Der Schweizerische Arbeitgeberverband setzt sich für die Sicherung der 2. Säule und damit für eine Senkung des Mindestumwandlungssatzes auf 6,4% ein. Sie ist wegen der höheren Lebenserwartung und der langfristig tieferen Renditeaussichten am Kapitalmarkt unumgänglich. Der heutige, überhöhte Umwandlungssatz führt zu einer ungerechten Umverteilung unter den Generationen, heisst es in einer Pressemitteilung des Verbandes.
Aktuell
economiesuisse: BVG-Umwandlungssatz senken!
“economiesuisse unterstützt die Senkung des Umwandlungssatzes in der beruflichen Vorsorge. Ein tieferer Umwandlungssatz trägt massgeblich zur nachhaltigen Sicherung der zweiten Säule bei, weil er der steigenden Lebenserwartung und den tatsächlich möglichen Renditeaussichten Rechnung trägt”, heisst es in einer Mitteilung des Verbands. Weiter wird festgehalten: “Der zu hohe Umwandlungssatz führt dazu, dass heute mehr ausbezahlt wird, als einbezahlt wurde. Er höhlt somit die zweite Säule aus und führt zu einer versteckten Umverteilung zwischen den Erwerbstätigen und den Rentnern. Das Verhältnis zwischen Jung und Alt wird dadurch unnötig strapaziert. Ohne Anpassung des Umwandlungssatzes wären Vorsorgeeinrichtungen gezwungen zusätzliche Beiträge zu verlangen und somit die Umverteilung weiter zu verstärken. Das liegt nicht im Interesse der Erwerbstätigen”.
Swisscanto-Umfrage: Eingabefrist verlängert
Swisscanto hat die Eingabefrist für die diesjährige Umfrage bei den Pensionskassen bis 17. April verlängert. In einem Schreiben an seine Mitglieder empfiehlt der ASIP die Teilnahme. Er hält fest: “In der politischen Diskussion ist es auch für den ASIP wichtig, seine Forderungen mit klaren Fakten belegen zu können. Wir begrüssen daher die Swisscanto Studie und empfehlen Ihnen, sich an der Umfrage zu beteiligen.”
Umwandlungssatz: Referendum eingereicht
Der Blick schreibt: “Die Rentenkürzung in der zweiten Säule kommt vors Volk. Das Referendumskomitee hat rekordverdächtige 205 000 Unterschriften gegen die geplante BVG-Revision bei der Bundeskanzlei deponiert. Linke Parteien, Gewerkschaften, Rentner- und Konsumentenorganisationen wehren sich mit dem Referendum gegen den Entscheid des Parlaments, den Mindestumwandlungssatz in der zweiten Säule (BVG) bis 2015 schrittweise auf 6,4 Prozent zu senken.”
BSV: Faktenblatt zum Umwandlungssatz
Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat ein Faktenblatt zur Senkung des Mindestumwandlungssatzes publiziert. Darin hält das Amt u.a. fest: “Verzichtet man auf die Reform (Senkung, Ed.), kommt es zu einer unangebrachten intergenerationellen Solidarität: Die erwerbstätigen Versicherten müssten die Finanzierungslücke bei den an die Pensionierten ausgerichteten Renten decken. Es sind aber gerade diese Erwerbstätigen, vor allem jene mit Familienlasten, die oft die knappsten Budgets haben und nicht zu Unrecht belastet werden sollten. Und vor allem: In einem Umfeld, in dem die Vorsorgeeinrichtungen dazu gezwungen sein können, Sanierungsmassnahmen zu ergreifen, würde ein Verzicht auf die Reform nur zu einer Verschärfung dieser Massnahmen führen. Kurz: Ein Verzicht auf die Reform würde das berufliche Vorsorgesystem nur destabilisieren.”
ASIP: Die Lage ist ernst aber…
Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP warnt in einer Mitteilung vor “unangebrachter Hektik und rät zu notwendigen Sanierungen mit Augenmass”. In einer Mitteilung hält er fest: “Die Zahlen zur finanziellen Situation der 2. Säule, die das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) veröffentlicht hat, illustrieren den gegenwärtigen Ernst der Lage und decken sich weitgehend sowohl mit den Erhebungen des ASIP als auch mit seinen Empfehlungen. Gleichzeitig muss betont werden, dass die berufliche Vorsorge nach wie vor ein stabiles und funktionsfähiges System darstellt und allen Hiobsbotschaften zum Trotz auch dem gegenwärtigen Sturm standhalten wird. Voraussetzung dafür ist konsequentes Handeln mit Augenmass.
ASIP: Ja zur Anpassung des Umwandlungssatzes
Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP schreibt in einer Medienmitteilung: “Aufgrund der weiterhin steigenden Lebenserwartung und der Entwicklungen der Kapitalmärkte ist ein versicherungs- und finanztechnisch korrekt festgelegter Umwandlungssatz für die Zukunft der beruflichen Vorsorge entscheidend. Ein zu hoher Umwandlungssatz führt zu kaum erfüllbaren Leistungsversprechen zulasten der Jungen und zu einer Umverteilung der Erträge. In diesem Sinn ist der Entscheid des Parlamentes, den Umwandlungssatz bis 2015 auf 6.4% zu senken, zu unterstützen. Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP lehnt deshalb das Referendum gegen die Senkung des Umwandlungssatzes entschieden ab, da dieses die langfristige Sicherheit der beruflichen Vorsorge in der Schweiz gefährdet.”
Weiter wird festgehalten: “Die Senkung des Umwandlungssatzes verhindert zum einen die Aushöhlung der Pensionskassen durch zu hohe Rentenzahlungen. Zum anderen wird durch die Senkung das Solidaritätsprinzip aufrechterhalten, welches die gemeinsame Übernahme von Risiken durch die Versicherten vorsieht. Es ist nicht Zweck der 2. Säule, Renten durch die Umverteilung von Geldern von aktiv Versicherten auf Rentner zu sichern. Die Altersvorsorge der Versicherten muss im Gegenteil durch die langfristige Stabilität der 2. Säule gesichert werden.”
Konferenz der kant. BVG-Aufsichtsämter: aktuelle finanzielle Lage der VE
Sowohl das BSV als Aufsichtsbehörde der gesamtschweizerisch tätigen VE wie auch die kantonalen und regionalen Aufsichtsämter haben im ersten Quartal 09 bei den ihnen unterstellten Pensionskassen eine Umfrage veranstaltet, um das Ausmass der aktuellen Unterdeckung abschätzen zu können. Erste Resultate dazu wurden von der Zentralschweizer Aufsicht veröffentlicht. Nun hat die Präsidentin der Konferenz der kant. BVG-Aufsichtsbehörden, Christina Ruggli, über die Angaben der anderen Kantone informiert. Laut Ruggli sieht die Lage folgendermassen aus:
“Die Schätzungen zeigen derzeit, dass sich rund 21% der relevanten Vorsorgeeinrichtungen (BVG-registrierte und überobligatorische Vorsorgeeinrichtungen mit reglementarischen Leistungsversprechen) in Unterdeckung befinden. Dabei liegt der Deckungsgrad mehrheitlich über 90% (rund 75% der gemeldeten Unterdeckungen), wenige Vorsorgeeinrichtungen weisen einen Deckungsgrad von weniger als 90% auf (rund 25% der gemeldeten Unterdeckungen). Der Rücklauf dieser freiwilligen Meldungen liegt bei rund 40% der relevanten Vorsorgeeinrichtungen; etwas mehr als 50% der Rückmeldungen weisen auf eine Unterdeckung hin (die restlichen Rückmeldungen betreffen solche Vorsorgeeinrichtungen, die eine Überdeckung ausweisen).”
Aus diesen Zahlen ergibt sich laut Ruggli, dass sich schätzungsweise rund 35 Prozent der VE in einer Unterdeckung befinden. Das sind deutlich bessere Zahlen, als sowohl ASIP wie auch Complementa, Swisscanto und das BSV veröffentlicht haben. Für die Differenz lassen sich verschiedene Gründe anführen: Laut Ruggli gehören öffentliche Kassen mit Staatsgarantie nicht in die Statistik. Wichtiger aber dürfte sein, dass die erfassten Segmente sowohl bei den bisherigen Hochrechnungen und Umfragen wie auch beim BSV sich von jenen der Kantone unterscheiden. Diese zählen zu ihren “Kunden” zahlreiche kleine und mittlere Kassen mit einer eher konservativen Anlagestrategie, die zwar von der Krise ebenfalls getroffen wurden, aber nicht im gleichen Ausmass wie die grossen VE mit einem hohen Aktienanteil und alternativen Anlagen. Diese kleineren Kassen hätten auch tendenziell einen eher höheren Deckungsgrad vor Ausbruch der Krise ausgewiesen. Sie beteiligen sich aber kaum an den Umfragen und würden deshalb dort auch nicht ausreichend erfasst.
Dass am selben Tag das BSV wie auch die Konferenz der Aufsichtsämter so stark abweichende Angaben zum Ausmass der Unterdeckung machen, dürfte kaum im Sinne einer koordinierten Information sein und auch mehr verwirren als zur Klärung der Situation beitragen. Es ist deshalb bedauerlich, dass sich das BSV offenbar nicht zu einer gemeinsamen Präsentation der Umfrage-Ergebnisse durchringen konnte.
BSV: 57 Prozent der VE in Unterdeckung, abweichende Zahlen der Kantone
Das Bundesamt für Sozialversicherung hat auf der Basis einer Umfrage bei den ihm unterstellten Vorsorgeeinrichtungen sowie zusätzlicher Modellrechnungen die Finanzierungssituation per Ende März 2009 analysiert.
Gemäss BSV weisen rund 43 Prozent der Pensionskassen einen Deckungsgrad von 100 oder mehr Prozent auf, rund 57 Prozent lagen darunter. Per Ende 2008 waren es rund 50 Prozent. Das zeigten Berechnungen aufgrund der tatsächlichen Vermögensverteilung von rund 1’900 Vorsorgeeinrichtungen. Diese Berechnung würden bestätigt durch eine Erhebung bei all jenen Pensionskassen, die direkt der Aufsicht des Bundes unterstehen. Per Ende 2008 meldeten 51 Prozent dieser Vorsorgeeinrichtungen eine Deckung von 100 Prozent oder mehr.
Basis der Berechnungen sind gemäss Bundesamt der Deckungsgrad und die Vermögensverteilung von rund 1’900 Vorsorgeeinrichtungen per Ende 2007, die dem BSV bekannt sind. Daraus wurde anhand des Verlaufs der Kapitalmarkt-Indizes und der technischen Zinssätze die wahrscheinliche gegenwärtige finanzielle Situation der einzelnen Vorsorgeeinrichtungen errechnet. Diese Berechnungen lieferten laut Meinung des BSV “weit repräsentativere Informationen zur aktuellen Lage in der 2. Säule als Schätzungen, die viel weniger Vorsorgeeinrichtungen berücksichtigen und kürzlich ein wesentlich schlechteres Bild der Situation ergaben”.
Allerdings hat nicht nur das BSV sondern haben auch die kantonalen Aufsichtsämter parallel bei ihren Vorsorgeeinrichtungen Daten über das Ausmass der Unterdeckung gesammelt. Und die kantonalen Daten weichen signifikant von jenen des Bunds ab, sprich sie vermitteln ein weit weniger dramatisches Bild.
Finanzkrise und BV: Erste Einsichten
Die Schweizer Personalvorsorge hat mit dem Vorsorgeforum als Partner an einem “Regio-Anlass” in St. Gallen prominente Referenten und Diskussionsteilnehmer zu einem Gedankenaustausch über die Finanzkrise und ihre Konsequenzen für die 2. Säule eingeladen. Der Diskussion mit einem erweiterten Panel gingen vier bemerkenswert informative Referate voraus. Daniel Lang vom St.Galler Institut für Versicherungswirtschaft präsentierte die Resultate einer Umfrage bei den grössten PKs, Versicherern und Banken über die “Auswirkungen der Krise auf die kapitalfinanzierte Vorsorge”. Die Antworten – gegeben im Dezember – könnten heute schon wieder anders und vielleicht etwas kritischer lauten. Die geäusserte Hoffnung, ab 2010 sei wieder mit einer Normalisierung zu rechnen, erscheint jedenfalls optimistisch, wie auch die Annahme, grundlegende Konsequenzen auf das System seien nicht zu erwarten.
Michael Brandenberger (CEO der Complementa) analysierte die Ergebnisse des Börsencrashs auf die PK-Anlagen, welche sich auf Basis der Daten des Risiko Check-up verallgemeinern lassen. Die Hochrechnungen lassen einen Anteil der unterdeckten Kassen von über 60 Prozent erwarten, laut Brandenberger ein Worst Case-Szenario, weil der Grossteil der kleinen Kassen nicht einzeln erfasst ist, diese aber deckungsmässig über dem Durchschnitt liegen. Die bisher publizierten Daten der Aufsicht scheinen diese Meinung zu unterstützen. Aufschlussreich waren die von ihm gezeigten Grafiken über das Versagen der “Statistik”, sprich das nicht eingehaltene Versprechen der Diversifikations-Strategien. Die Efficient Frontier für eine Wahrscheinlichkeit von 2,5 Prozent (durchschnittliches Auftreten eines Ereignisses alle 40 Jahre) wurde nämlich von allen wichtigen Anlagekategorien durchbrochen. Das letzte Mal ist dies 1974 geschehen. Brandenbergers Trost: nun werde es wohl dafür umso länger dauern, bis dieser Fall wieder eintrete… Die grosse Frage aber lautet: Hätte man die Ereignisse ahnen können?
Wie haben sich die Versicherer in dem tumultuösen Umfeld behauptet? Mathias Henny, CIO der Axa-Winterthur, erläuterte die Strategie des Versicherers, der unter dem Zwang der Leistungsgarantie steht und Verluste, wie sie die meisten Pensionskassen hinnehmen mussten, nicht tragen kann. Die Axa-Winterthur hat sich so gut geschlagen (Verlust 2008 0,5%), dass von der Konkurrenz der Vorwurf des Werbespots kam. Wesentlich geholfen hat der Gesellschaft, dass sie ihren Aktienbestand von 7 Prozent im Sommer 2007 bis Ende 2008 auf minimale 1 Prozent reduzierte. Trotzdem strebt sie an, mit ihrem diversifizierten Portefeuille das Ertragspotential von 25 Prozent Aktien zu erreichen.
Als Vertreter der Asset Manager referierte Jürg Honegger (Bank Wegelin). Mit seinen Grafiken illustrierte er eindrücklich die Geschehnisse von 2008. Als Trost diente eine Darstellung der Entwicklung über die letzten 80 Jahre welche zeigt, dass “letztlich noch immer die Bullen die Bären besiegt haben”. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die letzten zehn Jahre für die Vorsorgeeinrichtungen keine ausreichende Rendite beschert haben, und zehn Jahre sind ein halbes Rentnerleben. Wichtiger noch ist natürlich der Blick in die Zukunft. Anstelle von Prognosen präsentierte Wegelin drei Szenarien: Deflation, Inflation und Währungskrise. Alle drei benötigen unterschiedliche Strategien und möglicherweise folgt ja ein Szenario dem anderen. – Was sich wirklich abspielt, darüber wird an dieser Stelle zu gegebener Zeit berichtet…
Salon PPS in Genf
Die Schweizer Personalvorsorge wird im kommenden Juni zum zweiten Mal in Genf eine Messe zur Beruflichen Vorsorgedurchführen. Der Anlass unter dem Titel “Salon PPS” geht vom 10. bis 11. Juni. Er findet statt im Centre International de Conférences. Ähnlich wie bei der ebenfalls alle zwei Jahre stattfindenden PK-Messe in Zürich wird die Ausstellung begleitet von einem umfangreichen Rahmen-Programm.
Pro und kontra Anpassung Umwandlungssatz
“Vorsorge aktuell” des Verlags VPS berichtet über einen Anlass der Gewerkschaften. Darin heisst es: “Zum Thema «Senkung des Umwandlungssatzes BVG – notwendige Anpassung oder Rentenklau?» liess das Gewerkschaftliche Netzwerk 2. Säule unter der Leitung von Colette Nova, geschäftsführende Sekretärin beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB), Peter Wirth, Redaktor des Vorsorgeforum, und René Schuhmacher, Redaktor beim K-Tipp, kontrovers diskutieren. Wirth hebt in seinen Argumenten gegen das Referendum hervor, dass die Senkung des Umwandlungssatzes eine technische Debatte ist, die eigentlich den Experten überlassen werden sollte. Er warnt bei einer Annahme des Referendums vor einer Gefährdung des ganzen Vorsorgesystems. René Schuhmacher macht sich für eine Annahme des Referendums stark. Schuhmacher geht davon aus, dass das PK-System noch immer gut gepolstert ist. Er schlägt vor, bei finanziellen Problemen bei den hohen Verwaltungskosten anzusetzen, anstatt die Leistungen zu verringern.”
Anzufügen bleibt, dass während gut anderthalb Stunden intensiv vor und mit einem kleinen aber engagierten Publikum diskutiert wurde. Angesichts des Veranstalters war von Anfang an klar, auf welcher Seite die Sympathien liegen würden. Viele Argumente der Befürworter des Referendums drehten sich um die Versicherer und ihre angeblich schädliche Profitorientierung. Weshalb aber deshalb die gesamte 2. Säule einem erheblichen Finanzierungsrisiko ausgesetzt werden soll, blieb ein weiteres Mal unbeantwortet.
Referendum gegen Umwandlungssatzentscheid kommt zustande
Laut einer Mitteilug von Unia hat die Gewerkschaft nach Hälfte der Referendumsfrist gegen 50’000 Unterschriften für das Referendum gegen die Anpassung des Mindest-Umwandlungssatzes gesammelt, K-Tipp über 40’000. Die Einreichung des Referendums ist für den 8. April geplant.
Unia gegen Rentenklau, gegen Anpassung Umwandlungssatz und gegen PK-Sanierungen
An einer Medienkonferenz hat die Unia ein “Sanierungsmoratorium” für Pensionskassen bis 2011 gefordert. 2012 müsse die Situation erneut analysiert werden. Falls sich die Börse nicht erholt habe, müsste den Pensionskassen ein gleiches Angebot wie der UBS gemacht werden. „Es ist höchst ungerecht, wenn der Bund und die Nationalbank für 60 Milliarden Franken „toxische Papiere“ der privaten Bank UBS übernehmen, die Pensionskassen hingegen wegen den zum Teil gleichen toxischen Papieren zu Sanierungen gezwungen werden, welche die Versicherten bezahlen müssen“, erklärte Aldo Ferrari, Unia Regionalsekretär.
Zum Referendum gegen die Anpassung des Mindestumwandlungssatzes sagte Rita Schiavi, Mitglied der Geschäftsleitung der Unia, die Unterstützung für das Referendum sei gross; nach eineinhalb Monaten Sammelzeit habe Unia bereits über 35’000 Unterschriften gesammelt.
ASIP: Die Notwendigkeit von Nullrunden
In einem Interview mit 20 Minuten erläutert Hanspeter Konrad, Direktor des Schweiz. Pensionskassenverbands ASIP die Notwendigkeit von sog. Nullrunden. Konrad: “Im Interesse der längerfristigen Vorsorgesicherheit sind auch zwischenzeitlich tiefere Zinssätze in Kauf zu nehmen. Ein unrealistisch festgelegter, am Finanzmarkt nicht erzielbarer, garantierter Zinssatz schadet mehr als er nützt.”
20 Minuten: Ist das Anrechnungsprinzip nicht einfach ein billiger Trick, um die schlechte Arbeit der Pensionskassenverwalter zu kaschieren?
Konrad: Es geht hier keineswegs darum, die Arbeit der Führungsorgane einer Vorsorgeeinrichtung zu kaschieren. Die langfristige Aufrechterhaltung des finanziellen Gleichgewichtes der Vorsorgeeinrichtung ist die zentrale Aufgabe der verantwortlichen Führungsorgane. Die Pensionskasse muss nachhaltig Sicherheit für die Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen bieten.
Das mag sein, trotzdem wird mit der Nullverzinsung auf dem Buckel der arbeitenden Bevölkerung saniert.
Das lässt sich nicht wegdiskutieren: Die Nullverzinsung ist eine einseitige Sanierungsmassnahme zu Lasten der aktiven Versicherten. Der Arbeitgeber und die Rentenbezüger leisten dabei keinen Beitrag, profitieren aber mindestens indirekt davon.
