Das Forschungsprojekt soll die Problematik der allgemeinen Verwaltungskosten im Rahmen der 2. Säule beleuchten. Um das Ziel der Kostenmessung ohne umfassende statistische Erhebung zu erreichen, wird vorgeschlagen, die allgemeinen Verwaltungskosten der 2. Säule standardisiert zu messen, indem verschiedene Aufgaben/Ereignisse innerhalb einer beschränkten Stichprobe von Unternehmen und Vorsorgeeinrichtungen untersucht werden. Das Forschungsprojekt bedient sich der Methode des Standardkostenmodells (SKM). Eingabefrist für die Offerten ist der 3. August 2010.
Aktuell
Jubiläum der Konferenz der Aufsichtsbehörden
Die Konferenz der kantonalen BVG- und Stiftungsaufsichtsbehörden konnte an ihrer diesjährigen Jahreskonferenz in Bern den 40. Geburtstag feiern. Neu in den Vorstand gewählt wurde Hansjörg Gurtner, Leiter der Aufsicht Bern. Der Vorstand der Konferenz setzt sich nun folgendermassen zusammen: Christina Ruggli-Wüest (BS), Präsidentin, Dominique Favre (VD), Andreas Fahrländer (BL), Markus Lustenberger (LU), Bernhard Kramer (SG), Erich Peter (ZH), Syl-vie Pétremand (FR), Jean Pirrotta (GE) und Hansjörg Gurtner (BE).
Mercer übernimmt ORC Worldwide
Mercer hat die Unterzeichnung einer Vereinbarung über die Übernahme von ORC Worldwide bekannt gegeben. Durch den Kauf entsteht ein neuer Anbieter für globale HR-Informationen. ORCs Marktposition in den Vereinigten Staaten, insbesondere in Fragen von internationalen Personaltransfers, ergänzt Mercers Recherchekompetenz und das breit gespannte globale Niederlassungsnetzwerk. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2010 erwartet. Die Bedingungen der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben.
Einwanderung, Importkonkurrenz und Löhne
Werden in der Schweiz die Löhne gedrückt weil sich der Arbeitsmarkt für ausländische Arbeitskräfte seit den 90er Jahren stärker geöffnet hat? Steigt durch die «Globalisierung» und insbesondere durch die «Bilateralen Verträge» mit der EU die Arbeitslosigkeit? Welche Rolle spielt die Importkonkurrenz? Im Auftrag des SECO haben zwei Autorenteams versucht, diese kontrovers diskutierten Fragen zu beantworten.
ASIP Mitgliederversammlung: Sammlung der Kräfte
Der Pensionskassenverband ASIP hat an seiner Jahresversammlung vom 28. Mai in Bern Rückschau gehalten auf das vergangene Jahre und die am 7. März erlittenen Wunden nochmals verarztet. “Haben wir alles falsch gemacht”, fragte Vereinspräsident Christoph Ryter wohl eher rhetorisch. Zweifellos war in der Sache alles richtig. Der Umwandlungssatz muss angepasst werden. Biometrie und Marktrenditen lassen keine andere Wahl. Allerdings ist auch festzustellen, dass diese Botschaft dem Stimmburger nicht vermittelt werden konnte. Der ASIP nahm seine GV aber nicht als Gelegenheit für eine Manöverkritik. Immerhin wurde angekündigt, künftig mehr auf die “social media” zu setzen, inkl. Twitter, Facebook und YouTube. Aus dem Kreis der Mitglieder kamen Vorbehalte gegen die Position des ASIP beim Umwandlungssatz lediglich von Aldo Ferrari, Unia Regionalsekretär. Er hatte sich im Abstimmungskampf an vorderster Front gegen die Senkung engagiert. Konkrete Argumente gegen die Senkung waren aber auch von ihm nicht zu hören.
Die Wahlgeschäfte verliefen diskussionslos. Es waren zwei Rücktritte zu verzeichnen. Mit vier Neuwahlen – Pierluigi Balestra (Tessiner Spitalpersonal), Werner Hertzog (Publica), Olivier Sandoz (Entreprises Romandes) und Martin Wagner (Nestlé) wurde die Maximalzahl von 20 Vorstands-Mitgliedern erreicht. Dabei galt es, wie von Ryter ausgeführt wurde, alle Aspekte zu berücksichtigen. Die Landesgegenden ebenso wie die Sprachen, die Formen von Vorsorgeeinrichtungen, die Branchen und die Aktivitäten der Kandidaten. Man fühlt sich fast an eine Bundesratswahl erinnert. Zur Wiederwahl für das Präsidium hatte sich auch Christoph Ryter zu stellen. Die Einstimmigkeit der Wahl unterstrich seinen unangefochtenen Anspruch auf das Amt.
Für den Berner Regierungsrat Urs Gasche fiel die Grussbotschaft auf den letzten Tag seiner Amtstätigkeit. Seine etwas sehr ausführlich gewordenen Worte wurden ihm wohl auch deshalb verziehen. Umso rascher machte es dafür Yves Rossier, Direktor des BSV. Er kürzte sein Referat drastisch auf zwei Kernpunkte: die laufenden Kostensteigerungen bei den Sozialversicherungen sowie eine “Geschichte”, welche – so jedenfalls der Eindruck – das Leben selbst geschrieben hat. Um zwei bis drei Prozent steigen die jährlichen Ausgaben für die Sozialversicherung, und das ohne Ausbau. Einfach nichts zu tun, trägt also nichts zur Sanierung bei. Rossiers “Geschichte” drehte sich um eine Vorsorgeeinrichtung, deren Präsident die Tätigkeiten mit Bedacht so outsourcte, dass die Aufträge jeweils an eigene Firmen ging und er somit gleichzeitig Auftraggeber und Kunde war. Welche Botschaft Rossier damit vermitteln wollte, wurde Gegenstand diverser Diskussionen. Eine übereinstimmende Meinung wurde nicht erzielt.
Sicherheitsfonds: Geringste Leistungen seit 15 Jahren
Der Sicherheitsfonds kann auf ein sehr erfreuliches Jahr 2009 zurück blicken. Die Leistungen bei Insolvenz lagen mit 26 Mio. Franken auf dem tiefsten Niveau seit mehr als 15 Jahren. Auch die Zuschussleistungen lagen unter den Zahlungen des Vorjahres. Die ausserordentlichen tiefen Ausgaben führten zusammen mit dem positiven Anlageergebnis zum Erfolg von 142 Mio. Franken. Die Fondsereserve konnte auf 490 Mio. Franken erhöht werden. Dank des äusserst positiven Ergebnisses konnte der Stiftungsrat beim Bundesamt für Sozialversicherungen für das Jahr 2011 eine Senkung des Beitragssatzes für die Insolvenzen und andere Aufgaben beantragen. Zu beachten ist gleichzeitig, dass die tiefen Insolvenzleistungen teilweise auf besonderen Umständen beruhen. Die Leistungen werden im 2010 sicher wieder höher ausfallen.
Weiter zugenommen haben die Anfrgen bei der Zentralstelle. Im 2009 wurden gut 23’000 Anfragen bearbeitet. Gut eingespielt haben sich schliesslich die Tätigkeiten als Verbindungsstelle zu den Mitgliedstaaten EU und der EFTA. Seit dem 1. Juni 2007 wurde bei 7’805 Personen für die Barauszahlung der Vorsorgeguthaben die Versicherungsunterstellung im Ausreiseland abgeklärt.
Most Swiss trustees held their nerve during the crisis
Close to 90% of Swiss pension funds reviewed their asset allocation following the financial crisis, but only 67% made any subsequent changes, according to a trustee survey conducted at the Fachmesse Zweite Säule conference in Zurich this week.
Speaking at the event, Gertrud Stoller-Laternser, head of the CHF2bn (€1.42b) media pension fund SRG SSR Idée Suisse, said: “We were hit unprepared. Nobody had ever seen anything like it before and it was the first time we needed recovery measures. But the trustees stayed calm and we did not run into expensive surveys and ALM studies straight away.”
Fachmesse 2. Säule – Impressionen auf YouTube
Die Fachmesse 2. Säule hat wiederum alles was Rang und Namen hat in der Beruflichen Vorsorge nach Zürich ins Kongresshaus gelockt. Unser YouTube-Beitrag gibt einige erste Impressionen wieder.
ASIP CD: 25 Jahre BVG
Zum 25 Jahre-Jubiläum des BVG (zur Erinnerung: es wurde am 1.1.1985 in Kraft gesetzt) hat der ASIP eine CD mit 25 Texten produziert. Zu Wort kommen die drei bisherigen ASIP-Präsidenten (Walser, Ender, Ryter), das BSV (Streit), die Sozialpartner (Daum, Nova), die Aufsicht (Ruggli), 17 Vorstandsmitglieder sowie der Direktor des ASIP (Konrad).
In den Beiträgen werden Geschichte, Bedeutung, Zukunft und aktuelle Probleme der 2. Säule auf verschiedenste Weise und aus sehr unterschiedlicher Sicht thematisiert. Grundsätzlich in Frage gestellt wird sie von niemandem.
FINMA-Mitteilungen: Kollektive Kapitalanlagen
Um eine zeitnahe Information zu gewährleisten, publiziert die FINMA ihre Rundschreiben und weitere Schriftstücke, die aufsichtsrechtlich relevant sind und öffentlich zugänglich gemacht werden sollen, vorab in der Form von FINMA-Mitteilungen. Neu aufgeschaltet wurde das Rundschreiben “Kollektive Kapitalanlagen – Märkte”.
Le Temps: Les actionnaires d’UBS réfléchissent à des poursuites
Les actionnaires suisses éventuellement intéressés à ce que des poursuites civiles s’engagent contre Marcel Ospel et ses anciens collaborateurs n’ont pas encore arrêté leurs positions. «Nous n’avons pas encore discuté de la question de savoir si nous allons nous associer à une procédure», explique un porte-parole de Swisscanto (0,43% du capital), dont le représentant a voté contre la décharge. La Caisse de pension de l’Etat de Vaud, qui a fait de même, ou celle de La Poste, qui «ne dévoile pas ses votes individuels mais suit d’ordinaire les recommandations de la Fondation Ethos», expriment la même indécision.
UBS: Keine Décharge für Ospel und Wuffli
Die Aktionäre der UBS haben der Bankführung der Ära Ospel und Wuffli (2007) die Décharge verweigert. Der Entscheid fiel mit 52 Prozent der Stimmen. Die Entlastung für die Jahre 2009 (Villiger und Grübel) sowie für 2008 (Kurer und Rohner) erfolgte dagegen klar.
Damit sind ehemalige UBS-Chefs wie Marcel Ospel, Marcel Rohner oder Peter Kurer vor persönlichen Klagen nicht geschützt. Über die Décharge ist in den vergangenen Wochen in der ganzen Schweiz ausgiebig diskutiert worden. Aktionärsgruppe wie Ethos und Actares und Beratungsfirmen von Pensionskassen wie die US-Amerikaner ISS und Glass Lewis hatten zu einem Nein aufgerufen.
UBS: Aktionäre für die umstrittenen Boni
Trotz grosser Kritik an den Boni der UBS haben die Aktionäre den Vergütungsbericht der Grossbank für das Jahr 2009 gutgeheissen. Die Zustimmung war allerdings relativ knapp. 54,72 Prozent der Stimmen waren für den Antrag des Verwaltungsrats, 39,4 Prozent dagegen, 5,85 Prozent enthielten sich der Stimme.
SP-Parteiprogramm: Ambivalentes zur 2. Säule
Das neue Parteiprogramm der SP, das den Kerngedanken der “Ueberwindung des Kapitalismus” enthält, äusserst sich auch zur beruflichen Vorsorge. Da Pensionskassen ausgesprochen kapitalistische Erfindungen sind, kann es nicht überraschen, dass sich die Partei schwer tut mit dieser Institution, auf die selbst die grosse Mehrheit der SP-Anhänger wohl kaum verzichten möchte. Entsprechend gewunden und mehrdeutig äussert sich deshalb auch das Programm in diesem Punkt. So heisst es u.a.:
“Die Pensionskassen verwalten die Spargelder der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie legen an den Kapitalmärkten riesige Vermögen an. In den Stiftungsräten der Pensionskassen sind die Arbeitnehmenden paritätisch vertreten. Sie verfügen damit über ein bisher noch nie da gewesenes wirtschaftliches Machtpotenzial, denn Pensionskassen können sich mittels Beteiligung an Aktienkapital Einfluss auf die strategischen Entscheidungen von Unternehmen
verschaffen. Ob damit ein wirtschaftsdemokratischer Gewinn erzielt werden kann, ist allerdings eine offene Frage. Das Interesse der Pensionskassen an möglichst hohen Kapitalrenditen steht ihrem Engagement für andere betriebliche Ziele wie etwa die Erhaltung von Arbeitsplätzen im Wege. Es müssten also Mittel und Wege erst noch gefunden werden, um
das Machtpotenzial der Arbeitnehmenden für eine wirtschaftsdemokratische
Strategie fruchtbar machen zu können. So könnten und sollten Pensionskassen zur Finanzierung öffentlicher Infrastrukturvorhaben herangezogen werden.”
Dass der Partei die AHV aber näher am Herzen liegt, wird offen ausgesprochen: “ Organisation und Strukturierung der Sozialversicherungssysteme sowie deren Abstimmung aufeinander sind zu kompliziert, teilweise ineffizient und undurchschaubar geworden. Anzustreben sind die Zusammenfassung aller auf temporären Erwerbsausfall ausgerichteten Versicherungen in einer
einzigen allgemeinen Erwerbsversicherung (inkl. Elternschaft) und eine Gewichtsverlagerung von den Pensionskassen auf die AHV.”
ASIP gegen SVP/Minder-Päckli
Die NZZ zitiert in einem Artikel zur Kritik von Wirtschaftsvertretern an den gemeinsamen Vorschlägen von SVP und Minder zu den Aktionärsrechten den Direktor des ASIP. Zum Punkt Pensionskassen heisst es: “Pensionskassen in der Pflicht: Blocher/Minder fordern einen Stimmzwang für Pensionskassen. Der Vorschlag stösst beim betroffenen Verband auf Ablehnung: «Es braucht keine neue Regulierung für die Pensionskassen», sagt Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands Asip. «Eine Vorschrift wie der Stimmzwang geht zu weit – und würde in der Umsetzung zusätzlichen Aufwand für die Pensionskassen bedeuten. Das ist nicht im Sinn der Versicherten.»
