Der Beitrag im Tages-Anzeiger bringt eine Reihe interessanter Daten zur Entwicklung der Familie und der Kinderzahl in der Schweiz. Das Thema wird primär unter soziologischen und psychologischen Gesichtspunkten behandelt. Die sozialpolitischen und wirtschaftlichen Aspekte finden keine Erwähnung – bspw. der im OECD-Bericht befürchtete Wohlstandsverlust aufgrund des demographischen Wandels. Auch wird nicht auf die erhebliche Differenz der Geburtenzahlen von Schweizerinnen und Ausländerinnen eingegangen.
[Es] fällt auf, dass nicht nur die Geburten weniger werden, die Familien werden kleiner. Immer mehr Mütter haben nur ein Kind.
Im letzten Jahr sind die Drittgeburten (minus 3,6 Prozent) und die Zweitgeburten (minus 2,8 Prozent) deutlich zurückgegangen. Die rückläufige Geburtenzahl bremst somit weniger die Familiengründung als die Familienvergrösserung.
Im Schnitt werden Frauen in der Schweiz mit 31,3 Jahren zum ersten Mal Mutter – und belassen es zunehmend bei einem Kind.
Demograf Tomas Sobotka erkennt in den aktuellen Zahlen einen Trend zur Ein-Kind-Familie. Aber man müsse die Daten über mehrere Generationen vergleichen, um klarere Aussagen machen zu können.
Sobotka fokussiert dabei auf die Anzahl Kinder bei Frauen, die 45 Jahre alt sind und damit statistisch höchstwahrscheinlich keine Kinder mehr gebären werden.
So haben Frauen, die 1980 geboren sind, hierzulande am häufigsten zwei Kinder. Mit 42 Prozent machen sie den klar grössten Anteil aus. «Familien mit zwei Kindern sind mit Abstand die häufigste Familienform in der Schweiz», sagt Sobotka.
23 Prozent haben ein Kind und 17 Prozent drei oder mehr Kinder. Kinderlos sind 18 Prozent der heute 45-Jährigen. Im Vergleich zu Frauen, die in den 1960ern und 1970ern geboren wurden, nimmt die Zahl der Ein-Kind-Familien allerdings zu – damals waren es rund 15 Prozent, die bloss ein Kind hatten. Das Bild von Eltern mit nur einem Kind wird also gewöhnlicher.
TA