Abzocker und Pensionskassen
André Egli und Melanie Schiesser befassen sich in der aktuellen Ausgabe der BVG-Info von Balmer-Etienne mit den Konsequenzen der geplanten Verordnung zur Minder-Initiative auf die Pensionskassen. Geplant ist, die neue Verordnung Ende November 2013 zu erlassen und auf den 1. Januar 2014 in Kraft zu setzen. Die Infos gehen der Frage nach, welcher Handlungsbedarf sich aus den voraussichtlichen neuen Bestimmungen für Pensionskassen bzw. Vorsorgeeinrichtungen ergibt.
Sinnvoll, praxistauglich, stimmig
Der neue Newsletter des ASIP befasst sich mit den Themen AV2020, der Verordnung gegen die Abzockerei und dem Fatca-Abkommen. Der Pensionskassenverband steht den beschlossenen resp. geplanten gesetzlichen Vorgaben positiv gegenüber. Zur Altersvorsorge 2020 wird bemerkt, dass die Stossrichtung stimmt, die Verordnung zur Minder-Initiative wird als praxistauglich bezeichnet und auch die Fatca-Umsetzung sei sinnvoll.
AG: Was ist den Staatsangestellten zuzumuten?
Die Aargauer Zeitung befasst sich mit der von der Aargauer Pensionskasse geplanten Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 5,9%. Die damit verbundenen Rentenkürzungen sollen abgefedert werden, was die Wirtschaftsverbände auf den Plan gerufen hat. Die Zeitung schreibt: “Die Aargauische Pensionskasse APK senkt den Umwandlungssatz von 6,8 auf 5,9 Prozent, womit die Renten für Staatsangestellte empfindlich gekürzt werden. Die Kürzungen werden abgefedert, indem Reserven aufgelöst und die individuellen Sparguthaben erhöht werden.
Als der Regierungsrat letzte Woche seinen Plan präsentierte, die Rentenkürzungen über eine vom Grossen Rat zu beschliessende Änderung des Pensionskassendekrets zusätzlich zu mildern, wurde bereits Widerstand von bürgerlicher Seite und von den Wirtschaftsverbänden angekündigt. Nun liegt der Positionsbezug von Gewerbeverband und Handelskammer in ungewöhnlicher Schärfe vor. Die Steuerzahler hätten ihren Anteil bereits geleistet, weitere Kostensteigerungen würden sie doppelt bestrafen: Indem auch ihre eigenen Pensionskassenrenten tendenziell sinken und sie zusätzlich «Solidaritätsbeiträge» für die Staatsangestellten leisten müssten.”
Devisenhandel im Haifischbecken
In der Handelszeitung befasst sich Urs Aeberli mit dem Devisenhandel der Pensionskassen. Er schreibt: “Der Devisenmarkt ist mit einem täglichen Handelsvolumen von weltweit 4700 Milliarden Dollar nicht nur der grösste Finanzmarkt. Er ist auch einer der am wenigsten regulierten Märkte. «Ein Haifischbecken », meint Felix Adam. Der Geschäftsführer des Devisenberaters ACT Currency Partner schätzt: «Mittlere Pensionskasse zahlen pro Jahr 2 bis 3 Millionen Franken zuviel, grössere gar 10 bis 15 Millionen. Der Grund sei, dass viele Vorsorgeeinrichtungen auf professionelles Währungsmanagement verzichten und daher ungünstige Konditionen erhalten. Unprofessionelle Akteure geraten unweigerlich unter die Räder. Es gibt aber auch schwerwiegendere Vorwürfe. In Grossbritannien prüft die Finanzaufsicht derzeit Aussagen von Whistleblowern, die von Manipulationen der WM/Reuters-Wechselkurse berichten.
Eine Untersuchung der US-Fondsgruppe Russell quantifiziert, was die Pensionskassen bei ihren Devisengeschäften zu viel berappen. Im Schnitt zahlen sie 0,1 Prozentpunkte pro Transaktion. «Normal wären aber für die meisten Währungsmärkte in den Industrieländern nur 0,01 bis 0,03 Prozentpunkte», so die Studienautoren. Der Unterschied mag gering erscheinen – bei den milliardenschweren Handelsvolumen läppern sich aber gewaltige Summen zusammen. «Die Banken verdienen am Devisengeschäft sehr gut, weil die Pensionskassen das Augenmerk zu wenig auf die damit verbundenen Kosten richten », erklärt Adam. Der Fokus liege stattdessen primär auf tiefen Kosten in der Vermögensverwaltung. «Wenn die Pensionskassen die Banken auf unter 0,2 Prozent Gebühren für die Verwaltung ausländischer Aktien drücken, müssen sie sich nicht verwundern, wenn die Banken eine heimliche Quersubventionierung über die mit dem Mandat verbundenen Devisengeschäfte versuchen», so Adam.”
Handelszeitung
Reintegration: Gute Evaluationsergebnisse für FER
Die Evaluation des Pilotprojekts FER («Gesundheitliche Früherkennung und berufliche Reintegration») stellt der Wirkung des FER-Konzepts gute Noten aus. Die Evaluation wurde vom Bundesamt für Sozialversicherungen BSV in Auftrag gegeben. Sechs mittlere bis grosse Unternehmen aus verschiedenen Branchen und ihre Sozial- respektive Privatversicherungspartner erprobten im Pilotprojekt eine verbindliche Zusammenarbeit nach standardisierten Abläufen. Ziel war es, bei Krankheit oder Unfall von Mitarbeitenden sehr frühzeitig und koordiniert so zu reagieren, dass diese im Unternehmen bleiben können oder zumindest nicht aus dem ersten Arbeitsmarkt ausscheiden. Hinter FER stehen der Schweizerische Arbeitgeberverband SAV (Patronat) und der Schweizerische Versicherungsverband SVV, mehrere grosse Unternehmen, Privatversicherungen, die Invalidenversicherung und die Suva sowie Bundesämter.
CS PK-Index im Q2: Rückschlag
Im 2. Quartal 2013 nahm der Credit Suisse Pensionskassen Index um -1.37 Punkte resp. -0,99% ab und liegt per 30. Juni bei 136.94 Punkten, ausgehend von 100 zu Anfang des Jahres 2000. Nachdem sich die Monate April mit 0,73% und Mai mit 0,45% noch freundlich zeigten, war der Monat Juni mit -2,14% nicht nur wettertechnisch „verregnet“. Die Jahres-Performance reduziert sich dadurch auf 2,49% per 30. Juni 2013.
Die BVG-Mindestverzinsung (aktuell 1,5% p.a.) legte im Berichtsquartal 0.53 Punkte (resp. 0,38%) auf den Stand von 142.60 zu, ebenfalls ausgehend von 100 Anfang des Jahres 2000. Somit hat sich die Annäherung zwischen dem BVG-Mindestverzinsung und dem Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index wieder verringert und liegt per 30. Juni 2013 bei 5.66 Punkten (Q1 2013: 3.76 Punkten).
Die Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index liegt, trotz des Monats Juni, auch im zweiten Quartal 2013 weiterhin mit 1,74% über der BVG-Vorgabe. Die annualisierte Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index (seit 01.01.2000) beträgt per Quartalsende 2,36%. Demgegenüber steht die annualisierte BVG-Mindestverzinsung, welche 2,66% beträgt. Die detaillierte Auswertung des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index für das zweite Quartal 2013 wird in rund zwei Wochen publiziert.
Verbesserter DG der Schweizer Pensionspläne
Der Deckungsgrad der Pensionspläne von Schweizer Unternehmen hat sich im zweiten Quartal 2013 weiter verbessert. Dies zeigt die Studie von Towers Watson. Trotz eines leichten Rückgangs der Planvermögen reduzierten sich die Pensionsverpflichtungen merklich. Ursache dafür sind höhere Diskontierungssätze. Insgesamt verbesserte sich der Deckungsgrad (d. h. das Verhältnis zwischen dem Planvermögen und den Pensionsverpflichtungen) um mehr als 2 Prozentpunkte, wie der Towers Watson Pension Index zeigt, der im Q2 von 95,8 per 31. März 2013 auf 98,2 per 30. Juni 2013 anstieg.
«Das Nachgeben der in letzter Zeit äusserst tiefen Diskontierungssätze verschafft den Bilanzen der Unternehmen willkommenen Auftrieb», kommentiert Peter Zanella, Leiter Retirement Solutions bei Towers Watson in Zürich, die Zahlen. Die Aktienmärkte waren während des Quartals volatil. Von Ende März bis Mitte Mai war das typische Schweizer Planvermögen um 4% angewachsen. Allerdings haben die Märkte seither wieder etwas gelitten, was zu Renditen von -1,2% über das gesamte zweite Quartal betrachtet führte. Die Vermögenszuwächse im ersten Quartal des Jahres wurden dadurch teilweise wieder zunichte gemacht. Gemessen seit Beginn des Jahres 2013 liegen die Renditen bisher mit 3,8% trotzdem noch im positiven Bereich.
A Bitcoin for Your Pension Fund?
Cameron and Tyler Winklevoss, the twins best known for their role in the history of Facebook, have had their fair share of headlines this week. The reason, of course, is their plan to come to market with an exchange-traded product giving investors exposure to Bitcoin, a virtual currency that exists outside the realms of governments and central banks. They filed with the U.S. Securities and Exchange Commission for a public listing of the Winklevoss Bitcoin Trust with a proposed valuation of $20m.Tyler Winklevoss discussed the trust, its target market and potential future projects with Financial News.
Financial News: Who is your target market? Who will buy this type of exchange-traded fund and why?
Tyler Winklevoss: Anyone who can’t get exposure to Bitcoin — such as pension funds —- or anyone who doesn’t want to go through the hassle of buying or physically storing it, such as mainstream retail investors. The best metaphor is to compare it to gold. How many people actually directly buy and hold gold bars? The gold ETCs [exchange-traded commodities] made it possible for investors to do that indirectly.
FN: Will the SEC approve this and when?
TW: It’s the first-ever digital math-based asset ETP [exchange-traded product], so it represents a whole new frontier. We haven’t talked with the SEC yet, but we think that, in this situation, they are likely to have more questions than they might for something that’s been done before.
NZZ am Sonntag: Besteuerung des Vorsorgekapitals
PK SBB: Noch kein Entscheid über variable Rente
Eine Nachfrage bei Markus Hübscher, Geschäftsführer der Pensionskassen SBB, hat ergeben, dass die angekündigte Stiftungsratssitzung im Juni, an welcher über die Einführung variabler Renten diskutiert werden sollte, nicht stattgefunden hat und entsprechend auch kein Entscheid gefällt wurde. Der Blick hat das auch herausgefunden und weil der Blick gegen das Modell ist, wurde das auch entsprechend kommentiert.
NZZ: Wie dringlich ist die Rentenform?
In der NZZ äussern sich Daniel Lampart, Ökonom des Gewerkschaftsbundes, und Martin Eichler, von der BAK. Lampart wiederholt seine mehrfach publizierte These, dass weder bei der AHV noch in der 2. Säule Reformbedarf bestehe. “Panik und Schwarzmalerei ist völlig fehl am Platz. Bis ungefähr Mitte der 2020er Jahre reichen die heutigen AHV-Beiträge. Danach braucht die AHV voraussichtlich zusätzliche Mittel”, meint Lampart. Die angekündigte Senkung des Umwandlungssatzes hält er für unnötig, weil die Teuerung und damit die Zinsen sozusagen zwangsläufig wieder steigen müssten: “Mittelfristig werden die Preise in der Schweiz wieder steigen. Das verlangt nur schon der Auftrag der Nationalbank. Ihr Ziel ist die «Preisstabilität», was in der Praxis einer Teuerung von unter 2 Prozent entspricht. Das Finanzdepartement (EFD) rechnet deshalb – im Widerspruch zum Gesamtbundesrat – mittelfristig mit einer Rendite der 10-jährigen Bundesobligationen von 3,5 Prozent. Da Pensionskassen auch in Unternehmensanleihen, Aktien und Immobilien investieren, müsste der Bundesrat in seinen Überlegungen über die Zukunft der zweiten Säule über die Bücher. Sind die EFD-Prognosen richtig, wäre ein Umwandlungssatz von 6,8 Prozent mittelfristig realistisch”. Die Tatsache, dass die grossen Kassen heute Sätze von 6% und tiefer anwenden, lässt sich damit nur mit Panik erklären. Übrigens lässt Lampart der Einfachheit halber die Biometrie ausser Betracht. Und bei den EFD-Zahlen interpretiert er ein Szenario als gesicherte Prognose.
Eicher sieht die Zukunft etwas anders: “Zur Finanzierung der Altersvorsorge sind die Entwicklung der Wirtschaft sowie die Anlagemöglichkeiten und Renditen auf den Finanzmärkten relevant. Gerade die schwachen Anlagerenditen haben in den letzten Jahren die Finanzierung erheblich erschwert. Es kann schon aus Sicherheitsüberlegungen nicht davon ausgegangen werden, dass die früheren Zustände mit höheren Renditen bei gleichem Risiko in absehbarer Zeit zurückkehren werden. Auch wenn die für die Finanzierung der Altersvorsorge relevanten Entwicklungen unsicher sind, sind wesentliche Parameter jetzt schon bekannt oder absehbar. Die Unsicherheiten bezüglich Ausmass und des exakten zeitlichen Ablaufs sollten nicht dazu führen, dass Reformen verhindert werden. Alterssicherungssysteme sind langfristig angelegt, reagieren träge auf Veränderungen. Wartet man ab, bis die Probleme virulent sind, werden die nötigen Eingriffe um einiges drastischer ausfallen.”
Swiss Life plant Re-Opening der Immobilien-Anlagegruppen Schweiz
Die Anlagestiftung Swiss Life plant per 1. Dezember 2013 ein substanzielles Re-Opening der beiden Anlagegruppen Immobilien Schweiz und Geschäftsimmobilien Schweiz. Beide Anlagegruppen werden je ein Portfolio an Immobilien aus den Beständen der Swiss Life übernehmen. Dabei handelt es sich um Wohnliegenschaften im Umfang von 300 bis 350 Mio. und Geschäftsliegenschaften im Umfang von 150 bis 200 Mio. Franken. Dieser Ausbau erlaubt gemäss Mitteilung der Swiss Life den Anlagegruppen eine bessere Diversifikation hinsichtlich geographischer Verteilung, Grösse, Alter und Mieterstruktur unter Beibehaltung des bestehenden guten Qualitätsprofils.
Pension funds press forward on alternative route
The 2013 Global Alternatives Survey by Towers Watson, the consultancy, in association with FTfm, shows pension fund assets held by the top 100 asset managers that deal with pension funds increased by 8 per cent, from $1.23tn in 2011 to $1.33tn in 2012. This compares with a slight fall of less than 1 per cent from $3.14tn to $3.11tn in alternative assets held by the top 100 managers who deal with all kinds of investors.Craig Baker, global head of investment research at Towers Watson, says the continued movement by pension funds into alternatives was a continuation of a trend that started many years ago. He points out that in 1995 pension funds allocated only 5 per cent of their assets to alternatives. That figure has now grown to 19 per cent, according to the consultancy’s latest global pensions asset study.
FT / TW Study 2013
UK pension industry calls on EU to scrap capital rules plan
The European Commission must scrap the idea of mandatory capital requirements for pension funds, Britain’s pension industry said, after a study found UK business could be hit with a 150 billion pound bill if they were introduced.
The Commission has championed capital rules such as Solvency II for the insurance industry – which requires companies to hold enough funds to pay out for a once-in-200-years catastrophe – in a bid to prevent a repeat of the financial crisis.
Treuhänder: OAK-Weisung zu Vermögensverwaltungskosten
Prof. Peter Leibfried (Uni St.Gallen) und David Frauenfelder, Leiter Audit bei der OAK, stellen die von der OAK erlassene Weisung zum Ausweis der Vermögensverwaltungskosten im Treuhänder 6-7/2013 vor.


