Bei der Altersvorsorge haben Selbständige viele Freiheiten. Wer sollte sich für eine «grosse Säule 3a», wer für einen Anschluss an eine Pensionskasse entscheiden?
Versicherte
Neue Szenarien zur Bevölkerungs-Entwicklung, Steigende Rentnerzahlen
In den nächsten 30 Jahren wird die Bevölkerung im Rentenalter in allen Kantonen stark wachsen. Sie dürfte in nahezu allen Kantonen über 50 Prozent zunehmen. In den Kantonen Schwyz, Freiburg, Thurgau, Obwalden und Aargau ist sogar mit einer Verdoppelung der Anzahl Personen ab 65 Jahren zu rechnen.
Hauptursache für das noch nie dagewesene Wachstum dieser Bevölkerungsgruppe in den genannten Kantonen ist die grosse Anzahl Personen mit ständigem Aufenthalt in der Schweiz, die in den nächsten Jahrzehnten das Rentenalter erreichen. Eine weitere Ursache ist die Zuwanderung aus anderen Kantonen oder aus dem Ausland von Personen, die sich mit ihrer Familie endgültig in diesen Kantonen niederlassen und dort alt werden.
Ausnahme bildet dabei der Kanton Basel-Stadt, in dem die Bevölkerung ab 65 Jahren nur um 35 Prozent wachsen wird. Dies ist zum einen auf den bereits heute sehr hohen Anteil älterer Menschen im Kanton zurückzuführen. Zum anderen spielen die regelmässigen und zahlreichen Abwanderungen in andere Kantone von Personen, die das Rentenalter noch nicht erreicht haben, eine grosse Rolle.
BV und Erbrecht
Bruno Eugster, Fachanwalt Erbrecht SAV, schreibt in der NZZ über Missbrauchspotenzial im Erbrecht, das derzeit revidiert wird. Dies betrifft insbesondere die berufliche Vorsorge, bei welcher durch Einkäufe Vermögen den Nachkommen aus erster Ehe entzogen werden kann. Eugster schreibt:
Eine nach wie vor ungelöste Frage ist der Zusammenhang von beruflicher Vorsorge und Erbrecht. Der Entwurf will die gebundene Vorsorge vollkommen beim Vorsorgerecht belassen und vom Erbrecht ausschliessen. Das führt zu stossendsten Ergebnissen.
Der «Klassiker» sieht etwa wie folgt aus: Nach 15 Jahren wird eine Ehe in gehobenen mittelständischen Verhältnissen geschieden. Die Eheleute haben kaum freies Vermögen, das Alterskapital in der beruflichen Vorsorge aber beträgt 700 000 Franken. In der Scheidung wird das Alterskapital geteilt. Der Ehemann verheiratet sich nochmals und hat angesichts seines nach wie vor guten Einkommens in der Pensionskasse einen stattlichen Verlust erlitten. Diesen verbessert er gerne durch freiwillige Einlagen, einkommenssteuerfrei jedes Jahr um einen fünfstelligen Betrag.
Frühpensionierung für Maler und Gipser
(SDA) Maler und Gipser können sich frühzeitig pensionieren lassen. Der Maler- und Gipserunternehmer-Verband (SMGV) stimmte dem neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zu. Die Gewerkschaften haben bereits zugestimmt, mit dem Ja der Delegierten des Arbeitgeberverbands ist nun die Bahn frei für die Umsetzung. Das Modell sieht die Möglichkeit der flexiblen Teilpensionierung für Männer ab 60 und für Frauen ab 59 vor. Hinzu kommt die vollständige Frühpensionierung ab 63 und 62 Jahren.
Bis zur ordentlichen Pensionierung erhalten die Betroffenen eine Übergangsrente von rund 70 Prozent des AHV- Lohns und die Beiträge an die 2. Säule bezahlt. Arbeitnehmer und -geber finanzieren das Modell gemeinsam mit je 0.85 Lohnprozenten. Der neue GAV gilt für die Deutschschweiz, den Jura und das Tessin. Die beiden Basel und die Branche in der Westschweiz kennen die Frühpensionierung bereits. Im Bauhauptgewerbe liegt das Rentenalter bei 60 Jahren.
40% der Schweizer ohne private Altersvorsorge
Über ein Drittel der Schweizer sorgt nicht privat fürs Alter vor – hat also beispielsweise keine Säule 3a. Besonders hoch ist der Anteil jener, die sich auf die gesetzliche Vorsorge verlassen, in der Romandie.
In der französischsprachigen Schweiz beträgt der Anteil der Personen ohne private Vorsorge 42 Prozent. In der Deutschschweiz sind es 38 Prozent. Dies zeigt eine Befragung des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der Finanzberatungsplattform Moneypark.
«Echter Rentenklau» an Jungen
Der Generationenkonflikt in der beruflichen Vorsorge verschärfe sich, schreibt die «SonntagsZeitung». Um die überhöhten Rentengarantien erfüllen zu können, die Pensionierten gegeben wurden, werde den Berufstätigen ungefragt weniger Überschüsse gutgeschrieben. Das läuft auf eine Quersubventionierung der Rentner zulasten der Aktiven hinaus.
Der Transfer habe beunruhigende Dimensionen angenommen. Auf 4 bis 5 Milliarden Franken veranlage Swisscanto inzwischen das Ausmass der Querfinanzierung. Eine berufstätige Person erleide so einen Nachteil von 1000 bis 1250 Franken – im Jahr, wohlbemerkt. «Seit der Einführung des Pensionskassenobligatoriums 1985 hat die Querfinanzierung massiv zugenommen. Von 1985 bis 2015 betrug sie im Schnitt noch 1,5 Milliarden Franken pro Jahr», sagt Othmar Simeon, Geschäftsführer der Swisscanto Vorsorge AG, zur «SonntagsZeitung». Für Swisscanto sei ein «echter Rentenklau» im Gange, der unbemerkt ablaufe und deshalb nicht mal von den Betroffenen realisiert werde.
Tipps zur beruflichen Vorsorge
Die Vorsorge der zweiten Säule betrifft alle, trotzdem wissen viele nur wenig darüber Bescheid. Im Talk nennt cash-Pensionscoach Gabor Gaspar wichtige Punkte, der sich alle Vorsorgewilligen bewusst sein müssen.
D: Rentenpläne belasten die Jungen
Die Regierung Deutschlands beschenkt die Rentner mit einem deutlichen Plus. Bezahlen muss dafür die junge Generation: Entweder steigen die Rentenbeiträge oder aber das Renteneintrittsalter.
NZZ: Mythos Rentenalter
Die Schweiz kommt um eine Diskussion über die Erhöhung des Rentenalters nicht herum. Laut Gegnern wie Sozialminister Berset wäre der Arbeitsmarkt nicht bereit. Doch die Erfahrung zeigt etwas anderes.
Avenir Suisse: “Mit 65 hört die Arbeit noch nicht auf”
Wir werden nicht nur älter, sondern wir arbeiten auch immer länger. So lassen sich die Ergebnisse der in dieser Woche publizierten Schweizerischen Arbeitskräfte-erhebung (SAKE) zusammen-fassen. Von 2010 bis 2015 ist die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen von 70,5% auf 75,8% gestiegen, und auch in der Gruppe «65Plus» gab es einen Aufschwung von 9,3% auf 11,8%. Die Schweiz geniesst somit im OECD-Vergleich einer der höchsten Erwerbsquote unter älteren Mitarbeiter.
Die Gründe für diese Entwicklung sind zahlreich: eine allgemein bessere Gesundheit, eine in den letzten Jahren stark verbesserte Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz und die zunehmende Bedeutung des Dienstleistungssektors, wo Erfahrung eine grössere, die körperliche Anstrengung eine geringere Rolle spielt.
Zudem werden ältere Mitarbeiter seltener arbeitslos. Dies, belegt nicht nur die Statistik der RAV-Büros, sondern auch diejenige der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die ausgesteuerten Personen mitberücksichtigt. Im Jahr 2015 betrug die Erwerbslosenquote von 55- bis 64-Jahrigen 3,9% und lag somit weit unter dem durchschnittlichen Wert von 4,5% (für 15- bis 74-Jährigen).
Hoffen auf Vater Staat
Nur noch 30 Prozent der jungen Menschen in Deutschland teilen die Sorge, im Alter von Armut betroffen sein zu können «voll und ganz» – das sind acht Prozentpunkte weniger als noch 2010. Zu diesem Ergebnis kommt die dritte MetallRente-Studie des Versorgungswerks der Metall- und Elektroindustrie.
Für die Erhebung wurden 2500 Jugendliche zwischen 17 und 27 Jahren nach ihren Einstellungen und Verhaltensweisen zum Thema Altersvorsorge befragt. Die Studie zeigt, dass die Jugendlichen gelassener in die Zukunft blicken als 2009. Sie zeigt aber auch, dass staatliche Appelle, sich frühzeitig um die eigene Absicherung zu kümmern, bei der jungen Generation weniger anschlagen.
Nationale Konferenz zu den älteren Arbeitnehmern
Vertreter des Bundes und der Kantone sowie des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), von Travail.Suisse, des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes (SAV) und des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv) diskutierten in Bern unter der Leitung von Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann die Situation der älteren Arbeitnehmer in der Schweiz.
Erwerbstätigenquote 55-64jährige
Insgesamt ergibt sich ein positives Bild: So stieg die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen zwischen 2010 und 2015 um 5,3 Prozentpunkte auf 75,8 Prozent. 2015 lag die Arbeitslosenquote gemäss SECO im Durchschnitt bei 3,3 Prozent, jene von Personen ab 50 Jahren bei 2,9 Prozent. Ältere sind also nach wie vor einem unterdurchschnittlichen Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt. Einmal arbeitslos, bekunden sie aber deutlich grössere Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt als jüngere Personen.
Mitteilung / SP
NZZ: “Mehr Arbeit für ältere Angestellte”
Die demografische Entwicklung hinterlässt auch Spuren auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Allein im vergangenen Jahr ist die Zahl der Erwerbstätigen im Alter von 55 bis 64 Jahren um 27 800 Personen gestiegen. Laut einer Mitteilung des Bundesamts für Statistik (BfS) erhöhte sich die Erwerbsquote dieser Altersgruppe zwischen 2010 und 2015 um 5,3 Prozentpunkte auf 75,8% (siehe Grafik). Dabei zeigen sich grössere Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bei den Frauen stieg die Erwerbsquote um 8,5 Prozentpunkte auf 69,1%, während die Beteiligung der Männer um 2 Prozentpunkte auf 82,5% zunahm. Angestiegen ist über die letzten Jahre auch das geschätzte Durchschnittsalter von Personen beim Austritt aus dem Arbeitsleben, das im vergangenen Jahr mit 65,5 Jahren ein halbes Jahr höher lag als noch vier Jahre zuvor.
Durchschnittsalter beim Ausstieg aus der Erwerbstätigkeit bei über 65 Jahren
Im Jahr 2015 lag das durchschnittliche Alter der Erwerbsbevölkerung bei 41,6 Jahren (+0,7 Jahre verglichen mit 2010). Die Alterung der Erwerbsbevölkerung geht mit einer erhöhten Erwerbsbeteiligung der 55- bis 64-Jährigen einher: zwischen 2010 und 2015 ist die Erwerbsquote dieser Altersgruppe um 5,3 Prozentpunkte auf 75,8 Prozent gestiegen. Das Durchschnittsalter beim Austritt aus dem Erwerbsleben hat ebenfalls zugenommen und lag im Jahr 2015 bei 65,5 Jahren (+0,5 Jahre verglichen mit 2011). Dies zeigen die Ergebnisse des Bundesamtes für Statistik (BFS).
NYT: Retirees Rally at the Capitol
Some 400,000 retirees who worked in the trucking, parcel delivery and grocery supply industries face drastic pension cuts on July 1 as a result of a little-noticed measure attached to a huge end-of-year spending bill passed in December 2014.
Many members of Congress say they were not given the time to read the provisions or did not grasp the ramifications at the time, and they now say they would not have voted for the legislation.
The bill allowed trustees of multi-employer retirement plans to slash benefits if a pension fund’s failure was likely to overwhelm the underfunded Pension Benefit Guaranty Corporation, the federal government’s main insurance program for pension plans.
The retirees, all beneficiaries of the Central States Pension Fund, which is projected to be insolvent within a decade, were informed of the reductions through letters that began arriving in the mail last October. In many cases, the July 1 cuts would be severe.



