Mutmaßliche Bestechungsaffäre offenbart Schwächen des als vorbildlich geltenden Vorsorgesystems. Regierung lehnt aber eine zentralisierte Aufsicht ab, schreibt "Die Welt".
Schweizer Pensionskassenmanager
Medien
Hanspeter Konrad: Kein neues Gesetz für die BV
In einem Beitrag in der NZZ mit dem Titel "Kein neues Gesetz für die berufliche Vorsorge" setzt sich Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands ASIP, mit der von verschiedenen Seiten erhobenen Forderungen nach einer Verschärfung der Gesetze für die Kontrolle von Pensionskassen-Mitarbeitern auseinander. Konrad weist diese Forderung zurück und plädiert für eine Stärkung der internen Kontrollmechanismen.
Artikel Konrad
L’IAS 19 et les plans IPP suisses
L’article propose des solutions aux questions spécifiquement suisses d’application de l’IAS 19. L’objectif poursuivi doit être une application correcte et compréhensible de l’IAS 19 pour les comptes annuels suisses selon les IFRS.
Treuhänder
Das Malaise der Professoren
Unter dem Titel "Der systembedingte Pensionskassenskandal" hat auf Radio DRS2 der Freiburger Ordinarius Reiner Eichenberger die Vorgänge bei den Pensionskassen kommentiert. Offenbar inspiriert durch den "Blick" vom 13.9. nimmt er die von den Medien aufgebrachten Verdächtigungen als Faktum und berichtet – selbstverständlich ohne Namen zu nennen oder Belege zu liefern – von Reisen und anderen schönen Dingen, welche die "systembedingte" Korruption in der 2. Säule manifestieren. Den einzigen Ausweg bietet – wen wundert’s? – die freie Pensionskassenwahl. Nach den von Praxiskenntnis offenbar wenig getrübten Vorstellungen Eichenbergers sollten die Versicherten dabei unbedingt ihr Kapital gleichzeitig bei mehreren Kassen anlegen dürfen, um jeweils rasch einen Kassenwechsel vornehmen können, wenn ihnen eine Kasse nicht mehr passt. Nur damit kann laut Eichenberger der intensive Wettbewerb sicher gestellt werden, der scheinbar alle Probleme in der beruflichen Vorsorge aus der Welt schafft.
Leider vermissen wir in diesem akademischen Exkurs den Hinweis darauf, dass eine solche Systemänderung zwingend das Ende der bestehenden 2. Säule und einen massiven Leistungsabbau bedeuten würde. Es würde nämlich nichts anderes übrig bleiben als ein obligatorisches Sparheft für die Altersvorsorge. Eichenberger bleibt uns auch die Antwort darauf schuldig, wie und weshalb in seinem System die Uebertretung von Vorschriften und Gesetzen eher verhindert wird.
Unsere Meinung zu all diesen universitären ad hoc Verlautbarungen, welche uns in den letzten Wochen zum Swissfirst-Fall zugemutet wurden: Vielleicht sollten die Universitäten endlich privatisiert werden, damit auch unsere Professores verstärkt den heilsamen Leistungsdruck und den intensiven Wettbewerb des freien Marktes zu spüren bekommen, auf dass wir nicht länger mit solch systembedingten Oberflächlichkeiten behelligt werden.
Ihre Meinung können Sie unten unter "Kommentare" abgegeben.
Akzent drs.ch : DRS 2 : DRS2aktuell
Le Temps: L’affaire Swissfirst démasque les pratiques pour appâter les gérants du 2e pilier
Le 30 juin 2005, un gigantesque volume de 2,5 millions d’options d’achat (call) Swissfirst à 0,14 franc sont échangées en dehors des heures officielles de Bourse. Il s’agit d’un «call warrant» Swissfirst émis par cette dernière et coté à la SWX.
Le Temps – Finance
NZZ: Parlamentarier reagieren auf Swissfirst-Affäre
Seit dem Swissfirst-Debakel überbieten sich die Parteien mit Vorschlägen zur Reform der zweiten Säule. Einig sind sie sich, dass der Bundesrat die Revision der Insiderstrafnorm nicht länger aufschieben soll. Sonst gehen die Meinungen weit auseinander, schreibt die NZZ.
NZZ Online
Handelszeitung: Heikle Geschäfte sollen verboten werden
Eine ganze Branche steht unter Verdacht. Der Verband Asip will jetzt mit verschärften Regeln das Vertrauen in die 2. Säule wieder herstellen, schreibt die Handelszeitung.
Verlagsgruppe Handelszeitung
NZZ: Die Swissfirst im Sog einer Bestechungsaffäre
Die Wahrscheinlichkeit, dass im Fall Swissfirst nicht nur Gesetze gebrochen wurden, sondern Täter belangt werden können, scheint in zweierlei Hinsicht zu steigen. Zum einen hat der zuständige Zürcher Staatsanwalt, Arno Thürig, am Donnerstag den Anlagenchef der Pensionskasse Siemens, Roland Rümmeli, in Untersuchungshaft gesetzt; zum anderen hat der Staatsanwalt schon Anfang vergangene Woche umfangreiche Dokumente sicherstellen lassen im Zusammenhang mit einer Klage des früheren Swissfirst-CEO Thomas Matter wegen vermuteten Bruchs von Geschäfts- und Bankgeheimnissen, schreibt die NZZ.
NZZ Online
Noch ein Plädoyer für die freie PK-Wahl
Prof. Manuel Ammann (Uni St. Gallen) macht im St. Galler Tagblatt Werbung für die freie PK-Wahl. Alle die endlosen Gegenargumente, welche in den bundesrätlichen Studien zum Thema aufgelistet wurden, bleiben ein weiteres Mal einfach unbeachtet.
www.tagblatt.ch
German Tycoon Makes Big Push To Buy Swissfirst
Swiss bank Swissfirst AG, which has put itself up for sale following a scandal that led to the departure in recent days of its chief executive, has attracted interest from more than a dozen possible buyers, from private-equity firms to European rivals, people close to the matter say.
But pushing hardest to buy the company is German financial entrepreneur Patrick Bettscheider, these people added. Mr. Bettscheider, a former senior executive at Deutsche Bank AG who in 2001 founded Frankfurt-based MainFirst Bank AG, has approached Swissfirst with a plan to buy the publicly traded shares himself, and merging Swissfirst with MainFirst at a later time, these people said. He may already have secured enough financing to make such a purchase, they added.
Swissfirst’s market value is about 800 million Swiss francs ($652 million), but the shares have fallen by about a third since the recent scandal erupted. The stock trades at a multiple of earnings per share much lower than its peers, suggesting any buyer would likely pay a large premium to the share price. Shares closed yesterday in Zurich at 75.20 francs, down 0.7%.
WSJ.com – German Tycoon Makes Big Push To Buy Swissfirst
Die Medien und die Swissfirst
Die Weltwoche berichtet über bemerkenswerte Verbindungen zwischen einem PR-Büro, der NZZ am Sonntag, dem Schweizer Fernsehen und diversen Kreisen, welche der Swissfirst (erfolgreich) an den Kragen wollten.
Weltwoche.ch
Auch der Beobachter predigt die freie PK-Wahl
Schon der erse Satz des Artikels ist falsch und der Rest nicht besser. Ein weiterer Professor fordert die freie PK-Wahl.
«Wir sind gefangen»
Freie PK-Wahl als Allheilmittel
Obwohl zwischen dem Fall Swissfirst und der Forderung nach freier Pensionskassen-Wahl nur mit allergrösster Mühe irgend ein Zusammenhang hergestellt werden kann (das Risiko von Insidergeschäften wird es solange geben, wie es Finanzinstitute irgend einer Art gibt), wird nun auch in der NZZ dieser kalte Kaffee wieder aufgewärmt.
Die Vorsorge im Visier (, NZZ Online)
Nationalbankpräsident Roth will weniger Pensionskassen
In einem Interview mit dem Blick liess NSB-Präsident Roth verlauten, dass er Stimmen, die für eine kleinere Anzahl Pensionskassen plädieren, begrüsse. Derzeit gebe es 8000 Kassen; er bezweifle sehr, das es genügend kompetente Chefs gebe, soviele Kassen gut zu führen.
Allerdings darf auch an an der Kompetenz des SNB-Chefs gezweifelt werden, jedenfalls was die berufliche Vorsorge angeht. Die Zahl von 8000 Pensionskassen geistert zwar schon seit einiger Zeit im Zusammenhang mit dem Swissfirst-Fall durch die Medien ("Experte" Greter hat sie lanciert), sie stimmt jedoch nicht. Gemäss der neusten Erhebung 2004 des Bundesamtes für Statistik beträgt die Zahl noch 2935 Pensionskassen. Vielleicht entspricht dies eher den Vorstellungen der Nationalbank.
Es wäre wünschenswert, wenn die jetzt von den Medien zur endlosen Ausschlachtung des Swissfirst-Falles aufgebotenen "Fachleute" ein Minimum Skepsis und Zurückhaltung entwickeln würden, bevor sie sich für die allzu offensichtlichen Eigeninteresse der Presse (und insbesondere der Ringierpresse) instrumentalisieren liessen.
Tages-Anzeiger Online | Wirtschaft
NR Kaufmann wehrt sich gegen Vorwürfe
Gegen Filzvorwürfe im Fall Swissfirst wehrt sich der SVP-Nationalrat Hans Kaufmann in einem Interview des Tages-Anzeigers. Er vermutet dahinter einen Rachefeldzug gegnerischer Kreise.
Tages-Anzeiger Online | Wirtschaft
