Der diesjährige Vorsorgedialog des IFZ widmete sich den zentralen Fragen rund um Ersatzquote, Bezugsformen und zukünftige Rentenmodelle in der beruflichen Vorsorge. Die Diskussion zeigte, dass die häufig genannte Zielgrösse von 60 Prozent des letzten Einkommens für einen sorgenfreien Ruhestand aus AHV und Pensionskasse heute vielfach nicht mehr als realistisch angesehen wird.

Als ein Grund wurde unter anderem genannt, dass das BVG noch stark von einer durchgehenden Erwerbsbiografie mit einem 100-Prozent-Pensum ausgeht, während Teilzeit, Unterbrüche und veränderte Lebensmodelle längst Realität sind. Auf dem Podium wurde zudem kontrovers diskutiert, ob mehr Wahlmöglichkeiten bei den Vorsorgeleistungen tatsächlich einen Mehrwert bringen oder Versicherte vielmehr vor zusätzliche Entscheidungsprobleme stellen.

Bei den Bezugsformen zeichnet sich weiterhin ein Trend zu Mischlösungen aus Rente und Kapital ab, wobei die individuelle Beratung eine zentrale Rolle einnimmt. Vertreter der Pensionskassen betonten, dass eine ganzheitliche Beratung den Versicherten helfen könne, den Wert der lebenslangen Rente besser zu verstehen und eine eigenständige Entscheidung zu treffen.

Gleichzeitig wurden digitale Simulationen und neue Beratungsinstrumente als Möglichkeiten hervorgehoben, mit denen Versicherte ihre persönliche Vorsorgesituation besser analysieren können. Die abschliessende Vision für 2041 machte deutlich, dass das klassische Modell des lebenslangen 100-Prozent-Arbeitspensums zur Finanzierung eines gesamten Haushalts zunehmend der Vergangenheit angehört und die Vorsorge deshalb stärker an vielfältige Erwerbs- und Lebensmodelle angepasst werden muss.

Fazit aus Sicht eines unabhängigen Experten: Es ist zu begrüssen, wenn Pensionskassen und Stiftungen Aufklärung und neutrale Beratung betreiben und frühzeitig – nicht erst bei der Personalorientierung ab Alter 55 – informieren. Tools können Hürden abbauen und einen ersten Schritt darstellen. Aber Menschen wollen immer noch von Menschen beraten werden.

Quelle: Zusammenfassung aus Schweizer Personalvorsorge vom 17.Sept. 2026