Mit Blick auf die am Mittwoch beginnende Behandlung der AHV-Reform 21 im Nationalrat hat Katharina Fontana in der NZZ ein paar Zahlen zur Situation der Frauen in der AHV zusammen getragen. Munition für die Befürworter einer Angleichung der Rentenalter.

Wie aus der AHV-Statistik 2020 hervorgeht, setzen sich die Beitragszahler zu 54 Prozent aus Männern und zu 46 Prozent aus Frauen zusammen. Die Summe der Einkommen, auf denen AHV-Beiträge erhoben werden, wird zu 66 Prozent von den Männern erbracht, zu 34 Prozent von den Frauen. Gleichzeitig werden 55 Prozent der Summe der Altersrenten an Frauen ausbezahlt und 45 Prozent an Männer; 2020 waren dies laut den Zahlen des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) gerundet 24 Milliarden gegenüber gut 19 Milliarden Franken.

Es gibt mehrere Gründe, warum Frauen mehr Geld aus der AHV erhalten. Zum einen werden sie im Schnitt älter als Männer und beziehen also länger Rente. Zum andern sind sie häufiger verwitwet und kommen damit in den Genuss eines Zuschlags, der zu einer höheren Rente führt. Dazu folgende Zahl des BSV: Von den 850 Millionen Franken, welche die AHV im Dezember 2020 an verwitwete Personen ausrichtete, gingen 670 Millionen an die Witwen und 180 Millionen an die Witwer. (…)

Wenn man die Geschlechterrechnung für die AHV anstellt, fällt das Ergebnis also wie folgt aus: Erstens zahlen mehr Männer in das Sozialwerk ein als Frauen, zweitens leisten sie mehr Beiträge, und drittens bekommen sie weniger Geld heraus. Diese Umverteilung von Mann zu Frau ist gewollt, die erste Säule ist auf Ausgleich und Solidarität ausgerichtet. Das ändert aber nichts daran, dass es die Frauen sind, die bei der AHV heute gesamthaft profitieren. Das ist ein wesentlicher Punkt, wenn man über die Anpassung des Rentenalters redet. (…)

Dass Frauen weniger Geld aus der beruflichen Vorsorge erhalten, kann man allerdings nicht kurzerhand auf eine Benachteiligung zurückführen. Der Koordinationsabzug betrifft zwar Frauen in weit grösserem Ausmass als Männer, da sie häufiger in kleinen Pensen tätig sind; dass es beim Koordinationsabzug Änderungen braucht, ist nicht bestritten. Gleichwohl ist die tiefere Rente der Frauen letztlich die logische Folge davon, dass die berufliche Vorsorge eine Versicherung ist: Wer wenig einzahlt, bekommt später wenig heraus, wer viel einzahlt, erhält später entsprechend mehr.

  NZZ