Roger Köppel analysiert die Vorgänge rund um die Swissfirst/Bellevue-Fusion und die peinliche Rolle, welche die "NZZ am Sonntag" dabei spielt. Der Pensionskassen-Skandal ist zum Medien-Skandal mutiert.
Weltwoche.ch
Medien
CS: Licht und Schatten der Pensionskassen
Die schweizerischen Pensionskassen sind dieses Jahr zum grossen Medienthema geworden. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass nicht über sie berichtet wird. Nach einem medial hitzigen Sommer beleuchtet eine Studie die Stärken und Schwächen der hiesigen Pensionskassen. An einer Podiumsdiskussion liess die Credit Suisse Experten zu Wort kommen.
Credit Suisse emagazine
Blick: Basler Spuren
Roche bestätigt: Ihr PK-Verwalter M. F. handelte auf eigene Rechnung mit Swissfirst-Aktien. Damit führt die Swissfirst-Affäre zurück zu den Basler Wurzeln der Bank, schreibt der Blick.
News – Blick Online
BSV: Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 95
Die BSV-Mitteilungen zur beruflichen Vorsorge Nr. 95 vom 22.11.2006 behandeln folgende Themen:
Hinweise: 561 Anpassung der Hinterlassenen- und Invalidenrenten der obligatorischen beruflichen Vorsorge auf den 1. Januar 2007 an die Preisentwicklung; 562 In-Kraft-Treten auf den 1. Januar 2007 des Partnerschaftsgesetzes und seine Auswirkungen auf die berufliche Vorsorge; 563 Neue Gesetze über das Bundesverwaltungsgericht und das Bundesgericht: Auswirkungen auf die berufliche Vorsorge; 564 Keine Einschränkung der Möglichkeit des Vorbezuges für Wohneigentum.
Rechtsprechung: 565 Sistierung der Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge während eines Strafvollzuges / Verrechung der zuviel bezogenen Rentenbetreffnisse mit künftig geschuldeten Renten.
Anlagen: Wichtige Masszahlen im Bereich der beruflichen Vorsorge.
BSV – Publikationen – Mitteilungen über die berufliche Vorsorge
Deuxième pilier menacé? La justification de Berne
Yves Rossier, directeur de l’Office fédéral des assurances sociales, revient sur la décision de baisser le taux de conversion des rentes du deuxième pilier.
24heures en ligne – www.24heures.ch – LPP OFAS 251106
Beobachter: PKs – Wissen die, was sie tun?
Stiftungsräte von Pensionskassen bilden sich weiter und fühlen sich nur selten überfordert. Dies zeigt eine Beobachter-Umfrage. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit, schreibt der Beobachter.
Wissen die, was sie tun?
Tages-Anzeiger: Pensionskassen-Rating
Nach 2003 hat der Tages-Anzeiger erneut ein Pensionskassen-Rating durchgeführt. Die massgeblichen Kriterien sind: Deckungsgrad, Performance (1 und 5 Jahre), Volatilität, Verzinsung, Umwandlungssatz, Ehegattenrente, Kapitalbezug. Auf den ersten drei Plätzen rangieren: PK Sika, SR Technics, Swisscom.
tagesanzeiger.ch | Geld |
Interview mit Roland Schmid, Geschäftsführer von Hewitt Schweiz, zum PK-Rating.
Interview
Rätselraten über Rendite-Differenzen, wie sie in der Swisscanto-Studie erfasst wurden.
Artikel
Prof. M. Ammann: Weniger Fesseln
In einem Interview mit der NZZ am Sonntag macht sich Prof. Manuell Ammann (Uni St. Gallen) stark für mehr Markt in der Vorsorge.
Weniger Fesseln für die 2. Säule
Finanzprofessor Manuel Ammann plädiert für
Good-Practice-Richtlinien beim Anlegen der Vorsorgegelder und mehr
Wahlfreiheit für die Versicherten
NZZ am Sonntag: Herr Professor Ammann, die Pensionskassen und
Verwalter sind in Verruf geraten. Was ist Ihre Einschätzung zu den
jüngsten Affären?
Manuel Ammann: Der Ruf der Pensionskassen hat tatsächlich
gelitten, in Einzelfällen wahrscheinlich zu Recht und in der grossen
Mehrheit sicher zu Unrecht. Die Gefahr ist, dass man sehr rasch nur
Fragen in eine Richtung stellt: Wo ist die Aufsicht, wo ist die
Regulierung?
Der Schweizerische Versicherungsverband hat diese Woche
verlauten lassen, die 2. Säule brauche eine starke unabhängige
Aufsicht. Was ist daran falsch?
Mit zusätzlicher Regulierung und stärkerer Aufsicht würden
Pensionskassen, die ohnehin schon überreglementiert sind, noch stärker
eingeschränkt. Es wäre gefährlich, zu sagen, eine Pensionskasse dürfe
nicht mehr aktiv anlegen, also von Börsen-Indizes abweichen, oder dürfe
nur noch eine bestimmte Standardaufteilung der Anlagen haben. Zu
glauben, mit solchen Regulierungen würde das System besser, ist
illusorisch.
Es kann doch nicht angehen, dass Verwalter nach ihrem Gusto einen hohen Anteil illiquider Titel à la Mystery-Park kaufen?
Nein. Die PK-Anlagerichtlinien, wo man festlegt, wie viel Aktien
eine Kasse halten kann, bringen diesbezüglich nicht viel. Ich plädiere
für sogenannte Good-Practice-Richtlinien, welche grundsätzliche Regeln
für die Anlagetätigkeit erlassen. Dass Verwalter gegen anerkannte
Anlagegrundsätze verstossen, hat aber auch mit der gewachsenen Struktur
der Pensionskassen zu tun. Aus meiner Erfahrung ist das System der
paritätisch zusammengesetzten Stiftungsräte problematisch. Es braucht
mehr Professionalisierung in den Pensionskassen und nicht noch mehr
staatliche Kontrollen und Einschränkungen.
Professionalisierung darf aber wohl nicht heissen noch mehr
Pensionskassenberater, die selber Produkte und Dienstleistungen aus dem
Asset Management verkaufen?
Da gibt es tatsächlich Interessenkonflikte. Pensionskassen
sollten der Unabhängigkeit der Berater eine grössere Bedeutung
zumessen. Dass Pensionskassen so stark auf Berater angewiesen sind, ist
ein Teil des Problems.
Sind nicht die Anreize, dass PK-Verwalter beim Einsatz
bestimmter Titel oder Produkte und bei der Vergabe von Mandaten selber
kassieren, sehr hoch?
Die Strukturen im Markt – das betrifft nicht nur Pensionskassen,
sondern zum Beispiel auch den Fonds-Vertrieb der Banken – sind so, dass
Produkte mit höheren Margen mehr Vertriebsentschädigung zahlen und
somit lieber verkauft werden. Wem die Vermittlungsprovisionen in der
2. Säule gehören, ist aber eindeutig: den Kassen und nicht den
Verwaltern. Aus akademischer Sicht sollten Beratungs- oder
Verkaufsdienstleistungen transparent und direkt, nicht versteckt über
Produkt- und Transaktionspreise abgegolten werden.
Was schlagen Sie vor, damit unsere Pensionskassengelder effizienter angelegt werden?
Wir müssen versuchen, den Markt als Regulator einzusetzen – in
der einen oder anderen Form. Man muss mehr Wettbewerb in das Geschäft
bringen. Ein solcher Ansatz wäre längerfristig vielversprechender als
noch mehr Regulierungen.
Sie meinen, eine vom Arbeitgeber unabhängige Kasse wählen zu können?
Das ist eine von verschiedenen Möglichkeiten, den Markt stärker
spielen zu lassen. Sie stösst bei uns bis hinauf zum Bundesrat auf sehr
viel Widerstand. Wichtig für das Funktionieren der freien
Pensionskassenwahl wäre die volle Freizügigkeit, welche auch
Kursschwankungsreserven einschliessen müsste. Dafür könnte man auf die
Mindestzinssätze verzichten.
Sehen Sie denn eine andere, politisch weniger blockierte Massnahme für mehr Wettbewerb im PK-System?
Man muss weiterdenken: Ist es wirklich Aufgabe des Staates,
Leuten, die einige 100 000 Fr. im Jahr verdienen, die Sicherung ihres
hohen Lebensstandards mit Kollektivlösungen aufzuzwingen? Ich meine,
man müsste die Sicherung der Existenz in der 2. Säule gewährleisten, im
Umfang des BVG-Obligatoriums oder mehr, sagen wir bis 100 000 Fr.
Und den überobligatorischen Teil in der 2. Säule sollte man freigeben?
Richtig. Da geht es ja nicht mehr um Existenzsicherung. Man wäre
frei, könnte mit dem überobligatorischen Geld bei einer Pensionskasse
verbleiben oder gleichermassen steuerlich begünstigt irgendwo ein
gebundenes Konto oder Wertschriftendepot eröffnen und die Gelder selber
managen oder verwalten lassen. Die Versicherungsleistungen für
Invalidität und andere Risiken könnte man nach Bedarf selber einkaufen.
Das brächte sehr viel Dynamik in den Markt.
Auch im heutigen System können doch die meisten Leute Kapital statt Rente beziehen und das Risiko selber tragen.
Das ist für mich eine grosse Inkonsistenz im heutigen System.
Einerseits wird der Versicherte bevormundet und in ein ganz auf
Sicherheit ausgerichtetes, kollektives System gezwungen, damit sein
Alterskapital nicht verlorengehen kann. Andererseits erlaubt man ihm,
über sein Kapital zu verfügen, wenn er sich selbständig macht, ins
Ausland geht oder pensioniert wird. Ob er es dann verjubelt, verspielt
oder verspekuliert, ist plötzlich nicht mehr von Belang.
Warum haben wir bei der steuerlich begünstigten Säule 3a zwar Wahlfreiheit und doch keine marktkonformen Konditionen?
Der Markt spielt bei der Säule 3a nicht wirklich. Wir haben einen
besonders regulierten Spezialmarkt mit Eintrittshürden geschaffen. Für
kleine Anbieter lohnen sich Fondsprodukte in diesem Spezialsegment
nicht. Und die grossen tun sich stillschweigend nicht weh.
Wird nicht bei tiefen Renditen der Kostenfaktor entscheidend?
Richtig. Die Kosten sind dann entscheidend, wenn man einen
langfristigen Horizont hat, weil sich die Kosten über Jahre kumulieren.
Kosten sind ein wesentlicher Performance-Treiber – im negativen Sinn.
Interview: Fritz Pfiffner
Weltwoche: Der «Frechste» ist nur der Beste
Ein Revisionsbericht entlastet Jürg Maurer, den Verwalter der Rieter-Pensionskasse, voll und ganz. Die Strafverfolger treten an Ort. Zeit für den Rückblick auf eine üble Kampagne aus dem Hause NZZ.
«So weit das dünne Ende einer dick aufgetragenen Geschichte, die in der NZZ am Sonntag, bisweilen schreibender Arm der aggressiven PR-Firma Contract Media AG des Sacha Wigdorovits, ihren Anfang nahm. Die Zeitung, die auch einen Mitarbeiter der Contract Media beschäftigt, veröffentlichte im Juli/August die Liste der Pensionskassen, die in den Swissfirst-Deal involviert waren. Die vertraulichen Angaben waren unter Verletzung des Bankgeheimnisses aus der Swissfirst geschmuggelt worden und wohl via eine Drittperson zur NZZ am Sonntag gelangt. Die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelte in dieser Sache auch gegen den früheren Swissfirst-Grossaktionär Rumen Hranov, dessen Interessen Wigdorovits vertritt. Diese Untersuchungen seien in Bälde abgeschlossen, melden die Behörden.
Und ganz allmählich beginnt sich die Geschichte auch in die Gegenrichtung zu entwickeln und wird zum Skandal der Skandalisierer. Unter Druck kommt die NZZ am Sonntag, die – ganz im Interesse Wigdorovits’ und Hranovs – Breitseiten gegen Rieter und gegen Maurer abgefeuert und Verdächtigungen ohne Ende in die Welt gesetzt hat», schreibt Urs Paul Engeler in der Weltwoche.
Artikel in der Weltwoche
NZZ: Menu à la carte in der Altersvorsorge
Werner Enz plädiert in der NZZ für verstärkte Flexibilität in der beruflichen Vorsorge.
NZZ Online
Start der Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
spn – die Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten – haben ihre Startausgabe an die heimische Vorsorgewelt versandt und damit die Medienwelt in der beruflichen Vorsorge (etwas) in Bewegung versetzt. Viermal wird das das noch etwas schlanke Blatt mit seinen 38 Seiten aus dem Haus der Financial Times jährlich erscheinen und gleichzeitig integral auf dem Internet publiziert. Es kann aber auch unentgeltlich bezogen werden. Redaktionelles Ziel ist, in einer Publikation Vorsorge- und Anlagethemen der 2. Säule gleichgewichtig zu behandeln. Die "Ausgabe 1" befasst sich aktuell mit Fragen der Corporate Governance. Als "Praxisbeispiel" wird die Anlageorganisation der PK der Credit Suisse behandelt, Interviews wurden mit Hanspeter Konrad (ASIP), Dieter Stohler (PKBS) und Peter Bänziger (Swisscanto) geführt.
Im Gegensatz zur Schweizer Personalvorsorge werden die Themen journalistisch angegangen und nicht primär aus der Perspektive der involiverten Fachleute. Das sollte Gelegenheit für mehr kritische Distanz sowohl zu den aufgeworfenen Fragen wie auch den betroffenen Personen und Institutionen schaffen. Zumindest in dieser ersten Ausgabe wurde aber dieser Freiraum nicht genützt. Die einzige kritische Stimme stammt von Prof. Ernst Brugger, der die Gelegenheit primär dafür ergriffen hat, an sein NAVOS-Projekt zu erinnern.
Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten
«Pensionskassen brauchen keine zusätzlichen Regelungen»
Der Stiftungsrat einer Pensionskasse hat als oberstes Organ die Gesamtführung wahrzunehmen. Seine Aufgaben sind im geltenden Bundesgesetz über die Berufliche Vorsorge (BVG) nicht explizit umschrieben. Es stellt sich die Frage, wie eine wirkungsvolle Kontrolle im Anlagebereich realisiert werden kann.
Eine laufende Weiterbildung der Entscheidungsträger ist sicherzustellen. Dies ist auch im Sinne eines Best-practice-Standards notwendig. Der Führung und Rekrutierung der Mitarbeiter ist bedeutsam, um das gewünschte ethische Verhalten (auch im Loyalitätsbereich der Vermögensverwaltung) zu erreichen. Kontrolle und Menschen sind die beiden Fundamente der Pension governance. Zusätzliche Regelungen, Gesetze und Vorschriften nützen uns nichts, schreibt Roland Schmid, Hewitt, in der Finanz und Wirtschaft.
Artikel R. Schmid
Treuhänder: Das neue Stiftungsrecht
Das neue Stiftungsrecht ist flexibler als das alte. Es bringt Erleichterungen bei der direkten Bundessteuer und unter gewissen Voraussetzungen kann der Stiftungszweck geändert werden. Neu ist die Pflicht, eine Revisionsstelle zu bezeichnen bzw. wie sich die Stiftung von dieser Pflicht befreien kann. Diese Neuerung zur Revisionspflicht ist mit den vom Gesetzgeber beschlossenen Anpassungen im Obligationenrecht (Revisionsrecht) bereits wieder überholt, was am Schluss des Beitrags von Giacomo Roncoroni kurz angedeutet wird.
Treuhänder
BSV: Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 94
Das BSV orientiert in seinen Mitteilungen Nr. 94 über die ab 1.1.07 geltenden Grenzbeträge, den Mindestzinssatz sowie die Beitragssätze an den Sicherheitsfonds für 2007. Im Teil "Rechtsprechung" wird eine Reihe neuerer Entscheide besprochen.
BSV – Publikationen – Mitteilungen über die berufliche Vorsorge
Le Temps: Les caisses de pension peinent à adopter le code de bonne conduite
Les caisses de pension se présentent à fin septembre dans une situation aussi confortable qu’à la fin 2005, selon Benjamin Brandenberger, CEO de Complementa, lors de la présentation du «Check-up AWP/Complemeta», lequel représente 445 instituts, pour 1,68 million d’assurés. Le taux de couverture s’élevait à 104,7% si l’on prend la moyenne pondérée ou de 110% la médiane – qui compte autant d’instituts au-dessus de ce chiffre qu’en dessous.
Le Temps – Finance
