Der jährliche Bericht des Bundesrates über die Sozialversicherungen für das Berichtsjahr 2009 liegt vor. Ein Themenschwerpunkt befasst sich mit der Finanzmarktkrise und deren Auswirkungen auf die Sozialversicherungen der Schweiz. Sowohl bei den Einnahmen und Ausgaben als auch bei den Vermögensanlagen der Versicherungen hat die Krise deutliche Spuren hinterlassen. Andererseits zeigt sich, dass die Sozialversicherungsleistungen in Krisenzeiten auch einen Beitrag zur Unterstützung der Konjunktur leisten. Für eine abschliessende Bilanz sei es jedoch zu früh, da auch mit Effekten zu rechnen ist, die sich erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung bemerkbar machen werden, heisst es in einer Mitteilung des BSV.
Statistik
CS PK-Index erleidet Einbruch im Q2
Die CS teilt mit: Die ersten Berechnungen des Credit Suisse Pensionskassen Index, der das Anlageverhalten von über 100 Schweizer Pensionskassen seit dem Jahr 2000 berücksichtigt, ergeben für das 2. Quartal 2010 zum ersten Mal seit vier Quartalen eine negative Performance. Im Berichtsquartal verzeichnet der Index eine Performance von –2,38%. Während der April noch eine positive Performance (0,44%) aufweist, haben sich sowohl der Mai (–0,73%) als auch der Juni (– 2,10%) negativ entwickelt. Die BVG-Mindestrendite für das 2. Quartal 2010 betrug wiederum 0,50%. Die Lücke des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index zur BVG-Vorgabe, gemessen seit dem Jahr 2000, beträgt per Ende des 2. Quartals 2010 13,77 Punkte. Der Gesamtindex müsste somit rund 11% zulegen, um diese Lücke bis Ende 2010 zu schliessen. Die annualisierte Performance, seit dem 1.1.2000, beträgt per Ende Juni 2010 1,88%, während die annualisierte BVG-Verzinsung 2,93% beträgt.
In der Anlageallokation fällt auf, dass die Liquiditätsquote erneut aufgestockt wurde. Sie liegt per 30.6.2010 bei 7,8%. Ebenfalls aufgestockt wurden die Engagements in Schweizer Franken-Obligationen, in alternativen Anlagen sowie in Immobilien-Anlagen, die einen noch nie gesehen Höchststand von 19,9% verzeichnen. Bei den Aktien-Engagements wurden insbesondere die Aktien von ausländischen Unternehmungen aufgestockt. Mit einer Quote von 79,7% fungiert der Schweizer Franken nach wie vor als sicherer Hafen.
Die detaillierte Auswertung des Schweizer Pensionskassen Index der Credit Suisse für das 2. Quartal 2010 wird in rund zwei Wochen publiziert.
Demographie: Babyboomer gehen in Pension
Gemäss dem Referenzszenario der neuen Reihe von Szenarien, die das Bundesamt für Statistik (BFS) für den Zeitraum 2010-2060 erarbeitet hat, wird die Bevölkerung der Schweiz in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen. Die Zahl der Personen mit ständigem Aufenthalt in der Schweiz wird von 7,8 Millionen Ende 2009 auf 9 Millionen im Jahr 2060 ansteigen. Diese Entwicklung dürfte hauptsächlich der Migration zuzuschreiben sein. Der Anteil der Personen ab 65 Jahren an der ständigen Wohnbevölkerung, der gegenwärtig rund 17 Prozent beträgt, wird sich rasch erhöhen und am Ende des Betrachtungszeitraums bei über 28 Prozent liegen, heisst es in einer Mitteilung des Bundesamts für Statistik zu den neusten Szenarien über die Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz 2010-60..
Das Bevölkerungswachstum wird nicht in allen Altersklassen in gleichem Mass beeinflussen. Gemäss dem Referenzszenario wird die Zahl der 0- bis 19-Jährigen und der 20- bis 64-Jährigen am Beginn des Betrachtungszeitraums leicht ansteigen und anschliessend abnehmen. Die Zahl der Personen unter 20 Jahren wird zwischen 1,6 und 1,7 Millionen und jene der 20- bis 64-Jährigen zwischen 4,8 und 5,1 Millionen liegen. Bei den Personen ab 65 Jahren wird dagegen ein verhältnismässig starkes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen sein. Denn zwischen 2010 und 2035 werden die Babyboom-Jahrgänge kontinuierlich ins Rentenalter kommen. Infolge der grossen Zahl dieser Personen und ihrer hohen Lebenserwartung wird diese Altersgruppe in den nächsten fünf Jahrzehnten stark zunehmen – auf der Basis des Referenzszenarios um insgesamt 89 Prozent. Gemäss diesem Szenario wird die Schweiz bis 2060 2,5 Millionen Personen ab 65 Jahren zählen; beim «hohen» Szenario beträgt der entsprechende Wert 3,1 Millionen und beim «tiefen» Szenario 2,0 Millionen. Ende 2009 wurden 1,3 Millionen Personen ab 65 Jahren verzeichnet.
Markante Zunahme der Hundertjährigen in der AHV
In SSCH beschreibt Jacques Méry die Entwicklung der Versicherten in der AHV. Die obige Grafik zeigt die Zunahmen der 100jährigen und Älteren. Dazu Méry: “Betrachtet man die Spitze der Alterspyramide, zeigt sich, dass die Zahl der Hundertjährigen in der Altersversicherung zwischen 1999 und 2009 um 79 Prozent auf 1200 zugenommen hat. Bei den über Hundertjährigen handelt es sich mehrheitlich um Frauen. Ihr Anteil liegt bei stabilen 85 Prozent.”
Taschenstatistik der Sozialversicherungen 2010
Die Taschenstatistik liefert aktuelle Angaben über die einzelnen Zweige und die Gesamtrechnung der Sozialversicherungen. Gedruckte Gratisexemplare sind verfügbar ab 10. Juli 2010; Bestellung via www.bundespublikationen.admin.ch (Bestellnummer: 318.001.10 d).
Printausgabe der Pensionskassenstatistik
Die Publikation zur Pensionskassenstatistik 2008 in neuer Aufmachung ist erschienen. Nebst Angaben zur Konzeption der Erhebung liefert der erste Teil Informationen über die Struktur und die Entwicklung der beruflichen Vorsorge (obligatorischer und überobligatorischer Teil), d.h. über den aktuellen Stand der Vorsorgeeinrichtungen, die aktiven Versicherten und Leistungsbezüger sowie über die Bilanz und Betriebsrechnung. Abgeschlossen wird die Publikation mit einigen ausgewählten Aspekten der beruflichen Vorsorge und wichtigen Eckwerten der Sozialversicherungen. Die detaillierten Zahlen sind auf einer CD-Rom enthalten. Die Statistik kann heruntergeladen oder beim BfS für 26 Fr. bestellt werden.
UBS PK-Barometer: Turbulenzen im Mai
Die Turbulenzen an den Aktienmärkten führten gemäss UBS Pensionskassen-Barometer im Mai zu einer negativen Rendite der Pensionskassenvon –0,67 Prozent. Die starken Verluste bei in- und ausländischen Aktien konnten durch die anderen Anlageklassen nicht kompensiert werden. Nach drei Monaten mit positiven Renditen dämpfte der Mai nun die kumulierte Rendite 2010. Trotz dem Dämpfer im Mai bleibt die Entwicklung der Performance für 2010 insgesamt positiv. Die kumulierte Performance seit 2006 hat sich leicht abgeschwächt von +6,8 auf +6,1 Prozent. Die Pensionskassen mit über 1 Mrd. Franken Vermögen verzeichnen langfristig nach wie vor den höchsten Anlageerfolg.
Sonntags-Zeitung: Vergleich von Gemeinschafts- und Sammelstiftungen
Zum fünften Mal hat die Beratungsfirma Weibel Hess & Partner AG für den Pensionskassenvergleich der SonntagsZeitung 27 Gemeinschafts- und sammelstiftungen untersucht, denen 161’000 firmen mit 1,2 Mio. Versicherten angeschlossen sind. Der Vergleich zeigt, schreibt die SonntagsZeitung, dass die Konkurrenz unter den Sammelstiftungen zu Kostensenkungen führt. Vergleichen lohne sich allerdings nach wie vor: noch immer seien die Unterschiede bei den Kosten, den Leistungen und beim Service sehr gross.
In diesem Jahr wurden nicht mehr nur Offerten für ein Architekturbüro mit 17 Mitarbeitenden eingeholt, der Vergleich wurde auf zwei weitere Branchen und unterschiedliche Mitarbeiterzahlen ausgedehnt. Dies, weil die meisten Pensionskassen je nach Branchen und
Risikoklassen unterschiedliche Konditionen ansetzen. Bei den Sammelstiftungen der Lebensversicherer hat Nationale Suisse für alle drei Branchen die kostengünstigste Offerte eingereicht. Auch die Allianz Suisse hält unter den günstigsten mit und positioniert sich bei allen drei Betrieben auf dem zweiten Rang. Unter den Lebensversicherern verlangt die Pax für alle drei Firmen die höchsten Risiko- und Verwaltungskosten.
In der Kategorie der unabhängigen Gemeinschafts- und Sammelstiftungen ist die Stiftung Meta
die günstigste für alle untersuchten Branchen. In dieser Kategorie fällt auf, dass die Kassen Abendrot, CoOpera, Gemini, Grano, Nest, Revor und Spida einen Einheitstarif für alle Branchen kennen. Eine solche Tarifierung birgt Gefahren, weil damit tendenziell schlechtere Risiken angezogen werden, da Unternehmen mit besserer Risikoeinstufung billigere Kassen finden können, schreibt die SonnagsZeitung.
Alle Beiträge mit den Ergebnissen können von der Website der SonntagsZeitung herunter geladen werden.
Günstige Anlegeplätze (1.9MB),
Bessere Aussichten für den Ruhestand (1.1MB),
Der Zinssatz trennt Reiche von Armen (1.7MB)
Bei stürmischer See droht Schiffbruch (1.9MB)
Schwerer Kopf (3.5MB)
Die Rentner nicht vergessen (2.3MB)
Ehre, wem Ehre gebührt (1.2MB)
Studien zu Invalidität und Migration des BSV
Gemäss der IV-Statistik variiert die Neuberentungsquote für Personen im erwerbsfähigen Alter je nach Herkunft stark: Am höchsten lag diese Quote im Jahr 2007 bei den türkischen Staatsangehörigen mit 0,83 Prozent, gefolgt von den Personen aus Nachfolgestaaten Jugoslawiens. Bei Zugewanderten aus den traditionelleren Gastarbeiterländern Italien, Spanien und Portugal wurden Quoten zwischen 0,37 und 0,53 Prozent verzeichnet. Für Schweizerinnen und Schweizer lag die Neuberentungsquote im Jahr 2007 bei 0,29 Prozent und für Personen aus Frankreich, Deutschland, Österreich und Grossbritannien noch tiefer. Um den Gründen für diese Unterschiede auf die Spur zu kommen, hat das BSV dazu zwei Studien durchführen lassen.
AHV-Statistik Dezember 2009
Die Ausgaben der Altersversicherung beliefen sich im Jahr 2009 auf 35.8 Mrd. Franken. Die Renten machten mit 34.9 Mrd. Franken den Hauptteil der Leistungen aus. Weitere Ausgaben waren die Hilflosenentschädigungen (467 Mio. Franken) und die Beiträge an Hilfsorganisationen für betagte Menschen (102 Mio.). Zur Finanzierung haben die beitragspflichtigen Einkommen 27.3 Mrd. Franken oder 68.8 % der gesamten Einnahmen (39.7 Mia. Franken) beigetragen. Der Bund als zweite bedeutende Finanzierungsquelle hat 7 Mrd. Franken (17.8 %) überwiesen. Der Anteil am Mehrwertsteuerprozent zu Gunsten der AHV hat einen Betrag von 2.1 Mrd, Fanken (5.4 %) erbracht. Die neue AHV-Statistik gibt weitere Auskünfte über diese Zahlen und geht insbesondere auf die Struktur der Renten-Bezüger nach verschiedenen Kriterien ein.
IV-Statistik Dezember 2009
Die Eidgenössische Invalidenversicherung (IV) richtete 2009 an insgesamt 460’000 Personen Leistungen aus. Den grössten Ausgabenteil bildeten die Renten mit 6.1 Mia. Franken. Die Eingliederungsmassnahmen schlugen mit 1.4 Mia. Franken zu Buche. Diese und viele weitere Informationen liefert die neue Ausgabe der IV-Statistik. Sie besteht aus Text- und Tabellenteil und gibt einen deskriptiven Überblick über die verschiedenen Leistungsbereiche der IV. Der Schwerpunkt liegt auf der Struktur der Leistungsbezüger.
Swisscanto PK-Umfrage: Versicherungstechnische Fragen
Othmar Simeon, Leiter der Swisscanto Vorsorgeberatung, kommentiert die Ergebnisse über Verwaltungskosten und die Aufwendungen für den Pensionskassen-Experten, die Kontrollstelle und die Aufsicht. Er geht auch ein auf die mit der Abstimmung über den Umwandlungssatz verbundenen Konsequenzen und er stellt die Frage, wer die Pensionierungsverluste tragen muss (leicht zu beantworten!).
Swisscanto PK-Umfrage: Anlagen und Performance
Ausführungen von Peter Bänziger, CIO Swisscanto Asset Management, zu Anlagefragen an der Präsentation der Ergebnisse der Swisscanto-Umfrage 2010 am 18. Mai in Zürich. Bänziger zeigt die bemerkenswerte Stabilität der strategischen Ausrichtung der schweizerischen Pensionskassen auf. Er macht aber auch klar, dass trotz der guten Performance im Jahr 2009 die Kassen weiterhin nicht über ausreichende Schwankungsreserven verfügen und die mittelfristigen Renditen nicht ausreichen, um die Leistungsziele zu erfüllen.
Swisscanto-Umfrage: Der Patient bedarf weiterer Schonung
Swisscanto hat erste Ergebnisse ihrer 10. Umfrage präsentiert. Sie bestätigen, dass nach dem Anlagejahr 2009 (“ein guter Jahrgang”) die Pensionskassen sich vom Börsenshock 2008 weitgehend erholt haben, aber nicht vollständig. Die Deckungsgrade liegen bei der grossen Mehrheit wieder bei über 100 Prozent; nur eine Minderheit von 10 Prozent der privaten Kassen hat per 31.12.09 noch unter einer “erheblichen Unterdeckung” von weniger als 90 Prozent gelitten. In der Zwischenzeit hat sich das Bild weiter aufgehellt.
Allerdings: die volle Risikofähigkeit wurde erst in Ausnahmefällen wieder erreicht. Sie liegt bei einem angenommenen Aktienanteil von rund 25 Prozent bei mindestens 115 Prozent Deckung. Angesichts der anhaltenden Volatilitäten auf den Märkten und der Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Euroraum ist die Lage deshalb noch nicht wirklich geklärt.
An einer Präsentation in Zürich ging CEO Gérard Fischer auf statistische Probleme für die Umfrage und den PK-Monitor von Swisscanto ein. Er bemängelte, dass es offenbar unklar ist, wieviele Pensionskassen es in der Schweiz gibt. Peter Bänziger analysierte die Resultate bezüglich der Anlagen und Othmar Simeon erläuterten die technischen Aspekte. Er ging dabei auch auf die erstmals erhobenen Daten über die Kosten für Experten, Kontrollstelle und Aufsicht ein. Wir werden darauf zurückkommen.
An einem abschliessenden Panel-Gespräch unter Leitung von Reto Lipp wurden aktuelle Fragen erörtert.
Start zum PK-Rating 2010
Der «Tages-Anzeiger» führt dieses Jahr zum fünften Mal einen Pensionskassenvergleich, das PK-Rating, durch. Ziel ist, den teilnehmenden Vorsorgeeinrichtungen und ihren Versicherten objektive Informationen für die Bewertung und Einordnung der Leistungen und Aufwendungen zu geben. Die Kriterien und Fragestellungen wurden in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Mercer entwickelt. Für die Auswertung und journalistische Betreuung ist der Tages-Anzeiger zuständig. Erneut wird das PK-Rating auch in französischer Sprache veröffentlicht.
Das PK-Rating will einen objektiven Vergleich der Leistungen von Pensionskassen ermöglichen. Angesichts der sehr unterschiedlichen Vorsorgepläne der schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen ist das nicht einfach. Der Fragebogen wurde deshalb aufgrund der bisher gemachten Erfahrungen und der zahlreichen Rückmeldungen der Teilnehmer nochmals überarbeitet. Die Veranstalter hoffen, dass damit die Vorbehalte ausgeräumt werden können.
Wie schon in den letzten Jahren werden drei Bereiche unterschieden: Leistung, Finanzierung und Performance. So können voneinander unabhängige Elemente isoliert betrachtet und zu bewertet werden. Für die Schlussbewertung werden die drei Bereiche kombiniert. Die Umfrage dauert bis 15. Juni.
