Der Blick beschäftigt sich mit den Folgen des Downgrading der USA auf die PKs. “Dass US-Staatsanleihen nicht mehr als absolut ausfallsicher gelten, beschäftigt auch Schweizer Pensionskassen. Sie halten sich beim Investieren an genaue Richtlinien bei der Kreditwürdigkeit. Und dabei reicht es, dass bereits eine der drei grossen Ratingagenturen einen Schuldner nicht mehr als völlig «mündelsicher » beurteilt, wie es in der Fachsprache heisst. Da die USA aber nach wie vor die zweitbeste Note halten, wird sich das Ausmass in Grenzen halten. «Ich gehe davon aus, dass nur die wenigsten Pensionskassen nun US-Obligationen abstossen», sagt Thomas Liebi, Chefökonom bei Swisscanto. Und auf die Euro-Krise dürften viele Pensionskassen schon reagiert haben. Liebi: «Die meisten Pensionskassen haben bereits früher damit begonnen, ihr Geld von Euro-Anleihen in Schweizer- Franken-Obligationen umzuschichten. »
Kapitalanlagen
Bitte keine Panik!
Michael Ferber befasst sich in der NZZ unter “Reflexe” mit den Folgen der Turbulenzen auf die Schweizer PKs und schliesst seinen Kommentar mit besänftigenden Worten: “Trotz dieser negativen Entwicklung sind panische Reaktionen fehl am Platze. Eine gewisse Gelassenheit ist gefragt. Erstens erfolgt die Abrechnung der Performance erst am Jahresende und ist es verfrüht, nun bereits über mögliche Sanierungen von Pensionskassen zu spekulieren. Zweitens ist die Verteilung der Gelder auf die verschiedenen Vermögensklassen bei den Kassen seit Jahren recht stabil. Mit breiter Risikodiversifikation sind sie in den vergangenen Jahren gut gefahren. Dies zeigt sich vor allem, wenn man ihre Performance mit derjenigen von Vorsorgeeinrichtungen anderer Länder vergleicht. Drittens sollte man stets bedenken, dass die Kassen bereits 2000 bis 2003 und im Jahr 2008 zwei grosse Crashs an den Aktienmärkten überstanden haben. Dafür sind die Deckungsgrade vergleichsweise gut. Gefahren drohen den Schweizer Pensionskassen auch aus anderen Richtungen. Der zu hohe Mindestumwandlungssatz ist ein gravierendes Problem, und der von der Politik oft zu hoch festgelegte Mindestzins ist ein Ärgernis.”
Economist: Triple-A trillionaires
Where can investors spooked by wild swings in the equity markets go for a little rest and recuperation over the summer? The Swiss franc is one answer. Gold has its fans too. But a more mainstream solution to the problem is AAA-rated debt. But hold on: the biggest issuer of this paper by a long way is the American government, which only last week seemed on course to unleash chaos by failing to raise the debt ceiling. Then come two European governments, France and Germany, who issue their debt in a currency that some think is on the verge of breaking up. More sanguine types think that Germany will only be pushed into acting as finance minister to the rest of the euro zone when markets start to question its own AAA rating.
NZZ: Möglichkeiten zur Währungsabsicherung – hohe Kosten
Die finanzielle Absicherung von Zahlungsströmen in ausländischer Währung verlangt ein gewisses Mass an Fachwissen und Ressourcen. Nach Angaben von Banken hat bis vor kurzem denn auch in erster Linie das «M»-Segment unter den kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) zu den regelmässigeren Anwendern finanzieller Hedging-Instrumente gezählt. Dabei scheinen Futures das bevorzugte Instrument zu sein, schreibt die NZZ.
Artikel NZZ
In Liechtenstein gilt ab 1. August das neue Fondsgesetz
Für den Finanzplatz Liechtenstein gilt seit 1. August das neue, vollständig revidierte Fondsgesetz samt Umsetzungsverordnungen. Sie setzen die EU-Richtlinie für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere, die so genannte UCITS-Richtlinie um. Die schnelle, schlanke und kundenfreundliche Umsetzung der Richtlinie erleichtert für liechtensteinische Fondsprodukte und deren Anbieter den Zugang zum europäischen Binnenmarkt wesentlich und stärkt den Finanzplatz insgesamt.
TV DRS: “Schlechte Zeiten auch für Pensionskassen”
In der Tagesschau vom 4.8.11 hiess es: “Mit den derzeit schlechten Renditen droht vielen Kassen eine Unterdeckung. Das heisst: Wenn die Märkte weiter turbulent bleiben, drohen bei rund der Hälfte der Pensionskassen Sanierungs-Massnahmen, die auch von den Versicherten bezahlt werden müssten.
Interviewt wurde Christoph Ryter, Geschäftsführer der PK-Migros und Präsident des ASIP. Er schätzt den Deckungsgrad der privaten VE auf derzeit rund 100% und geht davon aus, dass etwa die Hälfte der Einrichtungen jetzt bei unter 100% steht.
Noch ist es nicht so weit – die Versicherten können hoffen, dass sich die Schuldenkrise im zweiten Halbjahr abschwächt und für die Pensionskassen an den Börsen wieder mehr Geld zu verdienen ist.”
FT: Top hedge fund returns elude pensions
A rush into hedge funds during the last decade has produced poor returns for North American pension plans, according to analysis for the Financial Times. In the past 10 years institutional investors have been under pressure to allocate more of their assets to expensive alternative investment managers, away from run-of-the-mill stockpickers.
However, figures show that pension plans have failed to back the industry’s brightest stars, in aggregate falling short of returns showcased by hedge fund indices. Between 2000 and 2008, according to academics at Maastricht University and Yale University, US pension plans received just 1.9 per cent a year on average from their investments in hedge funds, after fees. Canadian pension plans made 0.6 per cent a year from hedge funds, during a period when Canada’s stock market returned an average 2.9 per cent each year.
Over the same period the average hedge fund produced an annualised return of 5 per cent, according to the Hedge Fund Research index. The results could lead to a reassessment of the pension industry’s push into hedge funds as it reacted to a decade of poor stock market performance.
KGAST: Performance-Vergleich per 30.6.11
Die Konferenz der Geschäftsführer von Anlagestiftungen (KGAST) hat ihren Performance-Vergleich per 30. Juni publiziert. Das Gesamtvermögen der Anlagestiftungen ging im Berichtsquartal um 2,5% auf 70,7 Mrd. Franken zurück. Den Rückgang ausgelöst haben primär die Kursverluste auf Dollar und Euro. Obligationen in Fremdwährung “Welt” weisen bei der Performance für 2011 einen Medianwert von –5,0% aus (Max. 0,2; Min. –6,5), für Euro beträgt der Wert für den Median –2,4 % (-1,8; –3,0), für Dollar –7,6 % (-7,0; –7,7). Bei den ausländischen Aktiengruppen sind ähnliche Werte zu verzeichnen. Aktien Welt: –5,0 % (-1,3; –7,9), Europa –1,5 (-0,6; –5,2), Nordamerika: –4,6 % (-3,6; –5,6). Die Werte der für einen Vergleich mit der Gesamtentwicklung besonders aussagekräftigen Mischvermögen betragen: 10-19% Aktienanteil: 0,3 % (0,7; –0,1); 20-30% Aktienanteil: –0,6 % (0,2; –1,7), 31-40% Aktienanteil: –1,2 % (-0,3; –1,7)% Performance.
Die Immobilienanlagestiftungen, vom Währungsgeschehen weniger betroffen, konnten im vergangenen Quartal kräftig zulegen. Ihr Vermögen stieg um 6% auf 8,6 Mrd. Franken. Im Bereich Wohnliegenschaften erreichte der Median der Performance für 2011 2,4% (3,1; 2,2).
Abendrot: Immobilien-Investition mit Vision
Die Stiftung Abendrot kauft das Rietschi-Areal im Basler Gundeldingerquartier und will es ähnlich herrichten wie das Gundeldingerfeld. Damit dies möglich wird, hat die Pensionskasse Stiftung Abendrot das Areal für 13 Millionen Franken gekauft. Ein Projektteam um die Architektin Barbara Buser wälzt nun Ideen.
Barbara Buser, die seinerzeit als Promotorin die Erneuerung des Gundeldingerfelds angeschoben hat, wird nun mit ihrer Projektgruppe als Zwischennutzerin auftreten mit dem Auftrag, binnen dreier Jahre eine Entwicklungsplanung auf die Beine zu stellen. Buser beabsichtigt, den Innenhof sorgfältig an gewissen Stellen zu öffnen und einen Fussweg von der Güter- zur Dornacherstrasse durch das Areal zu legen. Beidseits dieses Wegs könnten diverse Nutzer angesiedelt werden.
Helfen soll der Kanton Basel-Stadt, findet die Stiftung Abendrot. Wenn die Bauten im Hinterhof abgerissen werden, können sie nicht gewinnbringend vermietet werden, verlieren daher an Wert. Diesen Minderwert soll der Kanton via Mehrwertabgabefonds vergüten, das heisst wenigstens einen Teil des Kaufpreises für den Hinterhof übernehmen.
Avadis Anlagestiftung neu in Private Equity
Avadis lanciert im Herbst 2011 die zehnte Anlagegruppe für Private Equity. Das Portfolio wird nach Anlagesegmenten, Regionen, Branchen und Industrien breit diversifiziert. Die Anlagegruppe wird in 10 bis 20 Partnerships investieren, was einem Engagement in 100 bis 400 Unternehmen entspricht. Die Closings für Private Equity Welt IX finden am 1. September 2011, 1. Oktober 2011 und 1. Juni 2012 statt. Aktuell haben diverse Pensionskassen bereits Zeichnungen über USD 80 Millionen angekündigt.
NZZ: PKs prüfen ausländische Immobilien-Anlagen
Traditionell sind die hiesigen Pensionskassen bei ihren Immobilieninvestitionen auf den Heimatmarkt fixiert. Gemäss dem Bundesamt für Statistik lagen 2009 in der beruflichen Vorsorge 89,2 Mrd. Fr. in schweizerischen Immobilien und nur 6,5 Mrd. Fr. in ausländischen. In den vergangenen Jahren sei auch kein Trend hin zu einem verstärkten Engagement der Kassen in Auslandsimmobilien zu beobachten gewesen, sagt Beat Gerber von Swisscanto. Dies könnte sich nun aber aufgrund des geringen Angebots an Schweizer Immobilien ändern, erwarten einige Finanzhäuser. Die Anlagestiftung der UBS beispielsweise legt am Donnerstag ein Produkt für Schweizer Vorsorgeeinrichtungen auf, das global in Immobilien investiert. Auch die Credit Suisse und die Anlagestiftungen Testina und Ecoreal sind beispielsweise in diesem Markt aktiv. Die UBS beobachtet derweil «Sättigungstendenzen» am hiesigen Immobilienmarkt. Neuinvestitionen würden zu einem schwierigen Unterfangen, und ein erweitertes Anlageuniversum schaffe Abhilfe.
Institutionelle bevorzugen festverzinsliche Anlagen
Die Ergebnisse der European Institutional Asset Management Survey (EIAMS) 2011 weist darauf hin, dass europäische institutionelle Anleger vermehrt auf festverzinsliche Anlagen setzen. Der Trend zur Nutzung externer Asset Managers hält an. In der jährlichen Umfrage werden europäischen Pensionsfonds und Versicherungsunternehmen befragt.
Treuhänder: Einbringung von Immobilien in Anlagestiftungen
Sacheinlagen von Vorsorgeeinrichtungen sind im institutionellen Markt für Immobilienanlagen das Thema der Stunde, schreibt Andreas Bleisch im Treuhänder 6-7 / 2011. Die Transaktionsdichte ist hoch, das Potenzial für weitere Asset Swaps gross. Dies hat einerseits mit den offensichtlichen Vorteilen der Kollektivierung von Immobilienbeständen zu tun. Andererseits stehen mit den Immobilien- Anlagestiftungen für Vorsorgeeinrichtungen optimierte Kollektivgefässe in grosser Zahl bereit.
Bleisch hält fest: “Der Trend geht klar in Richtung indirekter Anlage, insbesondere bei kleineren Pensionskassen mit Immobilienbesitz unter 200 Mio. Franken. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Neben der Verbesserung der Diversifikation in geographischer Hinsicht – Pensionskassen verfügen häufig über einen Investitionscluster am Ort ihrer Stifterfirma – lässt sich auch die Diversifikation hinsichtlich Nutzungsmix und Objekteigenschaften verbessern. Mit der indirekten Anlage lassen sich zudem die Cashflows verstetigen. Der zyklische Investitionsbedarf bei nur wenigen eigenen Objekten entfällt. Im weiteren ist die Liquidität von indirekten Anlagen im allgemeinen höher und somit auch die Steuerung der gesamten Asset Allocation einer Pensionskasse einfacher.
Vom Trend zur indirekten Immobilienanlage bei den Pensionskassen profitieren in erster Linie die Anlagestiftungen, weil sie ein optimales Produkt für den Vorsorgebereich anbieten können. Gemäss Daten von Wüest & Partner zum institutionellen Markt sind die Anlagestiftungen in den letzten fünf Jahren von allen Gefässtypen mit Abstand am stärksten gewachsen. Ihr gesamtes Anlagevermögen hat sich in diesem Zeitraum fast verdoppelt. Gemäss einer Auswertung der Konferenz der Geschäftsführer von Anlagestiftungen (KGAST) haben Sacheinlagen in den letzten paar Jahren ein Volumen von jährlich rund 400 Mio. Franken in durchschnittlich 12 Transaktionen erreicht. Die Anlagestiftungen erwarten für die kommenden Jahre weiter steigende Volumina. In der Tat dürfte das sacheinlageverdächtige Potenzial noch viel Raum bieten. Selbst wenn sich nur 20% der Pensionskassen mit direktem Immobilienbesitz mit dem Gedanken eines Asset Swaps tragen, so dürfte ein transaktionsfähiges Volumen im Bereich von 10–15 Mrd. Franken in den kommenden Jahren zur Disposition stehen. Mit der Absorption dieser Masse würden die Anlagestiftungen in Ihrer Bedeutung zu den Immobilienfonds aufschliessen.”
Avenir Suisse: Kostenwahrheit
Avenir Suisse zieht aus der Kostenstudie von c-alm die folgenden Schlussfolgerungen:
- Es ist aus Kosten- und Transparenzgründen sinnvoll, passiv verwaltete Anlagefonds stark zu gewichten. Dennoch soll die Breite des Anlageuniversums nicht regulatorisch beschnitten werden. Sie ermöglicht den einzelnen Pensionskassen ein effizientes Portfoliomanagement und die Berücksichtigung der individuellen Risikofähigkeit einer Vorsorgeeinrichtung. Verbote von Anlagen in bestimmten Produkten widersprechen dem Prinzip der optimalen Allokation.
- Auch Hedge Fonds sind eine zulässige Anlagekategorie. Der Untersuchungszeitraum 2005 bis 2009 ist zu kurz, um über Anlagevehikeln wie Hedge Fonds den Stab zu brechen. Wegen der globalen Finanzkrise konnte das Diversifizierungspotenzial der alternativen Anlagen nicht zum Tragen kommen. Vor dem Hintergrund möglicher Einbrüche auf den Märkten für Immobilien und Staatsobligationen kann sich das wieder ändern.
- In Bezug auf die Anlageprodukte muss grösstmögliche Transparenz angestrebt werden. Grosszügig ausgestaltete Anlagevorschriften sind allerdings nur verantwortbar, wenn Transparenz bezüglich der Konstruktion und der Kosten der Anlageinstrumente herrscht. Informationssymmetrie muss angestrebt, Intransparenz vermieden werden. In diesem Licht ist die kritische Beurteilung der wenig transparenten Dach-Hedge Fonds angebracht.
- Die für die Anlagestrategie verantwortlichen Stiftungsräte benötigen viel Finanz-Know-how. Sie müssen mit den Produkteanbietern auf Augenhöhe verhandeln können und dürfen sich nicht unverstandene Anlagen aufschwatzen lassen. Mit besserem Finanz-Know-how werden die Pensionskassenverantwortlichen weniger abhängig von Beratern. Sie sind eher in der Lage, Konditionen im Wettbewerbsverfahren auszuhandeln und Konkurrenzangebote zu vergleichen. Damit tragen sie zur Senkung der Kosten bei. Es ist zu erwarten, dass die Strukturbereinigung in der PK-Landschaft ebenfalls eine kostendämpfende Wirkung hat. Grössere Vorsorgeeinrichtungen haben eine stärkere Verhandlungsmacht und können höhere Professionalität ausspielen.
VV-Kosten Studie: “Gegenwind für Hedge-Funds”
Die NZZ kommentiert in der Rubrik “Reflexe” Ergebnisse der vom BSV bei c-alm in Auftrag gegebene Studie zu den Vermögensverwaltungskosten. Dort heisst es u.a.: “Einen Skandal deckt die Studie nicht auf. Im internationalen Vergleich erscheinen die Kosten für die Schweizer Vorsorgeeinrichtungen laut dem Papier als gemässigt. Denkanstösse gibt es dennoch. Vor allem für die Pensionskassen selbst, die angesichts des statistischen Zusammenhangs – je höher die Vermögensverwaltungskosten, desto tiefer die Nettorenditen – in den Spiegel schauen müssen. Besonders «Alternativanlagen» wie Hedge-Funds und Private Equity haben Rechtfertigungszwang: Sie machten in den erfassten Vorsorgeeinrichtungen nur etwa 6% der Vermögen aus, produzierten aber einen Drittel der Vermögensverwaltungskosten. Je grösser ihr Anteil im Untersuchungszeitraum 2005 bis 2009 war, desto tiefer lag die Gesamtrendite der Pensionskassen. Es geht nicht um Kleinkram. Eine jährliche Renditedifferenz von 0,5 Prozentpunkten kann nach 40 Jahren die Rente um über 10% steigern oder drücken.”
