Die Aargauer Zeitung schreibt: “Harsche Kritik an der Anlagepolitik der Aargauischen Pensionskasse (APK): Josef Marbacher, Leiter des Instituts für Finanzmanagement an der Fachhochschule Nordwestschweiz, sieht dringenden Handlungsbedarf. Pikant dabei: Marbacher ist selber Mitglied der Delegiertenversammlung der APK.” Marbacher kritisiert das seiner Meinung nach zu hohe Engagement der APK in alternative Anlagen und vermisst einen professionellen Anlageausschuss.
Allgemein
Versicherungswirtschaft in schwierigem Umfeld
Die Schweizer Versicherungswirtschaft hat sich 2008 in einem äusserst volatilen Umfeld gut gehalten und steht nach eigenem Bekunden “solide da”. Das Lebensversicherungsgeschäft verzeichnete gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 2,3%, die Schadenversicherung wuchs um 0,5%. Der Schweizerische Versicherungsverband SVV erwartet, dass die Versicherer aufgrund ihrer hohen operativen Stärke positive Ergebnisse aus dem Versicherungsgeschäft vorweisen werden, die Anlageergebnisse jedoch durch die Finanzmarktkrise beeinträchtigt werden. Dies einige der Highlights von der Jahrespressekonferenz des SVV.
Das Lebensversicherungsgeschäft – Kollektiv und Einzelleben – verzeichnete im Jahr 2008 gemäss den Hochrechnungen des SVV einen Zuwachs von 2,3% gegenüber dem Vorjahr. Im Bereich Kollektiv-Leben stieg das Prämienvolumen um 2,8% (Angaben in Grafik in Mrd.Fr.). Damit bestätigt sich die im Jahr 2007 eingeleitete Trendwende in der beruflichen Vorsorge. Die Vollversicherung mit garantiertem Sparprozess wird von den KMU in schwierigen Zeiten wieder vermehrt geschätzt.
Motion Rechsteiner: Aktionärsrechte der Pensionskassen
Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht über die Stärkung der Aktionärsrechte der Pensionskassen und ihrer Destinatäre vorzulegen. Der Bericht soll darlegen, wie die langfristig orientierten Pensionskassen ihren Unternehmensbesitz wirksam vor der Plünderung durch das eigene Management, vor Raidern mit kurzfristigem Gewinnziel und vor Lohn- und Bonusexzessen besser schützen können. Der Bericht soll konkrete Vorschläge machen.
Eingereicht von
Rechsteiner Rudolf; Einreichungsdatum: 19.12.2008; Eingereicht im Nationalrat; Stand der Beratung Im Plenum noch nicht behandelt.
VPS: Umwölkte Horizonte
PW. Am Anlass des Verlags VPS unter dem Titel “Horizonte und Trends” äusserten sich zum Jahresbeginn traditionell Vertreter und Vertreterinnen von Pensionskassen, der Sozialpartner sowie Anlagespezialisten über Lage und Aussichten der Beruflichen Vorsorge. Dabei wurden auch aktuelle Angaben zur Finanzierungssituation von PKs bekannt. Vera Kupper Staub, Anlagechefin der Stadtzürcher Pensionskasse, liess wissen, dass der Deckungsgrad ihrer Kasse letztes Jahr von 130 auf 105 Prozent gesunken ist. Die Kasse hat vor Jahresfrist die Vorsorgewelt mit der Nachricht überrascht, dass sie die Altersguthaben mit 9,5% (!) verzinsen werde. Da haben offensichtlich die verantwortlichen Gremien die Leistungsfähigkeit ihrer Kasse überschätzt und trotz der bereits erkennbaren Probleme auf den Kapitalmärkten allzu grosszügig agiert. Dem Anlagereglement folgend wurde im Oktober die Aktienquote reduziert, um das Unterdeckungsrisiko zu verringern. Allerdings kann die Kasse mit dem reduzierten Aktienanteil das Leistungsziel nicht erreichen, muss also früher oder später ihren Aktienanteil wieder ausbauen oder aber die Leistungen reduzieren. Laut Kupper können unter den gegebenen Umständen auch die Kosten der Langlebigkeit nicht mehr aus den Finanzerträgen finanziert werden. Schliesslich äusserte sie sich skeptisch zu der zunehmenden Entsolidiarisierung in den Pensionskassen, welche auch die Risikofähigkeit beeinträchtigen. Kritische Worte waren von ihr auch über die sehr limitierte Möglichkeit zum Einbezug der Rentner in Sanierungsmassnahmen zu hören, die sie als “unglücklich” bezeichnete.
An einer kritischen Schwelle steht die Pensionskasse der Post mit einem Deckungsgrad von knapp 90 Prozent. Françoise Bruderer, Geschäftsführerin der Kasse, führte aus, dass im laufenden Jahr das Rebalancing auf den Aktienanlagen ausgesetzt worden sei. Die Aktienquote ist dabei von 28 auf 20 Prozent zurück gegangen.
In einer Diskussion mit den Sozialpartnern plädierten diese für eine Zurückhaltung der Aufsichtsbehörden bei der Anordnung von Sanierungsmassnahmen. Dabei kam auch das Argument zur Sprache, dass der Bund nicht gleichzeitig milliardenschwere Rettungspakete für Privatunternehmen schnüren könne und gleichzeitig bei unterdeckten Pensikonskassen massiv durchgreifen. Die Antwort auf die Frage, was die beiden Dinge miteinander zu tun haben sollen, wurde allerdings weder gestellt noch beantwortet. Erfreulicherweise lehnten sowohl Colette Nova (Gewerkschaftsbund) und Roland Müller (Arbeitgeber) staatliche Interventionen oder gar Stützungsmassnahmen für die Pensionskassen ab.
Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde schliesslich der Versuch einer Prognose für das laufende Jahr unternommen. Er gipfelte in der Feststellung, dass vielleicht möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte eine Erholung einsetzen könne oder auch nicht, dass wir mittelfristig wohl mit höheren Ölpreisen zu rechnen haben und eventuell die jetzigen deflationären Tendenzen von inflationären abgelöst werden. Trotz der aktuell freundlichen Börsenverfassung wurde von Engagements eher abgeraten gleichzeitig aber auch feststellt, dass die Aktien vielleicht nie mehr so billig sein werden wie heute.
NZZ: «Pensionskassen mit Rekordverlusten»
Die NZZ zitiert in einem Beitrag zur Lage der Pensionskassen den Berater Graziano Lusenti, nach dessen Meinung rund 80% der 2700 Schweizer Vorsorgewerke im vergangenen Jahr Verluste von zwischen –10% und –20% erlitten haben. Die NZZ schreibt weiter: “Laut dem Berater dürfte das sehr schwierige Jahr an den Finanzmärkten bei den Vorsorgeeinrichtungen Vermögenswerte von 70 Mrd. bis 90 Mrd. Fr. vernichtet haben. Ende 2007 lag deren verwaltetes Vermögen noch bei rund 600 Mrd. Fr., nun dürften es nur noch 510 Mrd. bis 530 Mrd. Fr. sein. Derzeit dürfte sich rund die Hälfte der Pensionskassen in Unterdeckung befinden.”
BSV-Mitteilungen Nr. 109: Sonderausgabe zu den Anlagebestimmungen
Wohl nicht zuletzt ausgelöst durch die heftige und teils auch sehr polemische Kritik an der Revision der Anlagebetimmungen in der BVV2, hat das BSV eine Sonderausgabe seiner "Mitteilungen über die berufliche Vorsorge" herausgegeben, in welchen die Grundsätze der Verordnungsänderung erläutert werden, sehr ausführlich aber auch auf die beiden besonders umstrittenen Punkte eingegangen wird: die Reduktion des Immobilienanteils und die Schaffung einer neuen Anlagekategorie für die alternativen Anlagen.
Durch diverse irreführende Aeusserungen in den Medien sieht sich das BSV offenbar gezwungen folgendes festzuhalten: "Durch die Neuregelung sind diese (PKs mit mehr als 30% Immobilienanteil) nun keineswegs gezwungen, ihre Immobilien zu verkaufen (…). Die Immobilienquote von 30% ist vielmehr ein Signal: Wenn die Vorsorgeeinrichtung diese Limite überschreiten will, dann soll sie sich fragen, ob z.B. die Sorgfaltspflicht und Sicherheit noch gewährleistet sind. Lässt sich dies bejahen, kann sie die Überschreitung bei der Festlegung ihrer Anlagestrategie bewusst vornehmen, entsprechend im Anlagereglement festhalten und in der Jahresrechnung die Gründe kurz kommentieren."
Analog dazu heisst es im Abschnitt über alternative Anlagen: "Selbstverständlich zielt auch diese Limite (15%) in keiner Art und Weise darauf ab, die Investitionen in alternative Anlagen zu fördern oder die Vorsorgeeinrichtung sogar dazu zu nötigen. Dies würde dem Vorsichtsprinzip (und den in den Erläuterungen formulierten Bedingungen) ausdrücklich widersprechen. Als restriktivste Kategorielimite erzeugt sie allenfalls sogar den gegenteiligen Effekt. Letztlich entscheidet die Attraktivität oder Unattraktivität (Rendite- / Risikoeigenschaften) dieser Anlagen darüber, ob ihr Anteil zu- oder abnimmt."
Wall Street Journal: U.S. Says It Will Bail Out Christmas
Parlament. Initiative: BVG-Einkäufe von Selbständigerwerbenden nach Erwerbsaufgabe
Eingereichter Text: Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und Artikel 107 Parlamentsgesetz reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein:
Der nachstehende Artikel sei in das Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) neu einzufügen:
Artikel 45a Selbständigerwerbende nach definitiver Erwerbsaufgabe
1 Für Selbständigerwerbende nach definitiver Erwerbsaufgabe im Sinne von Artikel 37b Absatz 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) sowie Artikel 11 Absatz 5 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) gelten folgende Ausnahmebestimmungen, sofern die Einkaufsbeiträge aus realisiertem Liquidationsgewinn erfolgen und steuerlich davon in Abzug gebracht werden können:
a. die Aufnahme in eine freiwillige Versicherung der beruflichen Vorsorge und die Leistung von Einkaufsbeiträgen in diese kann innerhalb eines Jahres nach definitiver Beendigung der Erwerbstätigkeit sowie bis zu 5 Jahren nach Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters erfolgen;
b. die Einkäufe dürfen ausschliesslich zum Erwerb von Altersleistungen verwendet werden;
c. die Reglemente können einen Aufschub der Altersrenten oder Kapitalleistungen bis zu 7 Jahren nach Erreichen des ordentlichen Pensionierungsalters vorsehen;
d. die Rentenleistungen sind zu 80 Prozent steuerbar.
2 Der Bundesrat legt in Zusammenarbeit mit den Kantonen die anerkannten Vorsorgeformen und die Berechnung des zulässigen Einkaufsbeitrages für die freiwillige Versicherung von Selbständigerwerbenden nach definitiver Erwerbsaufgabe unter Wahrung der Steuerbefreiung der Vorsorgeeinrichtung gemäss Artikel 80 Absatz 1 BVG fest.
Eingereicht von:
Hutter Markus; Einreichungsdatum: 03.10.2008; Eingereicht im Nationalrat; Stand der Beratung: Im Plenum noch nicht behandelt.
Parlament. Initiative
Tätigkeitsbericht 2007 der BSV-Aufsicht
Bereits im dritten Jahr erscheint der Tätigkeitsbericht der ABV (Aufsicht Berufl. Vorsorge). Der Bericht mit den Daten für das Jahr 2007 kann vom BSV heruntergeladen werden. Nebst dem vollständig überarbeiteten Layout steht neu auch eine Papierversion bereit, welche beim Bundesamt für Sozialversicherungen bezogen werden kann. Der Bericht befasst sich mit der Aufsichtstätigkeit der ABV bei den national und international tätigen Einrichtungen mit besonderen Schwerpunkthemen wie z.B. Parität oder Retrozessionen. Des Weiteren enthält der Bericht einen Überblick über die finanziellen Verhältnisse der Vorsorgeeinrichtungen, die der direkten Bundesaufsicht unterstehen.
Die ABV beaufsichtigt hauptsächlich die Sammelstiftungen der Versicherungsgesellschaften, teilautonome und autonome Sammelstiftungen die überregional tätig sind, sowie die Gemeinschaftsstiftungen der Wirtschaftsverbände, zudem die besonderen Vorsorgeeinrichtungen der SBB, der Post, der Nationalbank, der SUVA, die Pensionskasse des Bundes (PUBLICA) und Vorsorgeeinrichtungen von internationalen Organisationen sowie den Sicherheitsfonds und die Auffangeinrichtung.
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Beaufsichtigte Einrichtungen 2007 |
Vermögen |
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115 Vorsorgeeinrichtungen |
190 Mrd. |
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27 Anlagestiftungen bzw. 321 Sondervermögen |
73 Mrd. |
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17 Freizügigkeitseinrichtungen |
18 Mrd. |
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15 Bankstiftungen der Säule 3a |
21 Mrd. |
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15 andere Einrichtungen |
1 Mrd. |
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Total |
303 Mrd. |
BSV Aufsicht
Swisscanto: Schweizer Pensionskassen 2008 – Nachhaltigkeit, alternative Anlagen und ein Beitrag zur Begriffsklärung
Auf Basis der Resultate der Swisscanto-Umfrage 2008 wurde jetzt die dazugehörige Studie mit allen wichtigen Daten sowie begleitenden Analysen und Kommentaren publiziert. 265 Pensionskassen haben an der diesjährigen Umfrage mit Stichtag 31.12.2007 teilgenommen. Sie weisen ein Gesamtvermögen von über 400 Mrd. Franken und rund 2,2 Millionen Versicherte auf. Damit deckt die Umfrage 60% der Beruflichen Vorsorge ab und kann eine hohe Repräsentativität ihrer Daten beanspruchen.
Die statistischen Angaben mit ihrer Kommentierung werden ergänzt durch eine Reihe von Beiträgen zu grundsätzlichen und aktuellen Themen der Beruflichen Vorsorge. Sie stammen von prominenten Autoren aus der 2. Säule und nehmen Bezug auf technische und politische Fragen.
Breiten Raum nimmt das Schwerpunkt-Thema „Nachhaltige Anlagen“ ein. Die Umfrage hat dazu überraschende Ergebnisse gebracht, welche eingehend analysiert werden. Trotz der allgegenwärtigen Diskussion um Klima, Energie und Nachhaltigkeit ist nur ein sehr kleiner Teil der Pensionskassenanlagen explizit nach diesen Kriterien investiert. Insbesondere bei privaten Vorsorgeeinrichtungen sind die entsprechenden Anteile in ihren Portefeuilles verschwindend gering, wie Gérard Fischer, CEO von Swisscanto, feststellt. Persönliche Stellungnahmen von Geschäftsführern grosser Pensionskassen lassen erkennen, welche Überlegungen dazu in der Praxis angestellt werden und diese sind geeignet, die statistisch erfassten Zahlen zu relativieren. Aufschlussreich sind etwa die Erläuterungen von Markus Moser, Direktor der Pensionskasse Novartis, die aufzeigen, welchen Weg seine Kasse bezüglich Nachhaltigkeit eingeschlagen hat.
Politische Aktualität darf der Beitrag von Dieter Stohler, Direktor der Pensionskasse Basel-Stadt, für sich beanspruchen. Stohler befasst sich mit der Botschaft des Bundesrates zur Finanzierung öffentlich-rechtlicher Kassen und er verwirft engagiert und mit Vehemenz dessen Idee, allen Kassen innerhalb von 40 Jahren die volle Finanzierung vorzuschreiben.
Michael Brandenberger befasst sich eingehend mit dem Begriff der Performance, der weitaus komplexer ist als die häufige Verwendung erahnen lässt. Die damit verbundene Klarstellung kann nur dazu dienen, die Transparenz für die finanziellen Aspekte von Pensionskassen zu verbessern.
Weitere Artikel befassen sich mit der Forderung nach einem Solvency Test für Schweizer Pensionskassen (Hanspeter Konrad), mit den auf den 1. Januar beschlossenen Änderungen der Anlagevorschriften (Peter Wirth) sowie mit der Bedeutung alternativer Anlagen für Pensionskassen. Peter Bänziger (Swisscanto) verwirft die geltenden Paradigmen, denen zufolge eine Kasse in Unterdeckung davon die Hände lassen soll und zeigt auf, dass gerade solche Vorsorgeeinrichtungen in alternative Instrumente investieren sollten.
Die Studie „Schweizer Pensionskassen 2008“ mit 64 Seiten und zahlreichen Tabellen und Grafiken ist in Deutsch und Französisch erhältlich und kann als PDF-Datei auf www.swisscanto-pk-studie.ch heruntergeladen oder als gedruckte Publikation unentgeltlich bezogen werden bei: Paul Winiger, Leiter Marketing, Asset Management und Institutionelle Kunden Telefon +41 58 344 49 53, paul.winiger@swisscanto.ch Swisscanto Asset Management AG, Waisenhausstrasse 2, 8021 Zürich www.swisscanto.ch.
Pensionskassen auf stabilem Fundament
Nachdem in den letzten Tagen in den Medien diverse Spekulationen über die Verluste der Pensionskassen als Folge der Finanzkrise angestellt wurden, konnte Michael Brandenberger, CIO der Complementa, anlässlich eines Mediengesprächs der Swisscanto Entwarnung geben. «So schlimm sei es nun doch wieder nicht», beruhigte Brandenberger die Gemüter. Ausgehend von den Daten des Risiko Check-up 2008 errechnete die Complementa bis Ende August einen durchschnittlichen Deckungsgrad für alle Kassen von 103 Prozent, aktuell dürfte er bei 101% liegen. Für die privaten Kassen beträgt er knapp 108% , für die öffentlichen bei 91%. Eine weitere Unterscheidung drängt sich auf für öffentliche Kassen mit und ohne Staatsgarantie. Solche mit Staatsgarantie liegen gemäss Hochrechnung bei knapp unter 100%, jene ohne bei 85%. Nachdem die Vorsorgeeinrichtungen im laufenden Jahr eine Deckungsgradeinbusse von durchschnittlich gut 7% erlitten haben, verfügen die privaten Kassen damit noch über genügend Schwankungsreserven, um einen weiteren Einbruch in ähnlicher Grössenordnung aufzufangen. Gemäss Brandenberger ein Ausdruck der Stabilität der Vorsorgeeinrichtungen.
Der Anteil der Kassen in Unterdeckung dürfte in der Grössenordnung von 19% liegen. Soweit es sich um privatrechtliche Kassen handelt, sind es mit wenigen Ausnahmen nur geringfügige Unterdeckungen knapp unter 100%, welche noch keine Sanierungsmassnahmen erfordern. Die Situation unterscheidet sich damit deutlich von jener Ende 2002, als beinahe die Hälfte der Vorsorgeeinrichtungen eine Unterdeckung aufwies. Zudem sind heute die Kassen für solche Stresssituationen weitaus besser gerüstet. Die rechtliche Situation ist klarer und in den Schubladen liegen Massnahmenpläne für den Notfall bereit.
Die weiteren Aussichten werden von der Swisscanto verhalten optimistisch beurteilt. Die Entspannung bei den Rohstoffpreisen verringert die Inflationstendenzen und gibt damit den Zentralbanken grösseren Spielraum für Massnahmen zur Wirtschaftsankurbelung.
Vera/Pevos: Oberstaatsanwalt zieht Appellation zurück
(sda/AWP) Der Fall der Anlagestiftungen Vera und Pevos wird vor dem Solothurner Obergericht nicht neu aufgerollt. Der Oberstaatsanwalt zieht die Appellation zurück. Die Chancen auf eine Verurteilung der sieben Verantwortlichen sei «gering». Auch aus Kostengründen sei es nicht verantwortbar, die Appellation aufrecht zu erhalten, teilte der Oberstaatsanwalt mit. Bis zur obergerichtlichen Hauptverhandlung würden zusätzliche Partei- und Gerichtskosten in beträchtlicher Höhe anfallen.
Das Amtsgericht Olten-Gösgen hatte im Juli 2008 alle sieben Angeklagten im Strafverfahren um die ehemaligen Stiftungen Vera und Pevos freigesprochen. Diese Urteile waren der vorläufige Abschluss des Strafverfahrens um den bisher grössten Pensionskassenkollaps in der Schweiz. Bei der Beurteilung der Erfolgschancen einer Appellation müsse auch die Verjährung berücksichtigt werden, hält der Oberstaatsanwalt fest. Die aussichtsreichsten Anklagepunkte seien bereits am 31. Dezember 2007 verjährt.
Die Anlage- und Sammelstiftungen Vera und Pevos des im Jahre 2000 verstorbenen Oltner Bauunternehmers Albert Heer waren Anfang 1996 im Zuge der Schweizer Immobilienkrise zusammengebrochen. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hatte die Liquidation der Stiftungen verfügt, nachdem trotz intensiver Bemühungen eine Sanierung nicht zustande kam. Vom grössten Debakel in der beruflichen Vorsorge der Schweiz waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von 120 Firmen betroffen. Vera und Pevos hatten rund 200 Mio CHF Pensionskassengelder in den Sand gesetzt.
Mercer: Anlageverhalten europäischer Pensionsfonds
Für europäische Pensionsfonds gewinnt die Einführung einer effektiven Governance-Struktur zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen gründen Investment-Komitees, um in regelmässigen Abständen die Investitionsstrategie zu überprüfen und die Ressourcen dynamischer einzusetzen. Die Aktienallokation nimmt oft zugunsten alternativer Anlagen ab. Bis Ende 2008 wird eine Verdoppelung der Pensionspläne erwartet, welche Liability-Driven-Investment-Strategien einsetzen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle europaweite Studie von Mercer. Im Rahmen der Studie wurden über 1.100 europäische Pensionsfonds mit einem Vermögen von insgesamt 538 Mrd. Euro berücksichtigt.
Es zeigt sich, dass die Steuerung der Kapitalanlagestrategie zunehmend anspruchsvoller wird. Die Ableitung einer stringent den Verpflichtungen entsprechenden strategischen Allokation muss durch laufende Überwachungs- und Steuerungsprozesse im Rahmen einer Governance-Struktur sinnvoll ergänzt werden. Neben der zunehmenden Dynamik des Marktes gilt es auch, die Veränderungen und steigenden Anforderungen des regulatorischen Umfeldes abzubilden.
Mitteilung Mercer / NZZ
24 Heures: "Daniel Brélaz veut faire passer Pascal Broulis à la caisse"
Le syndic de Lausanne veut faire participer le canton au plan de sauvetage de la Caisse de pension de la ville. Le torchon brûle avec le chef du Département des finances.
24 Heures – Detail Vaud – CONFLIT
Dutch pension register to arrive in two years
Dutch pension fund participants will be able to find details of a member’s combined pension rights on one website within two years. One push of a button and it will be possible to view the total pensions claims an employee has built up during his or her entire working life, the newly-founded Stichting Pensionregister has claimed.
