Kammer veröffentlicht Diskontsätze
Der Vorstand der Kammer der Pensionskassen-Experten hat auf Antrag der Arbeitsgruppe Internationale Rechnungslegung beschlossen, im Sinne einer praktischen, unverbindlichen Empfehlung vierteljährlich einige für IFRS und US GAAP relevante Diskontsätze auf ihrer Website zu veröffentlichen.
Die Diskontsätze wurden aufgrund der Eingaben der Arbeitsgruppenmitglieder als jeweilige Durchschnittswerte mit anschliessender Bandbreitenempfehlung von +/-0.25% Punkten erfasst. Die Diskontsätze beziehen sich auf Schweizer Franken und auf eine Duration der Vorsorgeverpflichtungen von 10 bzw. 15 Jahren.
Duration 10 Jahre
| Stichtag der Bewertung | untere Bandbreite | Durchschnitt | obere Bandbreite |
| 31.12.2009 | 2,70% | 2,95% | 3,20% |
| 31.3.2010 | 2,47% | 2,72% | 2,97% |
| Duration 15 Jahre | |||
| 31.12.2009 | 3,10% | 3,35% | 3,60% |
| 31.3.2010 | 2,87% | 3,12% | 3,37% |
Die Arbeitsgruppe weist darauf hin, dass diese Diskontsätze Richtsätze sind, von denen in begründeten Fällen (zum Beispiel kürzere / längere Duration) abgewichen werden kann.
Aargauische PK: fast wieder bei 100%
“Im Jahr 1 nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise erzielte die APK das zweitbeste Anlageergebnis ihrer Geschichte. Die durchschnittliche Performance der letzten fünf Jahre beträgt 3.3 Prozent. Diese Ergebnisse können sich im Branchenvergleich sehen lassen. Die mit 12 Anlagekategorien sehr breit diversifizierte Anlagestrategie der APK bewährt sich”, heisst es in einer Mitteilung der APK.
Per Ende 2009 weist die APK einen Deckungsgrad von 99.8 Prozent aus (Vorjahr: 92.9 Prozent). Die markante Verbesserung der finanziellen Situation ist hauptsächlich auf die
Performance zurückzuführen. Dazu beigetragen hat auf der Ausgabenseite die der finanziellen Situation angepasste Verzinsung der Sparguthaben mit 1.25 Prozent. Die deutlich bessere finanzielle Situation erlaubt für 2010 eine Erhöhung des Sparzinses auf 1.75 Prozent.
Vox-Analyse: Breite Ablehnung der UWS-Anpassung
Laut der Analyse zur Abstimmung über das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenenund Invalidenvorsorge (BVG) (Mindestumwandlungssatz) konnten die Gegner mit ihren Argumenten mehr punkten. Besonders das Argument, der tiefere Zinssatz für die zweite Säule sei nicht berechtigt und sozial ungerecht, hatte 73% der abstimmenden Bevölkerung dazu bewegt ein Nein in die Urne zu legen.
Das befürwortende Argument, die Senkung wäre wegen der steigenden Lebenserwartung unverzichtbar, denn nur so liesse sich die Rentenfinanzierung sichern, fand nicht die erhoffte Zustimmung. Lediglich 11% führten die Finanz- und Wirtschaftskrise als Grund für einen geringeren Mindestumwandlungssatz an.
Ausser den Linken stimmten auch viele Bürgerliche Nein. So sprachen sich 58% der Christlichdemokraten (CVP), 73% der Anhänger der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und 44% der Freisinnigen (FDP) gegen die die Senkung aus. Die drei Parteien hatten die Ja-Parolen ausgegeben. Personen, die der Regierung ein gewisses Vertrauen entgegenbringen, sagten doppelt so häufig Ja als jene, die sich selbst als misstrauisch und unentschieden bezeichnen.
Colette Nova wechselt zum BSV, Martin Kaiser Nachfolger von Anton Streit
Die Gewerkschafterin Colette Nova wechselt Anfang August vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) ins Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Sie übernimmt dort als Vizedirektorin die Leitung des Geschäftsfelds Internationale Angelegenheiten. Die 48-jährige Juristin ist zurzeit geschäftsführende Sekretärin des SGB und hat sich als Expertin für Fragen rund um die Sozialversicherungen einen Namen gemacht. Sie ist Präsidentin des Stiftungsrats der Auffangeinrichtung BVG und Vizepräsidentin des Suva-Verwaltungsrats. Bislang vertrat sie die Interessen
der Arbeitnehmenden in verschiedenen Organen wie etwa im
Verwaltungsrat des AHV-Ausgleichsfonds, in der BVG- sowie in der AHV/IV-Kommission. Nova übernimmt das Amt vom stellvertretenden BSV-Direktor Martin Kaiser (Bild links), der neu das Geschäftsfeld Alters- und Hinterlassenenvorsorge leiteten wird. Kaiser übernimmt seinen neuen Posten von BSV-Vizedirektor Anton Streit. Der 62-jährige Streit geht schrittweise in Pension und steht dem BSV mit einem Teilzeitpensum als Experte zur Verfügung.
Immobilien-Makler: Keine Blase zu erkennen
Die Handels-Zeitung berichtet über die Reaktion der Immobilienbranche zu Warnungen der SNB, auf dem schweizerischen Markt zeichne sich eine Immobilienblase ab.
Die Zeitung schreibt: “Im Schweizer Markt für Wohneigentum gebe es zwar einen «rechten Boom», aber keine Blase: Das sagt Ansgar Gmür, Direktor des Schweizerischen Hauseigentümer-Verbandes (HEV). Urs Tschudi, Geschäftsleitungsvorsitzender des Maklers Walde & Partner, hält die Warnungen für übertrieben: «Wir merken in unserem täglichen Geschäft nichts von einer Preisblase», sagt Tschudi.
Die Makler widersprechen damit nicht nur der Einschätzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die kürzlich Kreditnehmer und Hypothekarbanken zur Vorsicht ermahnt hatte. Sie kritisieren auch das renommierte Immobilienberatungsbüro Wüest & Partner, das vor kurzem vor einer «tickenden Zeitbombe» im Wohnungsmarkt gewarnt hatte.
Doch auch wenn der Crash nicht bevorzustehen scheint, gibt es für die fernere Zukunft warnende Anzeichen: «Eine zu lange Phase des Preisanstieges ist ungesund», sagt CS-Immobilienexperte Fredy Hasenmaile. Bei den Banken hat der Boom von Festhypotheken dazu geführt, dass in den Bilanzen zu viele Guthaben langfristig gebunden sind. «Das Bilanzstrukturrisiko ist die derzeit grösste Gefahr für den Schweizer Bankensektor», so Harald Nedwed, CEO Migros Bank.”
Die Griechische Tragödie und die Schweizer PK
Der Tages-Anzeiger schreibt auf seiner Webseite über die möglichen Konsequenzen einer griechischen Staatspleite und die Folgen für die Schweizer Banken und Pensionskassen. Für die Banken seien allfällige Verluste verkraftbar, heisst es. Zu den Anlagen der VE wird festgehalten:
“Als grosse Investoren könnten unter Umständen die Pensionskassen von Abschreibungen auf griechischen Anlagen betroffen sein. Doch Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbandes ASIP, winkt ab. Dabei macht er folgende Rechnung auf: Den von den Pensionskassen gehaltene Anteil von ausländischen Anleihen in Fremdwährung am Gesamtvermögen schätzt Konrad auf etwa 10 Prozent. Er stützt sich dabei auf den Pensionskassen-Index der Credit Suisse und eine Studie der Swisscanto, welche die entsprechenden Anteile auf 9 respektive 12,7 Prozent veranschlagen.
Der Anteil von Griechenland am Weltindex der ausländischen Fremdwährungsanleihen beträgt gegenwärtig rund 1,7 Prozent. Gemessen an der Bilanzsumme der Pensionskassen, beläuft sich der Anteil der griechischen Anleihen somit auf gerundete 0,2 Prozent (10 Prozent multipliziert mit 1,7 Prozent). Unter der Annahme, dass die Pensionskassen ihre Anlagestruktur am Index ausrichten, und bei einem geschätzten Pensionskassenvermögen von 600 Milliarden Franken käme ihr griechisches Anleihenvolumen auf etwa 1,2 Milliarden zu stehen. Aus Sicht von Konrad «ein relativ geringes Engagement».
WAK-N: Ersatzbeschaffung von Wohneigentum. Förderung der beruflichen Mobilität
Die Wirtschaftskommission des Nationalrats hat an ihrer Sitzung vom 27.4.10 von der Stellungnahme des Bundesrates vom 31. März 2010 zur Pa. Iv. Hegetschwiler (vom 18.6.2004!) Kenntnis genommen, in welcher er sich gegen den erneuten Wechsel zur relativen Methode ausspricht und beantragt, nur die Regelungen über die Besteuerungskompetenz der Kantone bei interkantonalen Ersatzbeschaffungen und über die gegenseitige Meldepflicht der Kantone weiterzuverfolgen. Trotz dieser negativen Erklärung des Bundesrates gegenüber der relativen Methode hält die Kommission an ihrem Entwurf vom 19. Januar 2010 fest. Die Vorlage soll in der Sommersession vom Nationalrat behandelt werden.
WAK Medienkonferenz 27.4. / 04.450 Pa.Iv. Hegetschweiler
CS PK-Index: Lücke im Q1 nochmals verringert
Der Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index (blaue Linie in der Abbildung), der zu Beginn des Jahres 2000 mit 100 Punkten gestartet wurde, zeigt im 1. Quartal 2010 eine Fortsetzung der positiven Stimmung. Im Berichtsquartal legte der Index um 2,88 Punkte resp.
2,37 % auf 124,56 Punkte zu. Zum positiven Resultat haben der März mit +1,44 % und der Februar mit +1,13 % beigetragen, während der Januar ein leichtes Minus von 0,22 % zu verzeichnen hatte. Die BVG-Mindestverzinsung (rote Linie in Abbildung 1a), ebenfalls ausgehend von 100 Punkten zu Anfang des Jahres 2000, legte im Berichtsquartal um weitere 0,5 % resp. 0,67 Punkte auf den Stand von 134,70 zu. Die Differenz verringerte sich dadurch auf 10,14 Punkte. Die annualisierte Rendite liegt per 31.3. bei 2,02 %. Demgegenüber steht die annualisierte BVG-Mindestverzinsung, welche per 31.3. 2,74 % beträgt. Der Gesamtindex müsste immer noch rund 10 % zulegen, sollte diese Lücke bis Ende 2010 geschlossen werden.
Ausbildungsveranstaltung der Aufsichtsbehörden
Am 21. April 2010 führte die Konferenz der kantonalen BVG- und Stiftungsaufsichtsbehörden ihre jährliche Ausbildungsveranstaltung mit rund 70 Mitarbeitenden der verschiedenen Aufsichtsbehörden durch. Neben der Diskussion der Aufsichtspraxis bei Urkundenänderungen von klassischen Stiftungen, fand erstmals in diesem Rahmen ein Austausch zwischen der direkten Bundesaufsicht und den kantonalen Aufsichten statt. Thema war die praktische Aufsichtstätigkeit bei Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen.
Lohnindex: Starke Lohnzunahme 2009
Gemäss den Berechnungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) stieg der Nominallohnindex der Schweiz im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich um 2,1 Prozent. Er liegt neu bei 107,1 Punkten (2005 = 100). Aufgrund der negativen Jahresteuerung ( 0,5%) ergab sich bei den Reallöhnen eine Zunahme um 2,6 Prozent (103,2 Punkte gemessen an der Basis 2005).
ASIP CD: 25 Jahre BVG
Zum 25 Jahre-Jubiläum des BVG (zur Erinnerung: es wurde am 1.1.1985 in Kraft gesetzt) hat der ASIP eine CD mit 25 Texten produziert. Zu Wort kommen die drei bisherigen ASIP-Präsidenten (Walser, Ender, Ryter), das BSV (Streit), die Sozialpartner (Daum, Nova), die Aufsicht (Ruggli), 17 Vorstandsmitglieder sowie der Direktor des ASIP (Konrad).
In den Beiträgen werden Geschichte, Bedeutung, Zukunft und aktuelle Probleme der 2. Säule auf verschiedenste Weise und aus sehr unterschiedlicher Sicht thematisiert. Grundsätzlich in Frage gestellt wird sie von niemandem.
FINMA-Mitteilungen: Kollektive Kapitalanlagen
Um eine zeitnahe Information zu gewährleisten, publiziert die FINMA ihre Rundschreiben und weitere Schriftstücke, die aufsichtsrechtlich relevant sind und öffentlich zugänglich gemacht werden sollen, vorab in der Form von FINMA-Mitteilungen. Neu aufgeschaltet wurde das Rundschreiben “Kollektive Kapitalanlagen – Märkte”.
CHSS 2/2010: Mobilität und soziale Sicherheit
Die Nr. 2/2010 der “Sozialen Sicherheit” herausgegeben vom BSV, befasst sich mit dem Thema Mobilität und soziale Sicherheit. Auszüge aus dem Inhalt:
Mobilität und soziale Sicherheit
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Berufliche Mobilität im Verhältnis Schweiz – EU zunehmend komplexer
Freizügigkeit und Sozialversicherungen: Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU (St. Cueni, K. Fréchelin, BSV) -
Erleichterung des internationalen Einsatzes von Arbeitskräften (St. Abrecht, Vereinigung der Verbandskassen)
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Bedeutung des internationalen Sozialversicherungsrechts für die Arbeitgeber (R. A. Müller, Schweizerischer Arbeitgeberverband)
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Das internationale Sozialversicherungsrecht: für die Arbeitnehmenden immer wichtiger (C. Nova, Schweizerischer Gewerkschaftsbund)
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Die bilateralen Abkommen mit der EU und ihre Auswirkungen auf die Sozialversicherungen (J. Kucera, BSV)
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Auswirkungen des wirtschaftlichen Austauschs ausserhalb Europas auf die Sozialversicherungsabkommen (St. Koch, BSV)
Vorsorge
- 25 Jahre berufliche Vorsorge (A. Streit, BSV)
- Die Rechnungsergebnisse 2009 der AHV, IV und der Erwerbsersatzordnung (Bereich Mathematik, BSV)
State Street PK-Index: 2,93% Rendite im Q1
Der von State Street Investment Analytics errechnete Schweizer PK-Index erreicht im
ersten Quartal 2010 eine Rendite von 2.93 Prozent. Die Rendite seit April 2009 beträgt damit 17.34 Prozent, so hoch wie nie für einen 12-Monats-Zeitraum in den letzten 10 Jahren. Viele Pensionskassen werden deshalb wiederum deutliche Verbesserungen hinsichtlich Deckungsgrad und Sanierungsbedarf zu vermelden haben, schreibt State Street.
State Street veröffentlicht ebenfalls ihre Transaktionskosten-Analyse für den Handel mit Schweizer Aktien. Die Kosten setzen sich aus Kommissionen, Gebühren und Opportunitätskosten (market impact) zusammen. Sie reduzierten sich in der Schweiz gegenüber Ende 2009 um 6.29 Prozent von 19.25 auf 18.04 Basispunkte, wobei sich wiederum hauptsächlich die Opportunitätskosten vorteilhaft entwickelt haben. Dies bedeutet, dass institutionelle Investoren im letzten Quartal durchschnittlich 18.04 Basispunkte für die Ausführung ihrer Transaktionen in Schweizer Aktien aufgewendet haben. Die globalen Werte für die Aktien sind hingegen leicht gestiegen, um 1.63 Prozent. Der Kostenblock bleibt mit durchschnittlich 36.29 Basispunkten global auf einem wesentlich höheren Niveau als in der Schweiz.
Neuer UBS Pensionskassen-Barometer
Nun hat auch die UBS nach Swisscanto, CS, State-Street etc. einen Index zur Temperaturmessung bei der 2. Säule entwickelt. Der UBS PK-Barometer beruht wie auch der CS PK-Index auf den Ergebnissen der im Global Custody erfassten Vermögen. Weil die Banken darüber aber keine detaillierten Angaben machen wollen oder können, bleibt die Aussagekraft ihrer Indizes beschränkt. Kommt hinzu, dass die Datenbasis sich entsprechend der Kundenfluktuation ändert, aber auch darüber dürfte man kaum etwas vernehmen.
Da wir als getreuliche Chronisten aller Geschehnisse in der Welt der Beruflichen Vorsorge uns nicht vorwerfen lassen wollen, wichtige Daten zu unterschlagen oder gar einen Datenlieferanten gegenüber einem anderen zu bevorzugen (diesbezüglich befleissigen wir uns grösster Neutralität), werden Sie künftig auch über diesen Barometer regelmässig informiert. In diesem Falle sogar recht häufig, weil nach Auskunft der UBS der Barometer monatlich abgelesen wird.
Zum Bericht per 31.3. schreibt die UBS: “Trotz der Erholungsphase im vergangenen Jahr sowie im 1. Quartal 2010 konnten seit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007 erst rund zwei Drittel des Tauchers wettgemacht werden. Dennoch ist die kumulierte Performance ab 2006 seit neun Monaten positiv, im März 2010 mit +6.2%. Grundsätzlich zeigen grosse Pensionskassen eine leicht bessere kumulierte Performance als mittelgrosse und kleine Pensionskassen.”
Interessant ist die Feststellung: “Im März gab es beträchtliche Renditeunterschiede zwischen den Pensionskassen. Grosse Pensionskassen weisen nicht nur im Median bessere Renditen aus, sondern auch eine substanziell geringere Streuung sowie höhere Renditen im 1. Quartil und im Minimum. Diversifikation und systematisches Risikomanagement sind mögliche Erklärungsfaktoren für dieses vorteilhafte Abschneiden der grossen Pensionskassen.”


