Giving individuals the option to choose their pension fund freely would “destroy the solidarity in the system”, participants at a panel discussion in Zurich have argued. Swiss pensionskassen expressed strong resistance at the Swiss retirement provision fair this week to suggestions there should be an end to links between pension funds and employers, in order to allow greater consolidation.
Aktuell
Fachmesse 2. Säule: Erste Impressionen
ASIP Mitgliederversammlung: Charta stösst auf Skepsis
An der Mitgliederversammlung des ASIP vom 6. Mai in Neuchâtel waren 114 Mitglieder vertreten. Diskussionen löste allein Traktandum 7 – die geplante ASIP-Charta – aus. In dieser wird festgehalten:
1. Oberstes Ziel von Pensionskassen-Verantwortlichen ist die Wahrung der Interessen der Versicherten und Rentenberechtigten im Rahmen der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge.
2. Pensionskassen-Verantwortliche ziehen aus ihrer Tätigkeit keine materiellen Vorteile, die über die ordentlichen Entschädigungen hinausgehen.
3. Interessenbindungen, die die Unabhängigkeit beeinträchtigen könnten, werden offengelegt. Derselben Offenlegungspflicht haben sich auch Dritte zu unterziehen, sofern sie in die Entscheidungsprozesse der Pensionskasse einbezogen sind.
Zwei hauptsächliche Kritikpunkte kamen zur Sprache. Einmal wird bezweifelt, ob es sinnvoll ist, neben den neuen gesetzlichen Vorschriften und dem Ehrenkodex jetzt auch noch eine Charta für die Pensionskassen zu erlassen. Beim ASIP ist man der Meinung, dass die Charta den Ehrenkodex ersetzen könnte, was aber nicht in der Kompetenz des Verbands liegt. Der Kodex ist eine unabhängige Stiftung. Weiter wurde kritisiert, dass die Charta sehr weitgehende Vorschriften enthält, deren Umsetzung in der Praxis erhebliche Probleme stellen dürfte. Das betrifft insbesondere Punkt 3. Zur Sprache kam natürlich auch, dass keine Sanktionen explizit vorgesehen sind.
Die anwesenden Mitglieder nahmen bei 23 Enthaltungen und 15 Nein-Stimmen den Antrag des Vorstands an. Mit der Annahme ist die Ermächtigung an den Vorstand verbunden, erläuternde Fachrichtlinien zu erlassen. Die Diskussion dürfte angesichts des relativ knappen Ergebnisses aber noch andauern.
Mercer erhält Auszeichnung als bester Vorsorgebeberater
Mercer wurde bei den jährlichen Global Pensions Awards zum internationalen Vorsorgeberater des Jahres 2007 gekürt. Ein Gremium aus 17 Jurymitgliedern, darunter Vertreter von Vorsorgeeinrichtungen und Berater aus der ganzen Welt, wählte Mercer zum Gewinner in dieser Kategorie. Es ist bereits das dritte Mal in den letzten fünf Jahren, dass Mercer diese Auszeichnung erhält. Aufgrund einer Umfrage bei über 1000 Vorsorgeeinrichtungen, die gebeten wurden, einen Dienstleister in jeder der 28 Kategorien zu nennen, kam Mercer in die engere Auswahl.
In der Schweiz ist Mercer mit derzeit rund 150 Mitarbeitenden an den Standorten Zürich, Genf und Nyon einer der führenden Anbieter von Personalvorsorgeberatung, Investment Consulting und von Outsourcing von Pensionskassendienstleistungen.
Mitteilung Mercer / Scribd
Nationalratskommission plant Hearings wegen UBS
Der Riesenverlust der UBS von über vier Milliarden Franken hat nicht nur die Anleger geschockt. Auch die Politiker sind alarmiert. Sie werfen Fragen zur Aufsicht über den Finanzmarkt auf, verlangen aber keine Sofortmassnahmen. Den Fall genauer unter die Lupe nehmen will die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) des Nationalrats im Februar.
Nationalratskommission plant Hearings wegen UBS (Schweiz, NZZ Online)
UBS kommt kritischen Aktionären nicht entgegen
Trotz der Kritik von Altaktionären hält die Grossbank UBS an den Bedingungen der geplanten Kapitalspritze fest. Die Kapitalaufstockung von 13 Milliarden wird ausschliesslich für den Staatsfonds GIC aus Singapur und einen ungenannten Investor aus dem Nahen Osten reserviert. Die bisherigen Aktionäre werden ausgeschlossen. Die UBS begründet den Schritt mit der zeitlichen Dringlichkeit.
Der Verwaltungsrat wehrt sich zugleich gegen die von der Anlagestiftung Ethos ins Spiel gebrachte Sonderprüfung. Er ruft die Aktionäre zur Ablehnung dieses Instruments auf. Bei dem Verfahren würde es um eine Aufarbeitung der im Zusammenhang mit der US-Hypothekenkrise entstandenen Milliardenverluste gehen.
NZZ / UBS
Bundesrat wählt sieben Mitglieder in den Verwaltungsrat der FINMA
Der Bundesrat hat das neue Finanzmarktaufsichtsgesetz (FINMAG) teilweise in Kraft gesetzt und sieben Mitglieder in den Verwaltungsrat der FINMA (VR FINMA) gewählt. Der Verwaltungsrat wird präsidiert durch Eugen Haltiner (Präsident der Eidg. Bankenkommission EBK), als Vizepräsident amtiert Peter V. Eckert (Mitglied der EBK). Das Gremium soll auf neun Mitglieder vergrössert werden, sobald der neue Direktor der FINMA bekannt ist.
EFD – Bundesrat wählt sieben Mitglieder in den Verwaltungsrat der FINMA
Ethos: Stimmrechtsrichtlinien 2008 erschienen
Die Ethos Stiftung veröffentlicht die diesjährige Ausgabe ihres Referenzwerks für Corporate Governance. Das Dokument ist neu in zwei Teile gegliedert: einerseits die Grundsätze zur Corporate Governance welche die Anforderungen von Ethos im Rahmen der Best Practice definieren, andererseits die daraus folgenden spezifischen Richtlinien für die Ausübung der Aktionärsstimmrechte.
Richtlinien_zur_Ausbung_der_Stimmrechte_.pdf (application/pdf-Objekt)
VPS-Horizonte: Die Trends von gestern
PW. Zu ihrer diesjährigen Einladungsveranstaltung «Horizonte & Trends» hat der Verlag VPS zwei in die Jahre gekommene «68er» eingeladen. Thomas Held, Direktor von avenir suisse, bekennender Konvertit zum marktwirtschaftlichen Glauben sowie Thomas Heilmann vom denknetz und unbeirrter Anhänger linken Gedankenguts. In einzelnen Punkten durften beide Referenten durchaus mit Zustimmung der Zuhörer rechnen, etwa wenn Held bemängelte, dass die grossen demografischen Herausforderungen in der Schweiz noch kaum andiskutiert würden oder wenn Heilmann das BVG als «gesetzgeberisches Monster» bezeichnete. Wenn es aber um die praktischen Vorschläge ging, wurden von ihnen Positionen eingenommen, die wohl nicht einmal mehr als Provokation dienen können. Held zauberte die uralt Forderung nach freier Pensionskassenwahl aus dem Hut, Heilmann entwickelte die Idee eines Fonds für nachhaltige Anlagen, notabene mit (staatlicher?) Zinsgarantie. Beides keine Themen, welche eine intensivere Diskussion auslösen könnten und wohl weder neue Horizonte noch aktuelle Trends aufzeigen.
ASIP: Bestandesaufnahme zum Jahresbeginn
Die bereits zur Tradition gewordene Mitgliederveranstaltung des ASIP zum Jahresbeginn hat auch heuer wieder prominente Vertreter (fast) aller massgeblicher Akteure versammelt, die eine Vorschau über das «neue Vorsorgejahr» gaben. Versammelt waren Politik (SR Egerszegi), Sozialpartner (Nova und Daum), Aufsicht (Ruggli) sowie natürlich auch der organisierende Verband (Konrad).
Einzelne Statements liessen Ziel und Absichten bei der Behandlung anstehender Probleme durch die diversen Interessenvertreter abschätzen. Christine Egerszegi betonte, der Umwandlungssatz müsse gesenkt werden, schon 85 sei er zu tief angesetzt worden, es dürfe aber keine Senkung auf Vorrat geben (was wohl heisst, dass der Gesetzgeber die Forderungen der Assekuranz ablehnen soll). Sie rollte auch nochmals die epische Auseinandersetzung um die Legal Quote auf, und meinte (und widersprach damit den Erkenntnissen der GPK), dass das Parlament das Nettoprinzip gewollt habe.
Colette Nova betonte mit Blick auf die anstehende Strukturreform, dass Firstswiss das weitaus grössere Problem darstelle als Swissfirst, was aber bei der Presse offensichtlich anders gesehen worden sei. Es habe einigen Aufwand erfordert, um die hyperventilierenden Medien wieder zu beruhigen. Lobend äusserte sie sich über die Pensionskassen, welche die Anforderungen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben bemerkenswert gut gemeistert hätten. Ihre Erwartungen und Forderungen für 2008 hingegen liessen sich auf den einfachen Nenner bringen, dass die Erwartungen der Versicherer nicht erfüllt würden.
Thomas Daum nahm das Stichwort auf und betonte, dass es wenig Sinn habe, dauernd auf die Versicherer zu schiessen. Mit Blick auf die vielkritisierte Vorschriftenflut vertrat er eine differenzierte Meinung. Die «Milizler» (welche als Stiftungsräte die obersten Organe unserer Kassen bevölkern) wollten eine möglichst präzise Umschreibung ihres Ermessensspielraums, damit sie diesen auch wirklich nutzen können. Ebenso wie Nova vor ihm kritisierte er die Absicht das Bundesrates, die öffentlichen Kassen innert 30 Jahren zur Ausfinanzierung zu zwingen. Damit überschreite der Bund seine Kompetenzen. Er griff zudem das heikle Thema der Rentnergarantien auf. Rentner dürften nicht unter Heimatschutz gestellt werden. Allerdings gebe es auch keine Patentrezepte, wie sie an der Verantwortung für die PKs beteiligt werden könnten.
Christina Ruggli listete alle die Neuerungen auf, mit denen die Kassen zum Jahresbeginn konfrontiert sind. Und brach dabei natürlich eine Lanze für die neue Struktur der Aufsicht, wie sie vom Bundesrat angepeilt wird. Zum Thema «Retros» machte sie deutlich, dass jede Regelung, welche nicht auch die «Geberseite» miteinbezieht, nur bedingt wirksam sein könne. Ihre Wünsche brachte sie auf die Formel, man möge in Bern die 2. Säule auch einmal in Ruhe lassen und versuchen, die Gesetzesflut einzudämmen. Die Zeit der Konsolidierung sei gekommen.
Hanspeter Konrad, der sich für den erkrankten Christoph Ryter äusserte, war nach den vielen Kritiken, welche von allen Seiten immer wieder am «Neuen BVG»geäussert werden, bemüht, dessen Meriten ein weiteres Mal zu betonen. Trotz aller «harrschen» Worte werde der Verband daran festhalten. Es sei dies ein langfristiges Unterfangen, dass die Marschrichtung für die dauernden Revisionen vorgeben könne. Wenig freundlich äusserte er sich hingegen zu den Verfechtern, welche einen Ausbau der AHV als Ersatz für das BVG-Obligatorium vorschlügen. Dabei fiel gar das arge Wort der «Brunnenvergifter». An die Presse war der Wunsch gerichtet, die «Skandalisierung» der 2. Säule zu unterlassen. Ob’s etwas nützt?
Die ppt-Files zu den Referaten können von der Website des ASIP herunter geladen werden.
K-Tipp-Petition «Für Faire Zinsen»
50’000 Unterschriften hat der «K-Tipp» nach eigenen Angaben für die Petition «Für faire Zinsen» gesammelt und dem Bundesrat übergeben. Das Konsumentenmagazin verlangt, dass der Mindestzinssatz von 2,75 Prozent künftig für alle Vorsorgekonten angewendet wird.
Artikel K-Tipp / baz.ch – Basler Zeitung Online
Universität St. Gallen plant Governance Index für Schweizer Pensionskassen
Pension Fund Governance stösst in der Öffentlichkeit und in den Medien auf grosses Interesse. Allerdings beschränkt sich die Diskussion meistens auf Loyalitätsfragen in der Vermögensverwaltung. Dies ist jedoch nur ein Aspekt der Pension Fund Governance. Pension Fund Governance umfasst das gesamte System der Führung einer Vorsorgeeinrichtung. Prof. Manuel Ammann und Andreas Zingg von der Universität St. Gallen untersuchen in einer Studie, wie gut Schweizer Pensionskassen geführt sind. Dazu wird ein Governance Index (der Swiss Pension Fund Governance Index (SPGI)konstruiert, welcher die Qualität der Führung von Pensionskassen anzeigen soll. Zudem wird untersucht, ob zwischen dem Indexwert und der Performance einer Vorsorgeeinrichtung ein Zusammenhang besteht.
Der Index basiert auf einer schriftlichen Umfrage. Die teilnehmenden Pensionskassen erhalten eine detaillierte Auswertung ihres Governance Indexwertes im Vergleich zu allen teilnehmenden Pensionskassen. Zudem besteht die Möglichkeit, Publikationen der Universität St. Gallen über Schweizer Pensionskassen kostenlos zu beziehen. Die Daten der Umfrage werden vertraulich behandelt. Bei Interesse können die Unterlagen zur Umfrage per Mail bei Andreas Zingg (andreas.zingg@unisg.ch) bestellt werden.
Carbon Disclosure Projects institutioneller Anleger
Die Ethos Stiftung und Pictet Asset Management legen die Ergebnisse der im Rahmen des Carbon Disclosure Projects (CDP) bei den 50 grössten kotierten Schweizer Unternehmen durchgeführten Umfrage zu deren Strategie betreffend Klimawandel vor. Die Auswertung der Umfrage zeigt, dass sich heute die meisten Unternehmen mit dem Klimawandel befassen. Die getroffenen Massnahmen betreffen aber in der Regel lediglich die Produktion und nicht die ganze Wertschöpfungskette des Unternehmens.
p191d_071122_Carbon_Disclosure_Project_st_Swiss_Survey.pdf (application/pdf-Objekt)
IZS-Tagung: Internationale Aspekte der beruflichen Vorsorge
Die Innovation 2. Säule hat sich an einer Tagung in Basel verdienstvollerweise mit internationalen Aspekten der beruflichen Vorsorge (aus Schweizer Sicht) auseinandergesetzt. Ein Thema, das trotz seiner Wichtigkeit längst nicht die Aufmerksamkeit erhält, die ihm angemessen wäre. An der Tagung wurden die massgeblichen EU-Richtlinien und ihre möglichen Auswirkungen auf die Schweiz behandelt, anhand praktischer Beispiele (Novartis und Bank Bär) aufgezeigt, wie international tätige Unternehmen die grenzüberschreitende Vorsorge regeln, die Probleme deutscher Grenzgänger mit ihrem Fiskus dargestellt und die in der Schweiz geltenden fiskalischen Regeln bezüglich der im Ausland einbezahlten Vorsorgebeiträge erläutert.
Sind die neuen EU-Richtlinien mit ihren Möglichkeiten für paneuropäische Pensionskassen «Glücksfall oder Reinfall». Die eloquenten Ausführungen von Klaus Stiefermann, Geschäftsführer der aba, deuteten eher auf letzteres hin. Kaum ein Dutzend paneuropäische Einrichtungen wurden nach Erlass der Richtlinie gegründete, und ihr Tätigkeitsfeld konzentriert sich wesentlich auf den Bereich GB / Irland. Kein Wunder, dass auch schweizerische Konzerne von eigenen europaweit tätigen Pensionskassen bislang Abstand genommen haben. Dass dennoch die Schweiz die diesbezüglichen Entwicklungen in der EU genauestens verfolgen sollten, eventuell auch den Nachvollzug bestimmter Vorschriften ins Auge fassen sollten, dafür plädierte insbesondere Hans-Rudolf Schuppisser, kürzlich pensionierter Vizedirektor des Arbeitgeberverbandes.
Das sollte zumindest mittelfristig auch zur Anerkennung der gesamten beruflichen Vorsorge der Schweiz als «betriebliche (ergänzende)» Altersvorsorge führen, die bekanntlich in ihrem obligatorischen Teil in der EU als «Sozialversicherung» eingestuft wird. Allerdings scheint das Thema in Bern nicht sehr weit oben auf der Traktandenliste zu stehen. Jedenfalls glänzte in Basel das BSV primär durch Abwesenheit.
Zweite Ethos-Studie zu den Managerlöhnen
Ethos stellt ihre zweite Studie zu den Vergütungen der Führungsinstanzen der 100 grössten in der Schweiz kotierten Unternehmen vor. Erneut wurden die Transparenz der Vergütungen, die Struktur der Lohnpolitik sowie die Kompetenzen bei der Festlegung von Vergütungen untersucht. Die Studie bestätigt den Trend einer allgemeinen Aufwärtsbewegung. Ausserdem wurden keine wesentlichen Verbesserungen bei der Transparenz und der Struktur der Vergütungen im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Betreffend die Kompetenzen bei der Festsetzung von Vergütungen stehen die Schweizer Unternehmen vor der Herausforderung, künftig die Aktionärinnen und Aktionäre an der Debatte der Entschädigungssysteme einzubeziehen.
