UBS PK-Barometer Juli 2012
Der Juli 2012 war der beste Anlagemonat dieses Jahres. Wenn auch diesmal die grössten Pensionskassen etwas weniger davon profitiert haben, können doch jetzt alle Peer-Gruppen-Segmente eine kumulierte Jahresrendite von rund 5% ausweisen, schreibt die UBS zu den Juli-Resultaten ihres Pensionskassen-Baromters.
Der gute Berichtsmonat verhilft der insgesamt doch mageren annualisierten Gesamtperformance seit Ende 2006 zu etwas Luft. Im Mittel betrug diese 0,9% p. a., was die Verzinsung der Vorsorgeverpflichtungen natürlich nicht decken kann.
D: Konzerne warnen vor Milliardenlücke in Pensionskassen
Angesichts niedriger Zinsen bekommen deutsche Unternehmen Probleme bei der Finanzierung ihrer betrieblichen Altersvorsorge. Die Anlagen werfen kaum Erträge ab, viele Konzerne müssen wohl Geld nachschießen – es geht laut "FTD" um Zuzahlungen in Milliardenhöhe.
Nach Berechnung von Mercer haben die Gesamtverpflichtungen aller 30 DAX-Konzerne infolge der Niedrigzinsen seit Jahresbeginn um gut 40 Mrd. Euro auf fast 300 Mrd. Euro zugenommen. Towers Watson kommt auf einen Zuwachs um 22 Mrd. Euro auf 281 Mrd. Euro. Dem steht nur ein dafür reserviertes Anlagevermögen von 174 Mrd. Euro gegenüber. Insgesamt deckten die DAX-Konzerne ihre Pensionsverpflichtungen derzeit zu 62 Prozent mit Kapitalanlagen ab, so Towers Watson. Zu Jahresbeginn waren es noch 66 Prozent. Für die Lücke haften die Firmen mit ihrer Bilanz.
BBC Pension Scheme hedges its liabilities as deficit swells
The BBC, the UK broadcaster, has cut its exposure to the stock market and recruited Legal & General to run a £1.6bn "liability driven investment" strategy, in an effort to reduce its investment risks after its pension deficit virtually doubled last year to £2.6bn.
PK und neue Züge belasten BLS
Von stetig steigenden Passagierzahlen beflügelt, bestellte das Berner Bahnunternehmen BLS vor zwei Jahren 28 Doppelstockzüge zum Preis von 493,7 Millionen Franken. Nun muss die BLS bereits zurückbuchstabieren. Denn neben der grössten Rollmaterialinvestition in seiner Geschichte muss das Bahnunternehmen zudem die eigene Pensionskasse sanieren. Nach dem 12 -Millionen-Sparpaket für das laufende Jahr will die BLS ihre Kosten bis 2015 nachhaltig um 50 Millionen Franken senken – 2013 sollen es 10 Millionen Franken sein, in den Jahren 2014 und 2015 je 20 Millionen.
Siemens drohen höhere Pensionslasten
Neue Bilanzierungsregeln für die firmeneigene Pensionskasse werden nach Prognose von Siemens Deutschland das Geschäftsergebnis um bis zu 700 Millionen Euro mindern. Frisches Geld will der Konzern aber nicht nachschießen – vorerst.
Longevity risk fuels search for solutions
Pension schemes are in trouble. Against a backdrop of dwindling returns, the only thing that appears to be going up is how long scheme members are likely to live and, therefore, require a pension. Regulators in some parts of the world are helping out scheme sponsors by relaxing rules on pension funding so employers are not under such pressure to make the additional contributions needed to close deficits.
But necessity, as they say, is the mother of invention and this could explain why the last few years have seen increasing ingenuity in the industry regarding longevity risk. “I would say that particularly over the last three or four years most schemes have improved the way in which they are looking at longevity risk,” says Andrew Gaches, longevity consultant with Club Vita, the longevity consultancy arm of Hymans Robertson. “This is in part due to lower discount rates, meaning longevity now has a larger financial impact,” Mr Gaches says.
NZZ: Einschätzungen zur Rentenreform
Simon Gemperli kommentiert in einem Leitartikel der NZZ die diversen teils erfolgreichen, vielfach aber auch gescheiterten Anläufe zur Reform der Altersrenten. Sein Fazit: “Ohne Kompromisse geht es nicht, sie dürfen aber nicht zum Selbstzweck werden. Die Säulen des Vorsorgesystems müssen stabilisiert, Kostenwachstum und Umverteilung gestoppt werden. Das Frauenrentenalter 65 und ein Umwandlungssatz von 6,4 Prozent genügen nicht. Auf den Tisch gehört eine Ausgabenbremse für die AHV, die über ein reines Frühwarnsystem hinausgeht. Eine stufenweise Erhöhung des Rentenalters über einen längeren Zeitraum hinweg schliesslich ist ein Gebot der Generationengerechtigkeit, selbst wenn eine höhere Arbeitsproduktivität das Demografieproblem entschärfen sollte.”
Goldman Sachs Explains Why Pension Plans Are Such A Pain For Corporations
Corporate pension plans have gotten banged up in the wake of the financial crisis. And the current unfavorable investment environment has made it difficult for the plan managers to invest for the future.
"These challenges include low funded levels due primarily to low market interest rates, increasing contribution requirements and expense recognition for plan sponsors, and declining future return assumptions for plan assets," writes Michael Moran of Goldman Sachs Asset Management.
Freie PK-Wahl – man beachte die Nebenwirkungen
PW. Totgesagte leben länger, anscheinend sogar ewig. Avenir suisse hat das Thema “freie Pensionskassen-Wahl” aus der Tiefkühltruhe geholt und mit dem Zombie eine neue Runde gedreht. Der Think Tank errechnet auf Basis der bekannten Studien von c-alm und Hornung die möglichen Kosteneinsparungen. Das jährliche Synergiepotenzial wird auf 800 Mio. Franken geschätzt. Dieses ergibt sich aufgrund der tieferen Verwaltungskosten für Administration und Vermögen bei einer Konsolidierung auf 300 Kassen. Avenir suisse zitiert Umfragen, die bei den Versicherten mehrheitlich eine positive Einstellung zur sog. freien Wahl aufzeigen.
Die Einsparungsmöglichkeiten seien nicht grundsätzlich bezweifelt, allerdings sollten auch die neuen Kosten (bsp. Werbung – nicht zu unterschätzen, siehe Krankenkassen) aufgezeigt werden. Die freie Wahl geht zudem einher mit erhöhter Individualisierung, was die Administration wiederum verteuert. Ganz ausser acht gelassen wird stets die Tatsache, dass viele Arbeitgeber eine solche “freie” 2. Säule mit Freude begrüssen würden, weil sie damit keine Verantwortung für die eigene PK mehr aufbringen müssten. Nicht zuletzt aus Sicht der internationalen Rechnungslegung ein bemerkenswerter Vorteil. Dass dies tendenziell eher mit einem Abbau von Vorsorgeleistungen als mit einem Ausbau verbunden wäre, liegt wohl auf der Hand. Ob das den Befragten bewusst war? Wir haben leise Zweifel.
Update: Ein Wechsel vom firmengebundenen System der beruflichen Vorsorge zu einem mit freier Wahl der Versicherten ist komplex, mit zahlreichen politischen, finanziellen und psychologischen Faktoren verbunden und deshalb schwer überschaubar. Die Versuchung ist wie immer in solchen Fällen gross, die schwierige Frage – was wären die Vor- und Nachteile eines Wechsels – durch eine einfache zu ersetzen. In diesem Falle: wie gross wären die möglichen Einsparungen bei der Verwaltung? Aber die einfache Frage greift zu kurz, weil sie die zahlreichen Rückkoppelungen der einzelnen Elemente nicht berücksichtigt. Die Hoffnung, man könnte das aktuelle Leistungsniveau viel billiger und effizienter haben, hat keine Grundlage. Eine BV mit freier Wahl wäre keine betriebliche Vorsorge mehr, der Arbeitgeber als Risikoträger würde wegfallen. Was die daraus folgenden Konsequenzen auf die Leistungen im Zeitalter des De-Risking wären, darf jedermann selber raten.
This is what Wall Street’s terrifying robot invasion looks like
This animated GIF chronicles the rise of the HFT Algo Machines from January 2007 through January 2012 (credit: Nanex Research, hosted by imgur.com)
Given the the endless mind-whirling acronyms, derivatives and structures of the financial markets, we’re rarely served with a visualization that so elegantly illustrates the arrival of Wall Street’s latest innovation.
This is what high frequency trading looks like, when specially programmed computers make massive bets at lightning speed, Mother Board reports.
Created by Nanex, the GIF charts the rise of HFT trading volumes across all U.S. stock exchanges between 2007 and 2012. The initial murmur, the brewing storm, the final detonation: Not just unsettling, it’s terrifying.
As Mother Board notes, we don’t know is what the long term consequences are of all this hyper-volume as depicted by the Nanex GIF and the kind of systemic risks created from the market’s ongoing evolution from human traders to rapidfire AI. Sometimes things go wrong, a software glitch, an algorithm gone rogue and the music stops, like last week when Knight Capital lost $10 million a minute when it’s trading platform went haywire or during the infamous Flash Crash when the Dow dropped 1000 points in mere minutes.
Read the excellent full Mother Board article here.
Norwegian Fund Fell 2.2% Last Quarter
Norway’s $620 billion sovereign wealth fund, Europe’s largest equity investor, saw its assets decline 2.2 percent last quarter as stocks fell on concern the euro area’s debt crisis would hamper a global recovery.
The Government Pension Fund Global lost 77 billion kroner ($13 billion) on its investments, as measured by a basket of currencies, it said in a statement. Equity investments slipped 4.6 percent, while the fund’s bonds returned 1.5 percent.
Massachusetts Sees 8% Pension Gains Shunned by Calpers
Massachusetts Treasurer Steven Grossman wants to reduce the assumed rate of return on the state’s $50 billion in pension-fund assets, currently at 8.25 percent and among the highest for U.S. public retirement plans.
Grossman said he’s gathering legislative support for a cut to 8 percent, with an option to go lower. That would put Massachusetts more in line with other states, yet the move would cost taxpayers and covered workers $1.7 billion to maintain funding commitments.
More than a third of 126 state and municipal pensions, including the California Public Employees’ Retirement System, the largest with $238.5 billion in assets, have cut investment assumptions since 2008 as returns have lagged behind historical averages, according to the Public Fund Survey. Wilshire Associates said this week that the median return for public systems was 1.15 percent for fiscal 2012 as the European debt crisis and a slowing global economy curbed equity gains.
BE: “Staatspersonal soll länger arbeiten für tiefere Rente”
Der Kanton Bern kommt nicht mehr darum herum, die Milliardenlöcher in seinen Pensionskassen BPK und BLVK zu füllen. Verzweifelt gesucht wird eine Opfersymmetrie, welche die enormen Lasten fair auf Steuerzahler und Versicherte aufteilt. Auf Anfrage erklärt nun laut Berner Zeitung der externe technische Experte der BPK, Martin Schnider, wie bei dieser Kasse die Opfersymmetrie aussehen könnte. Der Steuerzahler soll nach dem Plan des Kantons allein für die Deckungslücke von voraussichtlich 1,5 Milliarden Franken aufkommen. Im Gegenzug will die Regierung grundsätzlich, dass die Probleme, die wegen der tiefen Renditen neu hinzugekommen sind, mit Leistungskürzungen gelöst werden. Dabei geht es ebenfalls um 1,5 Milliarden Franken. Schnider zeigt auf, was diese Opfersymmetrie bedeutet, wenn man sie zu Ende denkt. Erstens müsste die BPK das Rentenalter wohl von 63 auf 65 erhöhen. Zweitens seien zusätzlich Rentenkürzungen notwendig. Diese belaufen sich auf bis zu 10 Prozent, wenn die Renditen lange auf dem tiefen Niveau bleiben, auf das sich die BPK einstellt. Aus Schniders Sicht wäre dies nicht unzumutbar. Das heutige Niveau der BPK-Renten sei hoch. Zudem senken zurzeit viele Kassen die künftigen Renten.
GR: Blindtest
Trotz intensiver Kontrollen erschleichen sich weiterhin Griechen Zuschüsse und Pensionen. Neue Kontrollen sollen die Verhältnisse nun klären. Die Behörden können für jede zehnte Pension nicht sicher feststellen, ob sie rechtmäßig ist und an wen sie genau ausgezahlt wird, sagte der Chef der Behörde, die die Bücher der Pensionskassen prüft. "Etwa jede zehnte Pension kann nicht richtig verifiziert werden, an wen sie geht", sagte Charis Theocharis. Nach einer Verordnung des Arbeitsministeriums müssen alle Pensionskassen bis zum 17. August detaillierte Listen mit den Pensionen vorlegen, bei denen es Zweifel gibt.
Die Behörden nehmen ausserdem auch angeblich Blinde ins Visier. Kontrolleure haben auf der Ionischen Insel Zakynthos festgestellt, dass statt angeblich 700 Betroffenen tatsächlich nur 60 blind waren. Zu ähnlichen Ergebnisse kam es auch auf der Insel Chios im östlichen Mittelmeer.
NZZ: “Leichtfertige Rentner belasten den Sozialstaat”
“Wer sein Alterskapital falsch anlegt oder verprasst, darf Ergänzungsleistungen beziehen. Parlamentarier wollen das ändern. Das Ausmass des Problems kennt aber niemand. Ist ein Eingriff in die Freiheit der Versicherten gerechtfertigt?”, fragt Simon Gemperli in der NZZ.
Solche Fehlanreize sollten beseitigt werden, finden Parlamentarier mehrerer Parteien sowie die kantonalen AHV-Ausgleichsstellen. Heute kann jeder Versicherte von Gesetzes wegen ein Viertel seines Kapitals beziehen, je nach Reglement sogar bis zu 100 Prozent. In einer Motion fordert Nationalrätin Ruth Humbel (cvp., Aargau) ein Verbot von Kapitalabfindungen im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge bis zu 500 000 Franken.
Bemerkenswert sind die Mitunterzeichner des Vorstosses. Obschon sich die SVP in der Vernehmlassung zum Bericht zur Zukunft der zweiten Säule gegen jegliche Einschränkung des Kapitalbezugs aussprach, unterstützen SVP-Sozial- und -Finanzpolitiker wie Toni Bortoluzzi, Roland Borer und Hans Kaufmann die Motion. Auch freisinnige Nationalräte befürworten Einschränkungen des Kapitalbezugs, anders als die FDP in ihrer Vernehmlassungsantwort. Im Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und Missbrauchsbekämpfung sind die Reihen nicht geschlossen. Die CVP begrüsst Begrenzungen des Kapitals ebenso wie die SP, die Grünen und die Gewerkschaften. Die Wirtschaftsverbände, die Banken und die Versicherungen sind dagegen.


