durch die Stiftungsräte genehmigt werden muss. Es liegt also in ihrer Macht, auch höhere Sätze als gesetzlich verlangt festzusetzen. Die Gewerkschaften scheinen darauf bedacht, den Handlungsspielraum der paritätisch zusammen gesetzten Stiftungsräte weiter zu beschneiden, um für sich die Priorität der Politik zu nutzen. Dass sie dabei die Stiftungsräte desavouieren, scheint sie nicht zu stören.
economiesuisse: 2. Säule sichern und Zusatzbeiträge verhindern
An einem Medienanlass der economiesuisse haben sich Vertreter der Verbände und Sozialpartner zum Thema Anpassung des Mindestumwandlungssatzes geäussert. Für Rudolf Stämpfli, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands, ist klar: „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Lasten gerecht verteilt werden.“ Stämpfli betont, dass es nicht angehen kann, die Finanzierungslast zu hoher künftiger Renten alleine den aktiven Versicherten zu übertragen und ihnen damit höhere Lohnabzüge aufzubürden.
Auch für den Präsidenten des Wirtschaftsdachverbands economiesuisse, Gerold Bührer, ist die Anpassung des BVG-Umwandlungssatzes ein notwendiger Schritt: „Die Gegner sprechen von Rentenklau, tatsächlich ist es aber ein Diebstahl an den Erwerbstätigen und der kommenden Generation, wenn der Umwandlungssatz nicht angepasst wird.“ Ungedeckte Rechnungen bei der Altersvorsorge schaden dem Vertrauen in die soziale Sicherheit und können sich in Zukunft zu einem gewaltigen Standortnachteil entwickeln.
Der Finanzierungsbedarf anderer Sozialversicherungen wird in absehbarer Zeit zu Mehrkosten für die Erwerbstätigen führen. „Dies geht so nicht“, sagt Hans-Ulrich Bigler vom Schweizerischen Gewerbeverband. „Der Widerstand der Linken und der Gewerkschaften gegen die Anpassung des Umwandlungssatzes ist für mich unverständlich. Wer diese Korrektur verhindern will, setzt die Stabilität der 2. Säule leichtfertig aufs Spiel und handelt unverantwortlich."
Weiter bestimmt die Rendite, wie hoch der Umwandlungssatz für die jährlich ausbezahlte Rente ist. Die eingerechnete Rendite muss von den Pensionskassen garantiert werden. Mit dem Satz, der heute gilt, müssen die Pensionskassen fast fünf Prozent Zins erreichen. Suzanne Steiner-Weck, Arbeitnehmervertreterin im Stiftungsrat der Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE), und Christoph Ryter, Präsident des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP, sind sich einig: „Finanziell sicher ist eine Kasse, die gegenüber ihren Versicherten Verpflichtungen eingeht, die sie realistischerweise erfüllen kann.“
Yves Rossier zum UWS-Referendum: “Mit 180 gegen einen Baum”
Yves Rossier, der um treffende Metaphern nie verlegene Chef des BSV, wurde in einem Interview im “Sonntag” zur Senkung des Mindest-Umwandlungssatzes befragt. Neben viel anderem Bedenkenswertem hat er sich auch zum Vorwurf geäussert, von der Senkung würden primär die Versicherer profitieren. Dazu Rossier: “Wir machen Regeln für die Pensionskassen, nicht für die Versicherungen. 6,4 Prozent ist der richtige Satz für die Pensionskassen. Ich kann ja verstehen, wenn man den Versicherern misstraut und ihnen eins auswischen will. Aber deshalb das ganze System zu gefährden, ist verantwortungslos. Ich fahre ja auch nicht mit 180 gegen einen Baum, nur weil ich mein Auto auswechseln will.”
Tages-Anzeiger: Strahm versucht sich erneut am Thema Pensionskassen
Bei der jährlichen Wahl der “Journalisten des Jahres” im “Schweizer Journalist” hat der Ex-Preisüberwacher Rudolf Strahm in der Kategorie Kolumne den sechsten Rang erreicht. Die Begründung»: “Bei ihm kann man was lernen”. In seiner Kolumne vom 5.1.2010 im Tages-Anzeiger kann man u.a. lernen, dass Pensionskassen Selbstbedienungsläden sind. Selbstbedienungsläden sind unserer Erfahrung gemäss Einrichtungen, in denen man nach freier Wahl seine Güter einkauft und am Schluss an der Kasse dafür bezahlt. Was er gegen dieses System hat und was es mit Pensionskassen zu tun hat, wird allerdings nicht klar. Dafür kann man bei Strahm lernen, was zur Unterdeckung vieler Pensionskassen im letzten Jahr geführt hat. Zitat: “Die PK-Verantwortlichen führen die finanzielle Notlage ihrer Kassen auf die Alterung der Bevölkerung und die gesunkenen Kapitalerträge zurück. In Tat und Wahrheit haben sie die finanziellen Probleme weitgehend selber verursacht. Erster Grund: die exorbitanten Verwaltungs- und Beratungskosten. Zweiter Grund: Sie haben sich mit riskanten Anlagegeschäften an der Börse verspekuliert.”
Man kann man an dieser Stelle die Lektüre getrost abbrechen und feststellen, dass ausser Unterstellungen und perfiden Angriffen bei Strahm wenig zu holen und schon gar nichts zu lernen ist. Er breitet – wie schon bei früherer Gelegenheit – seine effekthascherische Polemik aus, ohne sich um die Fakten zu kümmern. Der Tages-Anzeiger, der sich mit seinem “PK-Rating” um Information und Transparenz in der 2. Säule bemüht, sollte sich überlegen, ob er seine Spalten weiterhin auch für die Meinungen des Herrn Strahm zu den Pensionskassen hergeben will. Beides zusammen geht nicht.
Medieneinladung des Gewerkschaftsbundes zum UWS
An einer Medienkonferenz werden die Träger des Referendums gegen die Anpassung des Mindest-Umwandlungssatzes ihre Gründe erläutern. Die Medienkonferenz findet statt am Montag, 11. Januar um 10 Uhr im Hotel Bern, Zeughausgasse, Bern. An der Medienorientierung werden teilnehmen: Paul Rechsteiner, Präsident Schweizerischer Gewerkschaftsbund, Nationalrat; Rita Schiavi, Geschäftsleitungsmitglied der Gewerkschaft Unia; René Schuhmacher, Publizistischer Leiter Konsumentenzeitungen K-Tipp und Saldo; Christian Chevrolet, Directeur Konsumentenzeitungen BonàSavoir und ToutCompteFait; Aldo Ferrari, Mitglied mehrere Pensionskassen-Stiftungsräte und Gewerkschaftssekretär Unia; Martin Flügel, Präsident Travail.Suisse.
Arbeits- und Vorsorgebedingungen im Detailhandel
Ein aktueller Vergleich der Arbeitsbedingungen des Verkaufspersonals im Detailhandel zeigt, dass wir von deutschen Verhältnissen weit entfernt sind. Die deutschen Discounter stellen ihr Personal in der Schweiz zu Bedingungen an, die sich zumindest in der Theorie nicht massiv von den Konditionen anderer Anbieter unterscheiden. In der Praxis entscheiden weitere Faktoren über das Befinden am Arbeitsplatz. Dennoch wagt der Tages-Anzeiger einen Vergleich. Dazu gehört auch die Berufliche Vorsorge.
«Für das Verkaufspersonal mit seinen tiefen Löhnen ist es wichtig, einen tiefen oder gar keinen Koordinationsabzug zu haben», sagt Carlo Mathieu von der Gewerkschaft Syna. «Der Koordinationsabzug stellt eine gesetzliche Diskriminierung der Teilzeiter dar.» Die Höhe des Anteils des Arbeitgebers am Beitrag in die Pensionskasse sei zweitrangig.
Keinen Koordinationsbeitrag ziehen nur Denner und Lidl ab. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen aufs volle Gehalt Beiträge ein. Einen flexiblen Abzug, der sich dem Beschäftigungsgrad anpasst, kennen Coop, Migros und Aldi. Einen relativ tiefen Abzug von 12’500 Franken nimmt Manor vor. Lediglich Spar zieht die ganzen, vom Gesetzt vorgesehenen 23’940 Franken ab.
PKBS hat sich (etwas) erholt
Der Abschluss der Basler Pensionskasse für 2009 liegt zwar noch nicht vor. Dieter Stohler, Direktor der staatlichen Pensionskasse, geht jedoch davon aus, dass er mit dem zu erwartenden Ergebnis «sehr zufrieden» sein wird. Er rechnet für den Bereich Staat mit einem Deckungsgrad in der Grössenordnung von 90 Prozent und einer Deckungslücke von unter einer Milliarde, schreibt die Basler Zeitung. Trotz der Erholung führt laut Stohler kein Weg an der geplanten Sanierung der PKBS vorbei. Denn das kantonale Pensionskassengesetz verlangt Massnahmen, wenn der Deckungsgrad unter 95 Prozent liegt.
Faire Renten
SGB: “Stopp dem bürgerlichen Abbauwahn bei den Sozialversicherungen”
An der Jahresmedienkonferenz des Gewerkschaftsbundes beklagte Colette Nova, geschäftsführende Sekretärin des SGB, den “Abbauwahn” bei den Sozialversicherungen. Sie ging im Detail ein auf die Revision von AHV, AVIG und UVG. Sie ging in ihrem Referat gemäss Unterlagen nicht ein auf das BVG und den Umwandlungssatz. Weitere Themen bildeten eine Boni-Steuer sowie die öffentliche Infrastruktur. Der SGB wird am 11. Januar zum Thema Umwandlungssatz eine Pressekonferenz durchführen.
Widerstand in Solothurn gegen gemeinsame Kasse für die FHNW
Spätestens in einem Jahr, auf den 1. Januar 2011, treten die bisher bei der Pensionskasse des Kantons Solothurn (PKSO) versicherten Mitarbeitenden der Fachhochschule in eine alle FHNW-Angestellten versichernde Pensionskasse eines Vertragskantons über. So steht es im Staatsvertrag der Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn von 2004. Davon betroffen sein werden 383 Versicherte der PKSO (Stand Ende 2008). Der Haken für den Kanton: Auf den Zeitpunkt des Übertritts muss er die dannzumal bestehende Deckungslücke ausfinanzieren. Dabei handelt es sich um einen gewichtigen Betrag: Der Kanton Solothurn hat dafür Rückstellungen von 60,1 Mio. Franken getätigt. Die FDP hat dagegen opponiert und schlägt vor, dass der Kanton Solothurn seine Angestellten in der kantonalen Kasse behält und damit Geld spart. Die Regierung weist die Argumente der FDP zurück.
SR DRS: Die 2. Säule spielerisch verstehen
Radio DRS hat in “Espresso” einen Bericht über die Online-Info “Renten-ABC” von Martin Wechsler gesendet und schreibt dazu: das «Renten ABC» will die komplexen Details der Altersvorsorge mit der Pensionskasse entwirren und spielerisch beibringen, welche Entscheide in einer Berufskarriere zu welcher Veränderung der Rente aus der 2. Säule führen. Wann kann Wohneigentum mit Geldern aus der Pensionskasse gekauft werden? Wie wirken sich Arbeitslosigkeit oder eine Scheidung auf die Rente aus? Solche Fragen können mit dem Internetspiel ausprobiert und simuliert werden.
PfZW rechnet mit rasch wachsender Lebenserwartung
PfZW, the €84bn Dutch industry-wide pension scheme for healthcare workers, has granted its two million participants part indexation of 0.72% – lower than in previous years as officials at the pension fund anticipate life expectancy will rise in the future. For the same reason, members of the Netherlands’ second-largest pension fund also face a 0.6% rise in contributions to 23.1% of pensionable salary in 2010. “Not only external demographic predictions, but also our own data, show a fast rise in life expectancy,” commented Peter Borgdorff, director of PfZW.
NL: cover ratios rise to 109%
The cover ratio of Dutch pension funds improved by an average seven percentage points to 109% during the third quarter of 2009, according to pensions regulator De Nederlandsche Bank (DNB). Industry-wide schemes and companies pension funds recovered to an average cover ratio of 107% and 116% respectively, while occupational schemes for professionals, such as notaries and medical consultants, reached a funding ratio of 121%, DNB’s newest statistics revealed.

