BVSA-Informationsveranstaltung
3.11.2026
Die BVG- und Stiftungsaufsicht Aargau hat eine interessante Informationsveranstaltung abgehalten – hier die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Fortbildungsveranstaltung: Nach dem Grusswort vom Geschäftsleiter Martin S. Mayer sprach Christian Heiniger, PK-Experte bei WTW, über das Risikomanagement in den BVV2 Anlagevorschriften. Er ging auf die Steuerungslogiken ein (s. Bild) und schlussfolgerte, dass BVV2 Leitplanken setze, aber keine Anlagestrategie garantiere. Die Erweiterungsartikel schaffen zwar Flexibilität, setzen aber eine Begründung und Governance voraus.
Danach ging das Mikro an Franziska Bur über: Die Advokatin und Steuerexpertin erläuterte die raren BG Urteile zum Thema Lebenspartnerrente ohne letztwillige Verfügung/ nach Scheidung. Offensichtlich gäbe es viel Klärungsbedarf, aber das oberste Gericht ist überlastet (oder mit sich selbst beschäftigt…).
Laetitio Raboud, Direktorin OAK BV, führte danach aus, welchen Handlungsbedarf die OAK bei der Governance und der Transparenz sieht. Insbesondere der Umgang mit gewissen Brokern ist ihr ein Dorn im Auge, wenn Interessenkonflikte und Intransparenz dazu führen können, dass auf diese Weise Vorsorgevermögen nicht mehr zweckmässig verwendet würde. Trotz welschem Charme blieb die Begeisterung verhalten.
Abgerundet wurden die Veranstaltung durch Referate von Sandro Schenker (Albin Kistler AG) zum Thema «ESG in Krisenzeiten» und von Rechtsanwältin Aline Kratz-Ulmer über Anlagestiftungen als massgeschneidertes Anlagevehikel für Vorsorgeeinrichtungen. Ein rundum gelungener und gut besuchter Anlass.
Bundesrat hebt BVG Mindestzins auf 2%
4. 11. 2026
Der Bundesrat erhöht den Mindestzinssatz in der beruflichen Vorsorge per Januar 2027 von 1,25% auf 2%. Dieser Satz legt fest, wie hoch die Altersguthaben im BVG-Obligatorium mindestens verzinst werden müssen. Der Entscheid folgt der Formel der BVG-Kommission per Ende September 2026, geht aber über deren Empfehlung von 1,75% hinaus; die Vorschläge der Sozialpartner lagen zwischen 1,25% und 3%. Massgebend für die Festlegung sind vor allem die Rendite der Bundesobligationen sowie die Entwicklung von Aktien, Anleihen und Immobilien. Die 10-jährigen Bundesobligationen stiegen von 0,33% Ende 2025 auf 0,59% Ende September 2026, der SPI legte 2025 um 17,8% und 2026 bis Ende September um 7,6% zu, während Anleihen leicht negativ und Immobilien durchwegs positiv abschnitten. Laut BSV erzielten die Vorsorgeeinrichtungen 2025 im Schnitt 6,1% Rendite und 2026 bis Ende August 5,4%. Der durchschnittliche Deckungsgrad der Kassen ohne Staatsgarantie lag Ende August 2026 bei geschätzten 122,5%, womit die Wertschwankungsreserven im Mittel mehr als gedeckt sind. Diese solide Finanzlage erlaubt aus Sicht des Bundesrats eine deutliche Anhebung, die zugleich die seit 2022 höhere Inflation ausgleichen soll.
Kommentar: Die relevanten Wirtschaftsverbände wie der SAV (Schweizerischer Arbeitgeberverband), der sgv (Schweizerische Gewerbeverband) und der SVV (Schweizerischer Versicherungsverband) beurteilen den Entscheid kritisch oder als «fahrlässig zu hoch», denn ein zu hoher Mindestzins kann die Kassen zu überhöhten Anlagerisiken oder zum Abbau von Reserven verleiten. Vor allem die BVG-nahen Kassen werden dadurch unter Druck kommen. Der Bundesrat schwäche dadurch das BVG langfristig, so CEO Urs Arbter vom SVV. Der Blick in die Kristallkugel hilft nicht bei der Prognose der Anlagerendite – oder hat da jemand zu tief in ein anderes Glas geschaut?
Quellen: Der Bundesrat beschliesst eine Anhebung des Mindestzinssatzes auf 2%
Mit ETF fürs Alter vorsorgen
20.10.2026
«Geld anlegen mit ETFs – so investieren Sie richtig fürs Alter»
Laut VZ-Pensionierungs-Barometer 2026 sind die Renten aus AHV und Pensionskasse seit 2002 im Schnitt um einen Fünftel gesunken – wer seinen Lebensstandard im Alter halten will, muss selbst vorsorgen. «Viele unterschätzen ihre Lebenserwartung und überschätzen ihre eigene finanzielle Kompetenz», warnt Reto Spring, Geschäftsführer des Vereins Vorsorgeforum, mit dem Resultat: «Am Ende des Geldes ist noch viel Leben übrig.»
Der Artikel wurde von der Journalistin Nicole Krättli schon früher publiziert, aber aufgrund der grossen Nachfrage aktualisiert und erneut im «Beobachter» veröffentlicht.
Als einfachen Einstieg empfiehlt der Artikel ETFs, die günstig, transparent und breit diversifiziert sind und sich mit einer Buy-and-hold-Strategie ideal für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Spring plädiert für einen prognosefreien Ansatz: «ETFs sind die einzig sinnvolle Wahl, wenn man evidenzbasiert investieren will», denn es sei wissenschaftlich erwiesen, dass aktive Trader den Markt langfristig nicht schlagen können. «Privatanleger machen mehr Fehler, reagieren emotional und nehmen unnötige Risiken in Kauf», so Spring, mit einem breit gestreuten ETF-Portfolio könne man solche Risiken minimieren.
Oft genüge ein einzelner Welt-ETF: «Für viele reicht das völlig aus», sagt Spring, «denn mit einem einzigen Produkt ist man global aufgestellt und vermeidet unnötige Komplexität.» Vor einem reinen SMI-ETF warnt er wegen des Klumpenrisikos, da die fünf grössten Titel rund 65 Prozent des Index ausmachen, und empfiehlt als Alternative den SPI mit rund 200 Firmen, wobei «die ‹big five› allerdings auch hier rund 45 Prozent» ausmachen. Von einem überladenen Depot rät Spring klar ab: «Zu viele Positionen führen dazu, dass man das grosse Ganze aus den Augen verliert», und wer sein Portfolio nicht mehr verstehe, treffe am Ende oft falsche Entscheidungen.
Praktische Tipps des Artikels: eine TER unter 0,4 Prozent, ein Fondsvolumen über 100 Millionen Franken, Zurückhaltung bei Themen-ETFs und Währungsabsicherung sowie digitale Vermögensverwalter oder Neobanken statt teurer klassischer Banken. Zu Onlinebrokern wie Swissquote oder Saxo sagt Spring: «Wer über einen Broker investiert, muss alles selbst machen: Auswahl, Gewichtung, Rebalancing, Steuerdokumente» – dafür seien die Gebühren tief, ideal für Fortgeschrittene.
Der Artikel «Anlegen mit ETF’s – so investieren Sie richtig fürs Alter» bezieht sich explizit aufs Alterssparen in der privaten Vorsorge (3a und 3b) – bei einer drohenden Ersatzquote von unter 50% erhält die private Vorsorge zunehmend mehr Relevanz.
Quelle: «Der Beobachter» gilt als meistgelesenes Bezahlmagazin der Schweiz und erscheint alle 14 Tage mit einer verbreiteten Auflage von 116’570 Exemplaren und einer Print-Leserschaft von 459’000. Der Artikel erschien zudem online auf beobachter.ch, dessen Reichweite in diesen Zahlen nicht enthalten ist.
Ist die AHV noch zu retten?
31.10.2026
Werner C. Hug kritisiert in einem Artikel der «Finanz und Wirtschaft» , dass die Initianten der 13. AHV-Rente die Stimmbürger 2024 über die Finanzierung im Unklaren liessen. Gewerkschaftsboss Maillard behauptete damals sogar, die Rente sei dank der Fondsreserven bereits bezahlt. Nun wirbt Sozialministerin Baume-Schneider für die Mehrwertsteuererhöhung, weil sie einen Durchschnittshaushalt angeblich nur mit 15 Franken pro Monat belaste. Damit verschweigt sie, dass so nur ein Drittel der Mehrkosten gedeckt ist und die strukturelle Schieflage der AHV bestehen bleibt. Gleichzeitig steigt der Steueranteil an der AHV-Finanzierung von einst 15 bis 17 Prozent auf gegen 30 Prozent, was die AHV schleichend vom solidarischen Umlageverfahren der Erwerbstätigen zu einer staatlich finanzierten Volkspension umbaut. Schon heute finanzieren über 92 Prozent der Rentner ihre Rente nicht mit eigenen Beiträgen, und die zusätzlichen Steuermittel verstärken diese Umverteilung weiter. Hug zeigt: Wenn die Zahl der Rentner schneller wächst als die der Beitragszahler, hilft nur eine Kombination von Massnahmen auf der Leistungs- und der Einnahmenseite, wobei ein höheres Rentenalter am wirksamsten wäre.
Fazit: Dass Bundesrat und Parlament trotz Kenntnis dieser Fakten den bequemen Weg der Steuererhöhung wählen, zeugt von fehlendem Mut, mangelnder Einsicht und kurzsichtiger Politik auf Kosten der jungen Generation. Wenn die Gen Z einen Grund hätte, auf die Strasse zu gehen, dann ist es die gesalzene Rechnung, die ihnen die Baby-Boomer mit der leergeräumten AHV-Kasse hinterlassen wird. Es wird Zeit, diese Baumeister in die Wüste zu schicken!
Hier geht’s zum FuW-Artikel von Werner C. Hug : Wie das Umlageverfahren der AHV gerettet werden kann
Zwei Jobs, zwei Teilbezüge, gleiche Regeln: Was der Bundesrat in der 2. und 3. Säule ändern will
28.10.2026
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 28. Oktober 2026 eine Vernehmlassung zu Änderungen in der beruflichen Vorsorge eröffnet, die bis zum 17. Februar 2027 dauert. Er setzt damit drei Aufträge des Parlaments um, die ganz unterschiedliche Gruppen betreffen.
Nebenjobs kommen ins BVG
Wer neben seiner Hauptstelle einen Nebenjob hat, ist dafür heute oft nicht in einer Pensionskasse versichert. Neu sollen grundsätzlich alle Löhne aus Anstellungen, welche die BVG-Eintrittsschwelle überschreiten, obligatorisch versichert werden – damit Personen mit mehreren Jobs besser vorsorgen. Für Arbeitgeber bedeutet das: Auch Nebenerwerbstätige müssen sie künftig bei der Pensionskasse anmelden und Beiträge zahlen. Für Arbeitnehmer heisst es: etwas weniger Nettolohn heute, dafür mehr Altersguthaben und Schutz bei Invalidität oder Tod.
3a und Freizügigkeit: Bezug in Etappen
Heute muss ein 3a-Konto oder ein Freizügigkeitskonto auf einen Schlag bezogen werden. Künftig sollen Altersleistungen daraus unter bestimmten Voraussetzungen in bis zu zwei Teilbezügen möglich sein. Laut Verordnungsentwurf gilt pro 3a-Gefäss ein Mindestbetrag von je CHF 20’000; der Bund will so verhindern, dass viele kleine Bezüge die Steuerprogression brechen. Auch wer sich selbständig macht, soll künftig nur einen Teil beziehen können. So bezieht man nur, was man wirklich braucht, und der Rest bleibt fürs Alter angelegt. In der Praxis bleibt es trotzdem sinnvoll, mehrere 3a-Konten zu führen – der Teilbezug ergänzt diese Strategie, ersetzt sie aber nicht.
Gleiche Spielregeln für öffentliche Pensionskassen
Öffentlich-rechtliche Pensionskassen mit einem starken Träger im Hintergrund sollen ihre Leistungen künftig gleich verbessern dürfen wie Kassen von Arbeitgebern oder Verbänden. Davon profitieren vor allem Versicherte im öffentlichen Dienst.
Ab wann gilt das?
Die neuen Regeln sollen am 1. Januar 2028 in Kraft treten, jene für die öffentlich-rechtlichen Kassen bereits am 1. August 2027. Bis dahin kann sich noch einiges ändern – wer 3a-Bezüge für 2028 plant, sollte die Vernehmlassung im Auge behalten.
Weiterführende Quellen:
Alle gegen alle – offene AHV-Abstimmung
28.Oktober 2026
Vor drei Wochen publizierten wir den Meinungsartikel «Vo Plaanig kei Aanig»– unsere Rechnung mit Rotstift zeigte auf, dass der Bundesrat sehr wohl die fehlenden Mittel für das strukturelle AHV-Defizit einsparen könnte, sofern er ernsthaft wollte. Er hat schon zu einigen Reaktionen und Diskussionen geführt, womit das erste Ziel erreicht ist.
In einem Monat gilt es ernst: Am 29. November stimmt die Schweizer Bevölkerung über genau diese Zusatzfinanzierung ab. Eine aktuelle Umfrage von SRF zeigt eine Pattsituation: Gemäss der Momentaufnahme vom 11. Oktober hätten 49 Prozent der Stimmberechtigten die Vorlage abgelehnt und 46 Prozent angenommen. 5 Prozent waren noch unentschlossen.
Kein Wunder, herrscht zwischen den beiden Lagern doch ein ziemliches Durcheinander: Die «vereinigte Mitte-Links-Allianz» (Mitte, Grüne, SP, GLP, SGB) argumentieren, die Bevölkerung habe die 13.AHV-Rente angenommen und müsse daher auch die Rechnung begleichen.
Das gegnerische Lager (SVP, FDP) will nichts wissen von Steuererhöhungen – schliesslich hiess es im damaligen Abstimmungskampf von AHV13, dass keine Zusatzfinanzierung nötig sei. Genau an diesem Punkt scheiden sich aktuell die Geister: So bekämpfen auch die Juso, die SP Genf sowie der VPOD die Steuererhöhung, weil sie die AHV entweder als stabil betrachten oder lieber über Lohnbeiträge finanzieren möchten.
Sicher ist: Die AHV zahlt im Dezember 2026 erstmals die 13. AHV aus – von Kindern, die wir nicht haben. Im Zeitalter vor Social media spielten Kinder in der Pause jeweils «Alle gegen alle»... – genau wie unsere Politiker derzeit in Bern. Ein Zufallsergebnis ist möglich. Eine Niederlage würde BR Baume-Schneider zwar schmerzen und auf Feld 1 zurückwerfen, aber eine Departementswechsel ist nicht zu erwarten, da sie ja schon einmal nach nur einem Jahr vom Justizdepartement (EJPD) ins Innendepartement (EDI) gehüpft ist. On verra. «Immer zur besten Matte!“, sagt man im Wallis über die Schwarznasenschafe…
Dazu ein Artikel aus heutigen NZZ «Plötzlich kämpfen Linke gegen Linke»
In eigener Sache: KO durch KI…
22.10.2026
Knockout by AI: Mitte dieser Woche war unsere Homepage kurzfristig nicht erreichbar. Der Grund lag darin, dass viele Regierungsbehörden, Spitäler und Unternehmen ihre Websites vorübergehend vom Netz genommen, weil in der Programmiersprache PHP, die auch unserer Software WordPress zugrunde liegt, eine gravierende Sicherheitslücke gefunden wurde. Diese wurde zwischenzeitlich geschlossen und alles funktioniert wieder wie gewohnt. Beim Vorsorgeforum wurden nach heutigem Kenntnisstand keine Daten entwendet. – Welche Sicherheitslücken in Zukunft noch von der KI gefunden werden und was das fürs Funktionieren des Internet und unserer Welt bedeutet, wüsste ich auch gerne…
Eine Bitte: Diese Woche haben wir allen Mitgliedern die Rechnungen für die Mitgliederbeiträge verschickt. Wir bedanken uns schon im Voraus für eine zeitnahe Begleichung und freuen uns, dass Sie mit diesem Beitrag eine regelmässige Berichterstattung rund um die zweite Säule ermöglichen. Herzlichen Dank dafür, dass Sie uns gewogen bleiben. Wie bemühen uns, auch in Zukunft wichtige, auch kontroverse Fragen rund um die zweite Säule zu stellen und allgemein die Vorsorgewelt auszuleuchten.
Regulierung bedrängt SGE
14.10.2026
Im «Standpunkt 2026» analysieren Nico Fiore, Geschäftsführer von inter-pension, dem Verband der Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen (SGE), und der Ökonom Dr. Urs Mauchle das Verhältnis von Wettbewerb und Regulierung im Schweizer Pensionskassenmarkt. Ihre zentrale These lautet: Die berufliche Vorsorge könnte einen systemischen Kipppunkt erreicht haben. Ab diesem Punkt bringt zusätzliche Regulierung weniger Stabilität, als sie an Wettbewerb, Innovation und Anpassungsfähigkeit kostet. Methodisch stützen sich die Autoren auf das Regelkreisdenken der System-Dynamics-Tradition nach Forrester und Senge.
Bei den SGE sind rund 75 Prozent der etwa 4,8 Millionen aktiv Versicherten angeschlossen. Unter ihnen wirkt der Wettbewerb als verstärkender Regelkreis, der Effizienz, Innovation und Kostendisziplin fördert. Ihm steht der balancierende Regelkreis der Regulierung gegenüber, getragen von BVG, Verordnungen, BSV, Direktaufsichten und OAK BV. Weil der Konkurs als marktwirtschaftliches Korrektiv aus Gründen des Versichertenschutzes weitgehend fehlt, sprechen die Autoren von einem gesteuerten Quasi-Markt. Problematisch sei weniger die einzelne Vorschrift als ihre kumulative Wirkung: Mit zunehmender Regelungsdichte steigen Koordinationsaufwand und Compliance-Kosten überproportional.
Daraus leiten die Autoren drei Nebenwirkungen ab:
- Konsolidierung: Compliance-Kosten wirken weitgehend als Fixkosten und belasten kleinere Einrichtungen überproportional. Die Regulierungsdichte wird deshalb als eigenständiger Konsolidierungstreiber gesehen. Die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen ist seit 1985 von über 3’000 auf 1’285 Ende 2024 gesunken, wobei die Autoren betonen, dass dieser Rückgang nicht allein regulatorisch erklärbar ist.
- Weg vom Kernauftrag: Regulierung bindet Kapazitäten von Stiftungsräten und Geschäftsleitungen, die dann für Anlagestrategie, Vorsorgelösungen und Digitalisierung fehlen. In der IFZ-Studie nennen die Vorsorgeeinrichtungen die Regulierung seit Jahren konstant als grösste Herausforderung.
- Lastverlagerung: Risiken werden oft nicht beseitigt, sondern verlagert. Ein Beispiel ist die Verzinsungsobergrenze für SGE nach Art. 46 BVV 2, die auch finanziell starke Kassen daran hindert, Überschüsse vollständig an ihre Versicherten weiterzugeben. Die Autoren ziehen hier eine Parallele zum Peltzman-Effekt und verweisen auf OECD-Arbeiten, wonach höhere Compliance-Kosten mit geringerer Produktivität und Innovationsdynamik einhergehen.
Konzeptionell unterstellt das Modell einen umgekehrt U-förmigen Zusammenhang zwischen Regulierungsintensität und Systemleistung. Das systemische Optimum liegt dort, wo sich Grenznutzen und Grenzkosten der Regulierung ausgleichen. Die Autoren vermuten, dass sich der Markt diesem Kipppunkt nähert oder ihn in einzelnen Feldern bereits überschritten hat. Sie räumen aber ein, dass ein empirischer Nachweis fehlt und das Modell heuristisch zu verstehen ist.
Als Leitlinien schlagen sie vier Punkte vor: neue Weisungen systematisch auf ihre Folgen prüfen, die Vielfalt der Vorsorgeeinrichtungen als Stärke anerkennen, risikobasiert statt pauschal regulieren und Massnahmen frühzeitig im Dialog mit der Branche entwickeln. Ihr Fazit: Nicht möglichst viel, sondern möglichst wirksame Regulierung macht ein Vorsorgesystem zukunftsfähig.
Quelle: inter-pension Standpunkt 2026 – Fiore/Mauchle
Am Ende des Geldes noch viel Leben übrig
IFZ Longevity-Studie 2026 der Hochschule Luzern: Reicht das Geld für 25 Jahre Ruhestand?
Die Restlebenserwartung bei Pensionierung ist seit Einführung der AHV markant gestiegen: bei 65-jährigen Frauen von rund 14 Jahren (1948) auf heute rund 23 Jahre, bei Männern von rund 12 auf über 20 Jahre. Laut Studienautorin Prof. Dr. Anina Hille vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) erreicht die Hälfte der heute 65-jährigen Frauen das 90. und rund die Hälfte der Männer das 87. Lebensjahr.
Wer nur bis zur durchschnittlichen Lebenserwartung plant, unterschätzt somit das Risiko eines sehr langen Ruhestands. Die Studie illustriert dies anhand von drei Modellpersonen mit tiefem, mittlerem und hohem Alterseinkommen, wobei die finanzielle Lücke als kumulierte Differenz zwischen laufenden Renten aus AHV und Pensionskasse und den Ausgaben berechnet wird. Nicht berücksichtigt sind Vermögen, Erbschaften, 3. Säule sowie Kapitalbezüge und Kapitalerträge aus der 2. Säule, weshalb die Berechnungen ausdrücklich nicht als individuelle Prognosen gelten.
Beim mittleren Einkommen wächst die Lücke um rund ein Viertel, wenn die Lebensdauer von 85 auf 90 Jahre steigt, und bei einer Lebensdauer bis 100 Jahre liegt sie rund 80 Prozent höher. Hille folgert, dass finanzielle Resilienz über das gesamte Erwerbsleben aufgebaut werden muss und ein frühzeitiger Vermögensaufbau den wichtigsten Schutz gegen das Langlebigkeitsrisiko bildet. Zwar hat auch die Zahl der gesunden Lebensjahre ab 65 zugenommen, doch bleibt eine Phase mit möglichem Pflege- und Unterstützungsbedarf für die Finanzplanung relevant. Entscheidend sind deshalb nicht nur die Lebensdauer, sondern auch die Gesundheits-, Pflege- und Wohnkosten im Alter.
Darüber hinaus betrachtet die Studie Longevity als wirtschaftlichen Strukturtrend, der zusätzliche Nachfrage nach Gesundheits-, Pflege-, Wohn-, Technologie- und Finanzlösungen schafft. Als Investmentthema steht Longevity allerdings noch am Anfang, da eine anerkannte Definition oder standardisierte Taxonomie bislang fehlt. Die Studie wurde mit Unterstützung der Fondsgesellschaft Vanguard realisiert.
AHV: Verwalten statt reformieren – die Rotstift-Liste für den Bundesrat
Die AHV hat ein strukturelles Defizit, und die Politik hat kein Rezept dagegen. Seit Jahren fehlt der Wille, eine umfassende Reform in die Wege zu leiten, der ein generationengerechtes, nachhaltiges Finanzierungsmodell zugrunde liegt. Auch unter Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider lautet das Motto: Verwalten – und Mehreinnahmen über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer realisieren.
Am 29. November stimmt die Schweizer Bevölkerung über genau diese Zusatzfinanzierung ab. Doch selbst bei einem Ja blieben weiterhin milliardenschwere Defizite zu tragen. Das ist keine Lösung, sondern ein Tropfen auf den heissen Stein – im Grunde eine Bankrotterklärung.
Eine ehrliche Lösung sähe anders aus: Der Bundeshaushalt umfasst immerhin über 90 Milliarden Franken. Darin liessen sich durch Einsparungen die nötigen rund 5 Milliarden pro Jahr finden, statt den Bürgern noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Da den Verantwortlichen dazu entweder die Einsicht, der Mut oder der Wille fehlt, liefern wir hier eine kurze Anleitung – als Diskussionsbeitrag und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Hier kommt die Die Rotstift-Liste: Entlastung des Bundeshaushalts zugunsten der AHV
- Asyl, Migration und Schutzstatus S: Plafonierung auf 2 Mrd. CHF pro Jahr und umfassende Reform des Asylsystems – 2 Mrd.
- Öffentliche Entwicklungshilfe (APD, 2025: 3,8 Mrd.): Plafonierung auf 2 Mrd. pro Jahr – 1 Mrd.
- Personalausgaben des Bundes: Plafonierung auf 5 Mrd. pro Jahr – 1,5 Mrd.
- Beratung und externe Dienstleistungen: Plafonierung auf 500 Mio. pro Jahr – 219 Mio.
- Bildung, Forschung und Innovation 2025–2028: Plafonierung auf 28,1 Mrd. (Niveau 2021–2024) – 275 Mio.
- Soziodemografischer Lastenausgleich: Plafonierung auf 300 Mio. pro Jahr – 220 Mio.
- Bundesamt für Kultur: Halbierung des Personalaufwands, Pro Helvetia und Filmförderung – 64 Mio.
- Immobilienstiftung FIPOI: Streichung – 61 Mio.
- Multilaterale Umweltfonds: Streichung – 50 Mio.
- Programm EnergieSchweiz: Streichung – 38 Mio.
- Revitalisierung von Gewässern (ohne Hochwasserschutz): Streichung – 36 Mio.
- Bundesamt für Statistik: Plafonierung auf 150 Mio. pro Jahr – 30 Mio.
- Schweiz Tourismus: Halbierung des Beitrags – 30 Mio.
- Neue Regionalpolitik: Streichung – 25 Mio.
- Bundesamt für Gesundheit: Personalaufwand zurück auf Stand 2019 (von 107 auf 86 Mio.) – 21 Mio.
- Gleichstellungsbüro: Streichung – 15,4 Mio.
- Schweizerisches Institut für Rechtsvergleichung: Streichung – 7 Mio.
- Büro für Konsumentenfragen: Streichung – 1 Mio.
Total: rund 5,4 Milliarden Franken pro Jahr.
Man mag über einzelne Positionen streiten – genau das ist die Absicht. Die Liste zeigt aber: Das Geld ist da. Es fehlt nicht an Möglichkeiten, sondern an Prioritäten. Wer die Altersvorsorge ernst nimmt, muss bereit sein, im eigenen Haus aufzuräumen, bevor er erneut beim Konsumenten an der Kasse anklopft. Denn eine Mehrwertsteuererhöhung trifft alle – auch jene Rentner, denen sie angeblich helfen soll.
«Vo Plaanig kei Aanig!», hatte das legendäre Cabaret Rotstift einst gekalauert – damals ging es um den Stau am Walensee. Stimmt : Bundesrätin Baume-Schneider steckt im Reformstau.
Wem darob der Ärger zu Kopf gestiegen ist, sei zur Beruhigung folgendes historischen Tondokument empfohlen –Humor hilft:
Vorsorgekennzahlen 2027
Der Bundesrat hat am 2. Oktober 2026 die neuen Vorsorgekennzahlen für das Jahr 2027 beschlossen. Aufgrund der Lohn- und Preisentwicklung steigen die Renten der ersten Säule (AHV/IV) um rund 1,59 Prozent, was automatisch zu einer Anpassung der Grenzbeträge in der beruflichen Vorsorge (BVG) und der Säule 3a führt.
Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen BSV
Wir haben für unsere Community die neuen Kennzahlen auf einem Onepager namens Vorsorgezahlen 2027 Vorsorgeforum zusammengefasst.
Kontroverse Vergleichsstudie und Replik
Miguel Weber hat für seine MAS Thesis Corporate Finance 2026 die Anlageergebnisse von PKs überprüft: Konnten Schweizer Pensionskassen im Zeitraum 2000 bis 2025 nach Kosten systematisch Mehrwert gegenüber passiven Referenzportfolios generieren?
Sein Fazit: Unsere Pensionskassen vernichten Wert – im Vergleich zu einer einfachen Alternative.
Weber, selber Vorsorgekommissionsmitglied einer PK, ging davon aus, dass die Schweizer Pensionskassen die besten Vermögensverwalter des Landes beschäftigten. Und ihre Leistung daher klar besser sein sollten als passive Alternativen. Seine Untersuchung hat aber gezeigt: Jedes einzelne passive Portfolio lag vorn – und in keinem einzigen von 193 Zehn-Jahres-Fenstern schlugen die Profis alle Alternativen.


Seine Konklusion: Schweizer Pensionskassen konnten im Zeitraum 2000 bis 2025 nach Kosten keinen systematischen Mehrwert gegenüber den konstruierten passiven Referenzportfolios nachweisen. Sie erzielten zwar gegenüber aktienlastigen Portfolios eine stabilere Entwicklung, erreichten Generieren Schweizer Pensionskassen Mehrwert gegenüber passiven Alternativen? 87 aber weder auf absoluter Renditebasis noch über die gesamte Bandbreite risikoadjustierter Kennzahlen eine systematische Überlegenheit.
Auf seiner Homepage werden die Ergebnisse kurz und knackig interpretiert: Alle neun passiven Portfolios lagen vorn. Der Stabilitäts-Mythos wird entlarvt. Und auch bei den rollierenden Renditen haben die PKs eine Zwei auf dem Rücken.
Webers Handlungsempfehlungen:
Auf passive Anlagen setzen, Kosten und Stabilität im Auge behalten.
Fazit: PK’s fahren in der Regel nicht so hohe Aktienquoten, selbst der Branchenprimus Profond liegt nur knapp über 50%. Wieviele PK’s bereits auf passive Anlageinstrumente setzen, geht nicht aus der Arbeit hervor. Ausserdem wurden die anderen Anlageklassen wie Immobilien, Alternative Investments und Private Equity nicht berücksichtigt, ebenso wenig wie ein (vermuteter) Cash-Anteil von 1 – 5%. Die Ergebnisse dürften gleichwohl zu anregenden Diskussionen führen und hoffentlich auch weiterführende Studien initieren, die zB detailliertere Benchmark-Konstruktion berücksichtigen.
Hier geht’s zur Masterarbeit von Miguel Weber.
Replik von Michel Bossong, Vorstandsmitglied des Vorsorgeforums, AM Switzerland:
Vernichten Pensionskassen Wert? Ein Vergleich mit der falschen Messlatte
Im Rückspiegel gewinnt die Aktienquote – ein Vergleich, der über die Qualität der Vermögensverwaltung von Pensionskassen nichts aussagt: Ein kürzlich verbreiteter Beitrag behauptet, Schweizer Pensionskassen hätten seit 2000 gegenüber einfachen passiven Portfolios «Wert vernichtet». Grundlage ist eine MAS-Arbeit, die die aggregierte Pensionskassenrendite mit neun Mischungen aus globalen Aktien und CHF-Obligationen vergleicht. Die Frage ist berechtigt, die Ergebnisse erlauben jedoch nicht die Schlussfolgerung, die ihnen zugeschrieben wird.
Verglichen wird Strategie, nicht Umsetzung. Wer prüfen will, ob aktives Management Mehrwert schafft, muss die tatsächliche Asset Allocation der Pensionskassen als Vergleichsmassstab heranziehen. Das geschieht in der Arbeit nicht. Die Pensionskassen halten rund ein Viertel ihres Vermögens in Immobilien, dazu alternative Anlagen, Hypotheken und Liquidität. Die Vergleichsportfolios enthalten nichts davon. Dass ein Portfolio mit 70% Aktien in einem Vierteljahrhundert steigender Aktienkurse und sinkender Zinsen mehr rentiert hat, ist eine Aussage über die Aktienquote, nicht über die Qualität der Vermögensverwaltung.
Auch das defensivste Vergleichsportfolio ist keine gleichwertige Benchmark. Die Aktienkomponente im passiven Vergleichsportfolio ist der MSCI ACWI mit rund 3% Schweizer und über 60% US-Aktien. Schweizer Pensionskassen halten rund 40% der Aktienallokation in Schweizer Aktien. Zudem wird das Währungsrisiko der Aktien in der Studie zu 70% abgesichert, während die meisten Pensionskassen bei Realwerten auf eine Absicherung verzichten. Diese Absicherungsquote ist eine strategische Annahme, die sich nicht zwingend aus der Fremdwährungslimite nach Art. 55 BVV 2 ergibt. Diese bezieht sich auf das Gesamtvermögen. Länderallokation und Währungsabsicherung sind wesentliche Strategieentscheide. Der Vergleich misst also auch hier Unterschiede in der Strategie.
Die Arbeit selbst findet keinen signifikanten Unterschied. Über die Gesamtperiode ist keine Renditedifferenz auf dem 5%-Niveau signifikant. Das widerlegt die beobachteten Renditeunterschiede nicht, erlaubt aber keinen statistisch gesicherten Nachweis systematischer Unterperformance. Der Vorwurf der «Wertvernichtung» geht deutlich über die Schlussfolgerungen der Arbeit hinaus.
Richtig bleibt: Kosten zählen, und ein einfaches, transparentes Referenzportfolio ist für Stiftungsräte eine sinnvolle Messlatte. Viele Kassen arbeiten bereits so. Ein fairer Vergleich muss aber die tatsächliche Anlagestrategie abbilden, inklusive Immobilien, Heimmarktanteil und Währungspolitik. Erst dann lässt sich sagen, ob die Umsetzung Mehrwert schafft. Diese Frage beantwortet die Arbeit nicht.
Altern wir, weil wir krank werden, oder werden wir krank, weil wir alt werden?
«Die Tatsache, dass unsere Gene nur etwa 10 bis 30 Prozent unserer Lebenserwartung bestimmen. Der weitaus grössere Teil wird durch den Lebensstil geprägt und diesen können wir aktiv beeinflussen. Das birgt enormes Potenzial. Besonders spannend finde ich, dass bereits kleine Veränderungen in verschiedenen Lebensstilfaktoren in Kombination eine grosse Wirkung entfalten können, weil sie unterschiedliche biologische Prozesse des Alterns gleichzeitig positiv beeinflussen.» (Zitat aus einem Interview mit Prof. Dr. Dr. med. Heike A. Bischoff-Ferrari)
Das vollständige Interview gibt’s hier.
Um auf den Titel zurückzukommen: Die drei Volkskrankheiten Bluthochdruck, Diabetes und Demenz treten nicht selten in Kombination auf. Wann und in welcher Reihenfolge sie auftreten und wie sie zusammenhängen, dazu wurde vom Institut Demografische Forschung kürzlich ein Artikel publiziert.
Seneca sagte einst: «Altern ist eine Krankheit».
Prof. David Sinclair, einer der weltweit führenden Altersforscher, sagte sinngemäss: «Altern ist eine heilbare Krankheit».
Hinweis: Prof. Dr. Dr. med. Heike A. Bischoff-Ferrari wird bei der Veranstaltung NZZ live «Fit fürs lange Leben: Wie gut sind wir abgesichert?» am 17. November 2026 zum Thema diskutieren.
«Zufällig gekommen, aus Überzeugung geblieben»
Viele Mitarbeitende finden ihren Weg eher zufällig in die Pensionskassenbranche und entscheiden sich später bewusst dafür, dort zu bleiben. Philippe Suter, Stv. Mandatsleiter der AVADIS Vorsorge AG, hat den Fachkräftemangel in der PK Branche in seiner Masterarbeit untersucht und die Ergebnisse in einem Artikel für die VPS Verlag Personalvorsorge und Sozialversicherung AG publiziert.
Hier geht’s Artikel: Fachkräftemangel in der PK Branche
Anbei eine kurze Zusammenfassung:
Der Befund ist differenziert: Einen flächendeckenden Mangel gibt es derzeit nicht. Während sich ein Teil der Vorsorgeeinrichtungen kaum betroffen sieht, melden andere bereits Rekrutierungsengpässe, namentlich in der Kundenberatung, der Leistungsabwicklung und der Stiftungsbuchhaltung. Angesichts des demografischen Wandels und des kleinen, hochspezialisierten Fachkräftepools plädiert der Autor dennoch für eine frühzeitige, strategisch angelegte Personalsicherung.
Im Zentrum steht ein scheinbares Paradox: Knapp die Hälfte der Befragten ist eher zufällig in die zweite Säule gelangt, die Branche wird also kaum als bewusste Karriereoption wahrgenommen. Zugleich zeigt sich eine ausgeprägte Bindung aus Überzeugung, getragen vom Interesse am Vorsorgesystem, von anspruchsvollen Aufgaben, attraktiven Arbeitsbedingungen, einem kollegialen Umfeld und der gesellschaftlichen Relevanz der Tätigkeit. Ein Verbleib mangels Alternativen ist die Ausnahme. Suter folgert daraus, dass der Engpass weniger in der Arbeitgeberattraktivität an sich liegt als in der mangelnden Sichtbarkeit der Branche und in erschwerten Zugängen.
Er leitet drei Handlungsfelder ab. Erstens soll die Branche ihre Stärken durch zeitgemässe Kommunikation und authentische Einblicke in den Arbeitsalltag gezielter nach aussen tragen. Zweitens soll die verbreitete Fixierung auf Branchenerfahrung relativiert werden, da viele heutige Fachkräfte selbst Quereinsteigende waren und strukturiertes Onboarding sowie gezielte Aus- und Weiterbildung diesen Einstieg erleichtern können. Drittens gilt es, die Bindung bestehender Mitarbeitender über transparente Entwicklungspfade, flexible Arbeitsmodelle und eine wertschätzende Führungskultur weiter zu festigen. Insgesamt beschreibt der Autor den Fachkräftemangel als multikausal und organisationsspezifisch unterschiedlich gewichtet; die Chance liege darin, dass künftig mehr Fachkräfte die berufliche Vorsorge bewusst wählen, statt sie zufällig zu entdecken.
Immer noch 4,6% Jahresperformance
Der September trübte mit einer durchschnittlichen Minusperformance von -0,3% die Anlageperfomance der Schweizer Pensionskassen nur gelinde. Wie der aktuelle Swisscanto PK Monitor per 30.9.2026 zeigt, liegt die Jahresperformance fürs 2026 immer noch bei durchschnittlich 4,6 Prozent. Zwei Ausschnitte:
«Unter den betrachteten Anlagekategorien erzielte Private Equity im September die beste Performance. Ebenfalls deutlich positiv entwickelten sich Infrastruktur und Aktien Ausland, während Schweizer Aktien wieder an Wert verloren haben. Bei den Obligationen entwickelten sich Papiere in Schweizer Franken wie auch in Fremdwährungen in Folge der Zinserhöhungen negativ.»
«Ausblick: Im aktuellen Umfeld sprechen robustes Wachstum, solide Gewinnperspektiven im Technologiesektor und ein moderates Investoren-Sentiment weiter für Aktienanlagen. Die Markterwartung hinsichtlich geldpolitischer Straffung gilt als übertrieben. Als Absicherungselemente sind Staatsanleihen in australischen Dollar und Silber attraktiv.»
Der Deckungsgrad liegt bei den meisten Kassen bei 120 Prozent oder mehr.

















