Das Wallstreet Journal hat eine bemerkenswerte Liste mit der Anzahl Verletzungen an der bisherigen WM nach Mannschaften zusammengestellt, das heisst, jenen, in denen die Spieler sich zwar unter Schreien und konvulsischen Krämpfen am Boden winden, mit den Fäusten im scheinbaren Todeskampf auf den Boden hauen, wunderbarer Weise aber nach wenigen Sekunden wieder auf den Beinen sind und weiter spielen, als sei nichts geschehen – und es ist auch nichts geschehen, oder zumindest nicht viel. Weltmeister ist in dieser Disziplin Brasilien, die Schweiz liegt abgeschlagen im letzten Viertel. Bosnien Herzegowina hat nach Meinung des WSJ einfach etwas noch nicht begriffen.
Aktuell
TA: “BR versetzt Ökonomen in Aufruhr”
Wenig Verständnis findet der Bundesrat mit seiner Idee, WEF im Obligatorium zu unterbinden bei Ökonomen. Der Tages-Anzeiger schreibt: “In dem Moment, in dem in Hochpreisregionen wie dem Genfersee oder der Stadt Zürich das Preiswachstum der Immobilien praktisch zum Erliegen gekommen ist und sich eine gewisse Beruhigung im Markt bemerkbar macht, will der Bundesrat den Vorbezug von Pensionskassengeldern für den Erwerb von Wohneigentum stark limitieren. «Das schafft Unruhe und führt zu unnötiger Hektik», sagt UBS-Ökonom Matthias Holzhey.
Auch wenn nach Meinung der UBS-Fachleute nicht davon auszugehen ist, dass die Gedankenspiele des Bundesrates in dieser Form umgesetzt werden, rechnen sie damit, dass jetzt viele Möchtegern-Eigenheimbesitzer noch Geld aus der Pensionskasse abziehen, solange dies noch möglich ist. Auch bei der CS geht man von «vorgezogenen Käufen und von einem vorübergehenden Run auf Eigentumsobjekte» aus.
Auch Lorenz Heim vom VZ Hypothekenzentrum rechnet mit einem Run auf Eigenheime und sagt: «Das könnte den Markt weiter erhitzen.» Das Gleiche befürchten die CS-Ökonomen Fredy Hasenmaile und Thomas Rieder: «Ein Wiederaufflammen der Preisanstiege könnte die Folge sein.» Die Reformankündigung des Bundesrates gefährdet damit die laufenden Abkühlungsbemühungen. Gemäss UBS-Mann Holzhey dürfte das umso eher der Fall sein, als die langfristigen Perspektiven für das Schweizer Vorsorgesystem nicht besonders gut seien. Er sieht darin ein zusätzliches Argument, um noch schnell Geld aus der Vorsorgekasse zu nehmen. Motto: Lieber das Geld in eine scheinbar krisensichere Immobilie stecken als in der Pensionskasse mit ungewisser Rentenperspektive belassen.
Gemäss Statistik des Bundes wurden im Jahr 2012 Vorbezüge von Pensionskassengeldern in der Höhe von 2,3 Milliarden Franken getätigt. Im Durchschnitt sind das bei rund 30’000 Bezügen pro Jahr knapp 80’000 Franken. Es ist nicht bekannt, bei wie vielen Haus- oder Wohnungskäufen Pensionskassengelder zum Einsatz kommen. Nach Schätzungen der UBS ist es bei 25 bis 33 Prozent aller Transaktionen der Fall. Andere Schätzungen reichen bis 58 Prozent.
Der Stabilitätsbericht der Nationalbank weist aus, dass Ende 2013 ungefähr 9 Prozent der neuen Hypothekarkreditnehmer weniger als 20 Prozent Eigenkapital einbrachten und damit die Tragbarkeitsnorm nicht erfüllten. Rechnet man den Anteil vorbezogener Pensionskassengelder heraus, genügten gar rund 17 Prozent der Kreditnehmer der Tragbarkeitsregel nicht. Aus diesen Zahlen lässt sich ablesen, dass 8 Prozent keinen Kredit mehr erhalten würden, sollten die bundesrätlichen Ideen umgesetzt werden. Die UBS geht davon aus, dass «mindestens 10 Prozent» ohne Pensionskassenvorbezug die Tragbarkeitsnormen nicht erfüllen würden. Solchen Leuten dürfte in Zukunft der Hauskauf verbaut sein.”
AZ: Antworten auf Fragen zum Vorbezug
Die Aargauer Zeitung hat zehn Fragen im Zusammenhang mit dem “angedachten” Verbot eines Kapitalbezugs im BVG-Obligatorium gestellt und beantwortet. In einer Leser-Umfrage lehnten fast zwei Drittel der Teilnehmer ein solches Verbot ab.
Kleiner Beitrag zur WM
iMoney: ASIP Fachtagung
Mehr als 80 Vertreter von Schweizer Pensionskassen nutzten die Gelegenheit, um sich auf der Fachtagung des Schweizer Pensionskassenverbands ASIP über die aktuellen Entwicklungen der beruflichen Vorsorge zu informieren und sich mit Branchenkollegen auf fachlicher Ebene auszutauschen. Auf der am 27. Mai 2014 in Zürich ausgerichteten Veranstaltung standen nicht nur die „Vorsorgepolitische Lagebeurteilung" oder die „Umsetzung der Verordnung gegen übermäßige Vergütungen" auf der Agenda: Thematisiert wurde auch die weitere Entwicklung auf den Rentenmärkten sowie die daraus folgenden Konsequenzen für Pensionskassen wie auch die „Invaliditätsentwicklung und Auswirkungen auf die berufliche Vorsorge".
Umfrage zur PK-Organisation
Die Komplexität der beruflichen Vorsorge zwingt die PK-Verantwortlichen, die Organisation ihrer Pensionskasse zu hinterfragen. Dabei stehen Kosten- und Effizienzfragen im Vordergrund, um den Versicherten ein Maximum zu bieten.
Im Auftrag der AXA Pension Solutions AG schreibt Alexander Lörtscher eine Master-Arbeit über die Organisation von Pensionskassen. Welche Tätigkeiten werden einem Partner übertragen (Auslagerung) und welche selber erledigt (Eigenleistung)? Dazu wurde ein online Fragebogen aufgeschaltet. Das Ausfüllen sollte in zehn Minuten zu schaffen sein.
Der Fragebogen muss bis Mittwoch, 21. Mai 2014 ausgefüllt werden. Die Angaben werden vertraulich behandelt. Bei der Auswertung werden die Angaben anonymisiert und nicht an Dritte weitergeleitet.
Die Teilnehmer dieser Umfrage erhalten einen Benchmarkvergleich und eine Checkliste als Besprechungsgrundlage für den Stiftungsrat. Auf Wunsch werden die Ergebnisse dieser Umfrage dem Stiftungsrat vor Ort präsentiert.
PK-Messe 2014: Business, Fussball und happy Faces

Viel zu sehen am Stand der Anlagestiftungen.

Gregor Gubser, Jérôme Cosandey und Thomas Hengartner – Medien unter sich.

Die Tschütteler von der CS.

Werner Koradi und Dieter Stohler. Alles im grünen Bereich.

Erich Peter: back to the roots.

Urs Holliger, Peter Schnider: Die Messe brummt.

Bei State Street: serious business.
Peter Zanella und Richard Köppel: Towers Watson – problemlos.
Christian Trunz und Urs Eicher werfen das PK-Netz aus.
Lydia Ackermann mit Blick auf die Romandie.
Verband für Stiftungsräte SRPK
In einer Medienmitteilung stellt sich der „Schweizer Verband für BVG – Stiftungsräte – SRPK“ als “die kompetente nationale Interessenvertretung der Stiftungsräte von Pensionskassen und Vorsorgeeinrichtungen” vor.
Er will seinen Mitgliedern “exklusive und hilfreiche Dienstleistungen zur Verfügung” stellen. Ihnen steht “ unter anderem mein Team von Fachberatern zur Verfügung” schreibt Beat Zürcher, Geschäftsleiter der SRPK. Die Mitgliedschaft kostet 360 Franken für einen einzelnen und 1800 Franken für den gesamten Stiftungsrat einer PK. Der Verband soll paritätisch geführt werden und Arbeitnehmer- und –geber-Stiftungsräte vertreten.
“Ein neues Berufsbild entsteht: der BVG – Stiftungsrat” schreibt Zürcher weiter. Der Schweizer Verband für BVG-Stiftungsräte SRPK wurde am 1. Dezember 2013 in Zürich gegründet. Die Träger des paritätischen Vereins sind der Kaufmännische Verband Schweiz und der Sozialfonds des KV Schweiz.
SRPK /
Mitteilung
Wechsel im Präsidium, erweiterte Fachrichtlinien, neue Website
Die Schweizerische Kammer der Pensionskassen-Experten (SKPE) hat am 24. April 2014 ihre 44. Generalversammlung in Bern abgehalten.
Nach Ablauf der Amtszeit von Olivier Vaccaro (Aon Hewitt) wurde Benno Ambrosini (Libera) von der Generalversammlung in den Vorstand gewählt. Martin Wagner (Pensionskasse der Credit Suisse) übernimmt turnusgemäss von Stephan Wyss (Swisscanto Vorsorge AG) für zwei Jahre das Präsidium der SKPE.
Der Vorstand setzt sich nach der Generalversammlung wie folgt zusammen: Präsident: Martin Wagner, Zürich; Mitglieder: Stephan Wyss, Zürich, Olivier Kern, Bern, Benno Ambrosini, Zürich.
Die Generalversammlung hat eine Statutenänderung zur Weiterbildungspflicht verabschiedet. Zudem wurden die Fachrichtlinien FRP 1 "Deckungsgradberechnung", FRP 2 "Vorsorgekapitalien und technische Rückstellungen" und FRP 6 "Unterdeckung / Sanierungsmassnahmen" so überarbeitet, dass die Oberaufsichtskommission OAK BV diese drei Fachrichtlinien zum Branchenstandard erklären kann.
Die Fachrichtlinie FRP 5 "Prüfung der Vorsorgeeinrichtung" wurde um ein freiwilliges Kennzahlenset für Vorsorgeeinrichtungen ergänzt und durch die GV genehmigt. Ebenfalls hat die GV eine neue Fachrichtlinie FRP 7 „Prüfung von Vorsorgeeinrichtungen mit mehreren Vorsorgewerken“ in Kraft gesetzt sowie Kenntnis genommen von der geplanten Fachrichtlinie FRP 8 "Bilanzierung von variablen Renten". Seit der letzten Generalversammlung ist die Kammer um weitere 10 Mitglieder auf 192 Mitglieder angewachsen. Für Details verweist die SKPE auf ihre neue Homepage www.skpe.ch .
Mobiles BVG
Die Prevas hat ein BVG-App für iOS und Android entwickelt, das in der Gratis-Version das BVG enthält, in der Platinum-Edition für 5 Franken auch alle massgeblichen Verordnungen. Besonders wertvoll sind die Suchfunktion und das Stichwortverzeichnis, welche die Navigation zwischen den einzelnen Bereichen und das Finden entsprechender Themen massiv erleichtern. Die Apps sind bei den üblichen Stores herunterzuladen.
Umfrage zur Kostentransparenz
Der Pensionskassenverband hat unter seinen Mitgliedern eine Umfrage zum Thema Kostentransparenz gestartet. In einer Mitteilung schreibt er dazu: “Der ASIP begrüsst die Verbesserung der Kostentransparenz. Er ist bestrebt, seinen Mitgliedern und einer breiteren Öffentlichkeit möglichst schnell, proaktiv und umfassend ein Bild über die Kostensituation in der beruflichen Vorsorge und die erfolgten Verbesserungen bei der Transparenz aufzeigen zu können. Zu diesem Zweck bitten wir Sie, uns die nachfolgenden drei Fragen zu beantworten.” Sie lauten:
1. Vermögen per 31.12.2013:
2. Kostentransparenzquote gemäss Weisung OAK:
3. Total der in der Betriebsrechnung ausgewiesenen Vermögensverwaltungskosten in % der transparenten Vermögensanlagen.
BSV: Ausschreibung zur Analyse von Verlusten auf Altersleistungen
Das BSV hat eine Ausschreibung zur Analyse der theoretischen und technischen Verluste auf Altersleistungen der beruflichen Vorsorge publiziert. Die Untersuchung stützt sich auf die These, dass ein Umwandlungssatz von 6 Prozent im ordentlichen Rentenalter mit Zeithorizont 2019 angemessen ist.
Ausgehend von den effektiv angewandten Umwandlungssätzen für BVG-Neurentner aus einer repräsentativen Stichprobe von Vorsorgeeinrichtungen von 2009 bis 2013 (fünfjähriger Beobachtungszeitraum) soll die Untersuchung die Einsparungen oder Mehrkosten ermitteln, die sich bei Anwendung der Umwandlungssätze gemäss den Thesen der Reform 2020 für die Vorsorgeeinrichtungen ergeben würden.
Dieser theoretische Teil ist durch einen technischen Teil zu ergänzen, bei dem die technischen Verluste oder Gewinne für jede Vorsorgeeinrichtung der Stichprobe einzeln geschätzt werden. Dazu wird die Differenz zwischen dem Deckungskapital der laufenden Renten und dem reglementarischen Altersguthaben jeder Neurentnerin bzw. jedes Neurentners ermittelt.
Endtermin für die Einreichung: 15.05.2014; Projektbeginn: 01.06.2014; Projektabschluss: Ende November 2014.
Vorsorgeforum Mitgliederversammlung, Bortoluzzi neuer Präsident
An der Mitgliederversammlung 2014 des Vorsorgeforums wurden im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen in den Vorstand neu gewählt: Peter Zanella, Leiter der Vorsorgeberatung bei Towers Watson, und Michael Bolt, Generaldirektor der Hotela. Aus dem Vorstand zurück getreten sind: Hans Bieri, Henriette Rietmann (Coop PK), Conrad Rossier und Erhard Burri (proparis). Gleichzeitig hat das im letzten Jahr gewählte Vorstandsmitglied Nationalrat Toni Bortoluzzi vom ebenfalls zurückgetretenen a.Nationalrat Hans Werner Widrig die Präsidentschaft übernommen.
An der Versammlung gab Geschäftsführer Peter Wirth einen Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre des 1989 gegründeten Forums. Aus der einstigen Pressestelle der Pensionskassen hat sich eine insbesondere im elektronischen Bereich sehr aktive Informationsstelle entwickelt, die gleichzeitig mit Fachtagungen und im Bereich der Koordination der Fachverbände tätig ist. Die Bedeutung der Information über das Internet lässt sich durch die hohen Nutzerzahlen der Website belegen. So wurden während der vergangenen 30 Tage über 35’000 unique visitors gezählt, der seit 2003 erscheinende Newsletter geht an 4200 Empfänger.
Das Gastreferat wurde gehalten von BSV-Direktor Jürg Brechbühl, der über die “Eckwerte des BVG zwischen Versicherungstechnik und Politik” sprach. Brechbühl verwies darauf, dass die technischen Grundlagen nicht einfach und schon gar nicht eindeutig festzulegen sind, hingegen Methodenpluralismus und unterschiedliche Einschätzungen zu abweichenden Ergebnissen führen. Die viel geforderte Entpolitisierung durch Rückgriff auf objektive Daten sei so einfach nicht zu bewerkstelligen. Zudem hätten die durch Gesetz und Verordnung definierten Grössen über die direkte Wirkung hinaus weiterreichende Konsequenzen, die eine Festlegung beispielsweise durch die einzelne Pensionskasse in Frage stellen.
Pensionskassen belasten Kantonsergebnisse
Trotz der Eintrübung durch die gedämpfte Wirtschaftslage und die Rekapitalisierung kantonaler Pensionskassen verzeichnen die öffentlichen Finanzen 2012 ein ausgeglichenes Ergebnis – dies wird auch für 2013 erwartet. 2014 ist aufgrund der Rekapitalisierungen mehrerer kantonaler Pensionskassen (BL, SG, TI, NW, AR, JU, VD) mit einer Verschlechterung zu rechnen. Die Schuldenquote steigt 2012 insbesondere in den Kantonen vorübergehend an. In den Folgejahren dürfte sich aber der Trend zum Schuldenabbau wieder fortsetzen. Dies zeigen die neuen Zahlen der Finanzstatistik.
Retro-Forderungen: PKs klagen gegen Banken
Verschiedene Pensionskassen laufen bei den Banken mit der Rückforderung von Retrozessionen – Vertriebsentschädigungen und ähnliche Vergütungen auf. Trotz Bundesgerichtsurteil täten sich Banken und Vermögensverwalter mit dem Thema schwer, sagt etwa Thomas Schönbächler, Chef der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich laut Tages-Anzeiger. Deshalb kündigt er rechtliche Schritte an: «Mit dem nötigen Druck haben wir bereits erste Resultate erzielt und werden mit grosser Wahrscheinlichkeit auch gegen namhafte Banken den Rechtsweg beschreiten.» Er hoffe, dadurch auch eine Signalwirkung zu erzielen. Gerade kleinere Pensionskassen scheinen nur darauf zu warten, bis eine grosse Kasse klagt. Man beobachte zurzeit, ob es zu einer Klage komme, sagte etwa der Geschäftsführer einer Ostschweizer Pensionskasse gegenüber dem «Tages-Anzeiger».
Hanspeter Konrad, Direktor des ASIP, bestätigt, dass die Verantwortlichen der Kassen bei den Finanzinstituten «immer wieder auf Widerstand» stossen. Notfalls müsse man sie zur Transparenz zwingen. Die BVK ist nicht die einzige Pensionskasse, die rechtliche Schritte erwägt. Konrad sagt: «Verschiedene Pensionskassen prüfen Klagen.» Der Verband hat seine rund 1000 Mitglieder aufgefordert, in der Sache «hart zu bleiben».
