Am 12.05.2009 hat die Delegiertenversammlung der Pensionskasse des Bundes Publica die Arbeitnehmervertretung in deren Kassenkommission gewählt. Die Kassenkommission ist das oberste Organ von Publica. Sie übt die Leitung sowie die Aufsicht und Kontrolle über die Geschäftsführung aus. Sie verfügt über 16 Mitglieder und ist paritätisch zusammengesetzt (je 8 Mitglieder, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber vertreten).
Allgemein
PK Basel: Jahresabschluss, indirekte Sanierung
Mit einer Jahresperformance von – 10.9% auf dem Gesamtvermögen erzielte die Pensionskasse Basel-Stadt (PKBS) nach eigener Einschätzung “angesichts der Finanzmarktkrise ein im Quervergleich gutes Ergebnis.” Gemessen an der benötigten Rendite führten die Wertveränderungen der Aktien jedoch zu einem grossen (Buch-)Verlust, sodass der Deckungsgrad um rund 14% gesunken ist. In dieser Situation sind Sanierungsmassnahmen zu ergreifen.
Im Rahmen der Einführung eines neuen Pensionskassengesetzes per 1.1.2008 wurde die PKBS auf einen Deckungsgrad von 100% ausfinanziert (Bereiche Staat und Universität Basel). Das Vermögen der PKBS beträgt per 31.12.2008 CHF 8.2 Mia. Vergleiche mit dem Stand per 31.12.2007 sind nicht aussagekräftig, da per 1.1.2008 ein Mittelzufluss von ca. 1.5 Mia. erfolgte (Ausfinanzierung Staat und Universität auf 100%). Die Betriebsrechnung 2008 zeigt bei einem Vermögensertrag von CHF – 1.0 Mia. einen Verlust von CHF 1.4 Mia.
Die Kursverluste führten dazu, dass sich die PKBS in Unterdeckung befindet. Der Gesamtdeckungsgrad beträgt 85.7%, die Deckungslücke beträgt gesamthaft CHF 1.38 Mia. Davon entfallen auf den Bereich Staat CHF 1.12 Mia. (Deckungsgrad 85.4%), auf den Bereich der angeschlossenen Institutionen CHF 0.26 Mia. (Durchschnitt aller Deckungsgrade 86.8%).
Gemäss baselstädtischem Pensionskassengesetz sind bei einem Deckungsgrad von unter 95% Sanierungsmassnahmen zu ergreifen. Der paritätisch zusammengesetzte Verwaltungsrat der PKBS hat an seiner Sitzung vom 30. April 2009 beschlossen, eine sog. „indirekte Sanierung“ vorzuschlagen, die sich an die Ausfinanzierung auf den 1. Januar 2008 anlehnt. Dies bedeutet konkret:
1. Der Kanton Basel-Stadt schliesst die per Ende 2009 bestehende Deckungslücke durch eine Einmaleinlage. Die Amortisation dieser so entstandenen Schuld erfolgt paritätisch durch Arbeitgeber und Destinatäre.
2. Die Belastung der Aktiven und der Rentenbeziehenden entspricht ihrem jeweiligen Anteil am Deckungskapital (Aktive 40%; Rentner 60%).
3. Zur Amortisation der hälftigen Deckungslücke leisten die Staatsangestellten (zusätzlich zum Teuerungsverzicht der Ausfinanzierung auf den 1.1.2008) einen weiteren Lohn bzw. Teuerungsverzicht von 1% wiederkehrend. Gleichzeitig wird der Beitrag des Staates an den Teuerungsfonds der Rentnerinnen und Rentner um 2.4% der versicherten Lohnsumme reduziert. Dies bedeutet, dass noch 0,1% der versicherten Lohnsumme in den Teuerungsfonds fliessen, also so gut wie kein Teuerungsausgleich mehr ausgerichtet
werden kann. Bei einer Deckungslücke von 85,4% (Bereich Staat) dauert diese Massnahme bis zur vollständigen Amortisation 19 Jahre.
4. Härteklausel für Renterinnen und Rentner: Der Verwaltungsrat der PKBS beantragt dem Regierungsrat, diese Amortisation gegebenenfalls verlängern zu dürfen und mit den Mitteln aus dem Lohnverzicht der Aktiven während ein bis zwei Jahren den Teuerungsfonds der Rentnerinnen und Rentner zu äufnen, um die Teuerung von Renten auszugleichen, deren Kaufkraft um mehr als 20% abgenommen hat. Dies ändert nichts an der Gesamtsumme, welche die Aktiven zu erbringen haben.
Le Temps: Une dégradation à ne pas sous-estimer
Les caisses de pension ont fortement souffert de la crise. Au plan mondial, les actifs de retraite ont perdu 20% et les ont ramenés à 4200 milliards d’euros, selon un rapport de l’OCDE. En Suisse, les trois quarts des caisses de pension sont en situation de sous-couverture légère à élevée.

Emmanuel Carresus, LeTemps
Les retraites anticipées choisies et imposées
Quelles que soient les circonstances de la vie, une retraite anticipée se prépare. Cela va du budget nécessaire à combler la baisse des revenus à la négociation de l’indemnité de départ.
Roland Bron, Directeur VZ VermögensZentrum Suisse romande, LeTemps
L’effet de la crise sur le taux technique
Après la crise financière de 2001-2002, un certain nombre d’institutions de prévoyance ont engagé la réflexion sur la baisse du taux technique. Certaines ont franchi le pas, d’autres ont préféré le statu quo. La crise actuelle ramène le débat sur les devants de la scène mais cette fois, le nombre de partisans d’une baisse semble s’être accru.
Pascal Frei, CFA, Senior consultant PPCmetrics SA, LeTemps
Un besoin éthique
Seuls des efforts de communication du Conseil de fondation permettront d’expliquer la situation aux assurés, de leur présenter les conséquences éventuelles et de mériter leur confiance.
Jean-Marc Wanner, Expert agréé en prévoyance professionnelle, Hewitt Associates SA à Nyon, LeTemps
L’invidualisation et l’évolution légale
Les adaptations législatives et la crise financière plaident pour une plus grande transparence dans gestion des avoirs de prévoyance.
Mathias Maradan, CAIA, Wegelin & Co. Banquiers privés, Genève, LeTemps
Swisscanto PK-Monitor: Finanzierungssituation bleibt angespannt, neue Datenbasis
Swisscanto informiert in einer Medienmitteilung über die Deckungsgradsituation der Vorsorgeeinrichtungen per Ende März 09. Es wird festgehalten: “Die zweite Ausgabe des Swisscanto Pensionskassenmonitors weist per Ende März 2009 einen geschätzten durchschnittlichen Deckungsgrad der schweizerischen Pensionskassen von 91,9% aus. Die negative Entwicklung von 2008 hat sich damit im ersten Quartal 2009 fortgesetzt. Die Zahl der Destinatäre, welche von kassenindividuellen Massnahmen zur Behebung einer Unterdeckung betroffen sind, dürfte deshalb nochmals leicht angestiegen sein. Massive Eingriffe sind angesichts der Stabilität der zweiten Säule nicht zu erwarten und wären auch in den meisten Fällen verfehlt.”
Der PK-Monitor wurde mit dieser zweiten Ausgabe auf eine neue Basis gestellt. “Grundlage für die Berechnungen per Ende März 2009 und die kommenden Auswertungen bilden neu die Daten des AWP/Complementa Risiko Check-up und der Swisscanto Pensionskassenumfrage, welche beide jährlich und teilweise auf einer gemeinsamen Internet-Plattform erhoben werden. Berechnet wird der Pensionskassenmonitor von Complementa Investment Controlling AG. Er deckt aktuell 427 Vorsorgeeinrichtungen (VE), über zwei Drittel aller Vermögen und rund 80% aller Versicherten der beruflichen Vorsorge ab. Die nicht berücksichtigten 20% der Destinatäre entfallen auf eine relativ grosse Anzahl von kleinen VE. Das breitere Universum der erfassten VE führt bei grundsätzlich gleicher Berechnungsmethode zu Deckungsgradschätzungen, die gegenüber der Erstveröffentlichung des Pensionskassenmonitors höher liegen können”, schreibt Swisscanto.
BSV-Mitteilungen Nr. 111: Neuerungen bei der Teilliquidation
Das BSV berichtet in seinen Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 111 über “Anpassung der Verordnungsbestimmungen über den kollektiven Anspruch auf Wertschwankungsreserven bei Teilliquidation im Fall der Mitgabe von Barmitteln”. Dazu heisst es: “Der Bundesrat stärkt die Solidarität bei Teilliquidationen von Vorsorgeeinrichtungen. Die Pensionskassen werden dazu verpflichtet, betroffenen Versicherten, die gemeinsam in eine neue Einrichtung übertreten, ihren Anteil der vorhandenen Rückstellungen und Schwankungsreserven auch dann in die neue Pensionskasse mitzugeben, wenn die Austrittsleistung ausschliesslich in Form von flüssigen Mitteln übertragen wird. Die entsprechende Änderung der Verordnung BVV 2 vom 1. April 2009 tritt auf den 1. Juni 2009 in Kraft.” Die Verordnungsrevision wurde ausgelöst durch einen umstrittenen Entscheid des BGer von 2005, in welchem dieses entschieden hatte, das nur Anteile an den Reserven in Form von Wertschriften u.ä. mitzugeben seien, nicht aber flüssige Mittel. Die vorgesehene Revision der BVV2 ist in den Mitteilungen enthalten.
PW. Das Bundesgericht hat mit seinem Entscheid seinerzeit eine etwas eigenartige Philosophie bezüglich Kapitalanlagen entwickelt. Die dadurch notwendig gewordene Revision der betr. Verordnung fällt nun aber just in eine Zeit, in der das Problem, leider muss man sagen, wenig Relevanz hat, da Wertschwankungsreserven zunehmend Seltenheitswert aufweisen. Aber das kann und soll sich ja auch wieder ändern.
Coop PK: Feiert ihr 100jähriges Bestehen

Mit einem würdigen Festakt hat die Coop-Pensionskasse “CPV-CAP” am 7. April in Luzern ihr 100jähriges Jubiläum gefeiert. Der Bedeutung des Anlasses gemäss konnte Bundesrat Pascal Couchepin als Festredner gewonnen werden. Dieser ergriff die Gelegenheit, über diverse aktuelle Fragen der Beruflichen Vorsorge und der Sozialversicherungen zu referieren und seine Sicht der Dinge darzulegen. Was die 2. Säule und das aktuelle Thema der Anpassung des Umwandlungssatzes betrifft, durfte er auf weitgehende Übereinstimmung mit den Festteilnehmern zählen. Anton Felder, VR Präsident der (genossenschaftlich organisierten) Kasse, verwies auf diverse interessante Details. Dazu gehört, dass die Kasse kurz vor der Umwandlung ihrer Rechtsform in eine Stiftung steht. Aus gegebenem Anlass besonders instruktiv: Die Kasse hat im vergangenen Jahr nicht nur ihren technischen Zins von 4 auf 3,5 Prozent reduziert, sondern auch den Umwandlungssatz auf 6,4 Prozent (!) gesenkt. Mit einem Sonderbeitrag der Arbeitgeberin “Mobilisierung von Reserven und Beitragserhöhungen” konnten Leistungskürzungen weitgehend vermieden werden. Eine besondere Lösung hat die CPV bei der Ausgestaltung ihres Leistungsprimats gewählt. Mit Zusatzbeiträgen werden Lohnerhöhungen und damit verbundene Einkäufe in höhere Leistungen vorfinanziert, was Nachteile des Beitragsprimats verringert. Die CPV-CAP zählt 35’000 aktiv Versicherte und 16’500 Rentner.
Lusenti: La crise bouleverse les placements des caisses de pension
Les performances catastrophiques de l’année 2008 ont déclenché un douloureux processus d’assainissement dans de nombreuses caisses, durement touchées par la crise : le degré de couverture – la proportion entre placements et engagements – a reculé partout, les réserves de fluctuations de valeurs ont fondu. Le 1er trimestre 2009 a été marqué par une poursuite de la baisse, ce qui a décuplé les inquiétudes, alimenté les craintes. Dans les conseils de fondation, les comité de placement, parmi les délégués des assurés ou des employeurs, dans les directions des caisses, les tensions sont palpables, les nerfs à vif : que faire ? Qu’est-ce qui fait sens?
Rudolf Strahm als PK-Berater
In einem Beitrag für die Zeitschrift “work” der Unia erläutert der ehemalige Preisüberwacher Strahm, wer Schuld ist an den Verlusten der Pensionskassen und was die Stiftungsräte jetzt anders machen müssten. Zu den “Don’ts” gehören Spekulation, Hedge Funds, Aktivfonds, Dollaranlagen. Empfohlen werden dafür breit gestreute Anlagen und Offenlegung der Berater. So einfach ist das.
ASIP: Sanierungsmoratorium bildet Gefahr für 2. Säule
Der Pensionskassenverband ASIP schreibt in einer Pressemitteilung: “Die Gewerkschaften und die Linke fordern ein befristetes Aussetzen von Sanierungen von Pensionskassen in Unterdeckung. Die Forderung nach einem generellen Moratorium steuert aber nicht zur Sicherung der beruflichen Vorsorge in der Schweiz bei, im Gegenteil. Das Aufschieben allfälliger Sanierungsmassnahmen könnte die momentane Situation der Vorsorgeeinrichtungen erheblich verschärfen und nimmt ihnen die Möglichkeit, erneut Reserven anzulegen.”
Auch verschärften Anlagevorschriften kann der Verband nichts abgewinnen: “Sodann geht die politische Forderung nach restriktiveren Anlagevorschriften, u.a. Verzicht auf strukturierte Produkte, Hedge Fonds und Aktivfonds, zu weit. Wer jetzt für die bereits heute stark regulierte Berufliche Vorsorge nach zusätzlicher Regulierung ruft, verkennt die bisherigen Anstrengungen und Entwicklungen in den einzelnen Vorsorgeeinrichtungen. Entscheidend ist der richtige Umgang mit den erwähnten Anlageinstrumenten.”
Letztlich geht der ASIP auch auf die Diskussion um den Umwandlungssatz ein: “Die Senkung des Umwandlungssatzes verhindert zum einen die Aushöhlung der Pensionskassen durch zu hohe Rentenzahlungen. Zum anderen wird durch die Senkung das Solidaritätsprinzip aufrechterhalten, welches die gemeinsame Übernahme von Risiken durch die Versicherten vorsieht. Es ist nicht Zweck der 2. Säule, Renten durch die Umverteilung von Geldern von aktiv Versicherten auf Rentner zu sichern. Die Altersvorsorge der Versicherten muss im Gegenteil durch die langfristige Stabilität der 2. Säule gesichert werden.”
NZZ am Sonntag: Kniefall vor Matter
Es ist lange gegangen aber jetzt hat sich die NZZ am Sonntag dem Unvermeidlichen gefügt und sich bei Thomas Matter für die Berichterstattung im Sommer 2006 über die Fusion von Swissfirst und Bellevue entschuldigt. Die Formulierung ist gewunden und offensichtlich das qualvolle Ergebnisse stundenlanger Verhandlungen der Anwälte. Letztlich aber eindeutig: Die NZZ am Sonntag hat während Monaten Gerüchte in die Welt gesetzt, die nie zu beweisen waren.
Im Wortlaut heisst es: “Im Nachgang der Fusion der Banken Swissfirst und Bellevue hat die «NZZ am Sonntag» im Sommer 2006 in verschiedenen Artikeln Kritik an der Transaktion geübt. Mehrfach wurde behauptet, diese sei auf Kosten der Mitglieder von Pensionskassen erfolgt. Weiter wurde die Frage aufgeworfen, ob noch andere Anreize eingesetzt wurden, um die Anlageverantwortlichen der fraglichen Pensionskassen zum Verkauf von Swissfirst-Aktien zu bewegen. Die «NZZ am Sonntag» stellt im Lichte der heute erhärteten Fakten fest, dass ihre damalige Berichterstattung in diesen beiden Punkten auf Annahmen begründet war, die sich in der Folge nicht bestätigten. Die genannten Transaktionen führten weder bei den Pensionskassen und deren Versicherten zu einem Vermögensschaden, noch flossen irgendwelche Leistungen an die Pensionskassenverwalter.
Die «NZZ am Sonntag» bedauert, dass mit ihrer Berichterstattung ein falscher Eindruck erweckt wurde, und entschuldigt sich dafür bei Thomas Matter. Thomas Matter verzichtet auf finanzielle Forderungen gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung AG.”
Systemkollaps der 2. Säule?
Auf der Website der Zeitschrift Blickpunkt:KMU äussert sich Prof. Roland Müller, Miglied der Geschäftsleitung des Schweiz. Arbeitgeberverbands, zu den Konsequenzen der Finanzkrise auf die Pensionskassen. Zur Frage, ob das System gar vor einem Systemkollaps stehe, meint er: “Die Gefahr eines Systemkollapses, wie er im Bankenbereich drohte, besteht in der 2. Säule nicht, solange das Finanzsystem keine schweren Schäden erleidet und nicht ganz zusammenbricht. Die aktuellen Probleme der 2. Säule sind aus der Bankenkrise «importiert» und haben nichts mit eigenen Systemfehlern zu tun (wie dies beispielsweise der überhöhte Umwandlungssatz einer ist). Beruhigen sich die Märkte, können die Vorsorgeeinrichtungen die Krise mit den heute bereits bestehenden Sanierungsmassnahmen überwinden.” Im weiteren listet er die Massnahmen auf, die im Zusammenhang mit einer Unterdeckung zu ergreifen sind und führt aus, welche Überlegungen dabei gemacht werden sollten.
Auf der selben Seite ist auch ein Video-Interview zu diesem Thema mit dem Geschäftsführer des Vorsorgeforums zu finden.
