Beboachter: Geht jetzt alles in die Brüche?
Was kostet die Kreditkrise die Schweizer Pensionskassen? Werden Renten gekürzt und Beiträge erhöht? Antworten auf diese und weitere aktuelle Fragen zur zweiten Säule gibt der «Beobachter» unter dem apokalyptischen Titel «Geht jetzt alles in die Brüche».
Geht jetzt alles in die Brüche?
FT: Selling short is the new frontier
Merrill Lynch recently estimated that $75bn is invested in 130/30 funds, predominantly on behalf of pension funds. It further estimated that the market could reach $1,000bn in the next five years. F&C Investments is expected to expand its range of 130/30 funds in the near future with European, pan-European and Asian offerings thought to be in the pipeline. Investors are attracted to the startegy because its use could result in managers potentially improving returns simply by lifting the long-only constraint on some funds.
For all the hype concerning 130/30 funds, institutional and retail investors are just beginning to test the waters for hedge fund-like strategies. The Vodia Group survey found that just 14 per cent of institutional investors said they had already invested in 130/30. The flood of money into 130/30 strategies seems to be having a detrimental effect on the hedge fund market, which still suffers from reputational problems among conservative institutional investors.
FT.com / Partnership Publishing
Stiftungsrat: Keine «passiven» Entscheide im Anlageprozess
«Die «passive» Verwaltung von Vermögen ist in aller Munde. Beim Anlageprozess bei Pensionskassen trifft der Stiftungsrat letztlich aber alle Entscheide «aktiv» – es gibt keine «passiven» Entschliessungen», schreibt Antoine Cuénod (Watson Wyatt) in der NZZ. Wenn ein Teil des Marktes effizient sei, ist es ein anderer nicht. Es gelte demnach, jene Nischen zu identifizieren, in denen mangelnde Transparenz herrscht und die wenig von Finanzanalytikern untersucht werden. Manche Marktbeobachter hielten beispielsweise den Immobilienmarkt sowie die Märkte von Entwicklungsländern für wenig effizient. Aber auch innerhalb etablierter Märkte gebe es profitable Nischen, z. B. aufgrund der kurzfristigen Optik der Investoren.
Keine «passiven» Entscheide im Anlageprozess
spn: Unaufgeregte Schweizer Kassenmanager
In Ausgabe 7 behandeln die «Schweizer Pensions- & Investmentnachrichten» schwerpunktmässig strukturierte Produkte in der Säule 3a. In einer «Blitzumfrage» mit einigen wenigen Vorsorgeeinrichtungen wurde nach dem Anlageverhalten angesichts der anhaltenden Börsenturbulenzen gefragt. Das Resultat: die Pensionskassenmanager zeigen sich ostentativ «unaufgeregt». Im Gegensatz zu den Tendenzen bei den Fonds führt man die gewählten Anlagestrategien weiter ohne defensiv in den Geldmarkt zu flüchten. Vielfach kommen «Rebelancing-Strategien» zum Zuge was einige Kassen dazu veranlasst hat, in letzter Zeit sogar Titel hinzu zukaufen. Diese Strategien, welche einen bestimmten Zielkorridor für den Aktienanteil am Portefeuille festlegen, könnten allerdings bei einem längerfristigen Abwärtstrend der Kurse problematisch werden. Beim BSV rechnet man angesichts der Börsenentwicklung mit einer Zunahme der Kassen mit Unterdeckung, die meisten sollten aber über ausreichende Reserven verfügen, um die Verluste ausgleichen zu können.
Unaufgeregte Schweizer Kassenmanager
«Mariposas»-Überbauung der ASGA
Die ASGA-Pensionskasse St. Gallen realisiert gegenwärtig gegenüber der Rhydorf-Migros an der Bahnhofstrasse/Rheinstrasse eine Überbauung mit 51 Wohnungen und Geschäftsräumlichkeitenmit 400 m².
www.tagblatt.ch – Unteres Rheintal
US-Rechnungslegung für Pensionsverpflichtungen betreffen Schweizer Konzerne
In den USA gilt ein neuer Rechnungslegungsstandard für die Pensionsverpflichtungen von Unternehmen. Dieser verlangt die volle Erfassung der Pensionspläne. Dies führt zu mehr Transparenz, aber auch zu mehr Schwankungen im Eigenkapital der Firmen, schreiben Willi Thurnherr (Bild links) und André Tapernoux (Mercer) in einem Beitrag in der NZZ.
Einige Schweizer Unternehmen sind an amerikanischen Börsen kotiert; dazu zählen beispielsweise Grosskonzerne wie UBS, Credit Suisse, Novartis oder Zurich Financial Services, aber auch viele Tochterfirmen amerikanischer Unternehmen. Diese Unternehmen sind nun von einer neuen Vorschrift betroffen, die zu einer verstärkten Volatilität der Netto-Pensionsverpflichtungen führen könnte. Damit entsteht möglicherweise ein Konfliktpotenzial zwischen den Interessen der Vorsorgeeinrichtung und denjenigen der Unternehmen.
Artikel Thurnherr / Tapernoux
Swisscanto startet 8. Pensionskassenumfrage
Bereits zum achten Mal wird Swisscanto eine Umfrage bei den schweizerischen Pensionskassen durchführen. Die Erhebung dauert bis zum 8. April; die Ergebnisse werden anlässlich einer Präsentation im Rahmen der Pensionskassen-Messe in Zürich am 15. Mai (Lausanne 16. Mai) publiziert. Die Vorsorgeeinrichtungen werden zu den Bereichen Organisation, Leistungen und Beiträge, Kapitalanlagen und Rendite sowie spezifisch zu den Themen Nachhaltigkeit und Performance befragt. Erfasst werden die privaten, die öffentlich-rechtlichen Pensionskassen sowie Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen. Mit der letztjährigen Abdeckung von etwa der Hälfte des gesamten Anlagevermögens in der beruflichen Vorsorge von rund CHF 680 Mia. hat sich die Studie als eine der wichtigsten Diskussionsgrundlagen und Referenzpunkte für alle interessierten Kreise etabliert.
Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP unterstützt die Studie und empfiehlt seinen Mitgliedern die Teilnahme. Die Zusammenarbeit mit AWP/Complementa auf dem Gebiet der Datenerfassung wird fortgesetzt: Die Teilnehmer geben die Angaben direkt online auf www.swisscanto-pk-studie.ch ein. Sie haben dabei die Wahl, an der Umfrage von Swisscanto, am „AWP/Complementa Risiko Check-up“ oder an beiden Studien gleichzeitig teilzunehmen.
Swisscanto PK-Studie
Weiterhin starkes Beschäftigungswachstum
Das vom Bundesamt für Statistik (BFS) vierteljährlich veröffentlichte Beschäftigungsbarometer weist ein deutliches Wachstum sowohl bei der Zahl der Erwerbstätigen als auch bei jener der Beschäftigten aus. Gemäss dem Index der offenen Stellen und dem Indikator der Beschäftigungsaussichten dürfte sich die Tendenz im laufenden Quartal fortsetzen.
www.news.admin.ch – Beschäftigungsbarometer
Finanzierung öffentlich-rechtlicher Vorsorgeeinrichtungen – Vernehmlassungsergebnisse
«Das vom Bundesrat vorgeschlagene Finanzierungsmodell des differenzierten Zieldeckungsgrades für öffentlich-rechtliche Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule und deren Verselbstständigung sind in der Vernehmlassung im Grossen und Ganzen auf gute Akzeptanz gestossen», schreibt das BSV in einer Medienmitteilung . «An der Zielsetzung, die öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen mittelfristig auszufinanzieren, hält der Bundesrat grundsätzlich fest. Aufgrund der geteilten Meinungen zu dieser Frage verlängert er aber im Sinne eines Kompromisses die Frist. Das EDI erarbeitet bis Ende September 2008 eine Botschaft, die auf dem Vernehmlassungsmodell basiert und eine vollständige Ausfinanzierung innert 40 (was einer ganzen Erwerbsgeneration entspricht) statt 30 Jahren vorsieht.»
www.news.admin.ch – Vernehmlassungsergebnisse
Colette Nova zur Finanzierung öffentlicher Kassen: Si le ridicule tuait…
… dann gäbe es nun sehr bald wieder Bundesratswahlen! Etwas noch Dilettantischeres als das, was der Bundesrat hier vorschlägt, ist schwer vorstellbar. Eine Ausfinanzierungspflicht passt zum vom Bundesrat selber in Auftrag gegebenen und von der eidgenössischen BVG-Kommission einstimmig unterstützten Expertenmodell „diffferenzierter Deckungsgrad“ in der Tat wie die Faust aufs Auge, schreibt Colette Nova, geschäftsführende Sekretärin des SGB in einem Kommentar zur Botschaft des Bundesrates.
http://www.sgb.ch/d-download/080227_CN_Pensionskassen.pdf
UBS: Sonderprüfung verfehlt absolutes Mehr nur knapp
Die wegen der US-Hypothekenkrise angeschlagenen UBS lässt keine Sonderprüfung durchführen. Ein entsprechender Antrag der Anlagestiftung Ethos ist an der ausserordentlichen Generalversammlung in Basel knapp mit 45% zustimmenden Stimmen abgelehnt worden. Da Ethos die 50%-Schwelle nicht erreicht hat, bleibt jetzt nur noch der Gang zum Richter. Mit 2 Mio. Fr. Nominalkapital kann dort eine Sonderprüfung bewilligt werden, falls sie gut begründet ist. Es sollte kein Problem sein, dieses zu erreichen. Die Sonderprüfung dürfte also ungeachtet dieses Ergebnisses kommen, schreibt die NZZ.
Mit 599,1 gegen 87 Mio. Stimmen haben sich die Aktionäre der UBS für die Kapitalerhöhung in der Höhe von 13 Mrd. Fr. ausgesprochen. Damit geben die Aktionäre grünes Licht für die Ausgabe einer Pflichtwandelanleihe an die beiden Staatsfonds aus Singapur und dem Nahen Osten.
Sonderprüfung verfehlt absolutes Mehr
Le Temps: 2e pilier, faites vos comptes!
Qu’a fait votre caisse de pension l’an dernier? Ses responsables ont-ils judicieusement investi vos avoirs? Pour le savoir, il suffit de leur poser la question (ce que, paraît-il, trop peu de personnes font), et de comparer le résultat aux chiffres publiés lundi par l’association des caisses suisses, l’ASIP.
Le Temps – économie
ASIP: Median-Performance 2008 bei 1,8%
Resultate der wichtigsten Anlagekategorien und des Gesamtportfolios für 2007
Der im Auftrag des Schweizerischen Pensionskassenverbandes (ASIP) von der Beratungsfirma Watson Wyatt durchgeführte Performancevergleich zeigt für das Jahr 2007 eine Median-Performance (Zentralwert) von 1.8% auf dem Gesamtportfolio (inkl. Immobilien und Hedgefonds) der teilnehmenden Vorsorgeeinrichtungen. Wenn man, um Ausreisser auszuschliessen, 90% der teilnehmenden Vorsorgeeinrichtungen berücksichtigt, lagen 2007 die erreichten Gesamtrenditen zwischen -0.6 und 4%. Diese Streuung ist laut ASIP in anbetracht der sehr unterschiedlichen Allokationen nicht erstaunlich. Beispielsweise variierte Ende Jahr der erfasste Anteil an CHF Obligationen zwischen unter 10% und knapp 45% und bei den Aktien Ausland betrug der Anteil je nach Pensionskasse zwischen 15 und über 45%.
ASIP – Performancevergleich
Soziale Sicherheit – Änderungen 2008
Was gilt neu? Was bleibt unverändert? Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen bei den Sozialversicherungsleistungen und -beiträgen ab 2008, zusammengestellt von Colette Nova, SGB.
Aenderungen 2008
Oe: Durchschnittsperformance für 2008 bei 2%
Die Veranlagungsergebnisse der österreichischen Pensionskassen liegen laut Fachverband der Pensionskassen im Durchschnitt bei nur zwei Prozent, was für viele Leistungsberechtigte eine Kürzung ihrer Bezüge bedeutet. Die Turbulenzen auf den Kapitalmärkten sind jedoch nur ein Teil der Ursachen für diese enttäuschenden Performancezahlen. Mercer hat die Ergebnisse analysiert und sieht zum Schutze der Anwartschaftsberechtigten vor allem in der Umstellung der technischen Rahmenbedingungen sowie in der Manager-Selektion einiger Pensionskassen Handlungsbedarf.


