Laut Bieler Tagblatt wird das Bernische Staatspersonal (BSPV) “unter keinen Umständen zustimmen, dass der technische Zinssatz der Bernischen Pensionskasse (BPK) von 4 auf 3,5 Prozent gesenkt und die ordentlichen Beiträge deswegen erhöht würden”. Das teilte der BSPV dem Regierungsrat in einem Schreiben mit – und reagiert damit auf die Massnahmen, mit denen die BPK ihre Deckungslücke bekämpfen will. Wobei: unter gewissen Umständen würde der BSPV mit sich reden lassen. Nämlich dann, wenn die Planung für den Primatwechsel sistiert würde.
Pensionskassen
Publica: Prüft Sanierungsmassnahmen
Seit der Inkraftsetzung des Publica-Gesetzes am 01.07.2008 ist Publica eine Sammeleinrichtung (im Berichtsjahr mit 17 Vorsorgewerken). In ihrem ersten Jahresbericht schliesst die Sammeleinrichtung mit einem Deckungsgrad von 95.82% ab. Demgegenüber schliessen ihre Vorsorgewerke mit einem Deckungsgrad zwischen 94.15% und 96.93% ab. Die Wertschwankungsreserve musste vollständig aufgelöst werden. Angestrebt wird eine Wertschwankungsreserve von 15% der Summe der Vorsorgekapitalien sowie der technischen Rückstellungen.
In einer Mitteilung der VE heisst es: “Die Kassenkommission hat die finanzielle Lage mit einer fundierten ALM-Studie überprüfen lassen. Zwar ist die bestehende Unterdeckung noch nicht dramatisch, weitere Rückschläge sind jedoch nicht auszuschliessen. Deshalb empfiehlt die Kassenkommission den paritätischen Organen der einzelnen Vorsorgewerke, mögliche Sanierungsmassnahmen eingehend zu prüfen. Vom Verlauf der Finanzmärkte in den kommenden Monaten wird abhängen, ob diese Massnahmen umgesetzt werden müssen.”
Profond: Verwendung überschüssiger Kapitalien bei Neueintritten
Die Zeitung “Sonntag” hat am 22.3.09 Kritik an der Profond Sammelstiftung und deren Verwendung überschüssiger Kapitalien neueingetretener Vorsorgewerke geäussert. Wir haben auf den Artikel hingewiesen. Herber Brändli, Stiftungsrat der Profond, hat sich in einem Kommentar gegen die Vorwürfe gewehrt. Tatsache ist, dass der Artikel im “Sonntag” in einem wichtigen Punkt irreführend ist. Die Profond schreibt Kapitalüberweisungen, welche 85 Prozent der Deckungskapitalien (Deckunsgrad Ende 2008) übersteigen, den Neuanschlüssen in einem Sondervermögen gut. Die Vorsorgewerke erleiden folglich keinen unmittelbaren Verlust, allerdings sind diese Sondervermögen mit einem Verwendungsverzicht belegt, bis die Profond wieder die volle Deckung erreicht hat. Bei Austritten, die vorher erfolgen, entstehen als Folge der Teilliquidationsvorschriften Einbussen in Höhe der Unterdeckung. Das gilt auch bei grösseren Entlassungen innerhalb der Firmen der Vorsorgewerke. Laut Brändli wird nach Lösungen gesucht, um die entsprechenden Folgen zu mindern (freiwillige Weiterversicherung der betroffenen Arbeitnehmer). Gegenwärtig hat die Profond Sanierungsmassnahmen eingeleitet. In einem Bericht wird die finanzielle Situation per 1. Januar 09 analysiert.
BL: Gemeinden sollen Rückstellungen bilden
Nur eine Woche nachdem die Baselbieter Pensionskasse (BLPK) bekannt gab, dass sie wegen des «historisch schlechten Börsenverlaufs» einen Verlust von einer Milliarde Franken geschrieben hat und der Deckungsgrad der versprochenen Pensionskassenleistungen innerhalb eines Jahres von 93,4 auf 75,5 Prozent sank, eagierte der Kanton mit einem Empfehlungsschreiben an die Gemeinden, deren Angestellte bei der BLPK versichert sind. Das Finanzdepartement rät darin, allfällige Uberschüsse aus dem Jahr 2008 für die Sanierung der BLPK auf die Seite zu legen, wie die «Basellandschaftliche Zeitung» berichtete. Das sei keine Forderung, sondern ein Rat, sagt Finanzverwalterin Yvonne Reichlin. Die Rückstellung sei nicht obligatorisch, aber angesichts der zu erwartenden schlechten Jahre zu empfehlen.
BS: Personalverbände gegen Pensionskassen-Kompromiss
Die Basler Personalverbände wenden sich entschieden gegen eine Beteiligung der Angestellten an der Sanierung der städtischen Pensionskasse. Die Sanierung der Pensionskasse und somit die Finanzierung der Unterdeckung – sie liegt bei 85 Prozent – sei Aufgabe des Kantons als Arbeitgeber, erklärten sie laut Basler Zeitung an einer Medienorientierung.
Weiter wurde gesagt. die Kasse sei «magersüchtig aus der Staatsgarantie entlassen» und gleichzeitig auf eine hohen Sollrendite von 4,6 Prozent getrimmt worden. Diese Risikofähigkeit sei ohne Wertschwankungsreserve aber nicht gegeben. Die Wertschwankungsreserve stehe einer Kasse bei Unterdeckung zu. Vor einer paritätischen Sanierung müsse nun der Staat als Arbeitgeber diese Reserve in die Kasse fliessen lassen.
Nach Schätzungen der AGSt bräuchte die Kasse derzeit eine Wertschwankungsreserve, die höher ist als die Deckungslücke. Also, so der Schluss der Personalverbände, liegt die Finanzierung der Deckungslücke «voll und ganz» aufseiten des Arbeitgebers. Vorher lasse man nicht mit sich über eine paritätische Finanzierung des allfälligen Restbetrags reden. Zur Durchsetzung seiner Interessen «schliesst die AGSt ein Rechtsverfahren nicht aus».
D: Pensionswerke schlagen sich besser als erwartet
Die Kapitalmarktkrise hat im Geschäftsjahr 2008 sichtbare Auswirkungen auf die betrieblichen Pensionswerke der im deutschen DAX notierten Unternehmen gezeitigt. So haben sich die Pensionsverpflichtungen um rund 9% auf aktuell rund 191 Mrd. EUR verringert. Demgegenüber steht ein Wertverlust bei den Pensionsvermögen in Höhe von 13 Mrd EUR . Dieser Wert liegt erwartungsgemäß unter den im Januar vorgelegten Hochrechnungen. Der Trend zur Bildung von externem Pensionsvermögen hat sich erstmals seit 2007 verlangsamt, ist jedoch ungebrochen. So haben trotz Krise einige Unternehmen ihr Pensionsvermögen weiter aufgestockt. Insgesamt beläuft sich das für Betriebspensionen reservierte Vermögen der DAX-Unternehmen nunmehr auf rund 125 Mrd. EUR. Zugleich ist – erstmals seit Jahren des permanenten Anstiegs – der durchschnittliche Grad der externen Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen gesunken. Er liegt jetzt im DAX bei rund 65% und damit auf dem Wert von 2006. Dies sind die Kernaussagen der Rauser Towers Perrin-Studie Pensionsverpflichtungen DAX 2008.
Bernische Pensionskasse: Massnahmenpaket angekündigt
Die im vergangenen Jahr erlittenen Wertverluste auf den Kapitalanlagen haben bei der BPK zu einer Deckungslücke von 1,1 Milliarden Franken geführt. Der Deckungsgrad ist damit per Ende 2008 auf 87,3 Prozent gesunken. Um ein weiteres Absinken des Deckungsgrades zu vermeiden, wäre auf dem verbliebenen Vermögen ein Ertrag von mehr als 5 Prozent nötig. Aufgrund der geltenden Anlagestrategie kann jedoch nur ein Ertrag von knapp über 4 Prozent erwartet werden, schreibt die Bernische Pensionskasse in einer Mitteilung.
Es wurde folgendes Massnahmenpaket erarbeitet:
- Keine Änderung der Anlagestrategie.
- Beibehaltung des Vorsorgeplans (kein Leistungsabbau).
- Verzicht auf Teuerungsausgleich bei den laufenden Renten.
- Senkung des technischen Zinssatzes von 4,0 % auf 3,5 %, was zu einem weiteren Absinken des Deckungsgrades um zirka 4 Prozentpunkte führt und ab 1.1.2010 eine Erhöhung der ordentlichen Beiträge um 2,2 % bedingt (Versicherte: + 0,4 %, Arbeitgeber: + 1,8 %).
- Erhebung eines befristeten Sanierungsbeitrages ab 1.1.2010 zur Stabilisierung der finanziellen Lage der BPK im Umfang von 3,5 Beitragsprozenten (Versicherte: 1,4 %, Arbeitge-ber: 2,1 %).
- Einreichung eines Gesuchs an den Regierungsrat, den auf die Kantonsangestellten entfallenden Anteil der Deckungslücke vorläufig durch den Kanton zu verzinsen und damit zur Sanierung der BPK beizutragen.
PK Solothurn: Absturz auf 62% Deckunsgrad
Die Pensionskasse des Kt. Solothurn weist für 2008 483 Mio. Franken Verlust und damit eine von 647 Mio. Franken auf 1,13 Milliarden Franken gestiegene Unterdeckung sowie ein um 14,1 auf 65,2 Prozent gesunkener Deckungsgrad aus. Aufgrund der Staatsgarantie hat die Deckungslücke auch unmittelbar Einfluss auf die Staatsrechnung. Die 1,13 Milliarden Franken müssen als Eventualverpflichtung des Staates respektive der Steuerzahler ausgewiesen werden. Mit «Nebenwirkungen». Finanzdepartementssekretärin Heidi Pauli: «Der Kanton fällt im Rating zurück, seine Kreditwürdigkeit sinkt», wie das Oltner Tagblatt schreibt.
Das Solothurner Finanz-Departement hat eine Arbeitsgruppe beauftragt, einen Massnahmenkatalog und ein Pensionskassengesetz auszuarbeiten. «Der Auftrag ist offen formuliert», sagt Finanzdirektor Christian Wanner. Geht es nach seinem Willen, kommt die auf Bundesebene zur Diskussion stehende, zwingende vollständige Ausfinanzierung nicht in Frage. Dies sei illusorisch, weil die Kassen zu sehr von «der Schönwetterlage» der Finanzmärkte abhängen würden. Der Finanzdirektor findet einen Zieldeckungsgrad von 80 Prozent vernünftig. Er weist auch darauf hin, dass es klug gewesen sei, die PKSO nicht mit Eigenkapitalmitteln auszufinanzieren. «Dieses Geld wäre nun weg.» Andere Kantone, etwa Bern, könnten davon ein Lied singen.
Profond: Teilsanierung durch Neueintritte
Der “Sonntag” befasst sich mit der Sammelstiftung Profond, die sich mit hohen Leistungsversprechen (Umwandlungssatz unverändert 7,2%) zu profilieren sucht. Solche Leistungen sind nur mit grossen Risiken zu erzielen. Die Kehrseite erlebte die Profond im vergangenen Jahr, als ihr Deckungsgrad wegen des Aktienanteils von über 50% von 103 auf 85% fiel. Gemäss Sonntag stieg der Deckungsgrad unmittelbar zu Jahresanfang um 1,7%. “Weshalb? Wegen der neu eingetretenen Vorsorgewerke. Sie kamen zu 100 Prozent ausfinanziert und brachten 270 Millionen Pranken an Spargeldern mit. Das erhöhte zwar den Deckungsgrad, damit verlor das Vermögen aber 15 Prozent an Wert. Mit anderen Worten: Die Neuversicherten verloren über Nacht 40 Millionen Franken.” Der Sonntag berichtet weiter: “Die betroffenen Pensionskassen wären gern zurückgekrebst, doch Profond bestand auf Vertragserfüllung, sagt Josef Zopp von Weibel Hess & Partner. Das weiss der Pensionskassenberater von einem betroffenen Unternehmen.”
“Es gibt Sammelstiftungen, die Neukunden in einem separaten Bestand führen, bis die Kasse wieder ausgeglichen ist. Doch Profond sei eine ganz schwierige Geschichte. Umgekehrt sind die bestehenden
Kunden gefangen: Wird der Anschlussvertrag gekündigt, muss man die Unterdeckung mittragen, erklärt Asip-Mann Konrad.” Laut Axa-Winterthur möchten viele Firmen derzeit zu einem Vollversicherungsvertrag wechseln, sind aber wegen der Unterdeckung geknebelt.
BLPK: Deckunsgrad auf 75% gesunken
Die Basellandschaftliche Pensionskasse schreibt in einer Pressemitteilung: “Die Gesamtanlagen der BLPK haben das Jahr 2008 mit einer Gesamtperformance von -14,78 Prozent abgeschlossen. Dieser Wert liegt zwar weit unter den Zielvorstellungen von 6 Prozent. Er ist jedoch leicht besser als der Durchschnitt aller Pensionskassen, welcher durch den Schweizerischen Pensionskassenverband ASIP ermittelt wurde und entspricht der Marktentwicklung der diversifizierten Strategie, die den Anlagen der BLPK zugrunde liegt. Das Gesamtvermögen beträgt per Ende 2008 4‘537,1 Mio. Franken (Vorjahr 5‘247,5 Mio.).” Der Deckungsgrad der Kasse ging auf 75,5 (93,4)% zurück. Weiter hält die Kasse fest, dass sie dank einem positiven Cash Flow die laufenden Renten ohne Verkauf von Vermögensanlagen ausrichten könne. Eine Arbeitsgruppe des Kantons untersucht Fragen der zukünftigen Finanzierung, zudem wurde eine AL-Studie in Auftrag gegeben.
PK belastet Basler Rechnung
Der Deckungsgrad der Pensionskasse Basel-Stadt (PKBS) liegt nur noch bei rund 85% und damit deutlich unter dem Wert von 95%, bei dem von Gesetzes wegen zwingend Sanierungsmassnahmen zu treffen sind. In der Rechnung 2008 wurden deshalb 636.8 Mio. Franken für zukünftige PK-Sanierungsbeiträge des Arbeitsgebers zurückgestellt, davon 559.9 Mio. Franken im Bereich Staat. Die Höhe der Rückstellung entspricht der Hälfte der geschätzten Deckungslücke per Ende 2008. Die Pensionskasse wurde per Ende 2007 ausfinanziert, allerdings ohne die Bereitstellung von Schwankungsreserven. Der Basler Staatsrechnung schliesst dennoch für 2008 mit einem knapp positiven Ergebnis.
Madoff: L’UBP va indemniser la Caisse de pension de l’Etat de Vaud
La Caisse de pension de l’Etat de Vaud (CPEV) fait partie des clients lésés que l’Union Bancaire Privée (UBP) va indemniser, à la suite du scandale Madoff. Elle a perdu 7 millions de francs dans la fraude. Interrogées jeudi par l’ATS, les Retraites populaires, qui s’occupent de la caisse de pension vaudoise, ont confirmé qu’elles étaient «concernées» par ce «geste très positif». Elles n’ont pas voulu détailler pour l’heure les modalités de l’opération.
A la mi-février, le Conseil d’Etat vaudois a annoncé dans un communiqué que la CPEV avait été touchée par la fraude Madoff au travers d’un portefeuille de «hedge fund» géré par l’UBP. La perte subie a atteint 1,64 % de ce portefeuille, soit 7 millions de francs. L’UBP à Genève, qui a perdu 800 millions de francs dans le scandale, a indiqué jeudi qu’elle allait rembourser jusqu’à 50 % des sommes perdues par ses clients. Elle procédera à des paiements annuels en espèces par tranche de 10 % au cours des cinq prochaines années.
Könitz plant Primatwechsel
Die Pensionskasse des Gemeindepersonals von Köniz steht besser da als manch andere Pensionskasse der öffentlichen Hand. Sie weist nämlich per Ende 2008 einen Deckungsgrad von 107 Prozent auf, wie die Kasse mitteilte.
Eigentlich hätte die Pensionskasse auf Anfang Jahr verselbständigt werden sollen. Davon sieht man in Köniz aber vorerst ab. Bei einer Vorprüfung der entsprechenden Reglemente durch die kantonale Stiftungsaufsicht ergaben sich bei zwei Artikeln Differenzen. Diese könnten erst mit den neuen BVG-Vorschriften auf Bundesebene ausgeräumt werden, heisst es in einer Mitteilung. An die Hand nehmen will die Kasse dafür einen zu Gunsten der Verselbständigung seinerzeit zurückgestellten Primatwechsel. Die Kasse soll neu nach dem Beitragsprimat funktionieren. Damit entspricht sie einem vom Gemeindeparlament überwiesenen Vorstoss.
Swisscanto startet Flex Sammelstiftung der Kantonalbanken
Die neue Swisscanto Flex Sammelstiftung der Swisscanto bietet KMU unterschiedlicher Grösse flexible Kollektiv-Vorsorgelösungen an. Die Flexibilität des Angebotes für Firmenkunden äussert sich in individuellen Versicherungsplänen und in verschiedenen Wahlmöglichkeiten bei der Anlage des Vorsorgevermögens. So kann sich ein Unternehmen der standardisierten Gemeinschaftseinrichtung anschliessen oder eine massgeschneiderte "Sparkassen-Risiko-Lösung" wählen, die gemäss Mitteilung der Swisscanto “bezüglich Individualität und Transparenz einer autonomen Pensionskasse in nichts nachsteht”.
Deckungsgrad der Migros-Pensionskasse Ende 08 bei 97.1%
Die Krise an den Finanzmärkten und die damit einhergehenden starken Kurseinbrüche an den Aktienmärkten haben im Geschäftsjahr 2008 zu einer ungenügenden Anlagerendite von -12.3 % geführt. Die Jahresrechnung schliesst nach Auflösung der verfügbaren Wertschwankungsreserven mit einem Fehlbetrag von rund CHF 427 Mio. ab, wodurch sich die MPK erstmals seit ihrem bald 75-jährigen Bestehen mit einem Deckungsgrad gemäss Art. 44 BVV2 von 97.1 % in Unterdeckung befindet. Die Ursache hierfür liegt primär im konjunkturellen Umfeld und ist weniger versicherungstechnisch bedingt.
Das Gesamtvermögen der Kasse beläuft sich auf CHF 14.8 Mrd. Hiervon entfallen CHF 7.1 Mrd. auf die Nominalwertanlagen (primär Obligationen) und CHF 3.6 Mrd. bzw. CHF 4.1 Mrd. auf die Aktien und Immobilienanlagen.
