Pensionskasse Novartis: Leichte Deckungsgradeinbusse 2007
Die Pensionskasse Novartis berechnet ihren Deckungsgrad traditionell nach zwei unterschiedlichen Ansätzen. Einmal gemäss BVG Art. 44 und zudem nach einem eigenen, als «konservativ» bezeichneten Ansatz unter Ausschluss der Wertschwankungsreserven. Nach BVG ging der DG von 129 auf 127 Prozent zurück, «konservativ» berechnet von 116 auf 110 Prozent. Die Performance beträgt 2,1 Prozent. Laut eigener Darstellung wurde «die Korrekturphase benutzt, um die Aktienquote moderat zu erhöhen. Zudem wurde das Engagement in alternative Anlagen deutlich ausgebaut». Ende Jahr betrugt der Aktienanteil 27 (Vorjahr 18) Prozent, die Obligationen 43 (60) Prozent. Die alternativen Anlagen erreichten 9 Prozent (im Vorjahr im Kurzbericht nicht ausgewiesen). Die Vermögensanlagen betragen 14,0 (14,3) Mrd. Franken. Vom Rückgang um 300 Mio. entfallen 210 Mio. auf Wertveränderungen.
Jahresbericht_d08.pdf (application/pdf-Objekt)
Institutional Survey: Vermögensverwaltung und Anlagemodalitäten
Wie reagieren die Pensionskassenverantwortlichen in ausgeprägten Baisseperioden wie derjenigen vom 1. Quartal 2008? Greifen sie zu taktischen Massnahmen? Sind sie mit den Ergebnissen ihrer Entscheidungen zufrieden? Sichern sie sich gegen Währungsschwankungen ab? Bevorzugen sie spezialisierte Anlagen nach Anlageklassen oder gemischte Anlagen? Dies sind einige der Fragen, die im Rahmen des Fokusthemas der 10. Ausgabe des Swiss Institutional Survey über Vermögensverwaltung und Anlagemodalitäten zum Teil beantwortet werden konnten.
An der jüngsten Umfrage, die im 1. Quartal 2008 durchgeführt wurde, nahmen 155, zumeist grosse institutionelle Anleger mit einem Gesamtvermögen von 239 Milliarden Franken teil, was rund 40% des Vermögens der 2. Säule entspricht. Das durchschnittliche Vermögen der Teilnehmer liegt bei 1’542 Millionen, der Median bei 480 Millionen.
Die Umfrage ergab, dass eine Mehrheit der Institutionen intern taktische Entscheidungen trifft, jedoch enttäuscht über die Ergebnisse ist. Nur die Hälfte der Teilnehmer nimmt eine Währungsabsicherung vor. Die spezialisierte Verwaltung nach Anlageklassen wird gegenüber der gemischten Verwaltung bevorzugt. Die bevorzugten Anlagevehikel und -formen sind von den Anlageklassen abhängig. Die durchschnittliche Anzahl der externen Vermögensverwalter liegt bei den inländischen Anlagen unter drei.
Institutional Survey Mai 2008
Publica 2007: 1,3 Prozent Rendite
Die Bundespensionskasse Publica hat letztes Jahr auf ihren Anlagen eine Performance von 1,3 Prozent erzielt. Die Wertschwankungsreserven gingen um 635 Millionen Franken zurück. Zur Aufrechterhaltung des Ende 2006 erreichten Deckungsgrads von 109 Prozent wäre eine Rendite von 4 Prozent notwendig gewesen. Er sank infolgedessen auf 106 Prozent. Die Bilanzsumme beträgt 32 Mrd. Franken. Aufgelöst wurden zudem technische Rückstellungen in Höhe von netto 104 Mio. Franken.
Publica – Jahresrechnung 2007 / Mitteilung
Mikrofinanz-Fonds: Mit Entwicklungshilfe verdienen
Weltweit haben rund 1500 Mikrofinanz-Institute an Handwerker, Schneiderinnen oder Bauern 25 Milliarden Dollar verliehen. Vier Milliarden Dollar kommen von privaten Investoren. 2015 sollen es, so eine Studie der Deutschen Bank, 20 Milliarden sein. Die Pensionskasse des niederländischen Gesundheitswesens etwa will bis zum Jahr 2010 rund 200 Millionen Euro in Mikrofinanz-Anlagen investieren. Der auf Mikrofinanz spezialisierte Vermögensverwalter Responsability aus Zürich sammelt derzeit zehn Millionen Euro Anlegergeld » pro Monat ein. Deutsche Anleger können zurzeit in eine Handvoll Luxemburger Investmentfonds investieren.
Mikrofinanz-Fonds: Mit Entwicklungshilfe verdienen – WirtschaftsWoche
Tettamanti: "Kein weiser Ausschluss"
«Es war nicht weise, Christoph Blocher und damit indirekt sehr viele Stimmbürger aus der Regierung auszuschliessen und ihnen eine der Mehrheit der SVP nicht genehme Bundesrätin aufzuzwingen. Das ist wie wenn man bei einer Aktiengesellschaft den grössten Aktionär ausschliesst und ihm keinen VR-Sitz gibt. Da schafft man sich nur Probleme, wie das Hin und Her um Bundesrätin Widmer-Schlumpf zeigt. Blocher wehrte sich gegen zu hohe Managersaläre und die Ohnmacht der Aktionäre. Auch wollte er den Pensionskassen mehr Möglichkeiten geben, um ihre Aktionärsrechte durchzusetzen. Das verdient Respekt», sagt Tito Tettamanti in der Handels-Zeitung.
Handelszeitung – «Werden neue Rückschläge sehen»
L.A. Times: CalPERS should maintain its activism
Since 1985, CalPERS has pushed the envelope of corporate governance initiatives and socially targeted investing. After the Los Angeles riots in 1992, for instance, CalPERS launched a $375-million initiative aimed at rehabilitation and development in California’s major urban areas. By 2005, the effort reached $1.2 billion, with investments in single-family homes as well as the mixed-use and industrial real estate. According to a Harvard Law School study, the return on investment during that period was over 22%. The study concluded that the investments «paid off handsomely for the fund, its beneficiaries and communities across the state.»
CalPERS should maintain its activism – Los Angeles Times
NYT: Entitled to What?
Virtually unnoticed during the primary season, the baby boom generation turned 62 this year and began to draw Social Security benefits. This heralded a milestone in America’s aging, and depending on which of the candidates you ask, it spells a budgetary straitjacket or possibly a looming social crisis. Over the next generation, the population of seniors will practically double, to 72 million. With more people retiring and a smaller share of people working, the strains on Social Security and especially Medicare will become evident.
Roger Lowenstein – Entitled to What? – Baby Boomers – Retirement
SBB / BLS: Gleicher Lohn, ungleiche Rente
Gleicher Job, gleicher Lohn, aber ungleiche Altersrente: Ein Lokführer der SBB erhält eine um 18 Prozent höhere
Altersrente als sein «Kollege» von der BLS. Dies verdankt er seiner Pensionskasse mit ihren grosszügigen Beiträgen.
«Stephan Gerber von der Pensionskassenberatung Abcon in Bern rechnet vor: Bei einem Jahreslohn von 65607 Franken kann der SBB-Mitarbeiter mit einer monatlichen Altersrente von 4342 Franken rechnen. Arbeitet er zum gleichen Lohn bei der BLS, beläuft sich die voraussichtliche Altersrente «bloss» auf 3656 Franken. Noch kleinere Brötchen backen die gut 400000 Schweizerinnen und Schweizer, die nur gemäss dem gesetzlichen Minimum laut BVG versichert sind: Sie kommen auf eine Monatsrente von 2932 Franken. Ursache dieser Diskrepanz: die grosszügigen Leistungen des Arbeitgebers SBB.
Die Diskrepanz würde noch grösser ausfallen, wenn das Altersguthaben der BLS und SBB zum gleichen Umwandlungssatz umgerechnet würde. In Zukunft könnte das sehr wohl der Fall sein,» schreibt die Berner Zeitung.
Die SBB-Angestellten profitieren nicht nur davon, dass die Sanierung zu einem überwiegenden Teil vom Arbeitgeber finanziert wird. Sie profitieren ebenfalls von überdurchschnittlichen Arbeitgeberbeiträgen. Gemäss Rudolf Stampfli (Geschäftsführer der PK-SBB) steht die Pensionskasse SBB mit ihren Beiträgen und Leistungen ungefähr im Mittelfeld. Stephan Gerber, der eben erst zum Präsidenten der Schweizerischen Kammer der Pensionskassen-Experten gewählt wurde, meint dagegen: «Das Leistungsniveau und das Verhältnis zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen sind bei der Pensionskasse SBB sehr grosszügig.» Da drängt sich die Frage auf, weshalb die Sanierung einseitig zu Lasten des Steuerzahlers erfolgt.
espace.ch – Gleicher Lohn, ungleiche Rente
Lohnindex 2007 – Nominallohnerhöhung um 1,6 Prozent: Stärkste Zunahme seit fünf Jahren
Gemäss Berechnungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) stieg der Nominallohnindex im Jahr 2007 durchschnittlich um 1,6 Prozent gegenüber 2006. Damit liegt er bei 102,8 Punkten (2005 = 100). Unter Einbezug der durchschnittlichen Jahresteuerung von 0,7 Prozent ergab sich bei den Reallöhnen eine Steigerung um 0,9 Prozent (101,0 Punkte).
www.news.admin.ch – Lohnindex 2007
BZ: "BLS blutet für die Pensionskasse"
Die Berner BLS beförderte im vergangenen Jahr 42,8 Millionen Passagiere. Zu schaffen macht dem Bahnunternehmen aber immer noch die Sanierung der Pensionskasse. Ein Grossteil des Gewinnes muss dafür aufgewendet werden. Die Konzernrechnung 2007 schliesst mit einem Gewinn von 14,2 Millionen Franken ab. Allerdings sind darin Beiträge von 34 Millionen Franken berücksichtigt, welche dazu dienen, die Sanierung der Pensionskasse Ascoop, der auch die BLS angeschlossen ist, zu beschleunigen. Der Deckungsgrad der Pensionskasse beträgt nach dem neusten Zuschuss 88 Prozent.
espace.ch – BLS blutet für die Pensionskasse
Handelszeitung: "Pensionskassen leiden ebenfalls an der Finanzkrise"
Die US-Hypothekenkrise bringt die Schweizer Pensionskassen in Bedrängnis. Damit ist die Diskussion um eine Senkung des Mindestzinsssatzes neu entflammt.
Handelszeitung – Pensionskassen leiden ebenfalls an der Finanzkrise
NZZ: Warum die Stadtzürcher Kasse besser dasteht als die kantonale
Die Pensionskasse der Stadt Zürich weist einen viel höheren Deckungsgrad auf als diejenige des Kantons, ihre Versicherten erhalten mehr Zins aufs Sparguthaben, und ihre Renten steigen öfter. Neben unterschiedlich erfolgreichen Anlagestrategien gibt es weitere Gründe.
Ende des letzten Jahres betrug der Deckungsgrad der Pensionskasse der Stadt Zürich (PKZH) 134,6 Prozent, bei derjenigen des Kantons, der BVK, waren es 100,7 Prozent; nach den Kurseinbussen an den Börsen ist die BVK Ende März auf 94 Prozent gesunken, die städtische Kasse auf 119 Prozent. Und während die PKZH den Versicherten im Jahr 2008 eine Verzinsung von 9,5 Prozent und den Pensionierten eine Rentenerhöhung um 2,1 Prozent bieten kann, bleibt die BVK bei der minimalen Verzinsung von 2,75 Prozent; die Rentner müssen weiterhin auf einen Teuerungsausgleich verzichten.
Klare Siegerin im Pensionskassen-Wettstreit (Zürich , NZZ Online)
Le Temps: Les caisses de pension devraient se lancer dans les «commodities»
Les institutionnels devraient placer 2 à 4% de leurs actifs dans les matières premières, selon Frédéric Dodard, responsable de l’allocation de State Street Global Advisors en Europe.
Le Temps – Finance
Credit Suisse – PK-Index für Q1 2008: Schlechtestes Quartal seit 9/11
Der «Credit Suisse Schweizer PensionskassenIndex» (blaue Linie in obiger Abbildung) hat sich im 1. Quartal 2008 deutlich negativ entwickelt. Der schwächste Monat war mit einem Minus von 4,27 Punkten (–3,37%) der Januar, gefolgt vom März (–2,19 Punkte resp. –1,80%), während der Februar 0,61 Punkte verlor (–0,50%). Unter Ausklammerung des 3. Quartals 2001 (Sondereffekte des 9/11) bedeutet dies das schlechteste Quartalsergebnis seit Lancierung des Index im Jahr 2000.
Der Index, der zu Beginn des Jahres 2000 bei 100 gestartet wurde, hat im Berichtsquartal insgesamt 7,07 Punkte (–5,59%) verloren und einen Stand von 119,45 Punkten erreicht. Der Rückgang hat dazu geführt, dass die von Schweizer Pensionskassen verwalteten Vermögen der 2. Säule hochgerechnet im Berichtsquartal um rund CHF 35 Mrd. auf etwa CHF 595 Mrd. abgenommen haben.
Die BVG-Mindestverzinsung (rote Linie in Abbildung) ist, ebenfalls ausgehend von 100 zu Anfang des Jahres 2000, im Berichtsquartal um 0,87 Punkte (0,68%) von 127,89 auf 128,76 gestiegen. Da sich der Index im ersten Quartal 2008 negativ entwickelt hat, während die BVG-Vorgabe stetig voranschreitet, ist er, verglichen mit dem Startdatum im Jahr 2000, weiter ins Minus gerutscht und liegt nun insgesamt 9,29 Punkte im Hintertreffen. Der Rückstand auf die BVG-Mindestverzinsung hat somit im Quartalsvergleich um 7,94 Punkte resp. 6,27% zugenommen.
PK-Index Q1 2008 / Website CS Pensionskassen-Index / NZZ
Die Forderungen und Sünden der Ascoop
Die Ascoop-Sammelstiftung mit ihren 150 öffentlichen Verkehrsbetrieben und im Tourismus tätigen Unternehmen weist per Ende 2007 einen Fehlbetrag von rund 580 Millionen Franken aus. Sollten auch noch Schwankungsreserven gebildet werden, bräuchte die Ascoop-Sammelstiftung rund 900 Millionen Franken. Sie will deshalb entsprechende Forderungen an den Bund stellen, wenn dieser die SBB-Pensionskasse unterstützt.
Auf dem Arbeitsmarkt steht die SBB mit den anderen Bahnen in direkter Konkurrenz. Wenn nun SBB-Angestellte dank einer feudalen Pensionskasse bessergestellt werden, bekommen die anderen Bahnen Rekrutierungsprobleme, zumal die Ascoop noch weit schlimmer dran ist als die Pensionskasse SBB. Der Deckungsgrad belief sich per Ende 2007 auf 80 Prozent; bei der SBB lag er dagegen bei 92 Prozent. Der Bundesrat wählte in seiner Antwort auf das Postulat klare Worte: «In erster Linie wird es nötig sein, die Ursachen genauer zu untersuchen, die zur gegenwärtigen schwierigen Lage der Ascoop geführt haben.»
PPCmetrics hat die Ursache bereits geprüft. Zu einem Drittel ist das Loch mit dem überdurchschnittlichen Aktienanteil zu erklären. Zu einem zweiten Drittel liegt die Schuld bei den Verantwortlichen, welche sich in riskante Geschäfte eingelassen haben, und zu einem Drittel schliesslich ist das Finanzloch auf ausbezahlte Leistungen zurückzuführen, die nicht voll finanziert waren. Nach Angaben von Ascoop-Direktor Urs Niklaus mussten diese Leistungen zum Teil auf Grund aufsichtsrechtlicher Bestimmungen ausgerichtet werden. Urs Niklaus denkt vorab an den technischen Zins von 4,5 Prozent, den die Ascoop angeblich auf Weisung des Bundesamts für Verkehr anwenden musste. Wegen dieses überdurchschnittlich hohen kalkulatorischen Zinses sind die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge zu tief ausgefallen. So gesehen hätten die Arbeitgeber, zum grossen Teil eben die öffentliche Hand, zu tiefe Beiträge bezahlt.
Die Zeche dieser früheren Sünden zahlen nun die Angestellten der öffentlichen Verkehrsbetriebe: 3 Prozent vom versicherten Lohn werden für die Sanierung eingesetzt, wobei sich Arbeitgeber und -nehmer diesen Beitrag teilen müssen. Im Vergleich: Bei der SBB zahlen die Angestellten seit 2007 keine Sanierungsbeiträge mehr, dafür hat die SBB für die Sanierung ein Darlehen von 1,5 Milliarden Franken aufgenommen

