Gemäss der Grenzgängerstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) arbeiteten im letzten Quartal des Jahres 2011 259’000 Grenzgänger und Grenzgängerinnen ausländischer Nationalität in der Schweiz. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist das ein Zuwachs von 11,5 Prozent.
Statistik
Sozialversicherungen laufen aus dem Ruder
Zwar steht die Schweiz bezüglich Staatsverschuldung derzeit musterknabenmässig da, aber die Aussichten, dass es so bleibt, sind schlecht. Frank Marty von economiesuisse schreibt: “Spätestens seit der Publikation der Langzeitperspektiven der öffentlichen Finanzen der Schweiz bis 2060 dürfte klar sein, dass positive Ergebnisse der Sozialversicherungen nicht mehr als eine Momentaufnahme darstellen. Über die Zeit geht der Trend unter allen Annahmen und Varianten nur in eine Richtung: rasant nach unten, in tiefrote Zahlen und hin zu einer veritablen Schuldenexplosion von griechischem Ausmass.
Der seit der Einführung der Schuldenbremse beim Bund 2003 verzeichnete Schuldenabbau würde unter diesen Vorzeichen nicht mehr als eine Episode bleiben. Gemäss Finanzstatistik beträgt er gesamtstaatlich zwar rund 40 Milliarden Franken, verbunden mit einer Senkung der Bruttoschuldenquote von über 50 Prozent auf unter 35 Prozent. Wenn sich jedoch die Sozialversicherungen so entwickeln, wie vom Bund prognostiziert, würde dieser Konsolidierungserfolg in nur vier Jahren zunichte gemacht. Gemäss Berechnungen würde das jährliche Staatsdefizit 1,8 BIP-Prozente oder (auf heutiger Basis) rund 10 Milliarden Franken betragen. Für eine Entwarnung bei den Sozialversicherungen gibt es also aufgrund der heutigen Zahlen keinen Anlass – im Gegenteil.”
Der Bundesrat schreibt in seiner Antwort auf die Interpellation Hutter zur Verschuldung der Schweiz: “Der erwähnte Bericht über die Langfristperspektiven zeigt, dass aufgrund der demografischen Herausforderungen auch in der Schweiz ein finanzpolitischer Handlungsbedarf besteht. Das EFD schätzt, dass ohne Gegenmassnahmen die Schulden der öffentlichen Haushalte bis 2060 deutlich ansteigen würden. Im Basisszenario würde die Verschuldung 131 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) erreichen. Um sicherzustellen, dass die Verschuldungsquote im Jahr 2060 gleich hoch ausfällt wie im Jahr 2009 (40,1 Prozent des BIP), müssten insgesamt im Umfang von jährlich 1,8 BIP-Prozent Ausgaben gekürzt oder Einnahmen erhöht werden.”
Langfristperspektiven efd / economiesuisse / Interpellation Hutter
Start der Swisscanto-Umfrage 2012
Swisscanto hat ihre diesjährige Umfrage bei den schweizerischen Pensionskassen gestartet. Der Fragebogen kann online ausgefüllt werden und umfasst wiederum Erhebungen zu Struktur, Anlagen und Leistungen der Kassen. Der aktuelle Teil betrifft Fragen zur Asset Allocation sowie allfällige Sanierungsmassnahmen. Im vergangenen Jahr haben 373 Vorsorgeeinrichtungen mit einem Vermögen von 431 Mrd. Franken teilgenommen. Als Unterstützung beim Ausfüllen sowie zur Information kann der Fragebogen als pdf heruntergeladen werden.
Performance-Vergleich 2011: 0 Prozent für Pensionskassen
Der zweimal jährlich durchgeführte ASIP-Performancevergleich ergibt für 2011 eine Performance von 0%. Trotz Finanz- und Schuldenkrisen und bei langfristiger Betrachtung ist die 2. Säule weiterhin stabil, meint der Pensionskassenverband in einer Mitteilung.
Mit einem Gesamtvermögen von CHF 187 Milliarden, 60 teilnehmenden Pensionskassen und über 650 erfassten Portfolios ist der ASIP-Performancevergleich der grösste unabhängige Performancevergleich für Pensionskassen in der Schweiz.
Nachdem die Performance der Pensionskassen im ersten Halbjahr 2011 unter grossem Druck stand, hat sich auch die zweite Jahreshälfte als sehr schwierig erwiesen, wie im aktuellen ASIP Performance Vergleich gezeigt wird. Die Medianrendite des Totalportfolios beträgt für die letzten 12 Monate -0.2% und für die zweiten Jahreshälfte 2011 +0.1%. Das Jahr 2011 hat sich zum Jahr der Obligationen entwickelt. Trotz historisch tiefen Zinsen im vergangenen Jahr hat der Obligationenmarkt in seiner Gesamtheit eine solide Performance geliefert.
2011 wurden die höchsten Renditen durch die Mandate "Immobilien Schweiz" (5.5% direkte Immobilien, 5.8% indirekte Immobilien) und "Obligationen" (4.8% Schweiz, 2.7% Fremdwährungen) erzielt.
Ansonsten hat das restliche Anlageuniversum (Schweiz, Welt, Europa, Asien-Pazifik, Emerging Markets), das primär in Aktien investiert ist, eine unbefriedigende Performance in Franken gezeigt. Dabei wurde die wirtschaftliche und finanzielle Abschwächung durch die festverzinslichen Vermögensanlagen etwas aufgefangen, welche immer noch einen signifikanten Anteil der durchschnittlichen Vermögensallokation der Pensionskassen 2011 ausmachen. Im Universum beanspruchten Obligationen per Jahresende 2011 durchschnittlich 43.2% der Vermögensanlagen. 2011 wurden keine bedeutenden Änderungen in der Vermögensallokation festgestellt. Die Änderungen sind in erster Linie auf Variationen im Markt und nicht auf aktive Entscheidungen zurück zu führen. Ende 2011 beträgt der Aktienanteil im Durchschnitt 26.5% und der Obligationenanteil durchschnittlich 43.2%.
KGAST Performancevergleich 2011
Die Konferenz der Geschäftsführer von Anlagestiftungen hat ihren Performancevergleich 2011 in der gewohnten Detaillierung und sehr übersichtlichen Darstellung publiziert. Die nunmehr 30 in der KGAST versammelten Anbieter weisen bei den Anlagestiftungen ein Gesamtvermögen von 71,4 Mrd. Franken auf, die Immobilienanlagestiftungen von 9,1 Mrd. gesamthaft 80,6 Mrd. Franken.
Die besonders aussagekräftigen Ergebnisse der Mischvermögen ergaben bei 10-19% Aktien ein Maximum von 3,5% (Swisscanto) und ein Minimum von 0,7% Rendite für 2011, bei 20-30% Aktienanteil beträgt das beste Ergebnis noch 2,9% (Zurich), resp. –3,1% als schlechtestes. Für 31-40% Aktien lauten die entsprechenden Zahlen 1,3% (Zurich) und –1,4%.
UBS PK-Barometer: Erfreulicher Jahresstart
Alle Pensionskassengruppen erfreuten sich im Januar 2012 einer überdurchschnittlichen Performance. Die erzielten Renditen gemäss UBS Pensionskassen-Barometer präsentierten sich in umgekehrter Reihenfolge zum sonst üblichen Bild: Das beste Resultat erzielten die kleineren Einrichtungen, gefolgt von den mittleren und grossen. PKs unter 300 Mio. Vermögen erzielten 1,38%; 300 Mio. bis 1 Mrd. 1,26%; über 1 Mrd. 1,22%. Der Durchschnitt beträgt 1,31%.
Avenir Suisse: Der Röstigraben teilt auch die Pensionskassenlandschaft
Wurden die Vorschriften zur Finanzierung öffentlich-rechtlicher Pensionskassen nur deshalb abgeschwächt, um die welschen Kantone zu schonen, hat man sich bei Avenir Suisse gefragt. Um diese Frage zu beantworten, wurde der Deckungsgrad der 26 kantonalen Pensionskassen per Ende 2010 verglichen. Die Abbildung zeigt ein klares Gefälle von Ost nach West. In der lateinischen Schweiz (FR, GE, JU, NE, VD, VS und TI) beträgt der Deckungsgrad im Schnitt 66%. Er ist damit um satte 30 Prozentpunkte tiefer als in den restlichen Kantonen. Den tiefsten Wert weist der Kanton Genf mit 56% auf, den besten der Romandie findet man in Fribourg (79%). Am anderen Ende des Spektrums zeichnen sich die Kantone Appenzell (AR und AI), Glarus und Obwald mit Deckungsgraden von über 100% aus. Die fehlenden Mittel für eine Vollkapitalisierung der Kassen in Unterdeckung belaufen sich schweizweit auf 15,6 Mrd. Fr. 60% dieses Betrags (9,1 Mrd. Fr.) fallen in der lateinischen Schweiz an – bei nur 30% der Bevölkerung.
Interessanterweise operieren alle Pensionskassen in der Romandie im Leistungsprimat, während 80% der Kassen in der Deutschschweiz bereits zum Beitragsprimat übergangen sind. Zweitens hängt der ausgewiesene Deckungsgrad stark von frei wählbaren Parametern, wie dem technischen Zins ab. So «verbessert» ein um 1% zu hoch geschätzter technischer Zins den Deckungsgrad um ca. 10 Prozentpunkte. Auch in dieser Hinsicht sind die Unterschiede zwischen den Regionen signifikant. Der durchschnittliche technische Zins in der lateinischen Schweiz beläuft sich auf 4,1% gegenüber 3,7% in der Deutschschweiz. Den Maximalwert von 4,5% weist die CIA in Genf aus. Die Aussichten westlich der Sarine sind deshalb noch viel düsterer als bisher angenommen.
Sind die lateinischen Kantone also weniger in der Lage, Sanierungsmassnahmen zu finanzieren und damit diese Notsituation zu korrigieren? Die Antwort lautet nein. Genf und Waadt leisten aufgrund ihrer Finanzkraft positive Beiträge im interkantonalen Finanzausgleich. Es ist auch schwer einzusehen, worin sich die finanzielle Kraft des Wallis von der Graubündens unterscheiden soll. Der Entscheid, Finanzmittel zu erheben– via Steuern oder Schulden – oder Budgetkürzungen vorzunehmen, um eine Pensionskassensanierung zu ermöglichen, ist überall eindeutig politisch begründet.
Die tiefen Deckungsgrade in der lateinischen Schweiz reflektieren deshalb anderslautende politische Prioritäten. Es ist in der Romandie schwieriger, das Thema «Vorsorge der Verwaltung» anzugehen. Die Gewerkschaften der öffentlichen Hand sind stark, und Streikdrohungen von Staatsangestellten gibt es am Genfersee häufiger als in der übrigen Schweiz. Regierungsräte können kaum auf eine Wiederwahl hoffen, wenn sie zu offensiv gegen ihre eigene Verwaltung vorgehen.
Le Temps: Le Röstigraben existe dans les caisses de pension
Le degré de couverture s’élève à 66% en Suisse latine (y compris le Tessin) et 96% en Suisse alémanique. Il s’agit des résultats 2010, mais ceux de 2011 sont probablement pires.
Nos caisses de pension publiques sont montrées du doigt. L’analyse systématique de leur triste situation ne peut s’appuyer sur les a priori culturels ou la prétendue nonchalance des Romands. Mais la recherche des vraies raisons de l’écart n’est pas aisée. Une étude de Jérôme Cosandey, expert d’Avenir Suisse, est éloquente sur ce sujet. Elle porte sur les rapports de gestion 2010 des 26 caisses de pension publiques cantonales et le fruit de discussions avec des experts de la prévoyance.
Le pire taux de couverture se situe à Genève (56%) et le meilleur à Appenzell Rhodes-Intérieures (116,3%), selon Avenir Suisse. L’adjonction du Tessin (64,6%) n’est pas à l’avantage de la Suisse romande puisqu’il s’agit du troisième plus mauvais taux de couverture.
Le «Röstigraben» existe dans les caisses de pension. La Suisse latine assume 58% du découvert, la Suisse alémanique 42%. Si les caisses publiques voulaient atteindre les 100% de couverture, il manquerait 9,1 milliards de francs en Suisse latine et 6,5 milliards en Suisse alémanique. Et la situation ne s’est pas améliorée ces derniers mois.
Au sein des latins, le meilleur degré de couverture se trouve à Fribourg (79%). Mais six des sept institutions latines sont placées sous la barre des 70%, alors que cinq alémaniques dépassent les 100%.
CS PK-Index Q4 2011
Die CS hat die detaillierten Daten des Credit Suisse-Pensionskassenindex für das vierte Quartal 2011 mit den Jahreszahlen publiziert. Aufschlussreich sind die Ergebnisse dazu seit 2000. Sie zeigen die enorme Volatilität, die an den Finanzmärkten herrscht. 2000: 2,60%, 2001: -4,15%; 2002: -7,98%; 2003: 9,25%; 2004: 4,49%; 2005: 12,62%; 2006: 6,58%; 2007: 2,04%; 2008: -13,25%; 2009: 10,86%; 2010: 3,01 %; 2011: -0,56%.
Die Performance Contribution zeigt, womit im Berichtsjahr überhaupt Geld verdient werden konnte. Es waren dies Obligation CHF und FW, Immobilien und Hypotheken. Der Rest (Liquidität, Aktien, Alternative) waren alle negativ. Die Jahresperformance betrug –0,56%.
Die annualisierte Performance gemäss CS seit 2000 ergibt 1,85% für alle Kassen. Ihr steht die BVG-Verzinsung von 2,81% gegenüber. Am besten abgeschlossen haben die mittelgrossen VE mit 150 Mio. – 1 Mrd. Franken Vermögen, die knapp über 2% Performance kamen, die kleinen erreichten durchschnittlich 1,8%, die grossen (über 1 Mrd.) 1,66%. Mit anderen Worten: die professionell geführten, grössten Einrichtungen erzielten im Schnitt die geringste Rendite.
Swisscanto PK-Monitor: Gutes 4. Quartal, schwaches 2011
Die Entwicklungen auf den Aktienmärkten führten im vierten Quartal 2011 zu einer leichten Verbesserung der Deckungsgradsituation. Damit hat sich auf das Jahresende hin nach drei Quartalen in Folge mit sinkenden Deckungsgraden doch noch ein Trendumschwung bemerkbar gemacht. Trotzdem konnte ein Absinken der Schwankungsreserven seit Beginn 2011 nicht abgewendet werden.
Bei den privatrechtlichen Pensionskassen stieg der geschätzte vermögensgewichtete Deckungsgrad gegenüber dem dritten Quartal um 2,8 Prozentpunkte auf 103,1%. Ein ähnliches Bild, etwas weniger ausgeprägt, zeigt sich bei den öffentlich-rechtlichen Kassen, wo sich der Deckungsgrad um 2,4 Prozentpunkte auf 88,1% erhöhte. Generell ist hier jedoch anzumerken, dass dieser Deckungsgrad aufgrund teilkapitalisierter Kassen, also Kassen mit einem Zieldeckungsgrad von weniger als 100%, nicht direkt mit den privatrechtlichen Kassen vergleichbar ist.
Die erfassten Vorsorgeeinrichtungen erzielten im gesamten Kalenderjahr 2011 eine durchschnittliche vermögensgewichtete Rendite von 0,1%. Dieser Wert liegt weit unter der Sollrendite, die zur Aufrechterhaltung des bestehenden Deckungsgrades notwendig ist.
Als Folge davon hat sich der Anteil der Kassen in Unterdeckung erhöht. Der geschätzte Anteil der privatrechlichen Kassen in Unterdeckung dürfte sich im Jahresverlauf mit 26% etwas mehr als verdoppelt haben.
Swisscanto führt die Hochrechnungen für den Pensionskassen-Monitor neu ohne Beteiligung von Complementa durch. Damit wird für die quartalsweisen Hochrechnungen des Pensionskassen-Monitors dieselbe Datenbasis verwendet wie für die jährliche Umfrage "Schweizer Pensionskassen". Sämtliche Schätzungen des Pensionskassen-Monitors wurden deshalb von Swisscanto für die vergangenen Quartale neu gerechnet.
Grundlage für die aktuellen Schätzungen per 31. Dezember 2011 bilden die effektiven Angaben per 31. Dezember 2010 von 365 Vorsorgeeinrichtungen mit einem Vermögen von insgesamt CHF 431 Mia. Die Schätzungen sind Hochrechnungen aufgrund der Marktentwicklungen und der von den Umfrageteilnehmern zu Beginn des Jahres 2011 gewählten Anlagestrategie.
CS PK-Index: 2011 im Minus
Im 4. Quartal 2011 nahm der CS-Pensionskassen-Index um 3.12 Punkte resp. 2.57% zu und liegt per 31. Dezember bei 124.63 Punkten, ausgehend von 100 zu Anfang des Jahres 2000. Zum Resultat haben der Oktober mit 1.62% und der Dezember mit 1.15% beigetragen, während der November ein Minus von 0.21% zu verzeichnen hatte. Die Performance Contribution zeigt, dass insbesondere Aktien Ausland (1.41%), Aktien Schweiz (0.75%), Fremdwährungsobligationen (0.23%), Schweizerfranken Obligationen (0.14%) und Immobilien (0.13%) zur positiven Rendite beigetragen haben.
Die BVG-Mindestverzinsung (rote Linie in Abbildung) legte im Berichtsquartal um weitere 0.5% resp. 0.68 Punkte auf den Stand von 139.45 zu. Somit verkleinerte sich die Differenz wieder und liegt per 31. Dezember 2011 bei 14.81 Punkten.
Für das Anlagejahr 2011 wurde eine Rendite von -0.56 (UBS PK-Monitor – 0,47)% verzeichnet. Die annualiserte Rendite des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index (seit 01.01.2000) beträgt per Quartalsende 1.85%. Ihr gegenüber steht die annualisierte BVG-Mindestverzinsung, welche 2.81% beträgt.
Die Anlage-Allokation per 31. Dezember 2011 zeigt auf, dass sich die Liquiditätsquote (6.9%) erhöht hat. Ebenfalls erhöht wurden die Engagements in Aktien Schweiz (11.3%) und in Aktien Ausland (16.0%). Reduziert wurden im Gegenzug die Engagements in Schweizerfrankenobligationen (25.8%), Fremdwährungsobligationen (8.8%) und Immobilien (20.4%). Die Schweizerfrankenquote ist auf 76.3% gesunken.
Die detaillierte Auswertung des Credit Suisse Schweizer Pensionskassen Index für das 4. Quartal 2011 wird in rund zwei Wochen publiziert.
UBS PK-Barometer: 0,5% minus 2011
Im Dezember liessen sich noch einmal ansehnliche Renditen erzielen. Dies reichte allerdings nicht, um den negativen Trend im durchzogenen Anlagejahr 2011 zu durchbrechen. Insgesamt mussten die Pensionskassen eine negative Rendite in Kauf nehmen. Knapp im grünen Bereich liegen die grössten Kassen, die kleinsten erlitten gemäss UBS-Barometer eine Einbusse von rund 1 Prozent.
Seit 2006 verzeichneten die kleineren Vorsorgeeinrichtungen eine Performance von 0.8% p.a., die mittleren von 1.1% p.a. und die grossen von 1.4% p.a. Damit beträgt der in der gesamten Periode erzielte Vorsprung der grossen Vorsorgeeinrichtungen satte 3.8% gegenüber den kleineren und immer noch gute 1.6% gegenüber den mittleren. Dies veranschaulicht den Effekt einer kontinuierlichen, wenn auch geringen Mehrrendite im Zeitablauf.
Finanzielle Lage der VE im Jahr 2010, Verschlechterung 2011
Die finanzielle Lage der Vorsorgeeinrichtungen ist gemäss dem jährlichen Bericht des BSV 2010 im Vergleich zu 2009 stabil geblieben. Der Anteil der Kassen in Unterdeckung ist leicht gesunken. Eine aktuelle Schätzung zeigt hingegen, dass sich die finanzielle Situation der Vorsorgeeinrichtungen seit Ende 2010 wiederum verschlechtert hat.
Der Bericht zur finanziellen Lage der Vorsorgeeinrichtungen basiert auf einer Erhebung des Bundesamts für Sozialversicherungen BSV bei den Aufsichtsbehörden. Die Auswertung zeigt, dass sich Ende 2010 289 registrierte Kassen (14.3%) in Unterdeckung befanden. Im Vorjahr waren 353 Kassen (16.6%) von einer Unterdeckung betroffen. Die gesamte Unterdeckungssumme belief sich per 31. Dezember 2010 auf rund 33.4 Mrd. Franken, gegenüber 32.1 Mrd. im Vorjahr. Der grösste Teil der Unterdeckungssumme betraf Kassen mit Staatsgarantie. Deren Fehlbetrag stieg gegenüber 2009 um 1.4 Mrd. Franken auf 27 Mrd.
Die aktuelle Situation der Kassen kann nur aufgrund eines Rechnungsmodells beurteilt werden. Generell weisen diese Berechnungen auf eine erhebliche Verschlechterung der finanziellen Lage bis Ende November 2011 hin. Der durchschnittliche Deckungsgrad der Einrichtungen ohne Staatsgarantie beträgt zwar noch rund 100%. Ob sich der festgestellte negative Trend aber im nächsten Jahr fortsetzt, hängt wesentlich von den weiteren Entwicklungen an den Finanzmärkten ab. Im Zusammenhang mit der “Schuldenkrise“ bleiben die Unsicherheiten gross. Diesen müssen die Vorsorgeeinrichtungen weitgehend ohne genügend hohe Wertschwankungsreserven begegnen, oder sie sind sogar bereits in einer Unterdeckung. Die Risiken für die Vorsorgeeinrichtungen bleiben entsprechend hoch.
UBS PK-Barometer November 2011
Die UBS schreibt zur November-Ausgabe ihres PK-Barometers: Nach zwei Monaten, die hoffen liessen, hat sich der Abwärtstrend wieder eingestellt. CHF-Anleihen, Schweizer Aktien und Immobilien verzeichneten leicht rückläufige Renditen, was in der Summe trotz positiver Erträge bei den übrigen Anlageklassen zu einem insgesamt leicht eingetrübten Bild führte.
Seit 2005 beträgt die kumulierte Performance aller Vorsorgeeinrichtungen 5.2% oder magere 0.9% pro Jahr (kleine 0.6%, mittlere 0.9% und grosse Kassen 1.2% p.a.). Die grosse Mehrheit der Vorsorgeeinrichtungen wird damit wohl auch im Anlagejahr 2011 mit einem sinkenden Deckungsgrad konfrontiert werden und deshalb Wertschwankungsreserven auflösen müssen.
BSV / Seco: Studie zu den Verwaltungskosten der 2. Säule
In einer neuen Studie des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV und des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO werden die Höhe und die Struktur des Verwaltungsaufwands in der beruflichen Vorsorge untersucht. Die Durchführung der 2. Säule kostet demnach rund 1,8 Milliarden Franken pro Jahr (2009). Das sind pro Jahr und versicherte Person im Schnitt rund 391 Franken an Verwaltungskosten. Davon fallen gut 280 Millionen bei den Arbeitgebern an, 792 Millionen bei den Vorsorgeeinrichtungen und 735 Millionen bei den Lebensversicherern. Die Studie kommt zum Schluss, dass eine spürbare Kostensenkung nicht mit dem blossen Verzicht auf einzelne Rechtsnormen oder deren Vereinfachung zu erreichen ist.
Die Autoren der Studie «Verwaltungskosten der 2. Säule in Vorsorgeeinrichtungen und Unternehmen» zeigen auf, dass nicht spezielle Ereignisse wie Invaliditäts- und Todesfälle oder Vorbezüge für Wohneigentum die grössten Kosten herbeiführen, auch wenn viel Zeit für deren Verarbeitung benötigt wird. Es sind die häufigsten Verwaltungsaufgaben der 2. Säule, die wenig Zeit pro Fall beanspruchen, die mit den höchsten Kosten zu Buche schlagen (Bearbeitung der Ein- und Austritte, Änderung Lohn/Beschäftigungsgrad).
Die Autoren vertreten die Meinung, dass ein grosser Teil der Verwaltungskosten auf die grundlegenden Eigenschaften der 2. Säule zurückführen sind, das heisst das Kapitaldeckungsverfahren, die Selbständigkeit der Vorsorgeeinrichtungen und die Vorsorgelösungen. Eine markante Reduktion der Verwaltungskosten wäre nur mit einschneidenden Vereinfachungen des Systems der beruflichen Vorsorge zu bewerkstelligen (z.B. Standardisierung der Pensionskassenreglemente und/oder markanter Rückgang der Anzahl Vorsorgeeinrichtungen). Eine punktuelle Vereinfachung der Gesetzgebung brächte keine nennenswerte Kostenreduktion, da es keine Eins-zu-eins-Beziehung zwischen den Rechtsnormen und Ereignissen und Aufgaben gibt. Jede einzelne Aufgabe wird durch ein ganzes Bündel von Rechtsnormen bestimmt. Umgekehrt hat praktisch jede Rechtsnorm Auswirkungen auf eine Vielzahl von Aufgaben.
Die Studienergebnisse dienen dem Bundesamt für Sozialversicherungen als Grundlage für weitere Überlegungen zur administrativen Vereinfachung im Rahmen des Berichts Zukunft 2. Säule. Der Bericht wird eine tiefergehende Analyse der aktuellen Probleme sowie Lösungsansätze enthalten. Das SECO wird die Ergebnisse für das laufende Projekt im Zusammenhang mit der Beantwortung der Postulate Fournier und Zuppiger zur Messung der Regulierungskosten für die Unternehmen verwenden.
Der Bericht liegt in deutscher Sprache vor mit Zusammenfassungen in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. Die gedruckte Publikation kann ab Januar 2012 bestellt werden (Bundesamt für Bauten und Logistik BBL, 3003 Bern, www.bundespublikationen.ch, Bestellnummer 318.010.4/11
