Der Gewerkschaftsbund schreibt in seiner Stellungnahme zur Strukturreform: “Der Zweck der Strukturreform, die Transparenz und Glaubwürdigkeit der zweiten Säule zu stärken, hat für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund eine hohe Priorität. Eine starke, effektive Aufsicht und klare Regulierungen sind daher unabdingbar. Die vorgeschlagenen Lösungsansätze und Instrumente zur Zielverwirklichung erachten wir jedoch teilweise als unpassend. So stärken etwa die unterbreiteten Verordnungsänderungen allzu sehr die Revisionsstellen. Künftig werden in der beruflichen Vorsorge die Revisionsstellen zu mächtigen „Playern“. Damit gelangt ein weiterer Akteur stärker ins Spiel, der intransparent und ohne Verankerung bei den Versicherten in die Geschicke der beruflichen Vorsorge eingreift und die Verwaltungskosten in der 2. Säule weiter hochschraubt. Für den schweizerischen Gewerkschaftsbund muss die bessere Transparenz und Glaubwürdigkeit der 2. Säule in der Stärkung der Parität innerhalb der Organe der Vorsorgeeinrichtungen gesucht werden. Eine gelebte, echte Sozialpartnerschaft schafft Vertrauen und bringt das System der beruflichen Vorsorge näher zu den Versicherten heran. Etliche Vorschläge wie etwa die bessere Transparenz bei den Verwaltungskosten sind gute Massnahmen in die richtige Richtung aber noch mutlos.”
Allgemein
Complementa: 2010 für PKs “mit schwarzer Null”
Das zu Ende gehende Jahr wird den meisten Pensionskassen in der Schweiz trotz Eurokrise und tiefer Zinsen zumindest eine schwarze Null bescheren. Zur dieser Einschätzung gelangt Michael Brandenberger von Complementa. So dürften die Renditen gemäss provisorischen Ergebnissen per Ende November zwischen 2 und 3,5 Prozent liegen, wie er gegenüber Schweizer Radio DRS erklärte,
«Man kann von einem durchzogenen, eher unterdurchschnittlichen Jahr sprechen, aber es war kein negatives», sagte Brandenberger. Die meisten Versicherten könnten also von ihren Kassen ein positives Resultat erwarten. Allerdings reicht das Plus nicht weit. Denn im langjährigen Durchschnitt müssten 4 bis 5 Prozent Rendite erwirtschaftet werden, um die Zahlungsverpflichtungen auch langfristig erfüllen zu können.
Christoph Ryter von der Migros-Pensionskasse als einer der grössten Vorsorgeeinrichtungen der Schweiz bestätigt in etwa das Szenario. Das Jahr sei «knapp zufriedenstellend». Es ist zwar kein ausserordentlich gutes Anlagejahr. Vermutlich werde sich die finanzielle Lage der Kasse aber nicht gross verändern, weder im positiven noch im negativen Sinn. Anfang Jahr wies die Migros-Pensionskasse einen Deckungsgrad von 104 Prozent aus, jetzt zum Jahresende dürften es in etwa gleich viel sein. Sie liegt damit im Branchendurchschnitt.
Auch Brandenberger geht geht davon aus, dass die Deckungsgrade der Kassen unter den gegebenen Umständen leicht sinken oder mit Glück auf dem gleichen Niveau wie Ende 2009 verharren werden. Die Kassen müssen nun auf positive Konjunktursignale und steigende Aktienkurse hoffen. Denn mit den Obligationen als klassischem Anlageinstrument der Pensionskassen lassen sich angesichts der rekordtiefen Zinsen keine Gewinne erzielen.
Economist: Increasing the retirement age is inevitable
French workers have begun another round of strikes in protest against President Nicolas Sarkozy’s proposals to extend the minimum retirement age to 62. The protesters probably haven’t stopped to examine how demographic trends are set to devastate government finances in the developed world.
The bad news was spelt out in “Global Ageing 2010: An Irreversible Truth”, a report released by Standard & Poor’s, a ratings agency, on October 7th. As the baby-boomers (people born between 1946 and 1964) retire over the next two decades, the burden on the state will rise sharply. This demographic problem has been coming for some time. But the boomers have not provided enough for their old age. And the credit crunch has made the sums look even worse.
BV: Massnahmen für ältere Arbeitnehmende
Der Bundesrat hat die Massnahmen zugunsten von älteren Arbeitnehmenden in der beruflichen Vorsorge auf den 1. Januar 2011 in Kraft gesetzt. Die Bundesversammlung hatte die Massnahmen im Dezember 2009 verabschiedet.
Die Massnahmen für ältere Arbeitnehmer sollen die Arbeitsmarktbeteilung fördern und den Verbleib im Arbeitsmarkt begünstigen. Die Vorsorgeeinrichtungen können älteren Versicherten ab 2011 folgende Neuerungen anbieten:
-
Versicherte, die ihr Arbeitspensum ab dem 58. Altersjahr reduzieren (Lohnkürzung um höchstens die Hälfte), können ihren bisherigen versicherten Verdienst weiterführen.
-
Versicherte, die auch nach dem ordentlichen Rentenalter erwerbstätig bleiben möchten, können bis zur Vollendung des 70. Altersjahres weiter Beiträge an ihre Vorsorgeeinrichtung einbezahlen.
Diese Massnahmen gehören zum ersten Teil der in drei Etappen umgesetzten Strukturreform in der beruflichen Vorsorge. Die zweite Etappe mit verschärften Governance-Vorschriften für Pensionskassen soll am 1. Juli 2011 in Kraft treten. Die dritte Etappe schliesslich betrifft die verstärkte Aufsicht in der 2. Säule und soll am 1. Januar 2012 in Kraft treten. Vorgesehen ist dabei insbesondere die Einrichtung einer Oberaufsichtskommission.
NZZ: “Umverteilung unterminiert die zweite Säule”
Prof. Olaf Meyer, Leiter des Instituts “Finance und Altersvorsorge” an der Hochschule für Wirtschaft in Fribourg, beklagt in seinem Artikel in der NZZ Instransparenz und Umverteilungsprozesse in den Pensionskassen. Zum Teil trifft er dabei auf ein echtes Problem, teilweise schiesst er übers Ziel hinaus. Anscheinend visiert er eine berufliche Vorsorge an, welche auf reinen, abgesonderten Sparkonten im Beitragsprimat beruht. Damit könnte zwar ein Maximum an Transparenz erzielt werden, aber dafür braucht man keine Pensionskassen. Mit Bezug auf die Risikoleistungen unterlässt er es zudem, zwischen Umverteilung und Solidarität zu unterscheiden. Dies mag unter Umständen schwierig sein, ist aber für das Verständnis einer Vorsorgeeinrichtung unterlässlich.
KGAST Performancebericht in neuer Aufmachung, künftig individuelle Auswertungen
Seit mehr als 20 Jahren publiziert die Konferenz der Geschäftsführer von Anlagestiftungen einen Performancebericht, der beinahe alle Anlagegruppen der Anlagestiftungen der KGAST-Mitglieder umfasst. Ziel dieses Berichtes ist, den interessierten Kreisen eine von unabhängiger Seite berechnete, von der KGAST autorisierte Performanceberechnung zur Verfügung zu stellen und diese unter den Anlagestiftungen vergleichbar zu machen.
Die Berichte sind bei den Anlegern sehr beliebt und jede Ausgabe wird von den vielen Interessierten mehrtausendfach heruntergeladen. Die KGAST war sich laut eigenem Eingeständnis aber auch bewusst, “dass sowohl die formale Darstellung, als auch der Inhalt der Berichte neu ausgerichtet werden müssen”.
Mit dem Bericht per 30. Juni 2010 wurde dieser Erkenntnis Rechnung getragen. Welche Neuerungen bringt nun der Bericht?
- Die KGAST erstellt die Berichte neu in Zusammenarbeit mit Lipper. Diese sammelt und ordnet die Daten und stellt sie der Fundo AG zur Verfügung. Fundo berechnet die Performance und erstellt die Berichte. Die Datenströme zwischen den Anlagestiftungen, Lipper und Fundo werden in möglichst standardisierter Form erfolgen. Die Berichte können damit künftig spätestens 15 Tage nach Quartalsende publiziert werden.
- Der Bericht soll besser lesbar werden. Deshalb wurde auf A4-Querformat umgestellt. Sofern mindestens acht Anlagegruppen verglichen werden, werden diese mit vier unterschiedlichen Farben markiert. Die Farben kennzeichnen das Performance-Quartil, dem die jeweilige Anlagegruppe angehört.
- Damit sich die Leser ein Bild der Risiko/Ertrags-Position machen können, wurden entsprechende Charts zugefügt, die auch die Position des am ehesten zutreffenden Benchmarks enthalten.
Wie Kurt Brändle, Geschäftsführer der Konferenz der Anlagestiftungen, in einer Mitteilung schreibt, bilden all diese Neuerungen lediglich den ersten Schritt zu einer umfassenderen Erweiterung des Angebots. Der nächste Schritt, der ungefähr zu Beginn des kommenden Jahres vollzogen sein wird, soll den Nutzern die Möglichkeit geben, selbst massgeschneiderte Performancevergleiche herzustellen. Sie erhalten die Möglichkeit, über Internet die zu vergleichenden Anlagegruppen, Benchmarks, Zeitperioden, Risiken und Erträge, etc. vorzugeben und die Auswertung sofort „online“ zu erhalten. Darüber soll zu gegebener Zeit orientiert werden.
SBB will Geld von den Kantonen
Laurence Uttinger: Recht in der beruflichen Vorsorge 2009
Laurence Uttinger von der Universität Zürich hat im Rahmen der Reihe njus.ch die Entwicklung der Rechtsprechung in der Beruflichen Vorsorge 2009 verfolgt und dargestellt. Dabei liegt der Fokus auf der Rechtsprechung des Bundesgerichts. Neben der Rechtsprechung wird auch den Rechtsetzungsanstrengungen Rechnung getragen sowie die neue Literatur vorgestellt. Die Publikation soll den Lesern erlauben, rasch auf den neusten Stand in diesem Rechtsgebiet zu gelangen.
Wir haben Laurence Uttinger nach ihren Eindrücken bezüglich der Gesetzgebung in der 2. Säule gefragt. Ihre Antwort: “Wenn ich die Entwicklung der beruflichen Vorsorge betrachte, finde ich die zunehmende Regelungsdichte auffällig, welche die weitergehende Vorsorge immer mehr der obligatorischen Vorsorge angleicht. In diesem Zusammenhang ist auch die stiefmütterliche gesetzgeberische Behandlung der Wohlfahrtseinrichtungen zu monieren – man hat das Gefühl, sie würden im Gesetzgebungsprozess oft völlig vergessen. Dies mit dem Resultat, dass sich Investitionen in solche Einrichtungen immer weniger lohnen. Ich glaube nicht, dass sich der Gesetzgeber der möglichen Auswirkungen dieser Entwicklung – von freiheitlicher hin zu reglementierter Vorsorge und der damit verbundenen Anreizsetzung – bewusst ist.”
Und wie beurteilt sie die Arbeit der Gerichte? “Die sehr dynamische Rechtsentwicklung in der
beruflichen Vorsorge führt immer wieder zu Unsicherheiten, welche der Klärung durch Gerichte – vor allem natürlich durch das Bundesgericht – bedürfen. In einem Rechtsgebiet, in dem sich Parteien mit unterschiedlichen Machtverhältnissen gegenüberstehen, ist sich das Bundesgericht seiner Rolle als ausgleichende Kraft sehr bewusst und rügt auch mal das Vorgehen einer allzu formalistischen Vorinstanz. Das Bundesgericht leistet in der beruflichen Vorsorge enorm wertvolle Arbeit, indem es massgeblich zur Rechtssicherheit beiträgt. So hat es unzählige Zweifelsfälle einer klaren Lösung zugeführt und wenn man auch mit dem Resultat nicht immer einverstanden ist, so kann man dem Gericht angesichts der eingehenden Begründungen in heiklen Fällen doch nie vorwerfen, es würde es sich leicht machen.”
NZZ: “Pensionskassenberater und Vermögensverwalter im Clinch”
Die Rolle der Schweizer Pensionskassenberater als «Torwächter» der Pensionskassen sorgt für Konflikte mit Finanzprodukt-Anbietern. Dabei stehen die Datenbanken der Beratungen PPCmetrics und Ecofin im Fokus, schreibt Michael Ferber in der NZZ.
In «fmbase» von PPCmetrics und «pmdb-online» von Ecofin können Banken, Fondsgesellschaften und Vermögensverwalter gegen Gebühren ihre Finanzprodukte aufführen lassen. Diese Datenbanken dienen den Beratern als Basis für den Entscheid, welche Produkte den Kassen für die Placierung der Versichertengelder empfohlen werden. In der Schweiz teilen sich vier grosse Beratungsgesellschaften – PPCmetrics, Complementa, Ecofin und Coninco – rund 80% des Marktes auf.
Dominique Ammann, Partner bei PPCmetrics, bestätigt, dass jeder Selektionsprozess aufgrund der Prinzipal-Agent-Problematik einen potenziellen Interessenkonflikt enthalte. Mit seiner Mittlerrolle bewege sich PPCmetrics in einem Spannungsfeld zwischen den Kassen und den Produktanbietern. PPCmetrics sei sehr auf die Reputation als unabhängiger Berater bedacht. Deshalb sei es besonders wichtig, gegenüber dem Kunden völlig transparent zu sein und ihm jeden Schritt im Selektionsprozess offenzulegen. Den Vorwurf der Unvollständigkeit von «fmbase» weist Ammann zurück. Seine Gesellschaft verwende bei der Selektion auch andere Quellen als die eigene Datenbank, beispielsweise Daten von Morningstar und Bloomberg.
Pressegespräch Vorsorgeforum zum Mindest-Umwandlungssatz: Medien-Unterlagen
Die Unterlagen zum heutigen Mediengespräch können über die folgenden Links herunter geladen werden. Sperrfrist Freitag, 15.1.2010, 12 Uhr.
Deutsche Texte
Liste der Referenten: http://www.box.net/shared/86arop3piq
Pressemitteilung: http://www.box.net/shared/rbn2rogy0y
Unterlagen Konrad (ASIP): http://www.box.net/shared/static/vo3scm5itb.ppt
PDF: http://www.box.net/shared/nimnadjj37
Unterlagen Chuard (SSV): http://www.box.net/shared/static/2arjmljvcy.pptx
PDF: http://www.box.net/shared/z2s51fh25y
Unterlagen Gerber (Experten-Kammer): http://www.box.net/shared/static/bn7vvu94bc.ppt
PDF: http://www.box.net/shared/tnjg3vjqv9
Unterlagen Gerber /Text: http://www.box.net/shared/pvo2c4rqab
Französische Texte:
Liste der Referenten: http://www.box.net/shared/m69jjtkic5
Pressemitteilung: http://www.box.net/shared/pedb2n91o8
Unterlagen Konrad (ASIP): http://www.box.net/shared/static/v30t693t8u.ppt
PDF: http://www.box.net/shared/d7nlxd9jbr
Unterlagen Chuard (SSV): http://www.box.net/shared/static/49g4c2n8mt.pptx
PDF: http://www.box.net/shared/tl0gurp5u9
Unterlagen Gerber (Kammer): http://www.box.net/shared/static/f9dytlueka.ppt
PDF: http://www.box.net/shared/n7uzysh6h3
Unterlagen Gerber / Text: http://www.box.net/shared/gc1n5j2a6r
BV in der Herbstsession
Auf der Traktandenliste des Nationalrats für die bevorstehende Herbstsession 7.-25.9. steht die Strukturreform als BVG-Teilrevision (07.055), Mittwoch 16. September, nachmittags (nach der Bundesratswahl). Anschliessend folgt die Behandlung der Motion Sommaruga “Anlagevorschriften für Pensionskassen. Weniger Risiken auf Kosten der Versicherten” (08.4045).
Der Ständerat behandelt am Dienstag, 22. September, die Motion Egerszegi “Schaffung von gleichen Bedingungen in der beruflichen Vorsorge” (09.3622).
Versicherer lehnen Überregulierung bei Vergütungen ab
Die eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma schlägt für Finanzdienstleister ein neues Vergütungssystem vor, das am 1. Januar 2010 in Kraft treten soll. Es soll verhindern, dass falsche Anreize zu unangemessenen Risiken führen, die Substanz und Ertragskraft eines Finanzinstituts gefährden. Erich Walser, Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) sagt: «Vor dem Hintergrund der Finanzkrise ist diese Massnahme nachvollziehbar. Der vorliegende Entwurf berücksichtigt leider die Eigenheiten der Versicherungsbranche in keiner Weise.» Die Versicherungsbranche lehnt die Anwendung der geplanten Mindeststandards für Vergütungssysteme entschieden ab. Der vorliegende Entwurf ist zudem mit all seinen detaillierten Bestimmungen und den rechtlichen Folgerungen innerhalb der geplanten Frist bis 2011 nicht umsetzbar.
Die Geschäftsmodelle und das Risikomanagement der Versicherer unterscheiden sich grundsätzlich von denen der Banken. Daher erfordern die Vergütungssystemen der Versicherer eine differenzierte Betrachtungsweise. So können die in der Versicherungsbranche gezahlten variablen Vergütungen weder die Substanz und Ertragskraft von Versicherungsgesellschaften noch die Stabilität des Finanzplatzes gefährden. Dieser Tatsache wird der aktuelle Entwurf nicht gerecht, schreibt der Versicherungsverband in einer Medienmitteilung..
Börse gut, Pensionskasse gut?
Nach langer Durststrecke haben Pensionskassen erstmals seit Mitte 2007 wieder eine positive Quartalsrendite erreicht. Doch noch sind die Silberstreifen am Horizont äussert dünn. Viele Kassen leiden weiterhin unter einer Unterdeckung, und zudem schwirren die Schreckgespenste Inflation und Deflation herum, heisst es auf dem investschannel.
Die Performance vieler Pensionskassen hat sich wieder positiv entwickelt. Das zeigen auch die Pensionskassen-Indizes von Swisscanto, Asip, Credit Suisse etc. Aber noch beklagen viele Kassen eine Unterdeckung. Die Auswirkungen auf den Deckungsgrad sind jedoch von Vorsorgeinstitut zu Vorsorgeinstitut unterschiedlich. Infolge der besseren Marktsituation gibt es einige Kassen, die ihren Deckungsgrad stabilisieren oder gar erhöhen konnten. Andere profitierten zwar auch von den steigenden Kursen, leiden aber nach wie vor an einer Unterdeckung.
Dr. Stephan Skaanes, Pensionskassen-Experte und Senior Consultant bei PPCmetrics AG beschreibt in einem Video-Interview die aktuelle Situation der hiesigen Vorsorgeinstitute.
Swisscanto PK-Monitor: Leichte Entspannung
Der Swisscanto Pensionskassenmonitor zeigt für das zweite Quartal 2009 eine leichte Verbesserung der Finanzierungssituation der schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen. Gegenüber dem 31. März erhöhte sich die durchschnittliche, vermögensgewichtete Deckung von 90,2% auf 93,4%. Zu Jahresbeginn betrug sie 91,7%. Für die Gesamtheit der Pensionskassen ergibt sich für das erste Semester eine Verbesserung um 1,7 Prozentpunkte. Nach den Einbussen im ersten Quartal hat sich damit die Lage etwas stabilisiert.
Der Durchschnitt aller erfassten Kassen (vermögensgewichtet) liegt 3,2 Prozentpunkte über dem Stand vom 31. März 2009 und 1,7 Prozentpunkte über dem Stand zu Jahresbeginn. Für die privat-rechtlichen Pensionskassen beträgt der Anstieg der durchschnittlichen Deckung seit Jahresbeginn 1,9 Prozentpunkte von 97,0 auf 98,9%, für die öffentlich-rechtlichen 1,5 Prozentpunkte von 85,9 auf 87,4%.
Das positive Ergebnis ist weitgehend auf die Erholung der Aktienmärkte im zweiten Quartal des laufenden Jahres zurückzuführen. Nach zwei Quartalen mit markant rückläufiger Entwicklung haben die Kapitalanlagen damit erstmals wieder einen positiven Beitrag zum Deckungsgrad geleistet. Im ersten Semster erzielten die erfassten Vorsorgeeinrichtungen eine durchschnittliche, gewichtete Rendite von 2,9%.
ASIP Performancevergleich: Durchschnittliche Halb-Jahres-Rendite von 3.4%
Der im Auftrag des Schweizerischen Pensionskassenverbandes (ASIP) von der Beratungsfirma Watson Wyatt durchgeführte Performancevergleich zeigt für das erste Halbjahr 2009 eine Median- Rendite von 3.4% auf dem Gesamtvermögen der teilnehmenden Vorsorgeeinrichtungen. Trotz dieser leichten Erholung sind die Sollrenditen über die letzten 5 Jahre im Durchschnitt nicht erreicht worden.
Die Bandbreite der Ergebnisse liegt für das erste Halbjahr 2009 zwischen 1.4% und 8.5% für 90% der Kassen. Die Rendite muss jeweils unter Berücksichtigung der Risikofähigkeit und der Volatilität der gewählten Anlagestrategie einer Pensionskasse interpretiert werden.
Die kräftige Erholung von Aktien Ausland, leicht positive Renditen von Schweizeraktien und Obligationen Schweiz, sowie von indirekten Immobilien Schweiz haben wesentlich zur positiven Rendite beigetragen. Obligationen Fremdwährung zeigten gute Ergebnisse mit grosser Streuung, während Immobilien Ausland mit leicht negativen Werten aufwarteten. Rohwaren schliesslich erholten sich im ersten Halbjahr 2009 gut nach dem starken Einbruch im zweiten Halbjahr von 2008.
Die Median-Rendite über 5 Jahre (1.7.2004-30.06.2009) lag bei 1.9% pro Jahr. Die Bandbreite für diese Zeitperiode betrug zwischen 0.0% und 4.0% pro Jahr für 90% der Kassen. Über 1, 2 und 3 Jahre liegt der Medianwert mit -6.4%, -6.7% respektive -1.6% immer noch im negativen Bereich. Trotz der erfreulichen ersten Jahreshälfte konnten die meisten Vorsorgeeinrichtungen deshalb die notwendige Sollrendite nicht erzielen.
