IFZ Longevity-Studie 2026 der Hochschule Luzern: Reicht das Geld für 25 Jahre Ruhestand?
Die Restlebenserwartung bei Pensionierung ist seit Einführung der AHV markant gestiegen: bei 65-jährigen Frauen von rund 14 Jahren (1948) auf heute rund 23 Jahre, bei Männern von rund 12 auf über 20 Jahre. Laut Studienautorin Prof. Dr. Anina Hille vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) erreicht die Hälfte der heute 65-jährigen Frauen das 90. und rund die Hälfte der Männer das 87. Lebensjahr.
Wer nur bis zur durchschnittlichen Lebenserwartung plant, unterschätzt somit das Risiko eines sehr langen Ruhestands. Die Studie illustriert dies anhand von drei Modellpersonen mit tiefem, mittlerem und hohem Alterseinkommen, wobei die finanzielle Lücke als kumulierte Differenz zwischen laufenden Renten aus AHV und Pensionskasse und den Ausgaben berechnet wird. Nicht berücksichtigt sind Vermögen, Erbschaften, 3. Säule sowie Kapitalbezüge und Kapitalerträge aus der 2. Säule, weshalb die Berechnungen ausdrücklich nicht als individuelle Prognosen gelten.
Beim mittleren Einkommen wächst die Lücke um rund ein Viertel, wenn die Lebensdauer von 85 auf 90 Jahre steigt, und bei einer Lebensdauer bis 100 Jahre liegt sie rund 80 Prozent höher. Hille folgert, dass finanzielle Resilienz über das gesamte Erwerbsleben aufgebaut werden muss und ein frühzeitiger Vermögensaufbau den wichtigsten Schutz gegen das Langlebigkeitsrisiko bildet. Zwar hat auch die Zahl der gesunden Lebensjahre ab 65 zugenommen, doch bleibt eine Phase mit möglichem Pflege- und Unterstützungsbedarf für die Finanzplanung relevant. Entscheidend sind deshalb nicht nur die Lebensdauer, sondern auch die Gesundheits-, Pflege- und Wohnkosten im Alter.
Darüber hinaus betrachtet die Studie Longevity als wirtschaftlichen Strukturtrend, der zusätzliche Nachfrage nach Gesundheits-, Pflege-, Wohn-, Technologie- und Finanzlösungen schafft. Als Investmentthema steht Longevity allerdings noch am Anfang, da eine anerkannte Definition oder standardisierte Taxonomie bislang fehlt. Die Studie wurde mit Unterstützung der Fondsgesellschaft Vanguard realisiert.

