Die Stadt Lausanne muss erneut Geld in die städtische Pensionskasse einschiessen. Nach einer ersten Hilfe von 290 Millionen Franken im Jahr 2009 bezahlt Lausanne nun weitere 182 Millionen in die städtische Pensionskasse ein. Ferner werden Sanierungsmassnahmen ergriffen, die zu tieferen Renten für frisch eingestellte und künftige Angestellte führen.
Pensionskassen
BE: “Lehrer fordern mehr als 3 Milliarden”

Das komplexeste und «teuerste» Thema der Kantonspolitik der nächsten Jahre ist gesetzt: die Sanierung der staatlichen Pensionskassen BLVK (Lehrpersonen) und BPK (Verwaltungspersonal). Ihre Unterdeckung lag Ende 2011 bei 2,8 Milliarden Franken. Je nachdem, wie stark sie ihre Renditeerwartungen senken, wächst die Lücke auf 5,5 Milliarden, schreibt die Berner Zeitung.
Der externe technische Leiter des Mammutprojekts, Stephan Wyss von Swisscanto, gab vor den Delegierten der BLVK einen Überblick. Eines hat er eindringlich betont: Man dürfe die diversen Baustellen nicht vermischen. Er sagte, man werde sich zwar über höhere Beiträge und/oder Leistungskürzungen Gedanken machen müssen – vor allem wohl über eine Erhöhung des Rentenalters bei der BPK von 63 auf 65, allenfalls auch über die Reduktion der künftigen Renten (die heutigen sind unantastbar).
Wyss betonte aber, ein allfälliger Abbau hätte nichts mit dem Primatwechsel zu tun. Der Grund seien – wie bei vielen Pensionskassen – das anhaltend tiefe Niveau der Renditen und die steigende Lebenserwartung.
Bei alldem gibt es ein Fragezeichen: Der Kanton kann sich auch für eine «Teilkapitalisierung» entscheiden und seine Kosten damit stark reduzieren. Der Deckungsgrad der Kassen müsste nur 80 Prozent betragen; für den Rest müsste der Kanton eine Staatsgarantie übernehmen. Dieser Weg sei jedoch nur vordergründig einfacher, warnte Wyss. Eine harte Sanierung sei zwar vermeidbar, dafür schiebe der Kanton eine wachsende Schuld weiter vor sich her, zulasten folgender Generationen. Er und die BLVK-Spitze sprechen sich für eine «Vollkapitalisierung» aus.
Wechsel im Vorstand
Die Mitglieder des ASIP hatten anlässlich der GV 2012 diverse Wechsel im Vorstand abzusegnen. Per Ende 2011 sind ausgetreten Thomas Hohl und Vera Kupper (aufgrund ihrer Wahl in die Oberaufsichtskommission). Auf das Datum der GV hat auch Daniel Thomann (AON Hewitt) seinen Rücktritt eingereicht. Als Nachfolger vorgeschlagen und gewählt wurden Christoph Oeschger (Geschäftsführer der Avadis) und Jean Wey (Vorsitzender der GL der PKG, Luzern). Zur Nachfolgerin von Hohl als Vizepräsidentin wurde gewählt Brigitte Schmid (Geschäftsführerin der PK Swiss Re).
Streit um Austritt aus der BVK
Auf Anfang Jahr ist die Gemeinde Stäfa aus der kantonalen Pensionskasse BVK ausgetreten. Für die über 300 Angestellten der Politischen Gemeinde, der Schulgemeinde und der Reformierten Kirchgemeinde hat sie bei der Swisscanto- Flex-Sammelstiftung der Kantonalbanken eine neue Vorsorgelösung gefunden. Die Rentner bleiben bei der BVK. Der Austritt ist für Stäfa aber mit hohen Kosten verbunden. 4,1 Millionen Franken muss sie der BVK bezahlen, wie die Gemeinde bekanntgegeben hat. Der Beitrag gilt als Anteil am Ausgleich der Unterdeckung der Kasse, wie die NZZ schreibt.
Der Wechsel der Kasse ist weitgehend abgeschlossen. Umstritten ist aus Stäfner Sicht allerdings, ob die BVK die Gemeinde dazu verpflichten kann, die Zahlung in Form einer Einmaleinlage zu leisten. Laut dem Gemeinderat habe sich Stäfa mit der Einmalzahlung «freikaufen» müssen, da die BVK sonst die Vorsorgeguthaben nicht freigegeben hätte. Zusammen mit über 60 weiteren Gemeinden will Stäfa diese Frage vor dem Bundesverwaltungsgericht klären.
Den Wechsel der Kasse hatte der Gemeinderat von der Gemeindeversammlung bewilligen lassen. Laut einem Gutachten, das Stäfa in Auftrag gab, ist die Ausgleichszahlung eine gebundene Ausgabe, welche die Exekutive in eigener Regie leisten konnte. Nach Berechnungen der Zürcher Kantonalbank geht Stäfa davon aus, dass der Wechsel zu Swisscanto mit einem finanziellen Vorteil verbunden ist. Im Vergleich zur BVK-Lösung können jährlich bis zu 1,12 Millionen Franken gespart werden.
Derweil wurde gegen den Entscheid des Gemeinderats von Stäfa eine Aufsichtsbeschwerde eingereicht weil er angeblich seine Kompetenzen überschritten habe. Der VPOD kritisiert den Entscheid von Stäfa als überhastet und naiv.
BVK: Stäfa bezahlt 4,1 Mio. für den Austritt

Im Juni 2011 liess sich die Gemeinde Stäfa von der Gemeindeversammlung den Persilschein zum Wechsel der Pensionskasse erteilen. Ende Jahr verliess die Gemeinde die Beamtenversicherungskasse BVK und trat per 1. Januar 2012 der privaten Swisscanto-Flex-S ammelstiftung bei. Nun ist bekannt, wie viel der Transfer tatsächlich gekostet hat: 4,1 Millionen Franken, wie der Gemeinderat Stäfa mitteilte.
Damit sind die 335 Personen sowie die IV-Renten-Beziehenden der Politischen Gemeinde, der Schulgemeinde und der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Stäfa bei der Swisscanto versichert. Die AHV-Rentner hingegen bleiben aus reglementarischen Grundlagen bei der BVK. Die Einmalzahlung hat die Gemeinde aus zwei Kassen bestritten: 1,9 Millionen aus Steuereinnahmen, 2,2 Millionen aus einem Bankdarlehen. Die Amortisation ist auf eine Dauer von sieben Jahren ausgelegt, wie der Tages-Anzeiger schreibt.
Im Vergleich zur BVK spare Stäfa jedes Jahr bis zu 1,12 Millionen Franken für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sobald das Darlehen der Gemeinde abgezahlt sei, heisst es in der Mitteilung. Offen ist noch ein Gerichtsverfahren: Stäfa hat mit 62 Städten und Gemeinden das Bundesverwaltungsgericht angerufen. Es soll klären, ob die Forderung der BVK nach der Einmalzahlung rechtens ist.
Genève réforme ses caisses de pension sous tension
La fonction publique fera grève pour défendre son deuxième pilier. Le parlement met la dernière main au plan d’assainissement.
PK des ökumenische Rats sucht Unterschlupf bei der Profond
Das Defizit der Pensionskasse des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) konnte ausgeglichen werden. Sie wird nun an die Sammelstiftung Profond übertragen, schreit der ÖRK in einer Mitteilung.
„Profond hat die notwendigen Kapazitäten, um unsere Pensionsansprüche im Rahmen dieses neuen Rentensystems zu verwalten“, erklärte Pfarrer Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des ÖRK. „Weder für Mitarbeitende noch für Rentnerinnen und Rentner sollte in der Übergangsphase eine Leistungsunterbrechung auftreten.“
Die ÖRK-Pensionskasse konnte im März 2012 dank einer Sonderzahlung in Höhe von 24 Millionen Franken, mit denen das bestehende Defizit ausgeglichen wurde, stabilisiert werden. Mit dieser Sonderzahlung wurden die Pensionsansprüche von derzeitigen und pensionierten ÖRK-Mitarbeitenden gesichert und der Vertrag über die Übertragung der Verantwortung für die Pensionskasse an Profond möglich gemacht. Die Sonderzahlung konnte dank eines Kredits geleistet werden, den die Co-op Bank Schweiz dem ÖRK gewährte.
Tveit sagte, dass sich die Leitung des ÖRK nun, da eine Lösung für die Probleme der Pensionskasse gefunden sei, damit beschäftigen könne, welche finanziellen Möglichkeiten der Grundbesitz des ÖRK in der Region Genf biete. „Wir arbeiten hierbei mit dem führenden Schweizer Bauunternehmen Implenia Development zusammen“, fügte er hinzu.
Gemeindeverband fordert Retuschen bei BLPK-Reform
Mit der Reform der unterfinanzierten Baselbieter Pensionskasse (BLPK) ist der Gemeindeverband grundsätzlich einverstanden. Er stellt jedoch im Detail diverse Forderungen und verlangt von der BLPK rasch Informationen, damit Gemeinden Alternativen prüfen könnten. Über die 2,3-Milliarden-Reform soll das Volk im März 2013 befinden. Eine knappe Milliarde soll der Kanton tragen, die angeschlossenen Institutionen den Rest. Eine Amortisation über 40 Jahre kostet dem Kanton Jahrestranchen von 43 Mio. Franken. Der Deckungsgrad lag 2011 noch bei 76,8 Prozent, die Lücke bei 1,628 Mrd. Franken.
Aargauer PK mit schlechtem 2011
Die APK – Aargauische Pensionskasse – musste im Geschäftsjahr 2011 einen Rückgang ihres Deckungsgrads von 98 auf 92% hinnehmen, die Performance liegt bei unbefriedigenden minus 3,5%. Die Sollrendite beträgt 4,3%. Auf 1. Januar 2014 ist eine Senkung des Umwandlungssatzes geplant. Die Höhe wurde noch nicht festgelegt. Der Sparzins für 2012 beträgt 1%, der technische Zins 3,5%.
Das verfügbare Vermögen schrumpfte von 8,029 Milliarden auf 7,627 Milliarden – dies obwohl sich die Zahl der Versicherten leicht erhöhte auf 27’468 Personen. Hingegen sanken die Verwaltungskosten pro Person von 96 Franken auf 89 Franken.
BVK: Gemeinden-Exodus würde die Steuerzahler Milliarden kosten
Viele Zürcher Gemeindepräsidenten zweifeln, dass die Beamtenversicherungskasse des Kantons Zürich wieder auf die Beine kommt. Trotz höheren Beiträgen und gekürzten Leistungen und trotz den zwei Milliarden Franken, die der Kanton in die Kasse einschiesst, ist für diese Gemeindevertreter der Sanierungsplan der BVK-Chefs und des Regierungsrats zu optimistisch – auch wegen zu hoher Renditeerwartungen. Darum denken viele über eine Kündigung nach.
Der Wechsel zu einer anderen Pensionskasse hätte einen womöglich entscheidenden Vorteil: Die Gemeinden könnten gemäss den geltenden Verträgen ihre Rentnerinnen und Rentner bei der BVK belassen und die Aktiven in die neue Kasse mitnehmen.
Würden alle angeschlossenen Gemeinden und Betriebe austreten, wäre das für die BVK und den Kanton das Worst-Case-Szenario. Das relativ tiefe Durchschnittsalter der BVK-Versicherten von nur knapp 44 Jahren würde sprunghaft ansteigen. Im Vergleich mit anderen Kassen hat die BVK auch relativ wenig Rentenbezüger (27 Prozent aller Versicherten). Bei einer Massenkündigung von Gemeinden würde sich dieses Verhältnis stark verschlechtern.
Nun hat der Regierungsrat aufgezeigt, welche Konsequenzen eine solche Kündigungswelle hätte. Insgesamt könnten Betriebe mit 30’000 Aktivversicherten austreten – bei total 78’130 Versicherten. Bei einer Massenkündigung wäre laut Regierung eine weitere Einmaleinlage wahrscheinlich. Im Extremfall müsse sogar die Aufteilung der BVK in eine Aktivenkasse und in eine Rentnerkasse ins Auge gefasst werden. Damit den Pensionierten die Renten weiterhin bezahlt werden können, müsste die Rentnerkasse mit Garantien von mehreren Milliarden Franken ausgestattet werden. Wie der Regierungsrat schreibt, hat etwa ein Sechstel der angeschlossenen Arbeitgeber bei der BVK die Unterlagen angefordert, die es für die Einholung einer Gegenofferte braucht. heisst es im Tages-Anzeiger.
Winterthurer Stadtangestellte sollen erst mit 65 in Pension
Die Stadt Winterthur muss die Pensionskasse ihrer Angestellten sanieren. Gegenwärtig klafft darin ein Loch von rund 256 Millionen Franken, der Deckungsgrad liegt bei nur 83,4 Prozent. Als eine der Sanierungsmassnahmen sollen die Angestellten nun länger arbeiten. Als weiterer Schritt soll der technische Zins über sechs Jahre hinweg stufenweise gesenkt werden, und zwar von 4 auf 3,25 Prozent. Auch diese Massnahme würde 2014 eingeleitet. Die Stadt Winterthur muss zudem 150 Millionen Franken einschiessen.
Publica mit 1,7% Rendite
Mit einer Performance von 1.7% im Durchschnitt über alle Vorsorgewerke hat die Publica im Geschäftsjahr 2011 die Sollrendite von rund 3% nicht erreicht; “das erzielte Resultat darf sich aber im Vergleich zum Branchendurchschnitt von 0% (gemäss Performancevergleich des schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP) wiederum sehen lassen”, heisst es in einer Mitteilung der Kasse. Der Strategie-Benchmark wurde um 0.5% übertroffen. Gegenüber dem Vorjahr sank der durchschnittliche Deckungsgrad aller Vorsorgewerke von 104.5% auf 103.1%.
Zur langfristigen Optimierung der Anlagestrategie wurde per 01.01.2011 eine differenzierte Anlagestrategie für offene (Aktive und Rentenbeziehende) und für geschlossene Vorsorgewerke (nur Rentenbeziehende) eingeführt. Die einzelnen Ergebnisse für das Berichtsjahr widerspiegeln die verschiedenen Strategien: Die geschlossenen Vorsorgewerke erreichten wegen ihrer geringen Risikofähigkeit und einem entsprechend hohen Anteil an Obligationen eine Performance von 5.7% – die offenen Vorsorgewerke eine solche von 1.0%.
Die im Januar 2011 beschlossene Anpassung des Umwandlungssatzes an die aktuellen Berechnungsparameter – insbesondere an die gestiegene Lebenserwartung – wird per 01.07.2012 umgesetzt. Zur Abfederung der reduzierten Altersleistungen erhalten alle aktiven Versicherten auf dieses Datum hin eine anteilmässige Gutschrift aus den technischen Rückstellungen. Verschiedene Vorsorgewerke haben zusätzliche Begleitmassnahmen wie die Erhöhung der ordentlichen Sparbeiträge oder Einlagen aus Arbeitgeberbeitragsreserven ergriffen. Vor dem 01.07.2012 laufende Renten sind von der Senkung des Umwandlungssatzes nicht betroffen.
Im Berichtsjahr wechselte der bisherige Direktor von Publica, Werner Hertzog, in die Privatwirtschaft. Zu dessen Nachfolger wurde der vormalige Direktor der Pensionskasse Basel-Stadt, Dieter Stohler, gewählt, der sein Amt am 01.01.2012 angetreten hat.
BaZ-Pensionskassen zur Profond
Die Pensionskassen der Basler Zeitung Medien (BZM) sollen sich per 1. Juli der Profond-Sammelstiftung anschliessen: Verwaltungsratspräsident Filippo Leutenegger diesen Vorschlag den Stiftungsräten der BZM- Pensionskassen und Mitarbeitern vorgestellt. Die BZM ist bereit, den Anschluss an die Profond- Sammelstiftung mit einer namhaften Einmaleinlage zu ermöglichen, heisst es im einem Artikel der BaZ. So könnten die wohl erworbenen Rechte der Versicherten und der Rentenbezüger gewahrt werden.
Gemäss dem Vorschlag würden die Vorsorgekapitalien in den teilautonomen Personalvorsorgeeinrichtungen der BZM per 1. Juli der Profond-Sammelstiftung übertragen. Die Umsetzung erfolge unter Vorbehalt der Zustimmung aller betroffenen Parteien und zuständigen Gremien.
Indes werde mit einer breiten Zustimmung gerechnet, da dann auch die hohen derzeitigen Sanierungsbeiträge der Mitarbeitenden entfielen, hält die BZM fest. Wegen Unterdeckung hatte der Stiftungsrat der BZM-Pensionskassen im Juli 2011 Sanierungsbeiträge von Arbeitnehmern und -gebern von je 4,5 Prozent beschlossen.
24heures: “La caisse de pension plombe les comptes de Lausanne”
Cent millions ont été provisionnés pour réalimenter la caisse des employés de la ville. Sans cela, les comptes 2011 auraient été positifs.
Zürcher Gemeinden prüfen BVK-Austritt
Laut Tages-Anzeiger überlegen sich verschiedene Gemeinden einen Austritt aus der kantonalen BVK, andere haben den Schritt schon vollzogen. Die Gemeinde Stäfa wollte sich nicht auf das Sanierungsabenteuer einlassen. Seit Anfang Jahr liegt die Vorsorge ihrer Gemeindeangestellten bei Swisscanto. Mit Deckungsgrad 100 Prozent. Kosten für den Wechsel: mehrere Millionen Franken, vermutet die Zeitung. Auch in anderen Seegemeinden spielt man laut TA mit dem Gedanken, aus der BVK auszutreten: «Wir überprüfen derzeit die weitere Zusammenarbeit», sagt Hombrechtikons Gemeindeschreiber Jürgen Sulger. Dabei würden auch alternative Kassen genau angeschaut. Erlenbach hat ein unabhängiges Büro beauftragt, die Offerten für einen Wechsel und den Verbleib in der BVK gegenüberzustellen. Auch Oetwil und Uetikon lassen Alternativen prüfen. Zumikon will in einer Kommission Entscheidungsgrundlagen erarbeiten. Der Entscheid zur Sanierung dürfte jedoch einen Massenaustritt verhindert haben.

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