Unter dem Titel "Der systembedingte Pensionskassenskandal" hat auf Radio DRS2 der Freiburger Ordinarius Reiner Eichenberger die Vorgänge bei den Pensionskassen kommentiert. Offenbar inspiriert durch den "Blick" vom 13.9. nimmt er die von den Medien aufgebrachten Verdächtigungen als Faktum und berichtet – selbstverständlich ohne Namen zu nennen oder Belege zu liefern – von Reisen und anderen schönen Dingen, welche die "systembedingte" Korruption in der 2. Säule manifestieren. Den einzigen Ausweg bietet – wen wundert’s? – die freie Pensionskassenwahl. Nach den von Praxiskenntnis offenbar wenig getrübten Vorstellungen Eichenbergers sollten die Versicherten dabei unbedingt ihr Kapital gleichzeitig bei mehreren Kassen anlegen dürfen, um jeweils rasch einen Kassenwechsel vornehmen können, wenn ihnen eine Kasse nicht mehr passt. Nur damit kann laut Eichenberger der intensive Wettbewerb sicher gestellt werden, der scheinbar alle Probleme in der beruflichen Vorsorge aus der Welt schafft.

Leider vermissen wir in diesem akademischen Exkurs den Hinweis darauf, dass eine solche Systemänderung zwingend das Ende der bestehenden 2. Säule und einen massiven Leistungsabbau bedeuten würde. Es würde nämlich nichts anderes übrig bleiben als ein obligatorisches Sparheft für die Altersvorsorge. Eichenberger bleibt uns auch die Antwort darauf schuldig, wie und weshalb in seinem System die Uebertretung von Vorschriften und Gesetzen eher verhindert wird.

Unsere Meinung zu all diesen universitären ad hoc Verlautbarungen, welche uns in den letzten Wochen zum Swissfirst-Fall zugemutet wurden: Vielleicht sollten die Universitäten endlich privatisiert werden, damit auch unsere Professores verstärkt den heilsamen Leistungsdruck und den intensiven Wettbewerb des freien Marktes zu spüren bekommen, auf dass wir nicht länger mit solch systembedingten Oberflächlichkeiten behelligt werden.

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Akzent drs.ch : DRS 2 : DRS2aktuell

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