Aufsichtsbehörden verweisen auf Notwendigkeit interner Kontrollsysteme
Eine Mitteilung der Konferenz der kant. BVG- und Stiftungsaufsichtsbehörden behandelt das Thema IKS (Internes Kontrollsystem) und die damit verbundenen Anforderungen an die Stiftungen und Vorsorgeeinrichtungen.
Gemäss der Mitteilung kann das IKS bei klassischen Stiftungen direkt aus der Prüf- bzw. Bestätigungspflicht der Revisionsstelle abgeleitet werden. Bei den Einrichtungen der beruflichen Vorsorge ist ein IKS ebenfalls notwendig, ergibt sich aber aus einer anderen gesetzlichen Grundlage.
Die spezialgesetzlichen Bestimmungen des BVG und seiner Verordnungen gehen Art. 728a und 728b OR, welche ein IKS und die Prüfung und Bestätigung desselben durch die Revisionsstelle verlangen, vor. Eine (direkte) Anwendbarkeit der OR-Bestimmungen auf Vorsorgeeinrichtungen scheidet daher aus.
Registrierte Vorsorgeeinrichtungen müssen jedoch aufgrund von Art. 6 lit.d BVV1 über ein IKS verfügen. Das IKS ist als Teil der rechtmässigen Geschäftsführung von der Revisionsstelle zu prüfen und in der Bestätigung der Rechtsmässigkeit der Geschäftsführung enthalten.
Auch nicht registrierte Vorsorgeeinrichtungen müssen über ein geeignetes System interner Kontrollen verfügen, da dies zwingend zu einer sachgemässen Organisation gehört. Die sachgemässe Organisation ihrerseits ist Teil der rechtmässigen Geschäftsführung und somit in der Bestätigung der Rechtmässigkeit der Geschäftsführung durch die Revisionsstelle enthalten.
Dabei ist aber zu beachten, dass die zukünftige zum IKS nach Art. 728a und 728b OR entwickelte Lehre, Praxis und Rechtsprechung aufgrund der spezialgesetzlichen Bestimmungen des BVG nicht einfach linear und unbesehen auf Vorsorgeeinrichtungen angewendet werden können wird.
Mitteilung der Aufsicht / pdf
ASIP Mitgliederversammlung: Charta stösst auf Skepsis
An der Mitgliederversammlung des ASIP vom 6. Mai in Neuchâtel waren 114 Mitglieder vertreten. Diskussionen löste allein Traktandum 7 – die geplante ASIP-Charta – aus. In dieser wird festgehalten:
1. Oberstes Ziel von Pensionskassen-Verantwortlichen ist die Wahrung der Interessen der Versicherten und Rentenberechtigten im Rahmen der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge.
2. Pensionskassen-Verantwortliche ziehen aus ihrer Tätigkeit keine materiellen Vorteile, die über die ordentlichen Entschädigungen hinausgehen.
3. Interessenbindungen, die die Unabhängigkeit beeinträchtigen könnten, werden offengelegt. Derselben Offenlegungspflicht haben sich auch Dritte zu unterziehen, sofern sie in die Entscheidungsprozesse der Pensionskasse einbezogen sind.
Zwei hauptsächliche Kritikpunkte kamen zur Sprache. Einmal wird bezweifelt, ob es sinnvoll ist, neben den neuen gesetzlichen Vorschriften und dem Ehrenkodex jetzt auch noch eine Charta für die Pensionskassen zu erlassen. Beim ASIP ist man der Meinung, dass die Charta den Ehrenkodex ersetzen könnte, was aber nicht in der Kompetenz des Verbands liegt. Der Kodex ist eine unabhängige Stiftung. Weiter wurde kritisiert, dass die Charta sehr weitgehende Vorschriften enthält, deren Umsetzung in der Praxis erhebliche Probleme stellen dürfte. Das betrifft insbesondere Punkt 3. Zur Sprache kam natürlich auch, dass keine Sanktionen explizit vorgesehen sind.
Die anwesenden Mitglieder nahmen bei 23 Enthaltungen und 15 Nein-Stimmen den Antrag des Vorstands an. Mit der Annahme ist die Ermächtigung an den Vorstand verbunden, erläuternde Fachrichtlinien zu erlassen. Die Diskussion dürfte angesichts des relativ knappen Ergebnisses aber noch andauern.
Pensionskasse Novartis: Leichte Deckungsgradeinbusse 2007
Die Pensionskasse Novartis berechnet ihren Deckungsgrad traditionell nach zwei unterschiedlichen Ansätzen. Einmal gemäss BVG Art. 44 und zudem nach einem eigenen, als «konservativ» bezeichneten Ansatz unter Ausschluss der Wertschwankungsreserven. Nach BVG ging der DG von 129 auf 127 Prozent zurück, «konservativ» berechnet von 116 auf 110 Prozent. Die Performance beträgt 2,1 Prozent. Laut eigener Darstellung wurde «die Korrekturphase benutzt, um die Aktienquote moderat zu erhöhen. Zudem wurde das Engagement in alternative Anlagen deutlich ausgebaut». Ende Jahr betrugt der Aktienanteil 27 (Vorjahr 18) Prozent, die Obligationen 43 (60) Prozent. Die alternativen Anlagen erreichten 9 Prozent (im Vorjahr im Kurzbericht nicht ausgewiesen). Die Vermögensanlagen betragen 14,0 (14,3) Mrd. Franken. Vom Rückgang um 300 Mio. entfallen 210 Mio. auf Wertveränderungen.
Jahresbericht_d08.pdf (application/pdf-Objekt)
Institutional Survey: Vermögensverwaltung und Anlagemodalitäten
Wie reagieren die Pensionskassenverantwortlichen in ausgeprägten Baisseperioden wie derjenigen vom 1. Quartal 2008? Greifen sie zu taktischen Massnahmen? Sind sie mit den Ergebnissen ihrer Entscheidungen zufrieden? Sichern sie sich gegen Währungsschwankungen ab? Bevorzugen sie spezialisierte Anlagen nach Anlageklassen oder gemischte Anlagen? Dies sind einige der Fragen, die im Rahmen des Fokusthemas der 10. Ausgabe des Swiss Institutional Survey über Vermögensverwaltung und Anlagemodalitäten zum Teil beantwortet werden konnten.
An der jüngsten Umfrage, die im 1. Quartal 2008 durchgeführt wurde, nahmen 155, zumeist grosse institutionelle Anleger mit einem Gesamtvermögen von 239 Milliarden Franken teil, was rund 40% des Vermögens der 2. Säule entspricht. Das durchschnittliche Vermögen der Teilnehmer liegt bei 1’542 Millionen, der Median bei 480 Millionen.
Die Umfrage ergab, dass eine Mehrheit der Institutionen intern taktische Entscheidungen trifft, jedoch enttäuscht über die Ergebnisse ist. Nur die Hälfte der Teilnehmer nimmt eine Währungsabsicherung vor. Die spezialisierte Verwaltung nach Anlageklassen wird gegenüber der gemischten Verwaltung bevorzugt. Die bevorzugten Anlagevehikel und -formen sind von den Anlageklassen abhängig. Die durchschnittliche Anzahl der externen Vermögensverwalter liegt bei den inländischen Anlagen unter drei.
Institutional Survey Mai 2008
Publica 2007: 1,3 Prozent Rendite
Die Bundespensionskasse Publica hat letztes Jahr auf ihren Anlagen eine Performance von 1,3 Prozent erzielt. Die Wertschwankungsreserven gingen um 635 Millionen Franken zurück. Zur Aufrechterhaltung des Ende 2006 erreichten Deckungsgrads von 109 Prozent wäre eine Rendite von 4 Prozent notwendig gewesen. Er sank infolgedessen auf 106 Prozent. Die Bilanzsumme beträgt 32 Mrd. Franken. Aufgelöst wurden zudem technische Rückstellungen in Höhe von netto 104 Mio. Franken.
Publica – Jahresrechnung 2007 / Mitteilung
Mikrofinanz-Fonds: Mit Entwicklungshilfe verdienen
Weltweit haben rund 1500 Mikrofinanz-Institute an Handwerker, Schneiderinnen oder Bauern 25 Milliarden Dollar verliehen. Vier Milliarden Dollar kommen von privaten Investoren. 2015 sollen es, so eine Studie der Deutschen Bank, 20 Milliarden sein. Die Pensionskasse des niederländischen Gesundheitswesens etwa will bis zum Jahr 2010 rund 200 Millionen Euro in Mikrofinanz-Anlagen investieren. Der auf Mikrofinanz spezialisierte Vermögensverwalter Responsability aus Zürich sammelt derzeit zehn Millionen Euro Anlegergeld » pro Monat ein. Deutsche Anleger können zurzeit in eine Handvoll Luxemburger Investmentfonds investieren.
Mikrofinanz-Fonds: Mit Entwicklungshilfe verdienen – WirtschaftsWoche
Tettamanti: "Kein weiser Ausschluss"
«Es war nicht weise, Christoph Blocher und damit indirekt sehr viele Stimmbürger aus der Regierung auszuschliessen und ihnen eine der Mehrheit der SVP nicht genehme Bundesrätin aufzuzwingen. Das ist wie wenn man bei einer Aktiengesellschaft den grössten Aktionär ausschliesst und ihm keinen VR-Sitz gibt. Da schafft man sich nur Probleme, wie das Hin und Her um Bundesrätin Widmer-Schlumpf zeigt. Blocher wehrte sich gegen zu hohe Managersaläre und die Ohnmacht der Aktionäre. Auch wollte er den Pensionskassen mehr Möglichkeiten geben, um ihre Aktionärsrechte durchzusetzen. Das verdient Respekt», sagt Tito Tettamanti in der Handels-Zeitung.
Handelszeitung – «Werden neue Rückschläge sehen»
L.A. Times: CalPERS should maintain its activism
Since 1985, CalPERS has pushed the envelope of corporate governance initiatives and socially targeted investing. After the Los Angeles riots in 1992, for instance, CalPERS launched a $375-million initiative aimed at rehabilitation and development in California’s major urban areas. By 2005, the effort reached $1.2 billion, with investments in single-family homes as well as the mixed-use and industrial real estate. According to a Harvard Law School study, the return on investment during that period was over 22%. The study concluded that the investments «paid off handsomely for the fund, its beneficiaries and communities across the state.»
CalPERS should maintain its activism – Los Angeles Times
NYT: Entitled to What?
Virtually unnoticed during the primary season, the baby boom generation turned 62 this year and began to draw Social Security benefits. This heralded a milestone in America’s aging, and depending on which of the candidates you ask, it spells a budgetary straitjacket or possibly a looming social crisis. Over the next generation, the population of seniors will practically double, to 72 million. With more people retiring and a smaller share of people working, the strains on Social Security and especially Medicare will become evident.
Roger Lowenstein – Entitled to What? – Baby Boomers – Retirement
SBB / BLS: Gleicher Lohn, ungleiche Rente
Gleicher Job, gleicher Lohn, aber ungleiche Altersrente: Ein Lokführer der SBB erhält eine um 18 Prozent höhere
Altersrente als sein «Kollege» von der BLS. Dies verdankt er seiner Pensionskasse mit ihren grosszügigen Beiträgen.
«Stephan Gerber von der Pensionskassenberatung Abcon in Bern rechnet vor: Bei einem Jahreslohn von 65607 Franken kann der SBB-Mitarbeiter mit einer monatlichen Altersrente von 4342 Franken rechnen. Arbeitet er zum gleichen Lohn bei der BLS, beläuft sich die voraussichtliche Altersrente «bloss» auf 3656 Franken. Noch kleinere Brötchen backen die gut 400000 Schweizerinnen und Schweizer, die nur gemäss dem gesetzlichen Minimum laut BVG versichert sind: Sie kommen auf eine Monatsrente von 2932 Franken. Ursache dieser Diskrepanz: die grosszügigen Leistungen des Arbeitgebers SBB.
Die Diskrepanz würde noch grösser ausfallen, wenn das Altersguthaben der BLS und SBB zum gleichen Umwandlungssatz umgerechnet würde. In Zukunft könnte das sehr wohl der Fall sein,» schreibt die Berner Zeitung.
Die SBB-Angestellten profitieren nicht nur davon, dass die Sanierung zu einem überwiegenden Teil vom Arbeitgeber finanziert wird. Sie profitieren ebenfalls von überdurchschnittlichen Arbeitgeberbeiträgen. Gemäss Rudolf Stampfli (Geschäftsführer der PK-SBB) steht die Pensionskasse SBB mit ihren Beiträgen und Leistungen ungefähr im Mittelfeld. Stephan Gerber, der eben erst zum Präsidenten der Schweizerischen Kammer der Pensionskassen-Experten gewählt wurde, meint dagegen: «Das Leistungsniveau und das Verhältnis zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen sind bei der Pensionskasse SBB sehr grosszügig.» Da drängt sich die Frage auf, weshalb die Sanierung einseitig zu Lasten des Steuerzahlers erfolgt.
espace.ch – Gleicher Lohn, ungleiche Rente
Lohnindex 2007 – Nominallohnerhöhung um 1,6 Prozent: Stärkste Zunahme seit fünf Jahren
Gemäss Berechnungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) stieg der Nominallohnindex im Jahr 2007 durchschnittlich um 1,6 Prozent gegenüber 2006. Damit liegt er bei 102,8 Punkten (2005 = 100). Unter Einbezug der durchschnittlichen Jahresteuerung von 0,7 Prozent ergab sich bei den Reallöhnen eine Steigerung um 0,9 Prozent (101,0 Punkte).
www.news.admin.ch – Lohnindex 2007
BZ: "BLS blutet für die Pensionskasse"
Die Berner BLS beförderte im vergangenen Jahr 42,8 Millionen Passagiere. Zu schaffen macht dem Bahnunternehmen aber immer noch die Sanierung der Pensionskasse. Ein Grossteil des Gewinnes muss dafür aufgewendet werden. Die Konzernrechnung 2007 schliesst mit einem Gewinn von 14,2 Millionen Franken ab. Allerdings sind darin Beiträge von 34 Millionen Franken berücksichtigt, welche dazu dienen, die Sanierung der Pensionskasse Ascoop, der auch die BLS angeschlossen ist, zu beschleunigen. Der Deckungsgrad der Pensionskasse beträgt nach dem neusten Zuschuss 88 Prozent.
espace.ch – BLS blutet für die Pensionskasse
Handelszeitung: "Pensionskassen leiden ebenfalls an der Finanzkrise"
Die US-Hypothekenkrise bringt die Schweizer Pensionskassen in Bedrängnis. Damit ist die Diskussion um eine Senkung des Mindestzinsssatzes neu entflammt.
Handelszeitung – Pensionskassen leiden ebenfalls an der Finanzkrise
NZZ: Warum die Stadtzürcher Kasse besser dasteht als die kantonale
Die Pensionskasse der Stadt Zürich weist einen viel höheren Deckungsgrad auf als diejenige des Kantons, ihre Versicherten erhalten mehr Zins aufs Sparguthaben, und ihre Renten steigen öfter. Neben unterschiedlich erfolgreichen Anlagestrategien gibt es weitere Gründe.
Ende des letzten Jahres betrug der Deckungsgrad der Pensionskasse der Stadt Zürich (PKZH) 134,6 Prozent, bei derjenigen des Kantons, der BVK, waren es 100,7 Prozent; nach den Kurseinbussen an den Börsen ist die BVK Ende März auf 94 Prozent gesunken, die städtische Kasse auf 119 Prozent. Und während die PKZH den Versicherten im Jahr 2008 eine Verzinsung von 9,5 Prozent und den Pensionierten eine Rentenerhöhung um 2,1 Prozent bieten kann, bleibt die BVK bei der minimalen Verzinsung von 2,75 Prozent; die Rentner müssen weiterhin auf einen Teuerungsausgleich verzichten.
Klare Siegerin im Pensionskassen-Wettstreit (Zürich , NZZ Online)
Le Temps: Les caisses de pension devraient se lancer dans les «commodities»
Les institutionnels devraient placer 2 à 4% de leurs actifs dans les matières premières, selon Frédéric Dodard, responsable de l’allocation de State Street Global Advisors en Europe.


